Wahrnehmung von Bundesligavereinen

Liebe User von soccer-fans.de,

zuerst entschuldigen wir uns bei Euch dafür, Euch quasi zu überfallen. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es nicht gern gesehen wird, mit dem ersten Beitrag in einem Forum direkt auf eine Untersuchung hinzuweisen. Entschuldigt dies bitte, allerdings benötigen wir fußballinteressierte Probanden, weshalb wir uns für dieses Forum entschieden haben. Kommen wir nun zum eigentlichen Anliegen:

Die AG Sozialpsychologie der Philipps-Universität Marburg hat derzeit ein Projekt am Laufen, welches sich mit der Wahrnehmung von Bundesligavereinen beschäftigt.

Im Rahmen dieses Projektes wollen wir Fußballinteressierte bitten, eine Online-befragung durchzuführen. Die Umfrage ereicht Ihr unter folgendem Link:

http://www.unipark.de/uc/WahrnehmungBundesliga/

Die Befragung ist komplett anonym und die gesammelten Antworten werden lediglich zur Auswertung unserer Hypothesen verwendet. Der Fragebogen dauert ungefähr 10-15 Minuten.

Es gibt die Möglichkeit folgendes zu gewinnen:

1x ein Jahresabo der Zeitschrift "11 Freunde"
1x das Videospiel "FIFA 10" (wahlweise für PS3, XBOX 360 oder PC)
1x die DVD "Gib mich die Kirsche"

Generell hängt der Erfolg dieser wissenschaftlichen Untersuchung stark davon ab, wie viele Probanden teilnehmen.

Daher bitten wir darum, dass möglichst viele von Euch die Befragung durchführen und den Link Ihrerseits an Freunde und Bekannte weiterleiten, damit wir eine ausreichend große und repräsentative Stichprobe zu erhalten.

Wir bedanken uns bereits im Voraus und verbleiben

mit freundlichen Grüßen.

cand.-psych Hannes Münchow
Dr. Frank Asbrock
Dipl.-Psych. Mathias Kauff
AG Sozialpsychologie
Philipps-Universität Marburg

PS: Wenn Interesse besteht, würden wir Euch natürlich auch über etwaige Ergebnisse informieren.
 
Das ist wohl wahr, allerdings ist unser Budget nun nicht gerade riesig, so dass solche Gewinne leider nicht realisiert werden können.
 
Hallo,

Die Umfrage läuft erstmal so lange, bis wir die angestrebte Fallzahl (150) erreicht haben. Richtet sich also danach, wie viele Probanden teilnehmen.

Die genauen Forschungshypothesen kann ich natürlich hier im Thread nicht schreiben, wenn es dich aber interessiert, kann ich dir gerne eine PN schicken morgen früh.

Natürlich am liebsten erst, nachdem du teilgenommen und den Link an viele Leute verbreitet hast ;).

MfG

Hannes
 

Rupert

Friends call me Loretta
Die Thesen soll man ja aus der Warte beantworten was man glaubt was die Mehrheit über einen bestimmten Verein glaubt.

Viel Spaß beim Erklären dieser Herangehensweise.
 
Hallo,

ich kann Euch versichern, dass die depersonalisierte Art der Befragung für unsere Fragestellung die weitaus sinnvollere Möglichkeit ist, das zu erheben, was wir erheben wollen.

Es wäre toll, wenn Ihr den Link an so viele fußballinteressierte Freunde, Bekannte und Verwandte sendet wie möglich.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Hallo,

ich kann Euch versichern, dass die depersonalisierte Art der Befragung für unsere Fragestellung die weitaus sinnvollere Möglichkeit ist, das zu erheben, was wir erheben wollen.
(...)

Und ich kann Euch versichern, dass ich das sogar glauben könnte, würde ich erkennen können, was erhoben werden soll.
 

Dilbert

Pils-Legende
Liebe Uni Marburg,

wie oft will man eigentlich noch mit derselben Umfrage in irgendwelchen Foren hausieren gehen?
 
@Dilbert,

Ich kann verstehen, dass es auf gerade für Multi-Foren-User ein wenig nervend sein kann, wenn ein Projekt auf einigen größeren Plattformen gestartet wird. Allerdings gibt es kaum eine bessere Möglichkeit um genügend Probanden zu erreichen.
 

Dilbert

Pils-Legende
@Dilbert,

Ich kann verstehen, dass es auf gerade für Multi-Foren-User ein wenig nervend sein kann, wenn ein Projekt auf einigen größeren Plattformen gestartet wird. Allerdings gibt es kaum eine bessere Möglichkeit um genügend Probanden zu erreichen.

Nee, damit meinte ich, dass ein und dieselbe Umfrage hier alle paar Monate wieder auftaucht. Mal forscht einer für seine Doktorarbeit, dann die eine oder andere Universität, ein Meinungsforschungsinstitut..., irgendeine Wirtschaftsumfrage, und inzwischen bestimmt noch vier weitere "Anlässe".

Ich finde es nur komisch, wie viele verschiedene Leute seit Jahren den gleichen Kram machen. Und irgendwie wirkt das auf mich, als wäre da etwas faul dran.
 

Rupert

Friends call me Loretta
(...)
Ich finde es nur komisch, wie viele verschiedene Leute seit Jahren den gleichen Kram machen. (...)

Das ist gerade in, Dille, glaub' ich.
Wir sind gerade in der Phase im Fuppesgeschäft, wo Marketing und Aussendarstellung gefragt sind und man genau mit diesen Themen wohl auch im Moment einen Haufen Geld verdienen kann ;)
 
T

theog

Guest
(...)

Ich finde es nur komisch, wie viele verschiedene Leute seit Jahren den gleichen Kram machen. Und irgendwie wirkt das auf mich, als wäre da etwas faul dran.

Also, ich kann mich nicht erinnern, dass hier die gleiche Umfrage, d.h. die gleichen Fragen, mehrmals gepostet wurde. Was wäre denn falsch dran, wenn verschiedene Institute/Unis an einem ähnlichen Projekt teilnehmen? :rolleyes:
 
@ Dilbert

btw: Es geht es in unserer Umfrage weder um Marketinggeblubber, noch um Fanverhalten usw. wie in vielen anderen Umfragen zum Thema Fußball.

Im Gegenteil, soweit wir die Forschungslage überblicken konnten, gab es bisher keine Publikation, die unsere theoretischen Annahmen auf den Fußballkontext übertragen hat.

Dass es eine Vielzahl von Untersuchungen gibt, die sich mit Fußball beschäftigen ist sicherlich unbestreitbar, allerdings auch nur logisch. Wie viele Millionen Leute allein in Deutschland schauen regelmäßig Fußball, füllen die Stadien ebenso wie die Kneipen und organisieren sich in Fanclubs oder speziellen Foren?

Dieser äußerst ergiebige Forschungsbereich ist schon lange keine Domäne der Sportwissenschaftler mehr. Immer mehr Wirtschaftler, Mediziner, Soziologen und eben auch wir Psychologen versuchen verschiedene Aspekte des Themas zu beleuchten und Theorien daran zu erproben.

MfG
Hannes
 
Hallo,

die Umfrage ist jetzt beendet. Es haben ausreichend Probanden teilgenommen, deshalb danken wir Euch und eurer Community herzlich für die Unterstützung.

Ich würde dann noch die Ergebnisse posten, wenn ihr noch Interesse daran habt.

Viele Grüße,
Hannes.
 
T

theog

Guest
Hallo,

die Umfrage ist jetzt beendet. Es haben ausreichend Probanden teilgenommen, deshalb danken wir Euch und eurer Community herzlich für die Unterstützung.

Ich würde dann noch die Ergebnisse posten, wenn ihr noch Interesse daran habt.

Viele Grüße,
Hannes.

würde mich auch interessieren, auch wenn ich die umfrage nicht mitgemacht habe
 
Hallo,
hier die versprochenen Ergebnisse:



Bewunderung für Bremen und Missgunst für München - Wie werden die Vereine der ersten Bundesliga wahrgenommen?

Zusammenfassung:
In der Studie wurde untersucht, ob Emotionen, die gegenüber Fußballvereinen empfunden werden, auf den Dimensionen Wärme und Kompetenz beruhen und wie die Vereine der ersten Bundesliga der Saison 2009/2010 sich auf diesen Dimensionen einordnen lassen. Insgesamt zeigt sich, dass Fußballvereine überwiegend auf einer Dimension von Sympathie bis Antipathie bewertet werden. Allerdings gibt es mit dem FC Bayern München eine stark polarisierende Ausnahme – an diesem Verein scheiden sich die Geister und Respekt vermischt sich mit Abneigung. Es lassen sich darüber hinaus verschiedene Kategorien von Vereinen ausmachen, die bewundert oder verachtet (oder irgendetwas dazwischen) werden. Diese Urteile beruhen auf der Wahrnehmung von Erfolgen, Tradition und Wettbewerbsorientierung der Vereine.

Untersuchungsgegenstand:
Fußball ist das Spiel der Emotionen. Gerade auf den Rängen. Fans lieben oder hassen Vereine, sie freuen sich mit ihnen oder missgönnen ihnen ihren Erfolg. Was aber sind die Gründe für diese Gefühle? Wie werden die Vereine der 1. Fußballbundesliga von ihren Fans wahrgenommen und wie wirken sich diese Wahrnehmungen auf die Emotionen gegenüber den Vereinen aus? Diesen Fragen sind wir in einer sozialpsychologischen Studie mit 160 Fußballfans nachgegangen, in der die Befragten die 18 Vereine der 1. Bundesliga (Saison 2009/2010) auf den Dimensionen Wärme und Kompetenz einschätzen sollten. Zusätzlich sollten sie angeben, welche Emotionen sie gegenüber den Vereinen empfinden. Den theoretischen Hintergrund der Studie bildet das sogenannte Stereotype Content Model, nach dem Gruppen auf den Dimensionen Wärme und Kompetenz wahrgenommen werden, da diese die wichtigsten Informationen über andere bereitstellen: Wärme gibt an, ob eine Gruppe als freundlich oder feindlich gesinnt angesehen wird, Kompetenz besagt, ob der Gruppe zugetraut wird, ihre Ziele zu erreichen. Viele Studien zeigen, dass sich Gruppen anhand dieser Dimensionen in vier Kategorien einteilen lassen: Einige Gruppen werden als generell positiv eingeschätzt (warm und kompetent, z. B. Ärzte oder Sportler), andere als generell negativ, sprich kalt und inkompetent (z. B. Obdachlose oder Sozialhilfeempfänger). Daneben gibt es noch Gruppen, die ambivalent wahrgenommen werden: Alte und Behinderte werden bspw. als warm aber inkompetent gesehen, Feministinnen und Reiche als kalt und kompetent. Aus diesen Wahrnehmungen lassen sich bestimmte Emotionen vorhersagen: warme und inkompetente Gruppen werden bemitleidet, warme und kompetente Gruppen hingegen bewundert. Gegenüber kalten und inkompetenten Gruppen wird Verachtung empfunden, gegenüber kalten und kompetenten Gruppen Missgunst. Dieses Modell ermöglicht eine differenziertere Vorhersage von Emotionen gegenüber Gruppen als ein reines Sympathiemaß und wird daher in der aktuellen sozial-psychologischen Vorurteilsforschung häufig eingesetzt. Ziel unserer Untersuchung war zu schauen, ob sich anhand des Modells Sympathie und Abneigung gegenüber Bundesligavereinen differenzierter untersuchen lassen als bisher. Zu diesem Zweck wurde ein Fragebogen entworfen, der über einschlägige Onlineforen Fußballfans zugänglich gemacht wurde. 164 Fußballfans verschiedener Vereine haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt.

Ergebnisse:
Es zeigen sich bei der Kategorisierung von Fußballvereinen - anders als bei anderen Gruppen in vorhergehenden Studien - kaum ambivalente Einschätzungen (warm/inkompetent oder kalt/kompetent). Eine Ausnahme ist der FC Bayern München, der als kalt und kompetent eingestuft wird. Die restlichen Vereine werden entweder als warm und kompetent (z. B. Werder Bremen; Hamburger SV) oder als kalt und inkompetent (z. B. 1899 Hoffenheim; VFL Wolfsburg) gesehen, was als generelle Sympathie oder Antipathie zu verstehen ist. Die statistische Analyse unserer Daten zeigt darüber hinaus, dass sich vier Gruppen von Wahrnehmungen unterscheiden lassen: Die Vereine in Kategorie A werden als kalt und inkompetent wahrgenommen, die Vereine in Kategorie C als warm und kompetent. In Kategorie B finden sich die Vereine, die weder sonderlich gemocht, noch abgelehnt werden und in Kategorie D steht der FC Bayern München – respektiert (für die Kompetenz) aber nicht beliebt.
Welche Folgen haben diese Wahrnehmungen nun für die Emotionen gegenüber den Vereinen? Dazu haben wir getestet, welche Emotionen gegenüber den Vereinen in den vier Kategorien am deutlichsten empfunden werden: Wie erwartet, wird gegenüber Vereinen in Kategorie A (z.B. Hoffenheim, Schalke, Hertha) vor allem Verachtung empfunden. Gegenüber Vereinen aus Kategorie C (Bremen, HSV) wird vor allem Bewunderung empfunden. Bayern München (Kategorie D) wird vor allem Missgunst entgegengebracht, während bei den Vereinen in Kategorie B (z.B. Leverkusen, Nürnberg) die Emotionen insgesamt schwach und wenig eindeutig waren. Es fällt also auf, dass die Wahrnehmung von Wärme und Kompetenz mit bestimmten Emotionen gegenüber den Vereinen verbunden ist – besonders auffällig dabei die „ambivalenten“ Bayern, die einerseits als sehr kompetent gesehen werden, aber andererseits gerade dafür wenig beliebt sind. Dieser Mangel an Sympathie unterscheidet sich aber grundlegend von der Unbeliebtheit der Vereine in Kategorie A. Unseren Ergebnissen zufolge hängt die Einschätzung von Wärme und Kompetenz der Bundesligavereine von bestimmten Eigenschaften ab, die den Vereinen zugeschrieben werden. Vereine werden als kompetent eingeschätzt, wenn sie über eine lange Tradition verfügen sowie spielerisch und finanziell gut aufgestellt sind. Diese Einschätzungen treffen sowohl auf Werder Bremen als auch auf Bayern München zu, die beiden Vereine, die in unserer Studie als höchst kompetent eingeschätzt wurden. Als besonders kalt werden Vereine dann wahrgenommen, wenn sie sehr wettbewerbsorientiert auftreten. Diese Einschätzung trifft unseren Ergebnissen nach am ehesten auf Hoffenheim und Bayern München zu.

Kontakt:

Dr. Frank Asbrock
FB Psychologie
AG Sozialpsychologie
Philipps-Universität Marburg
Gutenbergstraße 18
35032 Marburg
Tel: 06421/28-23624
Fax: 06421/28-23789
asbrock@staff.uni-marburg.de


Dipl.-Psych. Mathias Kauff
FB Psychologie
AG Sozialpsychologie
Philipps-Universität Marburg
Gutenbergstraße 18
35032 Marburg
Tel: 06421/28-23602
Fax: 06421/28-23789
kauffm@staff.uni-marburg.de


Cand.-Psych. Hannes Münchow
FB Psychologie
AG Sozialpsychologie
Philipps-Universität Marburg
Gutenbergstraße 18
35032 Marburg
hannes.muenchow@gmx.de
<!-- / message -->
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Oben