Wo soll man anfangen nach diesem Abend? Der VfL Wolfsburg ist raus aus dem DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Holstein Kiel (0:1), und für viele im Stadion und rund um den Bundesligisten herum kam diese Niederlage nicht einmal überraschend.
Ja, die Mannschaft hatte am Wochenende zumindest ein kämpferisches Lebenszeichen in Hamburg (1:0) gesendet, war aber auch in diesem Spiel fußballerisch desolat unterwegs. Und lieferte nun im Pokal den nächsten katastrophalen Auftritt. Es war der nächste Schritt des VfL in Richtung Abgrund. Es präsentiert sich ein offenbar zerrüttetes Team, ein ratlos erscheinender Trainer und ein Boss, der irgendwie hofft, dass irgendwas besser wird.
Nur wie? Torwart Marius Müller, der den am Oberschenkel verletzten Kamil Grabara vertrat, nahm nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund. "Wir haben nicht kapiert, was am Samstag in Hamburg passiert ist", sagte der Schlussmann. "Wir dachten, jetzt ist das Ding gekippt und jetzt machen wir mal locker Kiel weg. Nein, das ist Fußball und das müssen wir langsam kapieren."
Ein Teil des Kaders scheint dies nicht verinnerlicht zu haben, der fußballerische Anspruch ist mittlerweile schon gar nicht mehr da, mittlerweile geht es erst einmal nur darum, die richtige Einstellung auf den Platz zu bringen. Und selbst das scheint aktuell schon eine zu große Herausforderung zu sein. Die Mannschaft, so macht es den Eindruck, kriegt es untereinander nicht geregelt, es soll große disziplinarische Defizite geben. "Was soll ich machen?", fragt Müller, er könne niemandem "auf die Schnauze hauen, denn dann kann ich rüber ins Werk gehen und meinen Vertrag abholen". Frust pur.
Es sind Sätze, die das bestätigen, was schon seit einiger Zeit die Runde macht. Das Wolfsburger Team ist untereinander zerrüttet, keine Einheit, die gemeinsam für den VfL durchs Feuer geht. Verschiedene Grüppchen, die sich nicht grün sind. Konkret gefragt: Ist die Mannschaft ineinander stimmig, dass sie sich als Team aus dieser Situation befreien kann? Müller: "Das sollte hoffentlich der Fall sein, ja." Aber sicher ist er sich nicht? Seine vielsagende Antwort: "Dazu sage ich nichts."