Nach Feuerzeugwurf: DFB-Sportgericht wertet Spiel 2:0 für Bochum

Urteil wurde soeben bestätigt.

 
Feuerzeugwurf: Berufung von Kiel und St. Pauli unzulässig

Die Berufung durch Holstein Kiel und FC St. Pauli wurde schon mal abgewiesen. Unzulässig wegen fehlender Unmittelbarkeit.

Bochums Anwalt Christoph Schickhardt sagte in die Richtung der Rechtsvertretung von Kiel und St. Pauli: "Hören Sie auf mit Moral und sportlicher Integrität - Ihnen geht es doch nur um die Punkte." 😁

Das andere wird heute nachmittag entschieden.
Ein Sieg der Rechtsverdrehung! Alle Macht dem DFB und seinen Schauspielern! Was für ein bitterer Beigescmack! Schickhardt geht's nur um Kohle Das Punktesystem ist eigentlich nicht sein Ding, aber mit Rechtsverdrehung kennt er sich bestens aus!
 
Zuletzt bearbeitet:
Union geht vor das Schiedsgericht. Ob das große Aussicht auf Erfolg hat... Ich weiß es nicht. Glaube aber eher nicht.

Zingler geht es ja auch in erster Linie darum sich bzw. Union als "politisches Opfer" darzustellen und leugnet dazu einfach die Fakten.

Die Fakten sind nun mal diese hier:

...Bochums Torwart Patrick Drewes in der Schlussphase des Auswärtsspiels im Stadion An der Alten Försterei von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde. Nach einer rund 25-minütigen Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt, allerdings nur unter Protest der Bochumer, die einen Spielabbruch gefordert hatten. Die Mannschaften einigten sich für die letzten Minuten auf einen Nichtangriffspakt und so blieb es beim 1:1.

Im Januar gab das DFB-Sportgericht dem Protest der Bochumer gegen die Spielwertung statt und wertete das Ergebnis mit 2:0 für den VfL. Laut Gericht wäre ein Spielabbruch die richtige Entscheidung gewesen, weil die Bochumer durch die Verletzung von Drewes „irregulär geschwächt“ worden seien. Dieses Urteil wurde am Freitag auch in zweiter Instanz vom DFB-Bundesgericht bestätigt.
 
Können ja St. Pauli noch mit ins Boot holen die damit gar nichts am Hut haben .. wollten ja auch rechtliche Schritte Prüfen trotz Ablehnung.
 
Was fuer eine unsinnige Entscheidung vom DFB. Nochmal zur Erinnerung: Der Feuerzeugwurf erfolgte in der 90+1. Minute, wobei 5 Minuten an Nachspielzeit angezeigt worden waren. In den verbleibenden 4 Minuten haette Bochum, welches unter Dauerdruck stand und seit der 13. Minute mit 10 Mann spielte, also nach Ansicht des DFB das Spiel gewonnen?

Es ist ja durchaus sinnvoll, einen Verein dafuer zu bestrafen, dass seine Fans sich danebenbenehmen. Soll heissen: Es ist vollkommen in Ordnung und hat (im besten Fall) den richtigen erzieherischen Effekt, wenn Union fuer das Spiel keine Punkte bekommt. Aber weshalb wird Bochum hier belohnt? Wofuer?

Das richtige Urteil waere doch so einfach: Das1:1 bleibt bestehen, aber es gibt einen Punkt Abzug fuer Union. Fertig.
Genau meine Meinung !
 
Was fuer eine unsinnige Entscheidung vom DFB. Nochmal zur Erinnerung: Der Feuerzeugwurf erfolgte in der 90+1. Minute, wobei 5 Minuten an Nachspielzeit angezeigt worden waren. In den verbleibenden 4 Minuten haette Bochum, welches unter Dauerdruck stand und seit der 13. Minute mit 10 Mann spielte, also nach Ansicht des DFB das Spiel gewonnen?

Es ist ja durchaus sinnvoll, einen Verein dafuer zu bestrafen, dass seine Fans sich danebenbenehmen. Soll heissen: Es ist vollkommen in Ordnung und hat (im besten Fall) den richtigen erzieherischen Effekt, wenn Union fuer das Spiel keine Punkte bekommt. Aber weshalb wird Bochum hier belohnt? Wofuer?

Das richtige Urteil waere doch so einfach: Das1:1 bleibt bestehen, aber es gibt einen Punkt Abzug fuer Union. Fertig.
Nein, der DFB ist der Meinung, dass das Spiel hätte nach dem Feuerzeugwurf abgebrochen und gemäß den Regeln für den Gegner (in dem Fall Bochum) gewertet werden müsste. Der Spielstand, die Spielminute und mögliche Ausgang ist dabei völlig egal. Die hätten auch 2:0 für Bochum gewertet, wenn Union in Minute 93 mit 5:0 geführt hätte.
 
Nein, der DFB ist der Meinung, dass das Spiel hätte nach dem Feuerzeugwurf abgebrochen und gemäß den Regeln für den Gegner (in dem Fall Bochum) gewertet werden müsste. Der Spielstand, die Spielminute und mögliche Ausgang ist dabei völlig egal. Die hätten auch 2:0 für Bochum gewertet, wenn Union in Minute 93 mit 5:0 geführt hätte.
Daher nochmal meine Frage: Wenn sich Verein A danebenbenimmt, wieso wird dann Verein B belohnt? Es sollte doch reichen, Verein A zu bestrafen.

Oder anders: Wenn der DFB Verein A wegen im Spiel gegen Verein B abgebrannter Pyro mit einer Geldstrafe belegt, dann geht das Geld nicht an Verein B. Wieso ist das bei Punkten anders?
 
Nun sind Regeln aber keine Naturgesetze. Schon gar nicht fuer denjenigen, der die Regeln macht, also fuer DFB bzw. DFL.
 
Nun sind Regeln aber keine Naturgesetze. Schon gar nicht fuer denjenigen, der die Regeln macht, also fuer DFB bzw. DFL.
Richtig, Regeln kann man ändern.
Du hast aber die Entscheidung kritisiert, die ist aber völlig regelkonform.

Das passiert noch häufig, dass Entscheidungen kritisiert werden, wo die Regeln gemeint sind. Gerade im Fussball.
 
Die Begründung der Belohnung mag in diesem Fall nachvollziehbar sein. Bochum war zu neunt und die Zeit fast rum.

Wie sähe es denn aus, wenn so was in der 12. Minute bei 0:0 passiert: wäre ein Punkt für die Geschädigten dann nicht eine Strafe? Und wo wäre einer nicht unsinnigen Regel zufolge die Grenze? Bei Halbzeit? In Minute 80? Warum genau dann?

Das sind so blöde Fragen die sich stellen wenn man eine solche Regel ändern will.
 
Das folgende Beispiel ist fuer alle diejenigen, die glauben, dass bei einem Spielabruch automatisch der "schuldige" Verein (d.h. der Verein, dessen Fans zum Spielabbruch gefuehrt haben) bestraft und der andere Verein belohnt wird.

In der Saison 21/22 wurde das Drittligaspiel Duisburg-Osnabrueck abgebrochen, weil Osnabruecks Aaron Opoku von Duisburger Fans rassistisch beleidigt worden war und beide Mannschaten daraufhin den Platz verlassen hatten. Das geschah in der 34. Minute beim Spielstand von 0:0. Die Schuldfrage ist hier so klar wie bei Union gegen Bochum: Die Fans der Heimmannschaft benahmen sich daneben und sorgten dadurch fuer einen Spielabbruch. Hiess es hier also auch automatisch: Keine Punkte fuer Duisburg und 3 Punkte fuer Osnabrueck?

Nein, hiess es nicht. Stattdessen gab es ein Wiederholungsspiel, welches der MSV mit 3:6 verlor.


Wieso genau soll es bei einem Feuerzeugwurf eine automatische Belohnung fuer das betroffene Team geben, wenn es die bei einer rassistischen Beleidigung doch auch nicht gibt?
 
Mir stellt sich das so dar:
Der DFB hat sich seine Regeln zu Spielabbruch, Spielwiederholung, Punkabzügen, etc. die letzten Jahre nicht wirklich mal genauer angeschaut, sie überarbeitet, den Gegebenheiten und Bedarfen angepasst und das dann kommuniziert.

Der Sportrichter bemerkt ja im obigen Artikel zum Rassismusfall bei Duisburg - Osnabrück sogar:
"Allerdings, schränkte Oberholz ein, müsse "klar bleiben, dass das Recht zum Spielabbruch grundsätzlich allein dem Schiedsrichter zusteht. Wir weisen zudem ausdrücklich darauf hin, dass in künftigen, vergleichbaren Fällen eines Spielabbruches in Bezug auf die Spielwertung immer auch Tatintensität, Täterprofil, Zeitpunkt und Spielstand näher in den Blick genommen werden müssen."

Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob das heißen soll, dass das Reglement hierzu angepasst werden müsste oder ob das heißt, dass hier die Sportgerichtsbarkeit das dann immer von Fall zu Fall entscheidet, nachdem sie angerufen wurde.
 
Zurück
Oben