Wie baut man einen Spitzenklub?

Itchy

Vertrauter
@Detti
Ist mittlerweile irgendwie Methode geworden, immer nur halbe Aussagen wahrzunehmen. Nervt, hatten wir gerade schon in der Diskussion um das härtere Durchgreifen der Schiedsrichter. Es wird gar nicht versucht, zu verstehen, was der Gegenüber sagen möchte, sondern die Aussage wird filetiert, was passt wird verarbeitet, der Rest landet im Müll. Wie in gewissen Medien oder in der Politik.

"Du findest kaum mehr etablierte Spieler, die bereit sind, auf Geld zu verzichten, um woanders was aufzubauen."

Das war meine Aussage, die ist nicht ziemlich generell, aber empirisch belegt. Da ändern auch zehn vermeintliche Gegenbeispiele nichts an der Richtigkeit.
Und Hannes Wolf ist da sicherlich kein Beispiel, wohl eher kein etablierter Spieler mit seinen 20 Jahren. Welches war noch mal das andere Beispiel?

Wir haben eher von Özil, Draxler, Götze oder Can geredet, alles Spieler, deren Anspruch es sicherlich ist, zumindest europäisch zu spielen.
Man darf gerne ambitioniert sein, auch bis zu einem gewissen Grad spinnen, aber wenn der Berg kreist und dann nur Mäuse gebiert, wird es kontraproduktiv.
 

KGBRUS

SF-Ultra
Profifussballer sind wohl eher nicht mit normalen Arbeitnehmern zu vergleichen. Da dürfte das Gehalt an erste Stelle stehen. Im besonderen bei den Top Spielern.

Zu bauen eines Spitzenklubs gehört immer ein langfristiges Ziel das wirtschaftlich auch zu festigen sein muß. Schulden führen unweigerlich zum Absturz. Oder aber auch, wenn der Investor die Lust verliert.

Schalke ist mMn ein Beispiel für zu wirtschaftlich zu kurz gedacht. Dazu noch Fehler im Management. Oder aber auch Dortmund vor ein paar Jahren. In Hamburg wollte, konnte Kühne zu viel mitreden. RB geht es so lange gut, wie es der Brausefirma gut geht. Siehe hier, wie es auch laufen kann Wolfsburg und VW. Der Spitzenklub der sich oben hält sind die Bayern und welchen Weg haben die genommen?
 
Du hast aber doch ziemlich generell angezweifelt, dass Spieler auf Gehalt verzichten, um andere Ziele zu erreichen. Ohne grosse Probleme habe ich Dir ein Gegenbeispiel geliefert, und koennte vermutlich noch viele andere finden. Erinnere Dich z.B. an Hannes Wolf, der bei Leipzig mit seiner Reservistenrolle unzufrieden ist und gerne mit Oesterreich zur EM will: Ob der wohl fuer weniger Gehalt zu einem anderen Verein wechseln wuerde, wenn Leipzig ihn nur liesse?

Profifussballer sind nicht anders als andere Menschen. Die Attraktivitaet eines Arbeitsplatzes haengt fuer die meisten Menschen nicht ausschliesslich vom Einkommen ab, sofern sie nicht um ihr Ueberleben kaempfen muessen. Fuer den Einen ist Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig; der Andere findet Arbeitgeber gut, welche ihn in seiner Weiterbildung unterstuetzen; der Dritte wuenscht sich einen internationalen Arbeitgeber, weil dann die Chance besteht, temporaer ins Ausland zu gehen; der Naechste moechte unbedingt fuer einen oekologisch nachhaltigen Arbeitgeber arbeiten, usw. usw. Fuer Arbeitnehmer spielen neben dem Geld eben auch weiche Kriterien eine Rolle, und da sind Profifussballer nicht anders als andere Menschen. Entscheidend ist, dass ein Verein weiss, welche weichen Kriterien fuer seinen Wunschsspieler eine Rolle spielen, und ihm dann dementsprechend etwas anbieten kann. Kann er das, dann kann er ein geringeres Gehalt anbieten, als er es tun muesste, wenn er dem Spieler hinsichtlich dessen weichen Kriterien nichts anbieten kann.

Reus fällt mir da leider immer als erstes ein. Den hätte ich nur zugern bei Barca gesehen. :)
 

André

Admin
Btw. noch ein Taubenzuchtverein der nicht Dettis Weg gegangen ist:

Attacke Bergamo – 11FREUNDE

Dazu braucht es aber gutes Personal, einen Vision und einfach gute Arbeit in vielen Bereichen.
Da ist es sicher einfacher mit Millionen, die man nicht hat, irgendwelche großen Namen zu verpflichten ...

Vielleicht sollten die einfach mal auf Schalke nachfragen wie man so richtig Business macht. :)
 

Rezo

Weeaboo
Hätte Schalke nicht vor paar Jahren auf zu großem Fuß gelebt, wäre heute möglicherweise noch was von dem großen Vorsprung da, den man vor 10 Jahren noch vorm Taubenzuchtverein St. Gladbach gehabt hat. :)
... der sich die Basis gegenwärtiger finanzieller Sicherheit durch Stadionneubau (80 Millionen an Darlehen, welche in neun Jahren endgültig abbezahlt sein werden) erkauft hat.
 

André

Admin
... der sich die Basis gegenwärtiger finanzieller Sicherheit durch Stadionneubau (80 Millionen an Darlehen, welche in neun Jahren endgültig abbezahlt sein werden) erkauft hat.
Dann erklär mir das mal bitte. Wir zahlen aktuell 5 Millionen per anno fürs Stadion ab. Ein vergleichbares Stadion würde 5- 6 Millionen Euro Miete kosten. Und mit der 1 Million Differenz per anno finanzierst du ne Spitzenmannschaft? :fress:

Der Vorteil, durch das eigene Stadion der kommt erst noch, nämlich dann wenn es abbezahlt ist. Hat aber nichts mit Gladbachs Bussiness bezüglich der sportlichen Entwicklung zu tun.
 
Wobei da nicht unmaßgeblich der Faktor "Vereinsbindung" eine Rolle gespielt hat. Der ist nicht nach "woanders", der ist nach heim.
Schon richtig. Hätte mir da aber gewünscht, dass er von da zB zu Barca geht.

Allein deshalb, weil er dann gegen uns nicht mehr soviele Tore schießt oder vorbereitet. :zanhluec:
 

Rezo

Weeaboo
Dann erklär mir das mal bitte.
Gerne. Um noch einmal den Beitrag von Detti zu zitieren, auf welchen du schließlich geantwortet hattest:
Mal ueberspitzt formuliert: Wer in der Bundesliga erst einnimmt und dann ausgibt, der fuehrt seinen Klub wie einen Taubenzuechterverein. Wer sichere zukuenftige Einnahmen verplant um den Klub voranzubringen, der fuehrt seinen Verein wie ein Business.
Also. Stadion. Wenn Gladbach wie der von Detti zitierte Taubenzüchterverein geführt wird, hat Gladbach erst 90 Mio Euro angespart und danach mit dem Stadionbau begonnen.

Hat Gladbach dies nicht, dann hat Gladbach stattdessen Darlehen in etwa dieser Höhe aufgenommen um das Stadion zu bauen, und entspricht in Detti's Beispiel somit dem Unternehmen.
 

Detti04

The Count
Btw. noch ein Taubenzuchtverein der nicht Dettis Weg gegangen ist:

Attacke Bergamo – 11FREUNDE

Dazu braucht es aber gutes Personal, einen Vision und einfach gute Arbeit in vielen Bereichen.
Da ist es sicher einfacher mit Millionen, die man nicht hat, irgendwelche großen Namen zu verpflichten ...

Vielleicht sollten die einfach mal auf Schalke nachfragen wie man so richtig Business macht. :)
Ein Jahr CL macht noch lange keine Spitzenmannschaft.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Es scheint jedenfalls mehrere Wege zu geben als nur den Klinsmannweg, den er nicht mal selbst geschafft hat, sondern einfach die Flinte ins Korn warf.
 

André

Admin
Pssst! Gladbach hat doch keine Schulden! Niemals! Schulden haben nur andere!
Wir sind operativ schuldenfrei seit 2006. Das man Immobilien finanziert, daran ist ja nichts anzukreiden, schließlich erhält man ja einen Gegenwert im Wert eben der Immobilie. Aber auch hier siegt bei uns wieder die Vernunft. Wir haben fast das gleiche Fassungsvermögen wie ihr, aber unser Stadion hat nur ein Drittel gekostet. Selbst manche Zweitligisten bauen teuerer als wir.

Desweiteren liegen wirklich alle Vermarktungsrechte beim Verein, und werden nicht eingerechnet, bevor sie entstanden sind, und erst recht nicht auf Jahre im Voraus verpfändet. Der Stadionname wird nicht einfach für paar Millionen verhökert, weil man das Geld braucht. Wenn dann muss es einer sein, der zum Club passt, eine langfristige Partnerschaft, und wenn sich eben keiner findet, dann heißt die Hütte halt weiterhin Borussia Park.

Aber du meintest doch was ganz anderes, wenn du ehrlich bist. Es ging dir darum, in Beine statt in Steine zu investieren, möglichst große Namen zu verpflichten und Einnahmen aus der Zukunft zu verpfänden um diese jetzt schon in die Mannschaft zu investieren.

Und das ist nun mal eine völlig andere Philiosophie als sie bei uns gelebt wird. Zum Glück.
Wir setzen auf Nachhaltigkeit, und setzen unser Geld clever ein, so dass wir eben nicht 2, 3 Jahre eine überteuerte Truppe haben, sondern investieren in die langfristige Zukunft unseres Vereins.

Undd ja, auch wir haben teilweise 50 Millionen in einer Transferphase ausgegeben, aber das waren im Grunde alles Gelder die wir durch gute Transfers, Jugendarbeit und teuere Spielerverkäufe selbst erwirtschaftet haben.

Sollten wir die intern. Wettbewerbe verpassen, muss uns kein Spieler verlassen, weil diese Gelder eben bei unserm Taubenzuchtverein nicht eingeplant werden, so lange sie nicht wirklich etstanden sind und der Kader sich immer auch ohne internt. Wettberwebe tragen muss.

Desweiteren bauen wir gerade massiv das Stadionumfeld aus. Statt nen alten Raul zu verpflichten, bauen wir lieber ein Museeum, ein Hotel, Biergarten, ein neues noch größeres Jugendinternat, eine bessere medizinische Versorung direkt am Stadion, ein Profihaus etc.

Diese Gebäude bringen uns langfristig eben noch mehr Einnahmen.

Aber wie gesagt, dass ist halt was völlig anderes als Du hier in deinen Postings beschrieben hast.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Dass man in Mönchengladbach für weniger Geld Grundstücke erwerben kann als in mancher Großstadt, ist einfach der Umgebung dort geschuldet und das war’s.
 
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