EFL League One

Mißerfolgsfan

Opfer widriger Umstände
Für die Freunde von Fußballtradition: Ebenfalls zu Ende geht mit dem 46. Spieltag am 3. Mai (für die Studenten unter uns: das ist kommendes Wochenende) die Saison der EFL League One, also quasi der 3. Liga Englands. Diese ist insofern interessant, als da mit Exeter City auch ein Club mitspielt, der komplett in Fanbesitz ist, was für England noch ein bißchen ungewöhnlicher ist als für Deutschland.

Mit dem kommenden Aufsteiger und nicht mehr anfechtbaren Zweitplazierten Wrexham ist dort sogar ein Verein vertreten, der dann drei Aufstiege in Folge absolviert hat. Das wäre interessanter, läge das nicht vor allem daran, daß Ryan Reynolds und Rob McElhenney den Verein im Herbst 2020 gekauft haben und seitdem mit Geld aufbauen, weil sie sich selbst so gern im Fernsehen sehen, nehme ich an. Eine Liga der extremen Gegensätze also.

Gar nicht so unspektakulär und wahrscheinlich nicht auf jedermanns Radar, daher erwähne ich es hier.
 
Zuletzt bearbeitet:
Birmingham blieb Erster und Wrexham blieb Zweiter, womit beide kommende Saison in der Championship mitspielen werden. Da ist ja wieder Platz: Leeds United hat selbige ebenfalls gewonnen und spielt künftig mit den großen Kindern in der Premier League.
 
Bei Exeter - einer dieser Vereine, in denen Rückennummern aus sentimentalen Gründen "nie wieder" vergeben werden - gab es in der jüngst abgelaufenen Saison im Übrigen eine dieser Fußballromantiken:

 
Diese ist insofern interessant, als da mit Exeter City auch ein Club mitspielt, der komplett in Fanbesitz ist, was für England noch ein bißchen ungewöhnlicher ist als für Deutschland.

Momentan läuft der Durchmarsch der Fanvereine ein bißchen schleppend: Exeter City krebst auf Platz 18 herum. Interessant für Menschen, die das auch so wertvoll finden wie ich, aber: Der AFC Wimbledon, von einer Art e.V. gegründeter und geführter Nachfolger des FC Wimbledon, ist momentan nur drei Punkte vom Aufstieg entfernt. Allerdings hat die Saison 46 Spieltage und es sind erst 14 vorüber.
 
Die Ergebnisse des AFC Wimbledon verfolge ich auch unregelmäßig. Es wäre wirklich cool, wenn sie den Aufstieg schaffen, aber bis dahin ist natürlich noch ein enorm weiter Weg.

Allgemein finde ich es krass, wie viele ehemalige Premier-League Vereine da derzeit mitmischen. Bei Luton Town ist das ja noch gar nicht lange her. Sind die direkt durchgereicht worden? Aber auch Huddersfield, Wigan Athletic, Cardiff City, Reading und die Bolton Wanders habe ich noch in guter Erinnerung, als sie erstklassig waren. Ich habe manchmal den Eindruck, der Niedergang von der ersten bis zur dritten Liga geht in England nochmal deutlich schneller, wenn die Geldgeber weg sind oder nicht mehr so viel investieren.
 
Ich habe manchmal den Eindruck, der Niedergang von der ersten bis zur dritten Liga geht in England nochmal deutlich schneller, wenn die Geldgeber weg sind oder nicht mehr so viel investieren.

Dafür geht der Aufstieg, sobald irgendwelche Milliardäre sich aus Langeweile einen Fußballverein kaufen, doch nicht ganz so reibungslos voran wie ich befürchtet hatte: Der AFC Wrexham (siehe weiter oben) klebt momentan im Mittelfeld der Championship fest, direkt hinter Leicester City. Vielleicht liegt ungefähr dort die Grenze zwischen reichen und superreichen Vereinschefs? Hat da jemand Zahlen?
 
Dafür geht der Aufstieg, sobald irgendwelche Milliardäre sich aus Langeweile einen Fußballverein kaufen, doch nicht ganz so reibungslos voran wie ich befürchtet hatte: Der AFC Wrexham (siehe weiter oben) klebt momentan im Mittelfeld der Championship fest, direkt hinter Leicester City. Vielleicht liegt ungefähr dort die Grenze zwischen reichen und superreichen Vereinschefs? Hat da jemand Zahlen?
Ich denke ab einem gewissen Punkt ist das nur noch schwer messbar bzw. die sportlichen Unterschiede zwischen hohen Investitionen und sehr hohen Investitionen nur noch marginal. Dann kommt es verstärkt darauf an, wie gut die sportliche Leitung agiert und eine schlagkräftige Mannschaft zusammenbaut. Ob du 200 Mio.€ in den Kader pulverst oder 300 Mio.€ macht dann wahrscheinlich nicht mehr viel aus, weil du mit beiden Summen einen sehr starken Kader zusammen bekommst.
 
Die Ergebnisse des AFC Wimbledon verfolge ich auch unregelmäßig. Es wäre wirklich cool, wenn sie den Aufstieg schaffen

Und direkt geht es runter in der Tabelle (aber immer noch drei Punkte vom Aufstieg entfernt, so kann es ja auch gehen). Wir sollten vielleicht etwas vorsichtiger sein mit unseren Daumendrückereien hier.
 
Halbzeit in der League One ist "zwischen den Jahren", der 24. von 46 Spieltagen findet an Neujahr statt. Momentan liegen Aufsteiger Bradford und Absteiger Cardiff auf den ersten beiden Plätzen, Plymouth Argyle wird wohl direkt nach unten durchgereicht.
 
Mittlerweile hat sich Plymouth ein bißchen gefangen. (Ich schreibe jetzt nicht "sozusagen der HSV der Liga".) Wimbledon ist mittlerweile aber 20 Punkte von der Tabellenspitze entfernt, das mit dem Aufstieg wird also wohl nichts mehr.
 
Cardiff bleibt oben, inzwischen mit einem komfortablen Polster von 11 Punkten vor dem ersten Nichtaufstiegsplatz (und 21 Punkten vor dem ersten Nichtrelegationsplatz). So spannend wie die Bundesliga, könnte man meinen. Nur, daß in der League One irgendwie ein interessanterer Fußball gespielt wird.

(Abgesehen vom Effzeh natürlich.)
 
Auch wenn wir hier gegen Ende letzten Jahres noch das Wort Aufstieg in den Mund genommen haben, siehts beim AFC Wimbledon nun ganz anders aus. Das Team steht zwei Spiele vor Schluss mit 50 Punkten auf Platz 20 in der Tabelle. Der Vorsprung auf Platz 21 und damit den ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch zwei Punkte.
 
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