Werden Fußballprofis zu gut bezahlt?

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Nein, nein und nochmals nein! Nur, weil etwas gemacht wird, ist es noch lange nicht gerechtfertigt! Wenn es gerechtfertigt ware, den Kapitalismus unreguliert schalten und walten zu lassen - wieso greift der Staat dann bei den Gering- oder Garnichtverdienern ein?

Weil dieses System so wie ich mir sagen lassen habe, dann "soziale Marktwirtschaft" heisst. Dass heisst in diesem speziellen Fall, dass dort vom Staat eigegriffen wird, wo der einzelne es aus existenziellen Gründen braucht. Und das ist nunmal am unteren Ende der Einkünfte.

Im übrigen ergibt sich die "Rechtfertigung", soviel Einkünfte zu beziehen auch an jedem Teilnehmer des Systems. Sponsoren und deren Kundschaft, Zuschauer, Fernsehgucker, Fan-Artikel-Käufer usw., also letztlich auch durch uns selbst. Die Masse der "blöden" Konsumenten und deren Bereitschaft, zahlenmäßig zu wachsen oder mehr Geld dafür auszugeben rechtfertigen solche Einkünfte. Wem es nicht passt, da sind wir wieder beim "Nicht meckern, sonder handeln", der soll sich als Kundschaft halt abwenden. Dann tut er zumindest seinen Teil, dies nicht zu unterstützen.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
BU, langsam, nochmal....
Hab kein Wort verstanden; echt: Keins!

Kein Problem. Man sehe sich erstmal an, was an Profifußballern überhaupt benötigt wird. Das sind 36 Mannschaften, mit Regionalliga 73 Mannschaften. Jede benötigt, rechnen wir großzügig, 30 Spieler, machen zusammen 2190 Spieler, die überhaupt Profifussballer werden können. Normalerweise sollte man annehmen, dass bei dem Überangebot an Fussballern, die unbedingt Profi werden wollten, die Einkünfte entsprechend niedrig sind, weil die in Frage kommenden Vereine sich die Spieler aussuchen können und somit Spieler mit zu hochen Gehaltsforderungen ablehnen würden.

Ist aber nicht so, ganz offenbar. Und warum? Möglicherweise, weil es gar kein Überangebot an Spielern gibt. Die müssten nämlich nicht nur zahlenmäßig sondern auch qualitativ ein Überangebot erzeugen. Und an letzterem scheint es zu scheitern.

Wenn es dran nicht liegt, wenn die Spieler wirklich so gut ausgebildet sind und so zahlreich, dann hätte das gleich mehrere Folgen. Zum einen würde sich ein finanzschwächerer Erstligist nicht mit Osteuropäern eindecken. Die sind nämlich offenbar besser UND billiger als deutsches Spielermaterial, zumindest aber letzteres von beiden. Zm zweiten würde der deutsche Vereinsfußball international besser aufgestellt sein, siehe UEFA-Ranking, zum dritten würden etliche Spieler mehr im Ausland spielen, zum Vierten würden auf breiter Front die Einkünfte sinken.

Wenn es nicht einen, sondern 30 Ronaldinhos geben würde, würde der eine nicht 20 Millionen, sondern jeder der 30 vielleicht nur 5 Millionen verdient. Das ist es was ich meine.
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
zu gut bezahlt werden sie es denn, wenn der entsprechende Club rote Zahlen schreibt oder aber auf Grund der hohen Gehaltskosten andere Angestellte, wie z.b. in der Geschäftstelle etc. feuern muss
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Eins muss in der Betrachtung noch ergänzt werden. Nämlich, dass bei einem Vereinswechsel eines Profis mehrere Faktoren passen müssen. Das Geld alleine ist es häufig nicht, insbesondere, wenn der Unterschied zum jetzigen Verein nicht sehr groß ist. Das führt dazu, dass man als abwerbender Verein eine ganze Schippe drauflegen muss (entweder an Geld oder an "sportlicher Perspektive" - also letztlich auch an Geld), um jemanden loszueisen. Aber auch hier ist es letztlich die Leistungseinschätzung (neben dem Budget), die das Gehaltsangebot des Vereins bestimmt.

Weiterhin kann es sein, dass - ähnlich wie in der Managerbranche - ein Filz aus Beziehungen und Kontakten die Vertragsinhalte eines Spielers bestimmen. Das würde ich hier jedoch nicht überbewerten, denn im Unterschied zur Managerbranche gibt man sich beim Fußball nicht gegenseitig Verträge.
 

Schröder

Problembär
Kommt drauf an, was alles zum "verdienen" gehört.
Nimmt man nur die sportlichen Leistungen, verdienen zumindest die Spitzenspieler eindeutig zu viel. Andererseits muss man auch mal die "Nebengeräusche" beachten: Nicht jeder will, das sein letzter Kneipenbesuch am nächsten Tag in der Zeitung steht. Oder das er bei schlechten Leistungen in der Öffentlichkeit niedergemacht oder gar persönlich angegriffen wird. Vielleicht gehen die Herren Podolski, Kahn und Lehmann auch mal gerne privat mit ihren Frauen / Freundinnen was essen, ohne einer Meute Journalisten im Schlepptau, die jeden harmlosen Satz über einen Mitspieler ("den Schuss zum 1:1 muss der Olli eigentlich halten") dann als große zwischenmenschliche Krise im Verein veröffentlichen.

Eigentlich müssten die Spieler ihr Gehalt zur Hälfte vom Verein und zur anderen Hälfte von den Boulevardblättern bekommen.
 

odie

Zeitzeuge
Die BamS hat herausgefunden, dass Mesut Özil von Schalke einen neuen Vertrag ausgeschlagen hatte. Schalke wollte bis 2011 verlängern - für 1,52 Mio. pro Jahr (wie das die Bild so genau herusbekommen hat, sei mal dahingestellt ;))

Gier oder Kalkül? (Angeblich winkt die Premier League)
Oder eine Mischung aus beidem?

Schalke-Talent (19) lehnt 1,52 Mio-Vertrag ab - Bild.de

Aus Fussballer-Sicht kann ich das durchaus verstehen.
Warum soll er nicht dahin wechseln, wo er mehr Geld verdienen kann. Wenn's England ist, isses halt England!
 
Aus Fussballer-Sicht kann ich das durchaus verstehen.
Warum soll er nicht dahin wechseln, wo er mehr Geld verdienen kann. Wenn's England ist, isses halt England!

Sind anderhalb Millionen für einen 19-Jährigen nicht viel Geld?
Zumal er auf Schalke bisher noch keine Berge versetzt hat.

Ob er in der Premier League so viel mehr verdienen würde, wag ich mal zu bezweifeln...
 
Sind 2,5 Millionen für einen 19jährigen nicht mehr? Oder anders, wie würdest Du in dieser Situation entscheiden? Und vielleicht entscheidet ja auch nicht das Geld, sondern die Liga.

Das ist die Frage:

Versuche ich mich bei dem Verein, wo ich etabliert bin und dessen Trainer mich gut leiden kann.
Oder gehe ich zu einem anderen Verein bzw. in ein fremdes Land - wo ich garantiert wieder von null anfange.

Vergiss nicht: Mesut Özil ist auf jeden Fall noch kein Superstar (eher Durchschnitt - und das in einer Liga, die auch bestenfalls Durchschnitt ist). Der muss sich woanders erst noch durchboxen...

Bei so einer unsicheren Zukunft würde ich erst in zweiter Linie aufs Geld schauen...
 

SaintWorm

Bolminator
Moderator
Bei so einer unsicheren Zukunft würde ich erst in zweiter Linie aufs Geld schauen...

Ach und wenn er in's Ausland wechselt, dann schaut er auf's Geld?
Wenn ich die Wahl zwischen Schalke und England hätte, fiele mir die Entscheidung leicht, dann würde ich auch auf Geld verzichten um flüchten zu können. :grins:
 
Ach und wenn er in's Ausland wechselt, dann schaut er auf's Geld?
Wenn ich die Wahl zwischen Schalke und England hätte, fiele mir die Entscheidung leicht, dann würde ich auch auf Geld verzichten um flüchten zu können. :grins:


Hä? :gruebel:

Im Ausland bekommt er mehr Geld als auf Schalke.
Darum geht es - um nichts anderes...

Deinen ersten Satz versteh ich nicht :weißnich:
Am zweiten ist was Wahres dran ;)
 

SaintWorm

Bolminator
Moderator
Eben, da muss nicht zwangsläufig Geld das ausschlaggebende Argument für den Wechsel sein und wenn ich deine(Markus) Posts so durchlese, dann ist für dich scheinbar klar, das es in diesem Fall nur um's Geld ginge.
 

odie

Zeitzeuge
Eben, da muss nicht zwangsläufig Geld das ausschlaggebende Argument für den Wechsel sein und wenn ich deine(Markus) Posts so durchlese, dann ist für dich scheinbar klar, das es in diesem Fall nur um's Geld ginge.

Bin ich deiner Meinung.
Aber selbst wenn es ihm nur um's Geld ginge: es soll sich doch jeder mal überlegen, ob er nicht sofort den Arbeitgeber wechseln würde, wenn er irgendwo z.B. 2/3 mehr verdienen würde!
 
Eben, da muss nicht zwangsläufig Geld das ausschlaggebende Argument für den Wechsel sein und wenn ich deine(Markus) Posts so durchlese, dann ist für dich scheinbar klar, das es in diesem Fall nur um's Geld ginge.


Natürlich.

Glaubst du ernsthaft, dass Mesut Özil auch nur einen Fuß bei Arsenal auf den Boden bekommt?
Sportlich ist er (noch) nicht soweit... Weshalb sonst als wegen dem Geld würde er also in die Premier League wechseln?
 
U.a. könnten ja die anderen oben genannten Gründe auch mit eine Rolle in seinen Überlegungen spielen.


Deinen Edit-Link hatte ich noch gar nicht entdeckt... ;)
Ich war noch nie in Gelsenkirchen - kann da deswegen nicht mitreden...

Ich denke allerdings, dass man sich mir 1,52 Mio. pro Saison auch ein Häuschen ein paar Kilometer außerhalb von GE zulegen kann. Oder man zieht nach Köln, oder Dortmund... :D
Eben da, wo man's ganz nett findet - ist ja alles in der Nähe. Muss ja nicht gleich Bremen sein ;)
 

Rupert

Friends call me Loretta
(...)
Ich denke allerdings, dass man sich mir 1,52 Mio. pro Saison auch ein Häuschen ein paar Kilometer außerhalb von GE zulegen kann. Oder man zieht nach Köln, oder Dortmund... :D
Eben da, wo man's ganz nett findet - ist ja alles in der Nähe. Muss ja nicht gleich Bremen sein ;)

Dann hängt er aber nach wie vor in Deutschland rum.

Es mag ja auch Menschen geben, die ins Ausland wollen, und ganz speziell auch mal in wirklichen Weltstädten leben und arbeiten wollen.
Ich streite ja auch gar nicht ab, daß es auch einzig und allein der Lockruf des großen Geldes sein kann, der einen jungen Spieler in die Premier League zieht. Aber es muß eben auch überhaupt nicht der alleinige Grund sein, so wie es immer gerne im Boulevard-Stil kolportiert wird.
 
Es mag ja auch Menschen geben, die ins Ausland wollen, und ganz speziell auch mal in wirklichen Weltstädten leben und arbeiten wollen. .


Mit 19? Beziehungsweise dann 20?
Ich denke London läuft einem nicht weg. Eine Fußballerkarriere dauert in der Regel lange genug, dass man sich solche Träume (sollte dies einer sein) locker später noch erfüllen lassen. Und zwar dann, wenn es karrieremäßig auch Sinn macht.

Natürlich ist es müßig zu diskutieren, was in Özils Kopf herumgeistert. Aber in diesem Fall denke ich einfach, dass das Geld wohl doch eine gaaaanz große Rolle spielt. :zahnluec:

Vielleicht hat sich die Bild-Zeitung auch nur eine nette Weihnachtsgeschichte zur Überbrückung der Winterpause ausgedacht... alles ist möglich :D
 

Rupert

Friends call me Loretta
Mit 19? Beziehungsweise dann 20?
Ich denke London läuft einem nicht weg. Eine Fußballerkarriere dauert in der Regel lange genug, dass man sich solche Träume (sollte dies einer sein) locker später noch erfüllen lassen. Und zwar dann, wenn es karrieremäßig auch Sinn macht.

Ähm, gerade wenn man jung ist, macht das Sinn.

Schliesslich sammelt man ja da die Erfahrungen, die einem später, u.a. im Beruf, auch weiterbringen. Ist ja auch bei großen Teilen unserer europäischen Nachbarn Gang und Gäbe, daß man als junger Mensch ins Ausland geht, sei es um da einige Semster zu studieren oder auch zu arbeiten. Das sind dann auch meistens die Menschen, die's später sehr oft "zu was bringen" im Job und auch diejenigen, die nachgefragt sind.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Das klingt ja direkt wie "Praktikum"...

Wusste gar nicht, dass das so gut bezahlt wird :D

Wenn Du Arbeit als Praktikum bezeichnen willst, bitte sehr.

Ich weiß, daß es für einen gebürtigen Schwaben schwer ist, sich vorzustellen, daß es auch außerhalb der Grenzen des Ländles eine Welt gibt - und gar nicht mal eine so schlechte und v.a. eine, die mehr bietet als Stuttgart :D
 
Wenn Du Arbeit als Praktikum bezeichnen willst, bitte sehr.

Ich weiß, daß es für einen gebürtigen Schwaben schwer ist, sich vorzustellen, daß es auch außerhalb der Grenzen des Ländles eine Welt gibt - und gar nicht mal eine so schlechte und v.a. eine, die mehr bietet als Stuttgart :D


ich seh schon... du willst mich nicht verstehen :weißnich:

:n8:
 

Detti04

The Count
Ähm, gerade wenn man jung ist, macht das Sinn.

Schliesslich sammelt man ja da die Erfahrungen, die einem später, u.a. im Beruf, auch weiterbringen. Ist ja auch bei großen Teilen unserer europäischen Nachbarn Gang und Gäbe, daß man als junger Mensch ins Ausland geht, sei es um da einige Semster zu studieren oder auch zu arbeiten. Das sind dann auch meistens die Menschen, die's später sehr oft "zu was bringen" im Job und auch diejenigen, die nachgefragt sind.
Man geht aber in aller Regel nicht am Anfang seines Berufs- oder Studentenlebens ins Ausland, um dort neue Erfahrungen zu sammeln. Erst einmal sollte man naemlich Erfahrungen zuhause sammeln, bevor man von "neuen Herausforderungen" u.ae. erzaehlen kann. Und Oezil steht nunmal noch am Anfang seiner Karriere.

Abgesehen davon: es wuerde mich nicht wundern, wenn Oezil noch bei Muttern wohnte und sein Englisch nicht so dolle waere. Ausserdem ist er zu schwach, um ein echter Stammspieler auf Schalke zu sein. Seine Chancen, sich in absehbarer Zeit (sagen wir mal, den naechsten 2 Jahren) zu einem echten Stammspieler bei einem der 4 grossen englischen Klubs zu entwickeln, sehe ich als nur gering an - selbst unter Arsene Wenger. Karrieretechnisch schiene mir ein solcher Wechsel insgesamt kontraproduktiv; ausserdem waere Oezil selbst in 3 Jahren immer noch wirklich jung und wuerde (vermutlich) problemlos Interessenten finden.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Naja...seine Lebensplanung muss man natürlich auch noch berücksichtigen.

Wenn er so maßlos überschätzt wird, wie das hier teilweise rüberkommt, dann ist es doch erst recht ein cleverer Schachzug von ihm, für diese Überschätzung mehr Geld zu kassieren.

3 Jahre 1,5 Mill für Auf Die Bank setzen ist eben weniger als 3 Jahre lang 2 Mill für Auf Die Bank setzen.
 
Naja...seine Lebensplanung muss man natürlich auch noch berücksichtigen.

Wenn er so maßlos überschätzt wird, wie das hier teilweise rüberkommt, dann ist es doch erst recht ein cleverer Schachzug von ihm, für diese Überschätzung mehr Geld zu kassieren.

3 Jahre 1,5 Mill für Auf Die Bank setzen ist eben weniger als 3 Jahre lang 2 Mill für Auf Die Bank setzen.

So kann mans auch sehen :D
Aber soo schlecht isser dann auch nicht ;)

Aber im Prinzip gar nicht so verkehrt: 1,5 Mio. fürs Spielen, oder 2 Mio (oder mehr) fürs Nicht-Spielen :)
 

Dilbert

Pils-Legende
Ja, werden sie.

Ich hab nichts dagegen, dass einer für gute Arbeit ein sorgenfreies Leben führen kann, aber warum 23-jährige Balltreter mit dem durchschnittlichen Kontostand von Fort Knox noch besser bezahlt werden sollen, geht mir nicht inne Rübe.

Meiner Ansicht nach wäre ein Gehalt von 500000 Euro pro Jahr für ein zum Beruf gemachtes Hobby wirklich grosszügig entlohnt (Ich würde mich mit einem Zehntel davon als Bruttojahreslohn schon stinkreichlich fühlen), aber damit geben sich ja heutzutage nichtmal mehr hochgejubelte 19-jährige zufrieden.

Gruss
Dilbert
 
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