Wie baut man einen Spitzenklub?

Dieses Thema im Forum "Fussball Bundesliga" wurde erstellt von Detti04, 18 Februar 2020.

  1. Detti04

    Detti04 The Count

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    Hi,

    vielleicht wundern sich manche, wieso ich in Diskussionen, die Klinsmann bei der Hertha betreffen, als (moeglicherweise einer der wenigen) Verfechter Klinsmanns auftrete. Die Antwort darauf ist, dass ich selber schon erlebt habe, wie ein Verein, der jahrzehntelang vor sich hin krautete, zu einem Spitzenklub veraendert wurde, denn genau das geschah ja bei Schalke. Fuer alle diejenigen, die sich nicht erinnern koennen, kommt hier ein kleiner Rueckblick auf die damaligen Ereignisse.

    Bis in die 90-er hinein war Schalke ja ein Klub, der seit Jahrzehnten eigentlich keine Erfolge mehr vorzuweisen hatte und seit einem guten Jahrzehnt Fahrstuhl fuhr. Als Kind war es mein groesster Wunsch, dass Schalke mal eine Buli-Saison mit einer positiven Bilanz abschliessen koennte: Zwischen dem Ende der 70-er (76/77, Vizemeister mit Klaus Fischer und Co.) und Platz 3 95/96 (erstmalige Qualifikation fuer den UEFA-Cup seit Jahrzehnten) schaffte Schalke das genau einmal, naemlich 84/85 - mit 34:34 Punkten und einer Tordifferenz von +1. Hurra! Mit anderen Worten, Schalke war mindestens genauso im Arsch und unattraktiv, wie es die Hertha aktuell ist.

    1993 stellte Schalke dann aber jemanden in verantwortlicher Position ein, der nicht nur Ambitionen hatte, sondern auch keine Angst, diese Ambitionen oeffentlich zu aeussern: Ich rede natuerlich von Rudi Assauer. Sein "Entweder ich schaffe Schalke, oder Schalke schafft mich" ist ja legendaer, und Assauer scherte sich auch nicht darum, wenn er bei irgendwem mit seinen Ambitionen aneckte. Letzteres ist eine Eigenschaft, die ich fuer essentiell halte, wenn man nach oben will, weil man ja automatisch bei denen aneckt, die man ueberholen will. Es darf einem also nichts ausmachen, unpopulaer zu sein.

    Unter Asssauer stellten sich dann recht schnell erste Erfolge ein, z.B. die schon vorher erwaehnte erstmalige Qualifikation fuer den UEFA-Cup seit Jahrzehnten. Es hatte natuerlich viel mit Glueck zu tun, dass man den UEFA-Cup dann auch gleich gewann, d.h. sowas kann man nicht als Erfolg eines Managers verbuchen. Allerdings zeigt sich die Qualitaet eines Managers darin, wie er mit dem auf dem Erfolg basierenden Zuwachs von Fans, Sponsoren und Geld umgeht, und Assauer war wieder ambitioniert: Assauer trieb das Projekt des Stadionneubaus voran und Schalke war auch einer der ersten Klubs mit einem Jugendinternat, wenn ich mich recht erinnere. Aber auch bei Spielerverpflichtungen demonstrierte Assauer, wie wenig ihn die oeffentliche Meinung scherte - ich sag nur Andreas Moeller (und Torsten Legat). Mit Moeller wurde Schalke dann ja fast Meister, vergeigte es aber am vorletzten Spieltag aus Angst vor der eigenen Courage in Stuttgart.

    So, und bis hierhin war Schalke immer noch kein Spitzenklub, sondern hatte mal in guten Jahren Ausreisser nach oben. Spitzenklub wurde Schalke erst ab der Saison 04/05, als Assauer und Schalke sich wirklich mit den anderen Spiztenteams anlegten und die Meisterschaft anstrebten. Zur Erinnerung, hier ist ist die Spitzengruppe der Abschlusstabelle 03/04:

    1. Bremen
    2. Bayern
    3. Leverkusen
    4. Stuttgart
    ...
    7. Schalke

    Torschuetzenkoenig war Ailtion geworden. Und wen verpflichtete Assauer zur neuen Saison? Eben jenen Ailton, und zusaetzlich noch den womoeglich staerksten Abwehrspieler der Liga, naemlich Bordon aus Stuttgart. In der Saison darauf machte Assuaer dasselbe gleich nochmal: Diesmal kamen Krstjaic und Ernst aus Bremen und Kuranyi aus Stuttgart. Alle 5 Spieler waren in ihren Vereinen Stammspieler gewesen und wurden das auch bei Schalke fuer die naechsten Jahre; die einzige Ausnahme war Ailton, welcher trotz 14 Saisontoren schon nach einer Saison wieder abgegeben wurde. Die anderen 4 Spieler bildeten die Basis einer Mannschaft, die dann auf Jahre hinaus eine Spitzenmannschaft war. Um das mal in Zahlen ausuzdurecken:

    Schalkes Platzierungen von 91/92 bis 03/04:

    11 - 10 - 14 - 11 - 3 - 12 (UEFA-Cup Gewinn) - 5 - 10 - 13 - 2 (DFB-Pokal) - 5 (DFB-Pokal) - 7 - 7

    Und von 04/05 bis 13/14:

    2 - 4 - 2 - 3 - 8 (unfaehiger Rutten) - 2 - 14 (CL-Halbfinale und DFB-Pokal) - 3 - 4 - 3

    Gazprom stieg erst waehrend der Hinrunde der Saison 06/07 als Grosssponsor ein, d.h. zu einem Zeitpunkt, als Schalke seine Ambitionen Richtung ganz oben schon deutlich gemacht und auf dem Feld auch schon unternauert hatte. Assauer war schon ein paar Monate vorher zurueckgetreten, und der neue Manager Andreas Mueller hielt den Verein dann, auch Dank des Geldes von Gazprom, dauerhaft auf dem CL-Niveau.

    Ich ziehe aus dem Aufstieg Schalkes zur Spitzenmannschaft folgende Lehren:

    1. Wenn man einen Verein voranbringen will, dann muss die im Verein entscheidende Person ambitioniert sein und ihre Ambition auch oeffentlich machen, weil es so leichter ist, die richtigen Unterstuetzer zu gewinnen. Weil diese Person sich dann oeffentlich positioniert, braucht sie auch ein dickes Fell, und Popoularitaet muss ihr vergleichsweise egal sein.

    2. Wenn man an anderen vorbei will, insbesondere ganz oben, dann muss man diese anderen auch angreifen. Die Verpflichtungen von Bordon, (Ailton,) Krstajic, Ernst und Kranyi von der direkten Konkurrenz waren es, die Schalke zum dauerhaften CL-Teilnehmer machten. Oder anders: Man kann aus Mittelklasse-Profis auf Dauer keine Spitzenklasse-Mannschaft erzeugen.

    --

    So, und nun zurueck zur Hertha und deren Wunsch, es nach oben zu schaffen. Wenn ich da Klinsmann und Preetz vergleiche, dann sehe ich nur eine Person (natuerlich Klinsmann), die Kriterium 1) erfuellt, und es scheint mir auch wahrscheinlich, dass eher Klinsmann Kriterium 2) umsetzten wuerde. Aber dass Preetz hingeht, und - mal sagen - Gladbach einen Stammspieler aus dem Vertrag wegkauft? Das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich.

    Ich befuerchte eher, dass "Preetz mit Geld" aehnlich ist wie "HSV mit Geld": Es wird einfach permanent Mittelklasse geholt, wobei man aber brav immer irgendwelche Abloesesummen abdrueckt. Nach ein paar Jahren wundert man sich dann, wo denn das schoene Geld geblieben ist, obwohl die Mannschaft doch gar nicht staerker geworden ist.
     
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  3. Rupert

    Rupert Friends call me Loretta

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    Einen Big City Club? Darum geht's ja.
    So wie der Staatsfonds Qatars es bei PSG macht bzw. die Investoren Gruppe aus Abu Dhabi in Manchester, wobei es da ja schon kein Big City Club mehr ist.
     
  4. faceman

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    Ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Das Model, welches Hertha fährt gab es in dieser Form noch nicht. Von daher erübrigen sich eben Vergleiche. Deine abschliessende Befürchtung bleibt Dir natürlich überlassen, ist aber eben auch nur Deine.
     
  5. Holgy

    Holgy Moderator und Kommischer Foggel Moderator

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    Hat Rasenball eigentlich auch Konkurrenten die Stammspieler weggekauft? Vielleicht geht Hertha ja eher nach der Methode Rasenball vor.
     
  6. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Eigentlich nur Werner. Um auf deinen Vorschlag einzugehen: dann müsste Hertha ja erstmal eine Test-Filiale in Österreich aufmachen. Da kann man dann wunderbar Spieler parken, an das europäische Niveau heranführen und dann fein verpflichten.
     
  7. Detti04

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    Nicht wirklich, aber Leipzig hat zu Drittligzeiten auf Zweitliganiveau eingekauft und zu Zweitligazeiten auf Erstliganiveau, wodurch der schnelle Aufstieg moeglich war. Freunde hat man sich dabei eher nicht gemacht. Dazu kommt natuerlich, wie von Chris schon erwaehnt, dass sie sich Spieler anderswo an heranziehen und dann verpflichten koennen, wenn das gewuenschte Niveau erreicht wird.
     
  8. Detti04

    Detti04 The Count

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    Selbst Werner passt nicht, denn der wechselte vom Bundesligaabsteiger Stuttgart zum Bundesligaaufsteiger Leipzig. Eigentlich ein ganz normaler Wechsel also. Ueberraschend an dem Wechsel fand ich nur, dass es kein grosses Wettbieten um Werner gab, denn dessen Talent schien mir doch doch ziemlich offensichtlich. Irgendwie haben die Buli-Schwergewichte damals alle gepennt.
     
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  9. Itchy

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    Dir ist der schmale Grad zwischen Ambition und Größenwahn aber schon bewusst?

    Und es ist schon ein Unterschied, ob ich mir meine Mannschaft anschaue, die sich in der oberen Hälfte etabliert hat und versuche, die erkannten Schwachpunkte auszumerzen, um eventuell noch ein Stück zu klettern oder ob ich Stammgast in der unteren Tabellenhälfte bin und von jetzt auf gleich Erfolg erzwingen will und gefühlt recht planlos Namen in den Ring werfe und am Ende über 75 Millionen ausgebe für Spieler, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Team verstärken mal eben bei 50:50 liegt. Was übrigens bei den erstgenannten Namen bis auf die Ausnahme Can nicht anders war.
     
  10. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich nehme mal an, dass Du mit "erstgenannten Namen" diejenigen meinst, die Rupert im Hertha-Thread aufgelistet hat, naemlich Özil, Can, Götze, Draxler, Podolski. Daher als Antwort darauf: Julian Draxler war in den letzten beiden Jahren 30- bzw 31-mal fuer PSG in der Liga im Einsatz und in praktisch jedem CL-Spiel. Und der soll keine Verstaerkung fuer die Hertha darstellen? Das scheint mir ein typischer Fall zu sein, in dem fuer die deutsche Oeffentlichkeit "aus den Augen, aus dem Sinn" gilt.

    Was den Unterschied zwischen Ambition und Groessenwahn betrifft: Was meinst Du, wieviele Leute Assauer damals Groessenwahn vorgeworfen haben? Und jetzt? Jetzt koennen sich die, fuer die Schalke ganz selbstverstaendlich ein Spitzenklub ist, natuerlich nicht mehr dran erinnern, dass das mal anders war und dass sie Assauer fuer groessenwahnsinnig hielten. Der Witz dabei ist, dass ich noch ganz genau weiss, wie hoffnungslos Schalke vorher war, und dass sowas wie aktuell (Platz 6 in der 1.(!) Liga) nicht mal in feuchten Traeumen vorkam.
     
  11. Ichsachma

    Ichsachma Loretta-Spezerl

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    Das ist in der Tat ein Witz.

    Fast bin ich geneigt, anzunehmen, dass er wegen seines nicht immer astreinen Verhaltens auf dem Platz nicht gut gelitten war, als Stuggi ihn abgab.
     
  12. Detti04

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    Noch als weiterer Verweis: Der Aufstieg von Borussia Dortmund zum Meister und CL-Gewinner Mitte der 90-er funktionierte genauso wie der Schalker Aufstieg, naemlich auch ueber das aggressive Ausgeben von neuem Geld. Allerdings kauft der BVB damals nicht primaer in der Buli ein (trotz Herrlich), sondern holte die ganz grossen deutschen Fische aus Italien zurueck: Reuter '92, Sammer und Riedle '93, Kohler '94 und Moeller '95. Allesamt Stammspieler und in der Startaufstellung beim Gewinn der CL.
     
  13. Holgy

    Holgy Moderator und Kommischer Foggel Moderator

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    Das ist aber eigentlich in einer Pleite geendet.

    Gehört St. Gladbach (ab 2011 4-8-6-3-4-9-9-5-4) schon zu den Spitzenmannschaften?

    Deren Weg auch anderer, oder nicht?
     
  14. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Ich zweifele doch gar nicht die Qualität der Spieler an, sondern denke an das, was mit der der gesamten Mannschaft in so einem Moment geschieht. Interne Hierarchie, Gehaltsgefüge,etc. Oder meinst Du, Genannte würden auf sonderlich viel Geld, das sie bei stets in Europa vertretenen Mannschaften verdienen so einfach verzichten und sich brav einreihen?

    Und Dortmund in den 90ern war auch ein absolut über den Verhältnissen leben, fand ich damals schon kacke. In Folge hätte der Verein eigentlich schließen müssen, wenn nicht der DFB vier Augen zugemacht hätte und selbst die Bayern geholfen. Sowas hatten wir auf etwas niedrigerem Niveau auch mal in Gladbach unter einem Manager called PP. Kaufhaus des Westens und so.
    Zudem waren das bei Dortmund seinerzeit fast allesamt absolute Stammkräfte in der NM, was sicherlich zu einer höheren Akzeptanz führte. Von daher kein echter Vergleich.
     
  15. Holgy

    Holgy Moderator und Kommischer Foggel Moderator

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    Ich finde Klinsmanns eingeschlagenen Weg bei Hertha übrigens auch nicht schlecht. Ich würde sogar sagen, dass er von Preetz und Präsi mitgetragen und umgesetzt wurde. Daher ist meine Kritik an Klinsmann auch gar nicht, was er vor hatte, sondern das er ohne Grund gegangen ist.

    Am Ende war es dann doch das Gehalt. Oder Kompetenzstreitigkeiten. Dann ist Klinsmann nicht teamfähig und tatsächlich falsch in dem Job. Denn so wir er sich das vorstellt: "Es wird alles so gemacht wie ich es will, basta!" - geht das nicht und gibt es auch nirgends.
     
  16. Detti04

    Detti04 The Count

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    Bei Can, Draxler (und womoeglich auch Goetze) koennte die groesste Motivation fuer einen Wechsel sein, dass sie aus unterschiedlichen Gruenden (Ausland und/oder Dasein als Ersatzspieler) um ihren Platz in der NM fuerchten. Daher waere es also durchaus moeglich, dass sie auf Gehalt verzichten, wenn sie glauben, dass sie beim neuen Verein bessere Chancen auf Spielzeit und Sichtbarkeit fuer den Bunestrainer erhalten. Waere ich Manager, wuerde ich einem solchen Spieler einen Vertrag anbieten, bei welchem er neben einem (fuer seine Verhaeltnisse womoeglich "kleinen") Grundgehalt beispielsweise fuer jeden NM-Einsatz einen Bonus erhaelt. Mit einer solchen Klausel wuerde der Verein zeigen, dass Verein und Spieler dasselbe Ziel haben: Naemlich, dass der Spieler im Verein so erfolgreich wie moeglich spielt. Der Verein unterstuetzt damit also das individuelle Ziel des Spielers, was bei einem Spieler gut ankommen sollte.

    Nee, Dortmunds Beinahepleite resultierte auf der Einkaufswelle ein paar Jahre spaeter (Anfang des 21. Jahrhunderts), mit u.a. Amoroso und dem halbseidenen Evanilson-Deal. Moeglicherweise war der Boersengang des BVB Grund allen Uebels. Das Geld Anfang/Mitte der 90-er war zwar auch neu, aber vorhanden und selbst verdient, u.a. durch relative Erfolge in Europa. Der BVB kam damals (ich glaube mehrfach) im UEFA-Cup ziemlich weit und war in einer Saison auch der einzige deutsche Klub, der in der Rueckrunde noch europaeisch vertreten war; da die Spiele damals einzeln vermarktet wurden, zahlte sich das fuer den BVB richtig aus. Ausserdem halfen diese internationalen Abende natuerlich ungemein dabei, neue Fans in den neuen Bundeslaendern zu gewinnen - der BVB war darin ja ganz gross.

    Ich hab nachgeschaut: Die Saison war 92/93.
    - Bei den Meistern schied Stuttgart Dank Wechselfehler schon in der 1. Runde aus.
    - Bei den Pokalsiegern scheiterte Pokalsieger Hannover in der 1. Runde an Titelverteidiger Bremen, welcher wiederum in der 2. Runde rausflog.
    - Im UEFA-Pokal verabschiedete Koeln sich in Runde 1, Frankfurt in Runde 2 und Kaiserslautern in Runde 3. Von da an gab es nur noch den BVB, der es bis ins Finale gegen Juve schaffte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2020
  17. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    @Holgy Einerseits teile ich das "geht nicht und gibt es auch nirgends (in Deutschland". Anderseits meine ich halt auch: wenn Hertha dann eben so weiter macht wie bisher wird auch vermutlich nur Geld nicht viel daran ändern. Wurde hier ja meine ich schon geschrieben, dass das nachher Auswüchse wie beim HSV annehmen könnte. Nicht muss, aber könnte.

    Da jetzt allerdings Planlosigkeit vorzuwerfen nur weil man sich offensichtlich nicht mit den Spieler beschäftigen mag, halte ich selber für relativ oberflächlich bis planlos.

    Von der Liste fiele mir nur Podolski ein, wo ich es wirklich in Frage stellen würde ob er Hertha verstärkt. Wenn der denn wirklich gehandelt wurde. Bei allen anderen ist das ja offensichtlich, bei Draxler und Can wohl am stärksten.
     
  18. HoratioTroche

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    Zu einem Wechsel gehören aber mindestens 2 wenn nicht 3 Parteien. Und ob die genannten so Riesenböcke auf die Hertha und den Jürgen hatten?

    Selbst wenn Klinsmann in der Lage wäre, einen Club dermassen umzugestalten, dann war er mal in allererster Linie eins: Auf dem falschen Posten.
     
  19. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Überhaupt keine Frage. Ich bezog mich ja nur auf das sofort helfen.

    Momentan ja, ab Sommer hätte das ja etwas anders aussehen sollen aus seiner Sicht. Und ich meine schon, dass er gut darin sein könnte entsprechend gut qualifizierte Experten um sich zu versammeln.
     
  20. André

    André Administrator Administrator

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    Das mag für Schalke gelten. In Gladbach läuft das aber völlig anders, wobei ich uns eigentlich nicht als Spitzenmannschaft sehe.

    Aber wenn Du Schalke aufführst, dann ist Gladbach sicher auch eine. :)

    Eberl macht es ohne viel Geschrei, ohne Millionen rauszuhauen (zumindest Millionen die man sich selbst erarbeitet hat). Einfach mit intelligenten Transfers, und einem Talent-Scouting welches wohl zu den Besten der Liga gehört. Dabei gibt es auch keine Kampfansagen, sondern wir wissen wo wir hergekommen sind.

    Also statt viel Gebrüll und Hardliner Verhalten, hilft es oft auch einfach einen guten Job zu machen. ;)

    Man bracht natürlich Transfers die zünden und die Mannschaft verstärken, sowie einen Trainer er das vernünftig auf den Rasen bringt. Die Transfers müssen aber nicht unbedingt teuer oder von der Konkurrenz sein, siehe Reus, Thuram usw.
     
  21. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Ganz so unkritisch siehst du Eberl in den letzten Jahren nun auch nicht gerade, wie man hier anhand deines Posts meinen könnte. Und ich erinnere mich recht genau, dass DU definitiv einer derer bist, denen "wir wissen wo wir hergekommen sind" zum Hals raus hing. Verzeihe, aber das mutet beinahe komisch an wenn du das jetzt schreibst.

    Meiner Meinung nach taugt der Vergleich zu uns eh nix, da wir (noch) nicht in den Sphären dauerhaft unterwegs sind wo die Hertha ja hinwill (um die Meisterschaft spielen, dauerhafter CL-Vertreter etc.). Und selbst wenn wir da mal hinkommen, so war der Weg ein anderer. Aus meiner Sicht aber auch ein besserer. :)
     
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  22. Holgy

    Holgy Moderator und Kommischer Foggel Moderator

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    Auch in England ist das so, wie Klinsmann es gerne hätte.

    Ich sehe da auch nix planloses bei der Hertha. Der Plan war und ist gut. Gescheitert ist er wenn dann an Klinsmann, der den verein grundlos (oder aus rein egoistischen Gründen?) im Stich gelassen hat.

    Draxler hat abgesagt, weil er nicht auf Gehalt verzichten wollte. Bei Götze ist nicht ganz klar (entweder andere Verein im Sinn oder seine Frau?), warum er nicht nach Berlin wollte. Auch Can wurde laut Presse von Hertha kontaktiert. Und es waren ja noch einige die Hertha angefunkt hat Granit Xakha zum Beispiel, hat dann auch nicht geklappt.

    Man sieht: Die Hertha wollte Klinsmann jeden Wunsch erfüllen. Hat dann 4 Spieler für 80 Mios geholt. Er hat trotzdem hingeschmissen. Aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2020
  23. André

    André Administrator Administrator

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    Ob ich das gut finde oder nicht, es ist unser Weg mit dem "wo wir herkommen" und ich habe das ja hier im Thread nicht gewertet, weder negativ noch postiv, sondern nur beschrieben.

    Und mit Eberl bin ich grundsätzlich mehr als zufrieden, ich könnte mir keinen Besseren vorstellen. Klar habe ich hin und wieder Entscheidungen kritisiert, aber das heißt ja nicht dass ich ihn grundsätzlich schlecht finde. Ich glaube du verstehst das nur nicht. Kritik an einzelnen Entscheidungen bedeutet für dich wohl dass ich den kompletten Menschen ode Manager ablehne. Dabei ging es mir nur um einzelne Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte.

    Manche haben sich als richtig rausgestellt, manche als falsch.

    Ändert aber nichts daran, dass ich Maxi als besten Manager für uns ansehe und hoffe dass er noch lange bei uns ist. Aber wenn es wieder eine Entscheidung gibt, die ich nich teile, werde ich das hier auch sagen. Dafür ist ein Forum ja auch da, dass man über sowas diskutieren kann.

    Und ja das Wo wir herkommen, geht mir auf die Nüsse. Aber davon sind wir ja inzwischen ein wenig weg. Maxi habe ich das jdenfalls lange nicht mehr sagen hören und das steht ihm gut.
     
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  24. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Um das vllt. nochmal deutlich klarzustellen: doch, ich verstehe das absolut und nein, deshalb denke ich nicht, dass du den kompletten Mensch und/oder Manager ablehnst. :)
     
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  25. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Wir reden aneinander vorbei Holgy. Ich finde den Abgang gelinde gesagt auch vollkommen daneben. Allerdings passt er irgendwie dann doch zu Klinsmann. Entweder läuft es so wie er es will (ohne das zu werten ob gut oder schlecht) oder er ist weg. Muss man nicht gut finden, aber irgendwie isses dann auch wieder konsequent.

    Ich meinte eher, dass der Plan wohlmöglich mit Klinsmann und seiner bis dato "Strahlkraft" die ja immer ins Spiel gebracht wurde eben eher oder wohlmöglich besser umsetzbar gewesen wäre, als eben jetzt "nur" mit Preetz. Ich mag ihm da furchtbar Unrecht tun, aber aus meiner Sicht wird Hertha da eher eine graue Maus bleiben.

    Es bleibt halt abzuwarten ob sie die Klasse halten (wovon ich ausgehe), wer dann Trainer wird und ob der dann die Neuzugänge - die ja durchaus Qualität haben für Hertha-Verhältnisse aus meiner Sicht - auch eben weiter nach oben führen kann. Denn nur das wird ja zählen.

    Und was heißt jetzt jeden Wunsch erfüllen? Die angestrebte Funktion ab Sommer nach englischem Vorbild wollte man ihm jetzt(!) ja noch nicht zusichern. Da sind wir dann wieder beim Anfang: so wie er will ansonsten sofort Ende.
     
  26. U w e

    U w e Moderator Moderator

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    Hat Schalke im Jahr 2002 nicht 85 Millionen Anleihe erhalten und dazu zur Sicherheit die Zuschauereinnahmen bis 2025 verpfändet? Die dann 2010 abgelöst wurde um wieder finanziellen Spielraum zu erlangen. Durch die Anleihe der 85 Millionen war es doch erst möglich Spieler wie Ailton, Bordon, Kristajic zu verpflichten. Und ohne die Umfinanzierung wäre Schalke wohl ziemlich in Schwierigkeiten geraten. Assauer ist mit der Anleihe ein Risiko eingegangen das am Ende gut ausgegangen ist. Das ist aber nicht der Weg wie man einen Spitzenclub aufbaut.
    Wenn ich dass jetzt irgendwie falsch dagestellt habe, Bitte ich dies zu entschuldigen - ist ja auch schon 20 Jahre her.
     
  27. Holgy

    Holgy Moderator und Kommischer Foggel Moderator

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    Das glaube ich auch, daher meinte ich: wenn dann scheitert der Plan daran, dass Klinsi nicht mehr da ist.

    Die Folgen sieht man ja schon: Angeblich wollten ja auch Teslar & Co. Geld in den Verein stecken und sind jetzt abgesprungen, weil Strahlemann Klinsmann weg ist. Ich kann mir auch vorstellen, dass Klinsmann schon noch wertvolle Kontakte hat, die für Hertha gut nutzbar gewesen wären. Und auch, dass der ein oder andere Spieler eher zu einer Hertha mit Klinsmann als ohne Klinsmann gekommen wäre. Daher ist das schon ein Verlust und macht die Veränderungen weniger einfach.

    Trotzdem glaube ich, dass Hertha mit dem Geld die graue Maus vergolden kann. Der Ausbau dauert nur etwas länger, ich vermute aber, dass er dann auch nachhaltiger ist, will heißen langfristiger ist. Hertha wird sich durch sportliche Erfolge Teslar & Co verdienen und so gesünder wachsen. Vielleicht zaubert Windhorst aber auch noch einen anderen Klinsmann aus dem Hut.

    Ist aber nun auch alles nur Spekulation meinerseits. Vielleicht geht es auch schon nächste Saison in die Hose, Windhorst springt ab und Hertha rutscht in Liga 2. Oder noch schlimmer: Diese Saison schon (glaube ich aber auch nicht). Oder Hertha bleibt, was sie ist.
     
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  28. Noir

    Noir Heja BVB

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    Ist das nicht genau das, was Projektmanager Klinsmann versucht hat? Can aus Turin, Xhaka aus London, Draxler aus Paris?
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Nur dass die offensichtlich nicht ins dicke B wollten.
     
  30. Detti04

    Detti04 The Count

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    Noe, die Historie stimmt. Nur Deine Bewertung halte ich fuer falsch, denn wenn man etwas aufbauen will, dann ist es ganz normal, zukuenftige Einnahmen zu beleihen - frag jede Firma oder jeden Haeuslebauer.

    Mal ueberspitzt formuliert: Wer in der Bundesliga erst einnimmt und dann ausgibt, der fuehrt seinen Klub wie einen Taubenzuechterverein. Wer sichere zukuenftige Einnahmen verplant um den Klub voranzubringen, der fuehrt seinen Verein wie ein Business.
     
  31. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich wuerde sagen, ja. Meiner Meinung nach waeren Spieler dieser Gueteklasse fuer die Hertha und "Big City Club" Ambitionen aktuell genau die richtigen. Mit solchen Spielern koennen Fans, Sponsoren und Medien doch sicher mehr anfangen als mit einem 22-jaehrigen Franzosen, und vermutlich wuerden sie auch das Niveau der Mannschaft sofort staerker anheben als ein franzoesischer Nicht-Nationalspieler.
     
  32. Rupert

    Rupert Friends call me Loretta

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    Jupp, Deiner Meinung nach.
     
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