Oberbürgermeister hilft Fußballverein: Der Traum vom Aufstieg
Sollen Städte Fußballstadien für ihre Profi-Vereine bauen, oder müssen die Vereine das selbst hinbekommen? In Oldenburg ist das die Frage.
Ein neues Fußballstadion soll gebaut werden. Eine Arena, wie man heute sagt, weil Stadion so brav klingt, nach Breitensport, nach Bundesjugendspielen, nach Amateuren, nach Marschweg-Stadion. So heißt in Oldenburg das städtische Stadion, das nun endlich überwunden werden soll. Es hat zwar 15.000 Zuschauerplätze, es mangelt ihm aber an allem, was ein Stadion braucht, damit dort Profifußball stattfinden kann, auch wenn es nur die 3. Liga ist. Rasenheizung und Flutlicht zum Beispiel, aber vor allem hat dieses Marschweg-Stadion eine Leichtathletiklaufbahn. Die tote Zone zwischen Rasen und Tribünen, die alles schluckt, was an Emotionen von da nach dort und zurück fließen kann.
(...)
Kann sich eine Stadt heutzutage den Bau eines Fußballstadions leisten? Soll sie es? Wo doch so viele Aufgaben anstehen: Wohnraum schaffen, Verkehrswende hinbekommen, Schulen sanieren, Gebäude dämmen, Klimaneutralität bis 2035, Hortplätze. Kostet alles Geld – wie ein Stadion. Nur dass ein Stadion – je nach Liga – pro Saison für um die 18 Spiele genutzt wird und nsonsten stumm dasteht, abgesehen von Nebennutzungen, die aber eben nur Nebennutzungen sind.
Mit 50 Millionen kalkulieren sie in Oldenburg für einen Bau nahe dem Hauptbahnhof, der eher ein Arenachen sein wird mit nur 7.500 Plätzen. Hinzu kommen Betriebs- und Unterhaltskosten, um die 2 Millionen jedes Jahr.
(...)
Die harten Bedingungen des Deutschen Fußball-Bundes an so ein Stadion und die Ambitionen von Vereinen, die kein Geld haben, stoßen da aufeinander, und dann überlegt sich die Stadt, ob sie nicht „dem Profifußball eine Perspektive bieten“ soll, wie sie es in Oldenburg so schön sagen.
Das ist das Dilemma. Ein Stadion bauen mit Steuergeld für einen Verein, der vielleicht mal wieder aufsteigt und dann ein Stadion braucht, oder es lassen, weil: Warum sollte eine Stadt einem Verein so was finanzieren?
Fragt man sich in Oldenburg. Aber auch in Ulm und in Kiel. Und anderswo. Das Problem kommt ja immer wieder mal auf. Steuerverschwendung? Es ist aber ja auch nicht, dass Städte nicht auch für anderen Wirtschaftsunternehmen viel Geld in die Hand nehmen um sie anzulocken oder zum Bleiben oder zum Vergrößern zu bewegen.
Oder sollte der DFB einfach mal seine Anforderungen an die Vereine runterschrauben?