Soccer-Fans.de Restart

Foren sind halt eine Idee der Jahrtausendwende und inzwischen ziemlich passe.

Ist spät, aber ich bin ja auch noch nicht so lange hier (tatsächlich sehr zufällig letzte Woche über dieses Forum gestolpert und ich mag Fußball und Foren): Sicher haben im letzten Vierteljahrhundert die früher allgegenwärtigen phpBBs einige Nutzer ausgeblutet. Wer chatten will, der ist wahrscheinlich im IRC oder dessen Zöglingen Slack, Discord und Mattermost besser aufgehoben, andere Foren hat der Siegeszug des Smartphones quasi auf dem Gewissen (ein "mobiles Theme" war nicht immer überall selbstverständlich), und "soziale Netzwerke" wie Twitter und Facebook sind für nicht allzu ausführliche Diskussionen zumindest grundlegend geeignet. Für manche Dinge, für die es früher nichts Besseres als Webforen gab, sind Webforen inzwischen daher tatsächlich "passé".

Aber.

Webforen haben nach wie vor zahlreiche Vorteile, die sie gerade für langlebige Gemeinschaften m.M.n. unverzichtbar machen:
  1. Moderne Forensoftware integriert sich (auf Wunsch...) in sämtliche sozialen Netzwerke, und zwar rein und raus. Für XenForo gibt es da zumindest Plugins, so weit ich weiß. (Persönlich bin ich ja Invision-Fan, aber ich verstehe, dass sich das nicht jeder für ein Hobbyprojekt leisten will. :))
  2. Foren sind (normalerweise, wenn man weiß, wie man an die Backups rankommt ;)) langlebig. Ich kenne Foren, die seit "der Jahrtausendwende" ein reichhaltiges Archiv an Diskussionen angesammelt haben, die teilweise immer noch relevant sind. Ein bisschen wie das Usenet und Mailinglisten sind Foren grundsätzlich gut geeignet für jahrzehntelange Dokumentation. Und Facebook? Würdet ihr da eure Diskussionen von letzter Woche überhaupt wiederfinden?
  3. Apropos Facebook und Wiederfinden: Die Suchfunktion in Webforen ist - schon rein technisch - schwer zu schlagen: Man fragt direkt die zugrundeliegende Datenbank. Nix mit Algorithmen, die einem irgendwas vorschlagen. Suche rein, Ergebnis raus.
  4. Wobei die Suchfunktion in Webforen ja nicht mal so wichtig ist wie zum Beispiel in Discord oder Slack, denn was wir hier haben, ist beliebig verschachtelbare Struktur - Unterforen, Unterunterforen... (Obwohl viele "moderne" Forenplattformen wie Discourse ja Reddit nacheifern und nur noch eine Struktur, dafür unzählige Tags unterstützen. Perfekt für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, grauenhaft für alle anderen. Aber ich will mich ja hier nicht immer nur aufregen.)
  5. Foren laden dazu ein, dass man mehr schreibt. Hier könnte man natürlich auch einfach blöde Emojis reinkloppen, aber nach meiner Erfahrung ist schon das Vorhandensein eines "richtigen" Textfeldes wie dieses hier ein motivierender Faktor für mehr Gedanken beim Schreiben. Beweis: Dieser Beitrag (der eigentlich nur zwei Sätze lang sein sollte...).
Klar: Die Generation Tiktok kann mit Webforen nicht mehr viel anfangen, weil ihre Aufmerksamkeit eh' nach ein paar Sekunden vorbei ist. Das ist aber auch ganz in Ordnung für die Diskussionskultur hier, würde ich sagen. ;)

Transparenzhinweis: In diesem Beitrag wurde die Grammatik nachträglich korrigiert.
 
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Ist spät, aber ich bin ja auch noch nicht so lange hier (tatsächlich sehr zufällig letzte Woche über dieses Forum gestolpert und ich mag Fußball und Foren): Sicher haben im letzten Vierteljahrhundert die früher allgegenwärtigen phpBBs einige Nutzer ausgeblutet. Wer chatten will, der ist wahrscheinlich im IRC oder dessen Zöglinge Slack, Discord und Mattermost besser aufgehoben, andere Foren hat der Siegeszug des Smartphones quasi auf dem Gewissen (ein "mobiles Theme" war nicht immer überall selbstverständlich), und "soziale Netzwerke" wie Twitter und Facebook sind für nicht allzu ausführliche Diskussionen zumindest grundlegend geeignet. Für manche Dinge, für die es früher nichts Besseres als Webforen gab, sind Webforen inzwischen daher tatsächlich "passé".

Aber.

Webforen haben nach wie vor zahlreiche Vorteile, die sie gerade für langlebige Gemeinschaften m.M.n. unverzichtbar machen:
  1. Moderne Forensoftware integriert sich (auf Wunsch...) in sämtliche sozialen Netzwerke, und zwar rein und raus. Für XenForo gibt es da zumindest Plugins, so weit ich weiß. (Persönlich bin ich ja Invision-Fan, aber ich verstehe, dass sich das nicht jeder für ein Hobbyprojekt leisten will. :))
  2. Foren sind (normalerweise, wenn man weiß, wie man an die Backups rankommt ;)) langlebig. Ich kenne Foren, die seit "der Jahrtausendwende" ein reichhaltiges Archiv an Diskussionen angesammelt haben, die teilweise immer noch relevant sind. Ein bisschen wie das Usenet und Mailinglisten sind Foren grundsätzlich gut geeignet für jahrzehntelange Dokumentation. Und Facebook? Würdet ihr da eure Diskussionen von letzter Woche überhaupt wiederfinden?
  3. Apropos Facebook und Wiederfinden: Die Suchfunktion in Webforen ist - schon rein technisch - schwer zu schlagen: Man fragt direkt die zugrundeliegende Datenbank. Nix mit Algorithmen, die einem irgendwas vorschlagen. Suche rein, Ergebnis raus.
  4. Wobei die Suchfunktion in Webforen ja nicht mal so wichtig ist wie zum Beispiel in Discord oder Slack, denn was wir hier haben, ist beliebig verschachtelbare Struktur - Unterforen, Unterunterforen... (Obwohl viele "moderne" Forenplattformen wie Discourse ja Reddit nacheifern und nur noch eine Struktur, dafür unzählige Tags unterstützen. Perfekt für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, grauenhaft für alle anderen. Aber ich will mich ja hier nicht immer nur aufregen.)
  5. Foren laden dazu ein, dass man mehr schreibt. Hier könnte man natürlich auch einfach blöde Emojis reinkloppen, aber nach meiner Erfahrung ist schon das Vorhandensein eines "richtigen" Textfeldes wie dieses hier ein motivierender Faktor für mehr Gedanken beim Schreiben. Beweis: Dieser Beitrag (der eigentlich nur zwei Sätze lang sein sollte...).
Klar: Die Generation Tiktok kann mit Webforen nicht mehr viel anfangen, weil ihre Aufmerksamkeit eh' nach ein paar Sekunden vorbei ist. Das ist aber auch ganz in Ordnung für die Diskussionskultur hier, würde ich sagen. ;)
Sehr gut beschrieben!
Ein Forum lebt aber auch von und durch die Teilnehmer. Und von dem Umgang dieser miteinander.
 
Ist spät, aber ich bin ja auch noch nicht so lange hier (tatsächlich sehr zufällig letzte Woche über dieses Forum gestolpert und ich mag Fußball und Foren): Sicher haben im letzten Vierteljahrhundert die früher allgegenwärtigen phpBBs einige Nutzer ausgeblutet. Wer chatten will, der ist wahrscheinlich im IRC oder dessen Zöglinge Slack, Discord und Mattermost besser aufgehoben, andere Foren hat der Siegeszug des Smartphones quasi auf dem Gewissen (ein "mobiles Theme" war nicht immer überall selbstverständlich), und "soziale Netzwerke" wie Twitter und Facebook sind für nicht allzu ausführliche Diskussionen zumindest grundlegend geeignet. Für manche Dinge, für die es früher nichts Besseres als Webforen gab, sind Webforen inzwischen daher tatsächlich "passé".

Aber.

Webforen haben nach wie vor zahlreiche Vorteile, die sie gerade für langlebige Gemeinschaften m.M.n. unverzichtbar machen:
  1. Moderne Forensoftware integriert sich (auf Wunsch...) in sämtliche sozialen Netzwerke, und zwar rein und raus. Für XenForo gibt es da zumindest Plugins, so weit ich weiß. (Persönlich bin ich ja Invision-Fan, aber ich verstehe, dass sich das nicht jeder für ein Hobbyprojekt leisten will. :))
  2. Foren sind (normalerweise, wenn man weiß, wie man an die Backups rankommt ;)) langlebig. Ich kenne Foren, die seit "der Jahrtausendwende" ein reichhaltiges Archiv an Diskussionen angesammelt haben, die teilweise immer noch relevant sind. Ein bisschen wie das Usenet und Mailinglisten sind Foren grundsätzlich gut geeignet für jahrzehntelange Dokumentation. Und Facebook? Würdet ihr da eure Diskussionen von letzter Woche überhaupt wiederfinden?
  3. Apropos Facebook und Wiederfinden: Die Suchfunktion in Webforen ist - schon rein technisch - schwer zu schlagen: Man fragt direkt die zugrundeliegende Datenbank. Nix mit Algorithmen, die einem irgendwas vorschlagen. Suche rein, Ergebnis raus.
  4. Wobei die Suchfunktion in Webforen ja nicht mal so wichtig ist wie zum Beispiel in Discord oder Slack, denn was wir hier haben, ist beliebig verschachtelbare Struktur - Unterforen, Unterunterforen... (Obwohl viele "moderne" Forenplattformen wie Discourse ja Reddit nacheifern und nur noch eine Struktur, dafür unzählige Tags unterstützen. Perfekt für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, grauenhaft für alle anderen. Aber ich will mich ja hier nicht immer nur aufregen.)
  5. Foren laden dazu ein, dass man mehr schreibt. Hier könnte man natürlich auch einfach blöde Emojis reinkloppen, aber nach meiner Erfahrung ist schon das Vorhandensein eines "richtigen" Textfeldes wie dieses hier ein motivierender Faktor für mehr Gedanken beim Schreiben. Beweis: Dieser Beitrag (der eigentlich nur zwei Sätze lang sein sollte...).
Klar: Die Generation Tiktok kann mit Webforen nicht mehr viel anfangen, weil ihre Aufmerksamkeit eh' nach ein paar Sekunden vorbei ist. Das ist aber auch ganz in Ordnung für die Diskussionskultur hier, würde ich sagen. ;)
Mein Posting bezog sich nicht nur auf Foren, deren Existenzgrund es ist, ein Forum fuer eine Gruppe mit speziellen Interesse zu sein. Solche Foren kann es natuerlich auch weiterhin geben, aber auch diese Foren werden weniger; ebenso werden dort die Mitglieder eher weniger statt mehr, und der Altersdurchschnitt in solchen Foren geht in der Regel nach oben, in Richtung Boomer. Das ist hier nicht anders als in vielen anderen Foren: Die Generation unter 30 Jahren kannst Du mit der Lupe suchen, aber dafuer ist ueber 50 Jahren reichlich vertreten.

Mir ging es aber auch um Forum, die von Webseiten selbst angeboten wurden, um um diese Webseite herum eine Community aufzubauen und dadurch letztendlich Geld zu verdienen. Als Beispiel sei hier auf den Kicker oder die 11 Freunde verwiesen, welche frueher ebenfalls eigene Foren anboten. Solche Foren gab es auf allerlei Seiten, aber irgendwann haben die Webseiten bzw. die dahinterstehenden Firmen eben erkannt, dass die Foren ihnen finanziell nichts bringen und diese abgeschafft.
 
irgendwann haben die Webseiten bzw. die dahinterstehenden Firmen eben erkannt, dass die Foren ihnen finanziell nichts bringen und diese abgeschafft.

Das halte ich für einen Trugschluss. Klar: Für die Mitgliedschaft in einem Forum würde kaum jemand Geld bezahlen. Dem gegenüber stehen Foren, die Beiwerk zu tatsächlichen Produkten sind. Nach meiner Erfahrung gewinnen Unternehmen, die ihren Nutzern ein Diskussionsforum bieten, dadurch an Sympathie und letztlich ist das ja auch eine Form von Kundenbindung.

Aber wer diese Zusammenhänge nicht versteht und nur auf die Bruttorechnung stiert - nun, der verliert im Zweifel halt woanders als auf dem Konto. :)
 
Die Beitraege zu diversen Tippspielen (Formel 1, Nations League) tauchen wieder unter den "neuen Beitraegen" auf. Kann das bitte jemand aendern?
 
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