Hubert Cumberdale
Ich mag Züge.
Foren sind halt eine Idee der Jahrtausendwende und inzwischen ziemlich passe.
Ist spät, aber ich bin ja auch noch nicht so lange hier (tatsächlich sehr zufällig letzte Woche über dieses Forum gestolpert und ich mag Fußball und Foren): Sicher haben im letzten Vierteljahrhundert die früher allgegenwärtigen phpBBs einige Nutzer ausgeblutet. Wer chatten will, der ist wahrscheinlich im IRC oder dessen Zöglingen Slack, Discord und Mattermost besser aufgehoben, andere Foren hat der Siegeszug des Smartphones quasi auf dem Gewissen (ein "mobiles Theme" war nicht immer überall selbstverständlich), und "soziale Netzwerke" wie Twitter und Facebook sind für nicht allzu ausführliche Diskussionen zumindest grundlegend geeignet. Für manche Dinge, für die es früher nichts Besseres als Webforen gab, sind Webforen inzwischen daher tatsächlich "passé".
Aber.
Webforen haben nach wie vor zahlreiche Vorteile, die sie gerade für langlebige Gemeinschaften m.M.n. unverzichtbar machen:
- Moderne Forensoftware integriert sich (auf Wunsch...) in sämtliche sozialen Netzwerke, und zwar rein und raus. Für XenForo gibt es da zumindest Plugins, so weit ich weiß. (Persönlich bin ich ja Invision-Fan, aber ich verstehe, dass sich das nicht jeder für ein Hobbyprojekt leisten will.
)
- Foren sind (normalerweise, wenn man weiß, wie man an die Backups rankommt
) langlebig. Ich kenne Foren, die seit "der Jahrtausendwende" ein reichhaltiges Archiv an Diskussionen angesammelt haben, die teilweise immer noch relevant sind. Ein bisschen wie das Usenet und Mailinglisten sind Foren grundsätzlich gut geeignet für jahrzehntelange Dokumentation. Und Facebook? Würdet ihr da eure Diskussionen von letzter Woche überhaupt wiederfinden?
- Apropos Facebook und Wiederfinden: Die Suchfunktion in Webforen ist - schon rein technisch - schwer zu schlagen: Man fragt direkt die zugrundeliegende Datenbank. Nix mit Algorithmen, die einem irgendwas vorschlagen. Suche rein, Ergebnis raus.
- Wobei die Suchfunktion in Webforen ja nicht mal so wichtig ist wie zum Beispiel in Discord oder Slack, denn was wir hier haben, ist beliebig verschachtelbare Struktur - Unterforen, Unterunterforen... (Obwohl viele "moderne" Forenplattformen wie Discourse ja Reddit nacheifern und nur noch eine Struktur, dafür unzählige Tags unterstützen. Perfekt für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, grauenhaft für alle anderen. Aber ich will mich ja hier nicht immer nur aufregen.)
- Foren laden dazu ein, dass man mehr schreibt. Hier könnte man natürlich auch einfach blöde Emojis reinkloppen, aber nach meiner Erfahrung ist schon das Vorhandensein eines "richtigen" Textfeldes wie dieses hier ein motivierender Faktor für mehr Gedanken beim Schreiben. Beweis: Dieser Beitrag (der eigentlich nur zwei Sätze lang sein sollte...).
Transparenzhinweis: In diesem Beitrag wurde die Grammatik nachträglich korrigiert.
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