Investoreneinstieg in der Bundesliga (inkl. Tennisbälle & Co.)

Der Witz hier ist ja:
Warum es so alternativlos ist, dass die DFL 8% ihrer Medienrechte an einen Investor abtreten muss, wissen wohl nur die DFL-Funktionäre, Lobbyisten, Berater und die Private-Equity Manager, bei denen es dann in der eigenen Tasche klingelt.

Hihi, klar, Blackstone macht nun Druck, weil darauf haben die mal gar keinen Bock, dass da nun ggf. nochmal verhandelt werden soll.
Die wollen jetzt Tinte unter den Vertrag und verhältnismäßig risikolos ordentlich Rendite einfahren.
 
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Das ist so dermaßen unvernünftig und unnötig, wenn man sich anschaut, was die DFL da vorhat, dass ich mich wirklich frage, ob da nicht der ein oder andere Entscheider der Liga irgendwie "privat" ganz viel von hat...


Die Mehrheit der Menschen, die Fußball schauen, ist gegen den Investoren-Einstig.
 
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Nach einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg soll sich das Finanzunternehmen Blackstone aus dem Bieter-Rennen zurückziehen. Als Gründe werden die Fan-Proteste und das zögerliche Verhalten der Bundesliga-Klubs angeführt. Nach "Zeit"-Informationen trifft der Bericht zu. Damit würde nur noch CVC im Rennen sein. Die DFL wollte das Thema am Dienstagabend auf SID-Anfrage nicht kommentieren.

Eine der beiden letzten Heuschrecken wurde vergrault.
 
Wenn man einem Spiel mal fünf Minuten den Saft abdreht, isses ja noch erträglich.

Aber teilweise halbstündige Unterbrechungen schießen sehr weit am Ziel vorbei. Nur mal so aus eigener Sicht, wenn ich mal (früher öfter, jetzt alle paar Jahre) nach Mönchengladbach fahre, bin ich pro Fahrt ja schon 6 - 7 Stunden unterwegs. Das alles nach Möglichkeit frühzeitig gebucht mit Zugbindung etc.. Als ich noch öfter gefahren bin ging das alles noch, da konnte man sich grob drauf verlassen, dass das Spiel so gegen 17:20 Uhr zuende war. Ich konnte um 18:20 Uhr mit dem Zug Richtung Duisburg zurück und war so um 2:00 Uhr nachts zuhause (jedenfalls laut Plan, was die Bahn dann teilweise mit diesem gemacht hat, konntet ihr in diversen Tourstories lesen...).

So wie es jetzt läuft, müsste ich (und wohl nicht als einziger) das Stadion teilweise 20 Minuten oder mehr vor Abpfiff verlassen, da ja allein schon wegen der längeren Nachspielzeiten einige Spiele locker bis 17:30 Uhr dauern, plus die 15 - 30 Minuten Unterbrechung wegen der Wurfgeschosse. Und mit diesem Problem stünde ich wahrscheinlich nicht allein da. Abgesehen davon, dass es bei Abendspielen dazu führen kann, dass man gar nicht mehr am gleichen Tag Richtung Heimat kommt (bei 20:30-Spielen ist das selbst aus Hamburg zurück teilweise schon ein Problem, wenn man nicht bis morgens halb fünf unterwegs sein will) oder halt eine neue Fahrkarte für sehr viel Geld kaufen muss, wenn man den Abpfiff miterleben will.

Und sowas kann einfach nicht Sinn der Sache sein. Da nehmen wie bei der Pyrokiste ein paar hundert Leute etliche tausend Leute mit in die Grütze, und je mehr das alles ausartet, desto mehr leiden dann die darunter, die zwar im Prinzip nichts gegen den Protest haben, aber von der Art / Dauer in die Scheiße geritten werden.

Und das ist dann irgendwann einfach nur noch asozial.

Und bevor jetzt jemand sagt "Dann fahr doch mit dem Auto, wenn es dir nicht passt." Ich habe beim Fußball ein paar Traditionen, und eine davon ist es seit 20 Jahren eben auch vor dem Spiel zwei Dosen Holsten bei Knappi zu trinken. Und im Gegensatz zu Leuten, die Wurfgeschosse auf´s Spielfeld ballern, Spiele bis kurz vor den Abbruch bringen und damit den Vereinen auf Dauer hundertausende von Euros an Strafzahlungen einhandeln, schade ich damit wenn überhaupt dann nur mir selbst.
 
Was hat denn Pyro mit Investorendeals zu tun? Nichts. Genau.
Ich ziehe da nur den Vergleich, dass bei den Pyrogeschichten am Ende auch viele das ausbaden müssen, was wenige anzetteln. Seien es Pyros oder fliegende Gegenstände wie Tennisbälle oder Schokolade. Dass die Pyros nicht aus Protest sondern aus Selbstdarstellungsgründen gezündet werden, steht auf einem anderen Blatt.
 
Und was zwei Handvoll Entscheider der DFL und bei Blackrock, CVC und Co. noch anzetteln könnten, das baden dann nicht viele aus?
Ich mein: Das ist höchstwahrscheinlich die berechtigte Befürchtung der Protestierenden.
By the way: Die Abendspiele, das zersplitterte Spielwochende, etc. haste ja genau solchen Entscheidern zu verdanken - wenn Du Dir schon Sorgen ums Heimkommen der Stadionbesucher machst. Das hat nur niemanden interessiert und die Proteste, die es auch damals dagegen gab, interessierten auch kaum jemand; u.a. wahrscheinlich Dich auch nicht und die entscheidenden Personen schon gar nicht.

Wenn Du Dich also für "heimkommgerechte" Spielzeiten einsetzen willst, dann solltest Du Dich viel mehr dafür einsetzen, dass Fußballspiele zu Zeiten stattfinden in denen der Großteil der Menschen Freizeit hat und nicht gegen ein paar temporäre Proteste wettern, die u.a. genau das zum Ziel haben, und sie als Erpressung durch ein paar wenige abtun.
 
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"Wir bestätigen, dass Blackstone nach guten Gesprächen aus verschiedenen Gründen nicht mehr als strategischer Vermarktungspartner der Bundesliga und 2. Bundesliga infrage kommt."
Jetzt ist es nur noch CVC; wird ja eine gewaltige "Versteigerung". :D

CVC ist im Übrigen der Investor in der Ligue 1 und da gibt's nach 1 1/2 Jahren schon Ungemach:
"Einem Bericht der Sporttageszeitung L'Équipe zufolge forderte CVC in den beiden ersten Saisons 2022/23 und 2023/24 seine 13 Prozent der Erlöse mit Blick auf die Situation der Klubs nicht unmittelbar ein. Dieses Geld muss nun aber neben den 13 Prozent für die Saison 2024/25 und alle folgenden Spielzeiten in Raten nachgezahlt werden. Wenn der LFP keine signifikante Steigerung der Einnahmen ab 2024/25 gelingt, bekommen die Klubs also künftig möglicherweise weniger Geld als zuvor ohne Investor."

Das ist natürlich nicht mit den Problemen in der Bundesliga zu vergleichen: Denn natürlich sind fliegende Tennisbälle und Kamellen, die mal zu 30 Minuten Spielverzögerung führen, das weitaus größere Problem.
 
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Ah, schau an.
Kaum beschäftigt man sich mal ein paar Minuten damit warum etliche protestieren und liest sich deren Stellungnahmen mal durch, stolpert man beispielsweise über sowas:
"In Vorbereitung auf die Rechtevergabe ab der Saison 2025/2026 wurde nicht umsonst eine Steigerung der fanunfreundlichen Anstoßzeit am Sonntagabend um 19:30 Uhr, unter dem Deckmantel der Ausweitung der internationalen Clubwettbewerbe beschlossen."

19:30, Anstoßzeit. Soviel zu Deiner 7stündigen Rückreise, bei der Du um 17:20 aufbrechen wolltest, Dilbert. Wusstest Du das?

Edit:
Und hier noch der offizielle Beschluss der DFL dazu:
"DFL und Clubs setzen auch ab 2025/26 auf die etablierten Anstoßzeiten. Eine Anpassung erfolgt lediglich insofern, als im nächsten Bundesliga-Medienrechte-Zyklus 15 (bislang: 10) Spiele pro Saison für die am Europapokal teilnehmenden Clubs pro Saison sonntags um 19:30 Uhr ausgetragen werden."
 
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Ja, natürlich; diese Plakate sind das wahre Problem der DFL und werden, ratzfatz, mit einem Investor gelöst sein.
 
Das der Investor das löst, hab ich nicht geschrieben. Ein Problem sehe ich darin aber durchaus.
Die Verhältnisse in Frankreich dürften mit unseren eh nicht zu vergleichen sein, da die DFL den Deal nicht abschließt, um Corona-Löcher zu stopfen.
 

Was so ein paar Tennisbälle doch ausrichten.
Wird keine neue Abstimmung geben; könnte ja ein anderes Ergebnis liefern...

:cautious:
 
Das der Investor das löst, hab ich nicht geschrieben. Ein Problem sehe ich darin aber durchaus.
Die Verhältnisse in Frankreich dürften mit unseren eh nicht zu vergleichen sein, da die DFL den Deal nicht abschließt, um Corona-Löcher zu stopfen.
Warum die DFL so dringend einen Investor braucht um ihren "digitalen Auftritt" und die Auslandsvermarktung zu stärken, haben wir uns ja schon drüben im Parallelthread gefragt und diese Frage stellen sich ja allem Anschein nach nicht nur Teile der Fans sondern auch einige Vereine selbst. Es ist ja sicher nicht so, das Private-Equity-Unternehmen die einzige Geldquelle darstellen.

Das "Schöne" im CVC-Ligue 1 Fall ist ja:
Die Wette auf höhere TV-Erlöse muss jetzt unbedingt aufgehen und die Hoffnungen, die die Ligue 1 da auf das KnowHow von CVC setzt, sollten sich erfüllen, denn wenn nicht heisst's: Zahlen, zahlen, zahlen, obwohl man weniger kriegt.
 
Ich bin ja auch nicht für einen Investoreneinstieg, sondern finde gewisse Arten des Protestes falsch.
Der Investoreneinstieg wird vor allem ein Problem in Frankreich und Deutschland nicht lösen: In beiden Ligen stehen die Meister bis auf vielleicht 1 - 2 Ausnahmen auf Jahrzehnte fest. Und einen "Wettbewerb" mit einem feststehenden Sieger schon vor Beginn der Veranstaltung bekommt man halt schlecht vermarktet, auch im Ausland nicht.
 
Japp, das ist auch meine Ansicht: Was die DFL da jetzt mit ihrem Investorendeal machen will, ist so eine Art von Symptombekämpfung.

Des Weiteren ist es ja schon seit Jahren zum Kopfschütteln die immer gleiche Beschwerde, dass die Bundesliga bezüglich ihres internationalen Bekanntheitsgrades und ihrer Einnahmen ja so weit hinter der Premier League und in Teilen auch der Primera Division hinterherhinkt, zu hören und als Lösung derer nur präsentiert zu bekommen: Mehr Geld durch rein gewinngetriebene Finanzunternehmen ins System pumpen.
 
Ich bin ja auch nicht für einen Investoreneinstieg, sondern finde gewisse Arten des Protestes falsch.
Der Investoreneinstieg wird vor allem ein Problem in Frankreich und Deutschland nicht lösen: In beiden Ligen stehen die Meister bis auf vielleicht 1 - 2 Ausnahmen auf Jahrzehnte fest. Und einen "Wettbewerb" mit einem feststehenden Sieger schon vor Beginn der Veranstaltung bekommt man halt schlecht vermarktet, auch im Ausland nicht.
Auf den Punkt, der richtige Finger in die richtige Wunde.
 



H96 fordert direkt einen neuen personellen und strukturellen Neuanfang bei der DFL! Dies steht auch in Zusammenhang mit der Investorenabstimmung. Kind hat ja angeblich für den Plan gestimmt und nur dadurch kam die notwendige Mehrheit zustande. Der Club hatte ihn aber beauftragt dagegen zu stimmen. H96 wirft der DFL nun vor, dass sie schon seit längerem die Verstöße von Kind gegen die 50+1-Regel ignoriert, denn der macht wohl dauernd irgendwas, was der Verein nicht will.

Die DFL habe die Abstimmung über den Investoreneinstieg „vorsätzlich so durchführen lassen, dass eine Feststellung des Abstimmverhaltens von Martin Kind möglichst nicht nachvollziehbar ist. So hat die DFL die Abstimmung über einen möglichen Investoreneinstieg proaktiv, und noch nicht einmal auf Antrag eines Mitglieds hin, geheim durchgeführt“, hieß es in der Stellungnahme des eingetragenen Vereins Hannover 96. Ein solcher Vorgang sei den den DFL-Statuten nicht vorgesehen.

„Die DFL hatte schon seit über zweieinhalb Jahren von anhaltenden Weisungsverstößen Martin Kinds Kenntnis und hat diese weder unterbunden noch im Rahmen der eigenen Abstimmung dafür gesorgt, das Weisungsrecht sicherzustellen“, kritisieren die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des Hannover 96 e.V. Sie werfen der DFL eine „intransparente Abstimmung“ vor, die es Kind ermöglicht habe, „im gewünschten Interesse abstimmen zu können“.
 
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