Rechtsformen von Profiklubs

Detti04

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Hi,

mir war so, als haette ich vor Jahren mal irgendwo im Internet eine Uebersicht ueber die Rechtsformen von deutschen Profiklubs gesehen. Allerdings kann ich sie jetzt nicht finden, und es ist ausserdem moeglich, dass mich meine Erinnerung truegt und ich das mit einer Liste ueber die Klubs der Premier League verwechsele. Wie dem auch sei: Anscheinend muss ich eine eigene Liste erstellen. Ich werde dazu die Angaben des wikipedia-Artikels zum entsprechenden Klub nutzen, und neben der Rechtsform werde ich auch angeben, zu welchem Prozentsatz die fussballspielende Firma (so es eine gibt) dem e.V. gehoert. Der Einfachheit halber werde ich mich anhand der aktuellen Tabellen durch die Ligen hangeln.

Bundesliga:

Leverkusen: GmbH, die letztlich zu 100% der Bayer AG gehoert; e.V. spielt keine Rolle (Sonderregel)
Bayern: AG; 75%
Stuttgart: AG; 78,2%
Dortmund: KGaA; 4,61%
Leipzig: GmbH; 1% (99% gehoeren der Red Bull GmbH, aber die Stimmenmehrheit hat das eine Prozent des e.V.)
Frankfurt: AG; 67,89% (war mir bisher komplett unbekannt, dass da mehr als 30% verkauft worden sind)
Hoffenheim: GmbH; 4% (mit Stimmenmehrheit, s. Leipzig)
Bremen: KGaA; 100% rund 82% (aktualisiert nach Holgys Hinweis)
Freiburg: ist e.V., also 100%
Heidenheim: ist e.V., also 100%
Augsburg: KGaA, 0,6%
Gladbach: GmbH; 100%
Wolfsburg: GmbH, die letztlich zu 100% der Volkswagen AG gehoert; e.V. spielt keine Rolle (Sonderregel)
Union: ist e.V., also 100%
Bochum: KGaA; 100%
Koeln: KGaA; 100%
Mainz: ist e.V., also 100%
Darmstadt: ist e.V., also 100%
 
Zuletzt bearbeitet:
Uff. Jetzt noch schnell dasselbe fuer die 2. Liga:

St.Pauli: ist e.V., also 100%
Kiel: ist e.V., also 100%
HSV: AG; 75,1%
Fuerth: KGaA; 100%
Hannover: KgaA; 0% (And we have a winner! Der e.V. haelt tatsaechlich ueberhaupt keine Anteile an der KGaA, denn saemtliche Anteile an dieser liegen bei der Hannover 96 Sales & Service GmbH & Co. KG. Diese wiederum gehoert zu zu unterschiedlichen Anteilen Martin Kind, Gregor Baum und Dirk Rossmann.)
Paderborn: KGaA; 100%
Duesseldorf: ist e.V., also 100%
Hertha: KGaA; 21,2%
KSC: KGaA; 78,01%
Elversberg: ist e.V., also 100%
Magdeburg: GmbH; 100%
Nuernberg: ist e.V., also 100%
Wehen: GmbH; 10%
Schalke: ist e.V., also 100%
Braunschweig: KGaA; 100%
Lautern: KGaA; 45,85%
Rostock: KGaA; 55% (war mir total unbekannt, dass dort 45% verkauft worden sind)
Osnabrueck: KGaA; 49,75% (das wusste ich genausowenig wie bei Rostock)
 
Wegen meiner absoluten Unwissenheit bei Rostock und Osnabrueck mache ich jetzt auch noch die 3. Liga. Vielleicht gibt es dort ja auch ein paar Ueberraschungen.

Regensburg: KGaA; 90%
Dresden: ist e.V., also 100%
Ulm: KGaA; 100%
Muenster: KGaA; ???% (Preussen Muenster hat letztes Jahr bekanntgegeben, dass es zwei neue Anteilszeichner an der KGaA gibt, aber nicht, wieviele Anteile diese gezeichnet haben. Tolle Transparenz, Preussen!*)
RWE: ist e.V., also 100%
Sandhausen: ist e.V., also 100%
Aue: ist e.V., also 100%
Ingolstadt: GmbH; 80,1%
Unterhaching: KGaA; 58,02%
Saarbruecken: ist e.V., also 100%
1860: KGaA; 40%
Verl: ist e.V., also 100%
Viktoria Koeln: GmbH; 90,05%
Bielefeld: KGaA; 71,4%
Halle: ist e.V., also 100%
Mannheim: GmbH; 3% (mit Stimmenmehrheit, s. Leipzig und Hoffenheim - Hallo, das ist mir aber komplett neu! Der Waldhof gehoert zu 97% seinem Praesidenten Bernd Beetz.**)
Duisburg: KGaA; 59,9%
Luebeck: ist e.V., also 100%

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* Zu Preussen Muenster:
"[...] Auf der letzten Mitgliederversammlung des SC Preußen 06 e.V. Münster wurde beschlossen, dass alle Anteilszeichnungen zukünftig den Mitgliedern öffentlich kommuniziert werden. Diesem Auftrag nach mehr Transparenz entsprechen wir und geben auf diesem Weg bekannt, dass die SC Preußen Münster 06 GmbH & Co. KGaA zwei neue Anteilszeichnungen erhalten hat. Die beiden neuen Aktionäre sind die „Road Football GmbH“, die in Neuss ansässig ist und durch Thomas Röttgermann vertreten wird, sowie die „Futbol Sostenible LLC“, die in Florida, USA, ansässig ist und durch den Deutsch-Amerikaner Nikolaus Dieter Semaca vertreten wird. [...]"

** Zu Waldhof Mannheim:
"[...] Am 15. September 2016 beschloss die Mitgliederversammlung des Vereins die Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft in eine Spielbetriebs GmbH. Der Unternehmer Bernd Beetz, ehemaliger Konzernchef des Parfüm- und Kosmetikkonzerns Coty Inc. stellte für die Gesellschaft eine Million Euro als Stammkapital zur Verfügung. [...]

Im Januar 2017 gab der Verein schließlich die erfolgte Umstrukturierung bekannt, seitdem firmiert die Profi-Fußballabteilung des SV Waldhof Mannheim als SV Waldhof Mannheim 07 Spielbetriebs GmbH. Ihre Gesellschafter sind zu 97 Prozent die Neun10hundert07 GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft der Familie Beetz, und zu drei Prozent der SV Waldhof Mannheim 07 e. V. [...]"

 
Also bei der Eintracht gehören 3 % der Steubing AG, einem Wertpapapierhändler. Passt zur Bankenstadt. Der Rest gehört irgendwelchen GmbHs die dann so lustige Namen wie Freunde des Adlers GmbH, Freunde der Eintracht Frankfurt AG oder Herzschlag Eintracht GmbH tragen. Zumindest stehen hinter den Freunden der Eintracht, denen runde 7 % gehören, auch Banken. Hinter den Adlerfreunden steht auch der AR Vorsitzende Phillip Holzer . Scheint daher ein privates Investment zu sein.

Das bedeutet doch dann aber, dass die Ultras mit Ihrem Plakat gestern also gefordert haben, man möge dei Eintracht aus der Bundesliga entfernen. Ist ja offenbar auch ein Investorenklub. Natürlich nicht so wie es bei WOB, LEV oder RB der Fall ist. Aber soweit ich das nachvollziehe wird ja privates Investment generell abgelehnt.
 
Beim HSV steht demnächst ein Wechsel der Rechtsform an, über den am 23. März entscheiden werden soll.
Aus der HSV Fußball AG soll dann eine HSV Fußball AG & Co. KGaA werden.
 
Siehe auch hier, da gibt's schon Beiträge zur AG-/KGaA-Story beim HSV:
 
Aktualisierung:

Werder stimmt nicht mehr oder stimmt demnächst nicht mehr, keine AHnung ob das schon alles vollzogen wurde, weil es ja erst vor ein paar Tagen verkündet wurde.

Werder hat 18% seiner Anteile verkauft an eine lokale Investorengruppe (für 38 Mios).

Investoren-Bündnis bringt Werder Bremen 38 Millionen Euro
Ich habe meinen Beitrag entsprechend aktualisiert. 38 Mio fuer 18% klingt fuer mich aber nach wenig, denn das bedeutet nach meinem Verstaendnis, dass die KGaA insgesamt mit 211 Mio Euro bewertet wurde. Das wundert mich, denn wenn man beim HSV die Zahlen fuer die moeliche Umwandlung von Kuehnes Darlehen in Anteile betrachtet, dann kommt man da auf eine Bewertung jenseits der 400 Mio. Der Unterschied zwischen den beiden Vereinen erscheint mir zu gross.
 
Ich vermute ja, dass der HSV deutlich überbewertet wurde.

Bei den Werder-Investoren kommt noch dazu, dass die schon ein paar Zugeständnisse gemacht haben bzw. glaubhaft versichert haben, dass sie keine Heuschrecken sind und wohl auch ihre Anteile nicht an solche weiter veräußern werden (obwohl man natürlich nie weiß... wenn das Geld bei Geldgeber Firma X auf einmal knapp wird ist so ein Zugeständnis wohl eher nicht mehr viel wert oder wenn es dann die Erben...) u.ä. und daher vielleicht die Anteile zu einem Schnäppchenpreis bekommen haben.-
 
Das Folgende wollte ich schon vor einer Weile machen, hab es aber vergessen: Eine Auflistung all derjenigen Vereine, die weniger als 50% ihrere Anteile halten, mit aufsteigenden Prozentwerten. So hat man mal eine schoene Uebersicht.

Sonderfaelle:
Leverkusen: GmbH, die letztlich zu 100% der Bayer AG gehoert; e.V. spielt keine Rolle (Sonderregel)
Wolfsburg: GmbH, die letztlich zu 100% der Volkswagen AG gehoert; e.V. spielt keine Rolle (Sonderregel)

Vereine, denen weniger als 50% ihrer profifussballspielenden Abteilung gehoert:
Hannover: KgaA; 0%
Augsburg: KGaA, 0,6%
Leipzig: GmbH; 1%
Mannheim: GmbH; 3%
Hoffenheim: GmbH; 4%
Dortmund: KGaA; 4,61%
Wehen: GmbH; 10%
Hertha: KGaA; 21,2%
1860: KGaA; 40%
Lautern: KGaA; 45,85%
Osnabrueck: KGaA; 49,75%

Ich hoffe, dass ich keinen Verein uebersehen habe. Das macht also insgesamt 2 Sonderfaelle und 11 weitere Vereine, die 50+1 irgendwie "umgangen" haben. (Sie haben 50+1 nicht wirklich umgangen, denn diese Strukturen zur Umgehung sind von der DFL schliesslich erlaubt.) Bei 13 der insgesamt 54 unterschiedlichen Klubs in den Ligen 1-3, d.h. bei 24% der Klubs, ist also nichts mehr mit 50+1.
 
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