Wie viel kostet eine neue Wärmepumpe – Erfahrungen?

Ich muss mal eine Frage in eigener Sache stellen. Wir renovieren demnächst unser Haus und wollen da auf eine Wärmepumpe umsteigen.
Auf was muss man denn bei einer Wärmepumpe achten?
Vielleicht hat ja jemand eine eigene Wärmepumpe zu Hause und kann kurz seine Erfahrungen schildern.
Ich verstehe nicht wirklich wieso es so viele unterschiedliche Arten von Wärmepumpen gibt bzw. wann man welche Art auswählt.
 

André

Admin
Wird eine alte WP ersetzt, oder kommt die jetzt ganz neu rein? Was ist die alte Heizung? Wenn Du z.B. Öl rauschmeißt und auf WP gehst, bekommst du bis 45% Förderung.

Für WP benötigst du in der Regel Flächenheizung, also Fußbodenheizung. Ist die schon da, oder muss die auch verlegt werden?

Unterschied bei WP ist eigentlich wie die Wärme gewonnen wird: Erwärme über Tiefenbohgrung, oder Luft WP (ähnlich wie eine Klimanalge) oder halt Sole-WP, da werden im Boden Rohre mit Sole Flüsiigkeit in die Fläche verlegt.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Meine Erfahrung in eigener Sache beschränkt sich darauf, dass in der Innen-Altstadt kein Aussengerät einer Luftwärmepumpe im Hof aufgestellt werden durfte, wegen Stadtbild, Denkmalschutz, Nachbarschaft, Lärm etc. Machte es nicht einfacher, die EEG-Auflagen zu erfüllen.
Von daher ist eine der ersten Fragen (bei einer LWP) die des Standorts der Ausseneinheit, wie gross die sein muss und wie laut die dann sein darf.
Flächenheizung ist nicht unbedingt nötig, mein Schwager hat (im Altbau) zumindest teilweise auch Heizkörper. Aber grundsätzlich ist Flächenheizung besser, da hat André Recht.
Welche Art geeignet ist, hängt davon ab ob und wie Erdwärme bei dir verfügbar ist, ob sie genutzt werden kann und darf. Aber das sagt dir dein Heizungsbauer oder die Gemeinde.

Soll die denn nur Heizen oder auch Warmwasser machen? Wie wird Warmwasser denn jetzt gemacht und wollt / könnt ihr das behalten? Weil davon hängt ab, welche Vorlauftemperatur die Wärmepumpe bringen soll, und die ist bei nur Heizen deutlich niedriger - ergo effizienter.
 
Jetzt ist eine Ölheizung mit Fußbodenheizung drinnen. Ja das mit der Förderung habe ich schon mal überflogen aber da gibt es ja zig unterschiede. Jedes Bundesland und jede Gemeinde fördern da was anderes. Da muss ich nochmal ganz genau schauen bzw. mit jemanden reden, der sich auskennt.

Ja und wann wähle ich welche Variante aus? Ist das einfach nur nach Geschmack oder gibt es da gewisse Dinge, die eine Art voraussetzen?

Das Haus steht alleine auf einen Hügel, nächster Nachbar ist 200m weit weg:) Also denke nicht, dass da die Lautstärke einer Wärmepumpe jemanden stört. Die sind doch eh schon sehr leise. Habe mir bei einem Arbeitskollegen schon eine angesehen weil wir zum Grillen eingeladen waren aber im Sommer läuft die ja nicht auf Hochtouren.

Wenn am besten gleich alles heizen. Und im Sommer auch kühlen. Eventuell ja auch gleich den Pool mitheizen aber das ist dann Luxus und nur für den Fall, dass wir ganz hinziehen und das ist eher nicht so meins weil am Land gelegen:)
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Jetzt ist eine Ölheizung mit Fußbodenheizung drinnen.
Das ist schon mal gut, je nach dem, wie alt die ist. Ölheizung vermute ich mal wegen der abgelegenen Lage.

Da muss ich nochmal ganz genau schauen bzw. mit jemanden reden, der sich auskennt.
Das würde ich jetzt eh mal empfehlen.
Ja und wann wähle ich welche Variante aus? Ist das einfach nur nach Geschmack oder gibt es da gewisse Dinge, die eine Art voraussetzen?
Siehe oben: Welche Art geeignet ist, hängt davon ab ob und wie Erdwärme bei dir verfügbar ist, ob sie genutzt werden kann und darf. Aber das sagt dir dein Heizungsbauer oder die Gemeinde.
Das Haus steht alleine auf einen Hügel, nächster Nachbar ist 200m weit weg:) Also denke nicht, dass da die Lautstärke einer Wärmepumpe jemanden stört. Die sind doch eh schon sehr leise. Habe mir bei einem Arbeitskollegen schon eine angesehen weil wir zum Grillen eingeladen waren aber im Sommer läuft die ja nicht auf Hochtouren.
Wenn am besten gleich alles heizen. Und im Sommer auch kühlen. Eventuell ja auch gleich den Pool mitheizen aber das ist dann Luxus und nur für den Fall, dass wir ganz hinziehen und das ist eher nicht so meins weil am Land gelegen:)
Bei Warmwassererzeugung stellen sich weitere Fragen, die dir hier eher niemand beantworten kann. Auch hier würde ich einen Fachmann zu Rate ziehen, oder jemanden in der Nähe, bei dem das so gebaut ist wie du dir das vorstellst.
 
Vermutlich. War noch zu klein um da zu wissen wieso man was gemacht hat.
Ich weiß nicht mal wie Warmwasser erzeugt wird. Therme gibt es keine. Dachte eigentlich das geht auch mit der Ölheizung. Durchlauferhitzer gibt es jetzt auch keinen, zumindest wäre mir keiner aufgefallen bei der Dusche oder in der Küche:)
Das war ein alter Bauernhof, den mein Vater umgebaut hat. Also bewohnbar gemacht hat. Mittlerweile wird es halt von uns als Ferienhaus genutzt. Jetzt sollte das Haus renoviert werden und eben ständig bewohnbar sein. Ich mein, es ginge jetzt auch schon aber aus verschiedenen Gründen macht das halt keiner von der Familie.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Bei ner Öl-/Gas-/Fernwärmeheizung macht man das üblicherweise mit einem Primär- und Sekundärkreis, bei dem erst das Trinkwasser und dann das Heizungswasser erwärmt wird. Wenn jetzt eine Heizungsanlage nicht hoch genug heizt, wie eine Luft-WP das leider macht, muss man anderweitig nachheizen. In der Regel, weil man Öl oder Gas ja loswerden wollte, muss man das mit Strom machen.

Bei temporär genutzen Häusern sollte man aus hygienischen und energetischen Gründen aber von grösseren Wasserspeichern Abstand nehmen, da lohnt sich dann ein kleiner Durchlauferhitzer eher. Gibt auch Mini-Wärmetauscher, sogenannte Frischwasserstationen.
 
Leider kenn ich mich in dem Bereich halt auch gar nicht aus. Wir sind letzte Woche mal zu Vaillant gegangen und haben uns dort beraten lassen. Da ist dann ein Mitarbeiter von denen mit uns alle Typen durchgegangen und hat uns alles erklärt.
Es geht bei und jetzt darum ob wird eine Erdwärmepumpe haben wollen oder doch eine Luft/Wasserwärmepumpe mit Photovoltaikanlage.
Beides würde sich halt irgendwie anbieten. Erdwärmepumpe weil es eine Thermengegend ist, also wäre das wahrscheinlich schon möglich (muss noch geklärt werden) oder aber halt die Variante mit der Photovoltaikanlage. Das Haus hat auch im Winter den ganzen Tag Sonne und ist super ausgerichtet.
 

André

Admin
Das Problem ist nur im Winter kommt bei der PV nicht viel an. :)
Ich habe 3 Dachflächen voll geballert 25 kWp das ist ca. das 3 - 5fache was die meisten anderen Häuser so auf dem Dach haben, und im Dezember bekomme ich meine WP damit keine 10% versorgt.

Die WP springt meist um 5 Uhr an um Wasser wamzumachen. Da scheint aber keine Sonne. Im Winter kommen da vielleicht ab 9.30 Uhr mal die ersten Watt rein und schon um 15.30 Uhr hört´s dann im Dezember auch schon wieder auf.

Mal ein Anhaltspunkt: Im Juni produziere ich 3.300 kWh im Dezember ca. 300.
Die 300 halt zwischen 10 und 15 Uhr.

Klar modernere WP´s kann man noch etwas effizienter steuern, so dass die dann laufen wenn die Sonne scheint.
Das funktioniert imo aber nur im Niedrigenergiehaus wo du kaum Energie benötigst und eine dichte Gebäudehülle hast, aber nicht wirklich im Altbau. (Mein Haus war vor paar Jahren KFW 55 Standard, also deutlich besser isoliert als jeder Altbau, und wie gesagt, ich schaffe mit Glück 10% Eigenverbrauch mit der WP!

Ich kenne jemand, dem hat man auch erzählt wie toll ne Wp im Altbau ist, der zahlt jetzt 280 Euro Strom im Monat, nur für die Heizung. Ich wäre da zumindest skeptisch und würde mir auf jeden Fall ne zweite und ne dritte Meinung einholen.
 
Und gibt es da keine Speicher, die den erzeugten Strom dann eben um 5 Uhr angibt?
Bist du dann mit der Gegenrechnung nicht im Plus? Darfst du den deinen erzeugen Strom ins Netz einspeisen? Glaube das ist in Deutschland nicht überall erlaubt oder?
Mir wäre es egal wenn ich dann im Sommer viel Strom erzeuge und ich dann im Plus aussteige und mit dem Geld dann im Winter eventuell dazukaufen müsste.

Was sollte ich mir sonst anschauen? Dachte eben auf Grund der Fußbodenheizung wäre eine Wärmepumpe aufgelegt. Und der Ausstieg aus dem Öl wird bei uns in Österreich sehr gefördert.
 
Bei uns ist es die Erdwärmepumpe geworden. Anschaffungskosten waren zwar höher aber alle Nachbarn bei uns in der Umgebung haben Erdwärmepumpen. Durch die Thermengegend bietet sich das an. Durch die Förderungen aber erschwinglich.
Letztlich war es wirklich eine Bauchentscheidung beide Varianten hatten ihre Vorteile. Bin aber jetzt glücklich damit.
Kann nur jedem raten sich gut informieren zu lassen. Wäre gerne auf Baumessen gegangen, aber spielts halt jetzt leider nicht. Musste direkt zu Vaillant gehen, war aber auch immer sehr informativ und man hat sich sehr viel Zeit für uns genommen und ist auf alle Typen eingegangen. Als der Typ feststand habe ich schon auch mit den anderen Herstellern verglichen aber war dann Preislich nichts wirklich billiger.
 

Detti04

The Count
Apropos Waermepumpe: Ich habe erst kuerzlich von einer Tatsache erfahren, die wie Zauberei aussieht. Vielleicht ist das ja fuer den Einen oder Anderen hier im Forum ebenfalls neu. Also:

Wenn man "vor Ort", also z.B. in seinem Zuhause, Gas mit einer Waermeleistung von 1 kW verbrennt, dann bekommt man daraus eben 1 kW Heizleistung (bzw. tatsaechlich etwas weniger, weil der Wirkungsgrad der Verbrennung unter 100% liegt.)

Wenn man dieses Gas aber in einem Kraftwerk verbrennt und in Strom umwandelt und mit dem so erzeugten Strom in seinem Zuhause eine Waermepumpe betreibt, dann bekommt man dabei heutzutage meistens ueber 1 kW Heizleistung heraus. Zauberei!* Das liegt daran, dass moderne Waermepumpen aus 1 kW Strom etwa 4-5 kW an Heizleistung erzeugen koennen und damit den bei der Stromerzeugung anfallenden Leistungsverlust mehr als kompensieren.

*Die "Zauberei" besteht darin, dass die Waermepumpe die Umgebung abkuehlt. Die Pumpe gewinnt Waerme aus der Umgebungsluft (d.h. der Aussenluft) und heizt damit den Innenraum auf. Der Wirkungsgrad (genauer: die Leistungszahl) einer Waermepumpe ist deshalb stark von der Aussentemperatur bzw. dem Unterschied zwischen Aussen- und Innentemperatur abhaengig. Das gilt natuerlich auch ganz analog fuer Waermepumpen, bei denen Grundwasser statt der Aussenluft als Waermereservoir genutzt wird.
 

powerhead

Pfälzer
Mein Nachbar hat vor 2 Jahren eine Wärmepumpe installieren lassen, für insgesamt 3 Wohnungen mit ca. 500 qm für ungefähr 30.000 €. Bisher scheint er damit zufrieden zu sein. Sieht halt nicht besonders schön aus.
Dürften jetzt aufgrund der gestiegen Nachfrage wahrscheinlich um einiges teurer geworden sein.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Apropos Waermepumpe: Ich habe erst kuerzlich von einer Tatsache erfahren, die wie Zauberei aussieht. Vielleicht ist das ja fuer den Einen oder Anderen hier im Forum ebenfalls neu. Also:

Wenn man "vor Ort", also z.B. in seinem Zuhause, Gas mit einer Waermeleistung von 1 kW verbrennt, dann bekommt man daraus eben 1 kW Heizleistung (bzw. tatsaechlich etwas weniger, weil der Wirkungsgrad der Verbrennung unter 100% liegt.)

Wenn man dieses Gas aber in einem Kraftwerk verbrennt und in Strom umwandelt und mit dem so erzeugten Strom in seinem Zuhause eine Waermepumpe betreibt, dann bekommt man dabei heutzutage meistens ueber 1 kW Heizleistung heraus. Zauberei!* Das liegt daran, dass moderne Waermepumpen aus 1 kW Strom etwa 4-5 kW an Heizleistung erzeugen koennen und damit den bei der Stromerzeugung anfallenden Leistungsverlust mehr als kompensieren.

*Die "Zauberei" besteht darin, dass die Waermepumpe die Umgebung abkuehlt. Die Pumpe gewinnt Waerme aus der Umgebungsluft (d.h. der Aussenluft) und heizt damit den Innenraum auf. Der Wirkungsgrad (genauer: die Leistungszahl) einer Waermepumpe ist deshalb stark von der Aussentemperatur bzw. dem Unterschied zwischen Aussen- und Innentemperatur abhaengig. Das gilt natuerlich auch ganz analog fuer Waermepumpen, bei denen Grundwasser statt der Aussenluft als Waermereservoir genutzt wird.
Deswegen da besser von "Leistungszahl" sprechen, denn bei Wirkungsgraden >1 beginnt der Ingenieur und Physiker sehr schnell zu rebellieren. :D
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Apropos Waermepumpe: Ich habe erst kuerzlich von einer Tatsache erfahren, die wie Zauberei aussieht. Vielleicht ist das ja fuer den Einen oder Anderen hier im Forum ebenfalls neu. Also:

Wenn man "vor Ort", also z.B. in seinem Zuhause, Gas mit einer Waermeleistung von 1 kW verbrennt, dann bekommt man daraus eben 1 kW Heizleistung (bzw. tatsaechlich etwas weniger, weil der Wirkungsgrad der Verbrennung unter 100% liegt.)

Wenn man dieses Gas aber in einem Kraftwerk verbrennt und in Strom umwandelt und mit dem so erzeugten Strom in seinem Zuhause eine Waermepumpe betreibt, dann bekommt man dabei heutzutage meistens ueber 1 kW Heizleistung heraus. Zauberei!* Das liegt daran, dass moderne Waermepumpen aus 1 kW Strom etwa 4-5 kW an Heizleistung erzeugen koennen und damit den bei der Stromerzeugung anfallenden Leistungsverlust mehr als kompensieren.

*Die "Zauberei" besteht darin, dass die Waermepumpe die Umgebung abkuehlt. Die Pumpe gewinnt Waerme aus der Umgebungsluft (d.h. der Aussenluft) und heizt damit den Innenraum auf. Der Wirkungsgrad (genauer: die Leistungszahl) einer Waermepumpe ist deshalb stark von der Aussentemperatur bzw. dem Unterschied zwischen Aussen- und Innentemperatur abhaengig. Das gilt natuerlich auch ganz analog fuer Waermepumpen, bei denen Grundwasser statt der Aussenluft als Waermereservoir genutzt wird.
Noch schlauer wäre es, die WP gleich mit dem Gas zu betreiben.
Zauberei ist gar nicht so abwegig, selbst die Thermodynamik idealer Gase mutet einigen wie Zauberei an, sobald mal eine Aufgabe zu lösen ist.

Hinsichtlich Wärmepumpen hat Grundwasser den Vorteil der konstanteren Temperatur. Luft ist dafür billiger aber ich meine auch lauter.
 
Noch schlauer wäre es, die WP gleich mit dem Gas zu betreiben.
Zauberei ist gar nicht so abwegig, selbst die Thermodynamik idealer Gase mutet einigen wie Zauberei an, sobald mal eine Aufgabe zu lösen ist.

Hinsichtlich Wärmepumpen hat Grundwasser den Vorteil der konstanteren Temperatur. Luft ist dafür billiger aber ich meine auch lauter.
Hinsichtlich lauter kann ich bestätigen bzw: direkte Nachbarn von uns "beschallen" damit andere Nachbarn. Allerdings ist die WP auch schon was älter. Aber auch die neuen sollen noch je nach Ausrichtung und Lage genug Lärm machen. Inwieweit störend kann ich selber nicht beurteilen, da unsere Schlafräume zur anderen Seite raus liegen.
 
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