Youngsters Stammplatzprobleme

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Julian Nagelsmann hat ausgesprochen, was ihn wurmt. Hannes Wolf, scheinbar ein Leipziger Talent, will den Verein verlassen, weil er nicht spielen kann.

"Das ist ja ein aktueller Trend, dass jeder Spieler, der nicht Stammspieler ist, sofort immer weg will", kritisierte Julian Nagelsmann am Donnerstag. Für junge Spieler müsse es "eine Tugend sein, auch mal stetig an etwas dranzubleiben, auch wenn eine Phase in der Karriere nicht so gut verläuft".
Nagelsmann kritisiert wechselwilligen Wolf deutlich

Nun wird vermeldet, dass Arne Meier von Hertha BSC aus denselben Gründen wechseln möchte. Gefühlt habe ich das von etlichen anderen in der letzten Zeit auch schon gehört und gelesen. Verstehen kann ich sie irgendwie. Sie wollen halt spielen. Nur reicht das Wollen oder Talent aus, um in der Bundesliga zu bestehen? Wenn meine Position mit einem Spieler besetzt wird, ist das für mich zunächst erstmal ein Signal. Ich bin nicht gesetzt, ich muss mich strecken, um meinen Platz zu erkämpfen und zu halten. Kommen junge Talente mit Konkurrenzsituationen nicht zurecht? Oder ist der Anspruch, den sie einfordern einfach nicht erfüllbar, weil die Konkurrenz eben zu groß ist? Wie wäre es mit Annehmen der Situation. Kampf um die Position, kampf um seinen Platz? Oder ist es halt doch wichtiger, einfach nur Geld zu verdienen und weniger zu kämpfen? Ich bin etwas zwiegespalten, da ich sowohl das eine, als auch das andere nachvollziehen kann. Die Frage ist nur, ob es Vereinen gut tut, wenn Identitätsfiguren aufgebaut werden, um später nicht gebraucht zu werden. Also Nachwuchsarbeit für den Markt?
 

Rupert

Friends call me Loretta
Es gibt eine begrenzte Anzahl an Plätzen in einer Mannschaft; mehr als 14 können an einem Spieltag nicht spielen. Dem gegenüber steht eine größere Anzahl an Spielern, ergo kann nicht jeder regelmäßig spielen.
Mehr gibt's dazu nicht zu sagen meiner Meinung nach.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf den Fall Wolf, der ja hier den Anstoß gegeben hat, passt das allerdings nicht. Der wurde im Sommer von RB Salzburg gekauft.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich weiss ja nicht, wie vollständig der Nagelsmann da zitiert wurde, und mit seinen Aussagen
Es gehört auch mal dazu, was Negatives durchzustehen
Ich bin weit davon weg, immer jedes einzelne Detail erklären zu müssen. Es ist eine Leistungssportgesellschaft
Einfach arbeiten. Einfach mal sechs, sieben Wochen trainieren, die Dinge übernehmen, die ich sehen will

hat er auch grundsätzlich nicht Unrecht. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere heisst Menschenführung.
 

André

Admin
Cuisance z.b. der wollte spielen und konnte nicht so wie er wollte.

Also ist er zum FC Bayern gewechselt weil da die Konkurrenz deutlich kleiner ist.

Kann ich absolut verstehen, so eine Entscheidung. Wer langfristig nach vorne will, der muss halt auch schon mal nen Schritt zurück machen. :floet:
 
Nuja, das zeichnet ihn nun nicht besonders aus. Erste Konkurrenz da und schon ist er weg? So zumindest mein Eindruck von außen.
Sorry, ich bezog mich nur auf HT im Post vor mir, habe ihn aber nicht zitiert.

Da bin ich ganz bei dir. Nur weil er halt mal nicht sofort spielt, sollte er da nicht so ein Fass von auf machen. Zumal der Wolf ja auch ewig verletzt war nach seinem Knöchelbruch.

Weiß nicht ob es hier schon verlinkt wurde, aber Nagelsmann sagte ja dazu ganz klar, dass Wolf sogar Einsätze bekommen hat obwohl andere schon mehr trainiert hatten und eigentlich "mal dran" waren.
Ich weiss ja nicht, wie vollständig der Nagelsmann da zitiert wurde, und mit seinen Aussagen
Es gehört auch mal dazu, was Negatives durchzustehen
Ich bin weit davon weg, immer jedes einzelne Detail erklären zu müssen. Es ist eine Leistungssportgesellschaft
Einfach arbeiten. Einfach mal sechs, sieben Wochen trainieren, die Dinge übernehmen, die ich sehen will

hat er auch grundsätzlich nicht Unrecht. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere heisst Menschenführung.

Ja, stimmt schon. Aber:

Wolf hatte sich bei der U-21-EM im Juni einen Knöchelbruch zugezogen und deshalb erst am 7. Dezember sein Bundesliga-Debüt gefeiert (eingewechselt beim 3:1 gegen Hoffenheim). "Für den Knöchelbruch kann niemand was", so Nagelsmann weiter, "dann hat er eh schon drei Einsätze (zwei in der Bundesliga, d.Red.) bekommen in einer Saisonphase, die sehr bedeutend war. Diese Einsätze kann man einerseits als kleinen Hoffnungsschimmer sehen, andererseits aber auch als kleines Geschenk vom Trainer."

Spieler, die damals anders als Wolf nicht eingewechselt worden waren, obwohl sie "deutlich häufiger trainiert hatten", hätten sich danach nicht gleich beschwert. "Grundsätzlich", wurde Nagelsmann deutlich, "können wir nicht jeden Spieler, der mal unzufrieden ist, weil er nicht spielt, abgeben und verleihen. Du kannst A nicht nur mit elf, zwölf Spielern eine Rückrunde bestreiten und B gehört es auch mal dazu, ein Tal in seiner Karriere zu durchlaufen."

Es werde "keinem im Leben weiterbringen, wenn ich immer nur weglaufe, wenn etwas nicht gut funktioniert. Dann habe ich 24 oder 27 Vereine und mich nirgendwo durchgesetzt. Es gehört auch mal dazu, was Negatives durchzustehen, dranzubleiben, Gas zu geben und nicht zu hadern."

So von außen sehe ich da das geringste Problem in der Menschenführung. Aber das können wohl nur die beiden beurteilen.
 

Hendryk

Forum-Freund
Was stellen diese Spieler sich denn vor? Zu einem sportlich gleichwertigen oder sogar besseren Verein zu wechseln und dann dort sofort Stammspieler zu sein? Kann ja klappen wenn der eigentliche Spieler verletzt ist, ausfällt, und der Verein aktuell gerade Ersatz braucht. Aber sonst hat er dort doch auch Spieler vor sich und muss sich erst durchsetzen.
Ich beurteile einen Spieler auch danach, ob er sich durchsetzen möchte. Das wollen die hier thematisierten Spieler aber in ihren bisherigen Vereinen nicht.
 

Detti04

The Count
Ich weiss ja nicht, wie vollständig der Nagelsmann da zitiert wurde, und mit seinen Aussagen
Es gehört auch mal dazu, was Negatives durchzustehen
Ich bin weit davon weg, immer jedes einzelne Detail erklären zu müssen. Es ist eine Leistungssportgesellschaft
Einfach arbeiten. Einfach mal sechs, sieben Wochen trainieren, die Dinge übernehmen, die ich sehen will

hat er auch grundsätzlich nicht Unrecht. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere heisst Menschenführung.
Ich wuerde sagen, dass das hier eher ein Fall von "Was erlaube Wolf? Isse immer verletzt!" ist als ein Fall von mangelnder Menschenfuehrung. In der Vorrunde fiel Wolf fuer die ersten 12 Spieltage verletzt aus, und dann quengelt er in der Winterpause rum, weil er bei den anderen 5 Spielen nur zweimal eingewechselt wurde? Was denkt der von sich? Und was denkt der eigentlich von seinen Mitspielern? In den beiden Spielen, in welchen er dann (zugegebenermassen nur kurz) eingewechselt wurde, ersetzte er uebrigens Timo Werner. Wenn das die Konkurrenz auf Wolfs Position ist, was erwartet Wolf denn da?
 
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