Was lest ihr zurzeit?

Layard

Dschungel-Kronprinz 2014
Moderator
Und noch ein Buch in der Bewertung:

Titel:
Das Foucaultsche Pendel
Autor: Umberto Eco
Verlag: dtv

Es geht um 3 Verlagslektoren, die im mailändischen Verlag Garamond arbeiten. Eines Tages kommt ein Mann und zeigt ihnen ein Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Es beschreibt eine Zusammenkunft von den "36 Unbekannten" (Nachfahren der mysteriösen Tempelritter) alle 120 Jahre. Die 3 Lektoren erdenken sich spielerisch anhand dieses Dokuments eine gigantische Verschwörung. Später merken sie allerdings, dass jemand ihre Ideen ernst nimmt. Und dieser jemand schreckt offenbar auch nicht vor Gewalt zurück.

Ein interessantes Buch. Es ist nicht immer leicht zu lesen, da es Stellen gibt, wo man mit Fremdwörtern und langen Sätzen geradezu bombardiert wird. Trotzdem bekommt man enormes Wissen und eine spannende Handlung geboten. Mann bekommt außerdem auch eine Kindheitserfahrung aus Italien während des 2. Weltkrieges mit. Teilweise hat das Buch auch sehr witzige Stellen:) Und ein furioses Ende... Meine Punktzahl:

simple7_1680X1050.jpg
http://www.windows7guide.com/wallpaper/simple7_1680X1050.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Vor einigen Tagen habe ich mit der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson begonnen, d.h. mit dem ersten Teil namens "Verblendung". Dieser Stieg Larsson ist in seiner Heimat Schweden schon eine Legende und hat eine interessante Biographie aufzuweisen.

Für eine Bewertung ist es natürlich noch zu früh, aber ich war schon nach den ersten Seiten ziemlich gefesselt von dem Buch. Mehrere Personen werden erst einmal unabhängig voneinander vorgestellt, die dann im Laufe des Buches immer mehr miteinander verwickelt sind. Die Charaktere sind allesamt interessant, und es herrscht eine latente Spannung, vor allem um einen rätselhaften Kriminalfall aus der Vergangenheit. Nebenbei ist es auch ziemlich politisch, wobei vor allem Wirtschaftskriminalität eine wichtige Rolle spielt.

Bisher kann ich das Buch also nur empfehlen. Aber das wird noch ein hartes Stück "Arbeit", da ich nur abends vor dem Einschlafen lese, und das Buch nicht nur ziemlich dick ist, sondern auch noch zwei Nachfolgebände hat.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Die hab ich im Urlaub gelesen. Auf jeder Seite trinken die handelnden Personen Kaffee und/oder essen Butterbrote. Da hätte ein Lektor mal ordentlich kürzend eingreifen sollen, dann wären das spannende Thriler geworden. So funktionieren die Bücher eher als Soap. Die Salander ist allerdings eine echt interessante Figur, daher sind auch Band 2 und 3 besonders gut. Auch toll, dass Larsson zeigt, wie eine Person plausibel und mit (scheinbaren) Fakten in der Presse dargestellt werden kann, dies aber dem Gegenteil der Wahrheit entspricht (auch band 2 und 3).
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Die hab ich im Urlaub gelesen.
Wie, gleich alle drei? Respekt!

Auf jeder Seite trinken die handelnden Personen Kaffee und/oder essen Butterbrote. Da hätte ein Lektor mal ordentlich kürzend eingreifen sollen, dann wären das spannende Thriler geworden.
Naja, bisher kann ich mich noch an keine Butterbrote erinnern, aber das kann ja noch kommen. ;)

Und dass es manchmal etwas in die Länge gezogen wird, steht ja in vielen Rezensionen. Mich stört's bisher noch nicht, aber wenn man immer nur ein Kapitel vor dem Einschlafen liest, fällt einem das vielleicht nicht auch so auf.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Naja, bisher kann ich mich noch an keine Butterbrote erinnern, aber das kann ja noch kommen. ;)

naja, manchmal essen die auch was anderes, aber kaffee gibt es auf jeder Seite! :D

Und dass es manchmal etwas in die Länge gezogen wird, steht ja in vielen Rezensionen. Mich stört's bisher noch nicht, aber wenn man immer nur ein Kapitel vor dem Einschlafen liest, fällt einem das vielleicht nicht auch so auf.

Dann freu dich auch schon mal darauf, dass, wenn der Fall gelöst ist, du noch 200 Seiten vor dir hast! Auch etwas ungewöhnlich. :D
 

Jonas

Gooner
Ich lese gerade mal wieder den Hobbit, diesmal im englischen Original.

Watching The English habe ich schon seit einiger Zeit fertig jetzt, ist ein sehr sehr sehr interessantes und auch witziges Buch für alle, die sich für die englische Kultur interessieren. Es ist quasi eine vereinfachte anthropologische Studie mit dem Ziel, die Essenz des "Englisch seins", oder der 'Englishness' zu entdecken. Das ganze Buch wird dann am Ende in einem kleinen Diagramm zusammengefasst. Die einzelnen Kapitel sind exzellent geschrieben und zum Großteil auch mit einer großen Portion Humor gewürzt - typisch englisch eben. Das symphatische ist dabei, dass die Autorin selber über sich lachen kann. Also, für alle, die einen schwachen Nerv für die Inselbewohner haben: kaufen!
 

Layard

Dschungel-Kronprinz 2014
Moderator
So ich hab wieder ein Buch durch. Und zwar:

Titel: Hunde von Riga
Autor: Henning Mankell
Verlag: dtv
Stimmen:
Was Wallander in Riga erlebt, das ist Horror pur.
Martina I. Kischke (Frankfurter Rundschau)
Auszeichnungen:
:pokal: Auszeichnung der schwedischen Akademie für Kriminalliteratur

1991. Es ist der zweite Fall von Kommissar Wallander. Nach einem Mord an 2 Unbekannten verschlägt es den Kommissaren in das dunkle Riga. Er muss eine Verschwörung aufdecken. Was hat die lettische Polizei damit zu tun? Eine Verfolgerjagd in Riga beginnt...

Ich fand das Buch "Hunde von Riga" von Henning Mankell eher mittelmäßig. Eigentlich ist eine gute und spannende Grundgeschichte mit den zwei unbekannten Männern vorhanden. Doch seit dem ersten Besuch Wallanders in Riga geht die Spannung rapide ab. Die Geschichte wirkt etwas aufgesetzt und "konstruiert". Außerdem entwickelt sich die Geschichte teilweise etwas langsam. Besonders die Beschreibung der zweiten Fahrt nach Riga und das Ende dauern endlos. Zudem gibt es ein paar logische Fehler. Es werden beispielsweise komplizierte Dialoge auf Englisch geführt, obwohl Kommissar Wallander angeblich ein schlechtes Englisch spricht.
Die Sprache ist sehr leicht verständlich. Manchmal hat mir "das Besondere" in den Beschreibungen gefehlt. Nur die letzten zwei, drei Sätze eines Kapitels bildeten die Ausnahme. Daher meine Punktzahl:


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ef/US_6.svg/600px-US_6.svg.png



 
Drachenläufer. Bin aber noch nicht soweit, um zu sagen, ob es gut ist oder nicht.
Das hab ich in der Schule gelesen, ist eigentlich ganz spannend, finde ich.


Ich lese im Moment "Die Chemie des Todes" von Simon Becket. Ich muss ja sagen, dass ist mein erster (echter) Thriller und bisher bin ich echt begeistert!
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
So, nach meinem Ausflug nach Skandinavien wurde es Zeit, mal wieder wärmere Gefilde aufzusuchen. ;)

Und zwar lese ich gerade das Buch eines Autors aus Barcelona, nämlich "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón, das vor zwei Jahren auch in Deutschlad ziemlich erfolgreich war. Und da die Übersetzung ausgezeichnet ist, lese ich es einfach mal auf Deutsch. In der Originalversion müsste ich trotz allem immer noch ab und zu zum Wörterbuch greifen - und da ich das beruflich eh den ganzen Tag mache, ist es für mich auf Deutsch einfach entspannender...

Die Handlung spielt im Barcelona der 20er-30er Jahre. Hauptfigur ist ein Schriftsteller aus armen Verhältnissen, und die herrschten damals auch in Barcelona weitgehend vor. Es gab krasse Gegensätze zwischen Arm und Reich, und die Straßen waren ziemlich unsicher. Insgesamt ist die Atmosphäre des Buches recht düster und mysteriös, und teilweise gleitet es ins Surrealistische ab. Allerdings werden die Figuren recht lebhaft und humorvoll geschildert, so dass mir die Details häufig besser als die Gesamthandlung gefallen.
 

Layard

Dschungel-Kronprinz 2014
Moderator
Ok. Diesmal hab ich die Pflichlektüre der zehnten Klassen in diesem Schuljahr durch.

Titel: Selam Berlin
Autor: Yadé Kara
Verlag: Diogenes
Stimmen:
Dynamisch, flippig, farbig, chaotisch. Yadé Kara hat vielleicht den Wende-Roman geschrieben, nach dem die Kritik seit langem ruft
Franziska Wolffheim in der Brigitte

Yadé kara entlarvt deutsch-türkische Klischees mit Witz und Biss. Ein erfrischend anderer Blick auf die jüngere Geschichte - und ein tragikomischer Roman übers Erwachsenwerden.

Uwe Baltner in den Stuttgarter Nachrichten


Stadtgeschichte mit wunderbar chaotischen Charakteren.
Ira Panic in Hörzu

Auszeichnungen:

:pokal:Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert-Bosch-Stiftung
:pokal: Deutscher Buchpreis 2004 für das beste Debüt

In dem Buch geht es um Hasan, einem neunzehnjährigen deutsch-Türken, der nach dem Mauerfall beschließt nach Berlin, seiner Geburtsstadt zu ziehen. Doch in Berlin ist nicht alles so, wie Hasan es sich vorgestellt hat. Seine Familie verändert sich und er ist ständig auf der Suche nach einem Job und einer Wohnung. Dabei lernt er neue und alte Bekanntschaften kennen.

Ich fand das Buch eher ein wenig langweilig und belanglos. Es ist leicht zu lesen, aber man muss lange darauf warten, dass etwas wichtiges und bewegendes passiert. Der Schluss war auch nicht das Gelbe vom Ei. Gut gefallen hat mir, dass das Buch teilweise lustig und sehr realistisch ist.:)
Punktzahl:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/be/Taiwan_Main_Road_6_Sign.gif
Taiwan_Main_Road_6_Sign.gif
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Hab jetzt mal mit einem Buch angefangen, dass meine Frau letzten Sommer in Deutschland gekauft hat. Und es erweist sich als unterhaltsamer, als ich gedacht hatte. Es handelt sich um das Buch "Laienspiel" aus der Reihe "Kommissar Kluftinger".

Autoren der Reihe sind Volker Klüpfel und Michael Kobr, ein Lehrer und ein Journalist aus Kempten im Allgäu, wo die Geschichten auch spielen. Die normale Krimihandlung wechselt sich dabei immer mit oft ziemlich amüsanten Beschreibungen über das Privatleben des Protagonisten ab, eines schrulligen Kommissars etwa in meinem Alter. Die Reihe ist anscheinend bei vielen schon Kult, wenn man sich so im Netz umschaut.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Den gibt es ja jetzt einmal im jahr als tatort! ist das buch denn auch richtig spannend?
 

Jonas

Gooner
Gerade fertig:

The Curious Incident of the Dog in the Night-Time von Mark Haddon

Es geht um einen 15 jährigen autistischen Jungen, mathematisch hochbegabt, aber mit "behavioural issues", wie er selbst es nennt, der ein Buch schreibt. Dabei geht es eigentlich um den Tod des Nachbarnhundes Wellington, den der Junge, Christopher Boone, untersuchen will - ganz in Sherlock Holmes Manier. Letztlich wird daraus jedoch eine gleichzeitig spaßige und sehr traurige Geschichte. Hab das Buch an 2 Abenden verschlungen, selten hab ich die Welt aus so einem Blickwinkel betrachtet. Klasse! Kann es nur wärmstens empfehlen. Tritt dem Kreis meiner Lieblingsbücher bei.

Auch wenn es wissenschaftlich gesehen bestimmt nicht 1:1 die Gedanken eines Autisten widerspiegelt, "es regt zum Nachdenken an", wie der Volksmund sagt.

Jetzt folgt:

Who's Afraid Of Virginia Woolf von Edward Albee.
 
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