Was Chemnitz beschäftigt: Bewährungsstrafe für Todesfahrer

Der Unfall ereignete sich am frühen morgen am 16.4.2011 auf der Dresdner Straße Ecke Fürstenstraße.
Die junge Frau 21 Jahre war auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad, als sie von einem Wartburg erfasst
und so schwer verletzt wurde , das sie wenig später im Krankenhaus starb.
Der damals 19-jährige Fahrer stand mit 1,46 Promille unter Alkoholeinfluß , was sich aus einen nachfolgenden Test ergab und beging Fahrerflucht .
Er wurde wenige Minuten später zu Hause von der Polizei gestellt, wo ebenfalls der völlig demolierte Wartburg sicher gestellte wurde.(rechte Seite massiv beschädigt , Windschutzscheibe eingedrückt).
Er selbst will nichts mitbekommen haben.
Er wurde im Juli 2012 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Das Amtsgericht blieb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie forderte eine mehrjährige Haftstrafe für den Angeklagten , gleich wie die Nebenkläger (Eltern).
Aber Ärzte stellten bei dem Angeklagten Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität sowie eine zentrale Fehlhörigkeit fest, verbunden eben mit Alkoholeinfluß
Letzte Woche ging es in eine Berufungsverhandlung , da die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger
das Urteil angefochten hatten – sie fordern eine Haftstarfe. Der Unfall liegt nun schon fast 2 Jahre zurück.
Traurig das man in diesen Land schon einen Freibrief hat, wenn Alkohol im Spiel ist.
Bring ich nächste Woche meine Nachbarin im Alk um - hab ich sie los und nur Bewährung.
Lassen wir uns in Chemnitz überraschen wie es diesmal ausgeht.
Ihr Todesort wurde zur Gedenkstätte!

Franziska_Kellner_Unfallstelle_03.JPG
 
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Rupert

Friends call me Loretta
Bittere Geschichte v.a. für das Mädchen und die Angehörigen und Freunde - nur keiner von uns hat sich halt mit Fall näher beschäftigt, konnte es ja auch gar nicht. Von daher deute ich da lieber auch nicht mit dem Finger auf das Gericht.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Ich kann das nicht sicher beurteilen. Von Bedeutung ist aber, dass der Fahrer nicht vorsätzlich getötet hat. Man erlebt beinahe täglich, wie Trunkenheitsfahrer sich ungerecht behandelt fühlen, weil sie geschnappt werden, ohne jemand anderen - nur aus Zufall oder Glück - gefährdet zu haben. Der Ärger ist besonders groß, wenn der für andere weniger gefährliche besoffene Radler aus dem Verkehr gezogen wird und in der Folge den Führerschein abgeben muss. Das soll allen eine Lehre sein, leider gibt es genug Idioten, die das nicht einsehen.

Aber das Mass muss gehalten werden, und das sagt mir: der Schwerpunkt liegt auf der Tötung und die war nicht absichtlich. Der Schrei nach "Vergeltung" ist meist ein emotionaler; fehlgeleitet ist er manchmal auch.

Ändert aber nichts an der Tragik, dass ein Mensch unverschuldet zur falschen Zeit am falschen Platz war.

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Angeklagt war er wegen Trunkenheit am Steuer, fahrlässige Tötung und Fahrerflucht.
Alles war nachweisbar, kein verschulden der Radfahrerin !

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Soeben gefunden Urteil ist rechtskräftig !

http://www.freiepresse.de/LOKALES/C...Todesfahrer-rechtskraeftig-artikel8295695.php

Ok, da kam ihm die fehlende Reife zugute, es wurde Jugendstrafrecht angewendet. Ich finde es mehr und mehr nachvollziehbar.
 
Ich kann Euch eigentlich nur zustimmen, mich hat dies damals sehr mitgenommen,
weil ich am Tag danach an dieser Stelle vorbei fuhr und die vielen Blumen sah.
Muß täglich an dieser Stelle vorbei und werde daran erinnert , durch die jetzige Berichterstattung
über die Berufung, machte ich mir eben wieder sehr viele Gedanken darüber.
Deswegen dieser Beitrag !
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Ich kann Euch eigentlich nur zustimmen, mich hat dies damals sehr mitgenommen,
weil ich am Tag danach an dieser Stelle vorbei fuhr und die vielen Blumen sah.
Muß täglich an dieser Stelle vorbei und werde daran erinnert , durch die jetzige Berichterstattung
über die Berufung, machte ich mir eben wieder sehr viele Gedanken darüber.
Deswegen dieser Beitrag !

Ist ja auch ok. Nüchtern aus 600 km Entfernung betrachtet, habe ich da einen anderen Blick und weniger Emotionen als Du.
 
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