Wacken 2017

Dilbert

Pils-Legende
Und wieder einmal steht ein Wacken-Ticket in freudiger Erwartung auf meinem Schrank...

In diesem Jahr wird es einige Veränderungen geben. Einmal ist das Festival tatsächlich noch nicht ausverkauft. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass der Eintrittspreis für das 3-Tage-Ticket inzwischen bei stolzen 220 Euro liegt. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es noch 180 Euro, und vor zehn Jahren waren es 65 Euro. Das hat man natürlich nicht in der Portokasse, und hätte ich nicht liebe Menschen in meinem privaten Umfeld, die mir da unter die Arme greifen, wäre eine Teilnahme für mich selber kaum zu finanzieren.

So, was ist noch: Es gibt keine Frühanreisegebühr mehr. Letztes Jahr musste man wenn man Montag anreiste noch 30 Euro zusätzlich berappen, am Dienstag immerhin noch 20 Piepen abdrücken, weil der offizielle Anreisetag eben Mittwoch war. Das fällt jetzt weg. Zusätzlich sind ab diesem Jahr die Duschen und (Wasser-)Toiletten auf den Campingplätzen umsonst. Nach denn schlammigen Absaufarien der letzten zwei Jahre hat man zudem auf dem Festivalgelände selber ein komplett neues Drainagesystem mit Pufferschicht, neuer Bepflanzung und Auffangbecken angelegt, das den Boden unempfindlicher gegen die Wassermassen und Belastungen des Festivals machen soll (und wenn gar nix geht macht man das Ventil auf und lässt den alltäglichen Wolkenbruch in den Nord-Ostsee-Kanal ablaufen). Das geht natürlich nur auf dem Gelände selber, die Campingplätze werden weiterhin je nach Wetter zu Moorbad und Schlickrutsch-WM einladen.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren nehme ich diesmal auch etwas mit, was man als Zelt bezeichnen kann. Meine olle Dackelhütte war jetzt zwei Jahre nacheinander ein Miniatur-Hallenbad. Es reicht einfach.

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt: Musik!

Wacken Open Air - Bands / Billing


Das liest sich schonmal vielversprechend. Einige Bands hab ich schonmal gesehen, andere (z.B. Megatdeth) werden Live-Premiere. Nostalgisch wird es bei Paradise Lost, war das doch vor 23 Jahren mein erstes Live-Konzert (damals in der Hamburger Markthalle)

Ansonsten auf meinem privaten Fahrplan:

Alice Cooper, Amon Amarth, Apocalyptica, Avantasia, Europe, Grave Digger, J.B.O., Katatonia, Kreator, Megadeth, Powerwolf, Rage, Sacred Reich, Volbeat, Warpath... und mal gucken was dann noch dazukommt. Vielleicht noch Status Quo, wobei ich gar nicht sicher bin, ob die nach dem kürzlichen Tod ihres Gitarristen überhaupt auftreten werden. Marylin Manson könnte auch mal interessant sein, wenn auch eher der Show als der Mucke wegen. Wahrscheinlich wird sie einiges eh überschneiden, so dass man dann die Qual der Wahl hat.

Ick freu mich drauf.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Annihilator, Dog Eat Dog, Fates Warning, Turbo Negro würde ich noch schauen, dass ich sie sehe und v.a.:

Napalm Death

J.B.O. hingegen eher großräumig umgehen aber die haben sich ja mittlerweile einen sog. Kultstatus erspielt - L E I D E R :D
 

Dilbert

Pils-Legende
J.B.O. hingegen eher großräumig umgehen aber die haben sich ja mittlerweile einen sog. Kultstatus erspielt - L E I D E R :D

Mein Mädel liebt die, ich mag die beiden ersten Platten. Was danach kam war eher durchschnittlich bis unterirdisch, aber um "Ein guter Tag zum Sterben" mitzugröhlen reicht es noch. Besser J.B.O. als FreiWild. ;)
 

GilbertBrown

Green Bay Packers Owner
Vor 15 bis 20 Jahren war J.B.O. der Knaller, danach haben sie schwer abgebaut. Explizite Lyrik und Laut! waren aber 2 Knallerplatten, liefen rauf und runter bei mir.
 

Dilbert

Pils-Legende
Vor 15 bis 20 Jahren war J.B.O. der Knaller, danach haben sie schwer abgebaut. Explizite Lyrik und Laut! waren aber 2 Knallerplatten, liefen rauf und runter bei mir.

"Meister der Musik" war noch in Teilen ganz gut, die A Capella-Version von "Jump" und "Ich glaube, Du liebst mich nicht mehr" fallen mir da ein. Von den Platten danach blieb noch die Manowar-Parodie "Verteidiger des Blödsinns" als Ohrwurm hängen, ansonsten... ungefähr nix.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Das Bang Your Head ist eben ein kleineres Metal-Festival mit sehr starker Betonung auf Metal und da treffen sich dann oft u.a. die Metalheads, die dem Brimbamborium, das in in Wacken mittlerweile auch veranstaltet wird, überdrüssig sind. Desweiteren kostet es auch nur ca. die Hälfte.
Wacken ist ja, nach dem Wegfall des Dynamo Open Air und des With Full Force, das mit Abstand größte Open Air in der erweiterten deutschsprachigen Gegend in Sachen härterer Musik. Rock im Park und Rock am Ring kann man nicht als Metal-Festivals bezeichnen. Damit (Zwischenstreuen von "softeren Metal", europaweitem Merchandising, sehr bekannte Headliner, etc.) kauft man sich dann natürlich auch ein Stück Beliebigkeit und hohe Preise ein.
Man könnte es auch schon fast so sagen: Sobald Metallica mal aufgetreten sind, biste im Arsch :D

Für Etliche ist es halt auch eine Woche Urlaub mit Mucke, die ihnen zusagt, viel Spaß und großer Party, was ja auch nicht das Schlechteste ist.

In München hat das auch 2015, 2016 ein "findiger" Veranstalter versucht aufzuziehen.
Der Ort war verdammt gut: Der Olympiapark
Nur davon was ein Metalfestival ist, hatten die gar keinen Plan und dementsprechend mau war's wohl auch, was mir Bekannte erzählten und was ich sonst noch las.
Ich fragte mich damals beispielsweise schon: Was soll das denn? Ein Festival auf dem man nicht campen kann - wie soll da Festivalstimmung aufkommen? Um 23:00 dann, wenn die letzte Band, laut Programm, gespielt hat, gehen dann alle heim, weil das Gelände ja schliesst. Oh, yeah :confused:
 
Zuletzt bearbeitet:

Dilbert

Pils-Legende
Das Bang Your Head ist eben ein kleineres Metal-Festival mit sehr starker Betonung auf Metal und da treffen sich dann oft u.a. die Metalheads, die dem Brimbamborium, das in in Wacken mittlerweile auch veranstaltet wird, überdrüssig sind. Desweiteren kostet es auch nur ca. die Hälfte.
Wacken ist ja, nach dem Wegfall des Dynamo Open Air und des With Full Force, das mit Abstand größte Open Air in der erweiterten deutschsprachigen Gegend in Sachen härterer Musik. Rock im Park und Rock am Ring kann man nicht als Metal-Festivals bezeichnen. Damit (Zwischenstreuen von "softeren Metal", europaweitem Merchandising, sehr bekannte Headliner, etc.) kauft man sich dann natürlich auch ein Stück Beliebigkeit und hohe Preise ein.
Man könnte es auch schon fast so sagen: Sobald Metallica mal aufgetreten sind, biste im Arsch :D

Für Etliche ist es halt auch eine Woche Urlaub mit Mucke, die ihnen zusagt, viel Spaß und großer Party, was ja auch nicht das Schlechteste ist.

In München hat das auch 2015, 2016 ein "findiger" Veranstalter versucht aufzuziehen.
Der Ort war verdammt gut: Der Olympiapark
Nur davon was ein Metalfestival ist, hatten die gar keinen Plan und dementsprechend mau war's wohl auch, was mir Bekannte erzählten und was ich sonst noch las.
Ich fragte mich damals beispielsweise schon: Was soll das denn? Ein Festival auf dem man nicht campen kann - wie soll da Festivalstimmung aufkommen? Um 23:00 dann, wenn die letzte Band, laut Programm, gespielt hat, gehen dann alle heim, weil das Gelände ja schliesst. Oh, yeah :confused:

In Hamburg gibt´s inzwischen das Elbriot, welches ähnlich ist (also auch ohne Camping).

Beim Wacken sind die Preise nicht nur wegen höherer Bandgagen gestiegen. Es muss einfach immer mehr gemacht werden. Immer mehr Campingflächen gemietet, da viele inzwischen um die Woche da zu verleben eigene Großcamps mit Partyzelten hochziehen, immer mehr sanitäre Anlagen, mehr Zäune, mehr Stromkosten und elektronische Anlagen, mehr Beleuchtung für die Wege, größere Bühnen, die oben schon erwähnte neue Bewässerungsanlage wegen der man das komplette Infield umgraben, ebnen und neu bepflanzen musste, dazu, bedingt durch die Ereignisse der letzten Jahre, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

Im Endeffekt beträgt die Netto-Preiserhöhung für einen der Dienstag Mittag anreiste und sich dann für 12.50 Euro vielleicht noch ´nen Dusch-/Kackpass (5 x duschen, 10 x scheißen) gekauft hat 7,50 Euro.

Womit ich nicht sagen will, dass ich das alles gut finde. Auf das Mittelalterdorf, die Ritterspiele, Wrestling, diese Mad-Max-Kasper und einige kleine Bühnen, könnte ich sehr gern verzichten. Vorallem, wenn dadurch der Ticketpreis runtergehen würde.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Stimmt, den ganzen Zirkus und die Infrastruktur hatte ich komplett vergessen.
Klingt für mich schrecklich :eek:
 

Dilbert

Pils-Legende
Stimmt, den ganzen Zirkus und die Infrastruktur hatte ich komplett vergessen.
Klingt für mich schrecklich :eek:

Ja, die fangen inzwischen zwei Wochen vor Festivalbeginn mit den Aufbauarbeiten an.

2014 verbrauchte das Festival allein so viel Strom wie eine Kleinstadt mit 70000 Einwohnern (Quelle: Wikipedia). Durch die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen (u.a. mehr Halogenstrahler um die Wege auszuleuchten und inzwischen zweifache Einlasskontrollen vor der Händlermeile und dann nochmal vor dem eigentlichen Infield), den Ausbau des Zeltes für die beiden größeren Nebenbühnen und der erneuten Vergrößerung der Campingfläche dürfte der Wert inzwischen nochmal gestiegen sein.

Mir ist das oft auch zu groß und zuviel... aber... ich fahr da in diesem Jahr zum 19. Mal hin. Ist einfach ein
Stück Heimat geworden. Vielleicht mach ich nach dem 20. Schluss damit... Vielleicht...
 

Dilbert

Pils-Legende
In 17 Tagen geht es los.

Leider wieder ohne Mädel, das ist inzwischen in die Brüche gegangen. :(

J.B.O. werd ich mir deshalb auch ersparen. Katatonia und Tankard spielen zeitgleich mit Avantasia und fallen deshalb für mich auch aus.

Ansonsten: Mal gucken was die Tage bringen. Zwei Paletten Büchsenbier stehen schon parat, die Ausrüstung was Zelt, Grill, Gaskocher, PANZERTAPE (wichtiger gibt´s nicht), Billigpavillon, Klappstuhl usw. angeht ist soweit zusammen. So langsam kommt auch etwas Vorfreude auf, auch wenn das dieses Jahr wahrscheinlich etliche bittere Momente geben wird, in denen ich jemanden vermissen werde.
 
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Dilbert

Pils-Legende
Morgen geht´s los... ich hab da schonmal was vorbereitet...

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Dilbert

Pils-Legende
Tja, und da ist dann die Woche schon wieder rum...

Ich hab nicht alles gesehen was ich sehen wollte, aber doch schon so einiges. Überraschend war wie sehr stimmungsvoll die alten Haudegen von Status Quo da angenommen worden sind. Etwas unter Wert wurde mal wieder Alice Cooper angenommen, der eine wirklich gute Show ablieferte und mit Spaß bei der Sache war, aber den müden Haufen nur mit "Poison", "Schools Out" und "I'm 18" so richtig aus der Reserve locken konnte. Ich finde seinen immer am frühen Abend angesetzten Spot aber auch unglücklich, weil die Show bei hellem Tageslicht eben nicht so wirklich zu Wirken vermag.

Völlig Banane waren Megadeth, bzw. deren "Sänger" Dave Mustaine. Entweder kann der live nicht singen oder der Tonmann hatte ihn als einziges Opfer ausgesucht, was der da von sich quäkte war jedenfalls dermaßen unerträglich, dass ich nach 15 Minuten gegangen bin.

Ansonsten fing der Wettergott pünktlich 30 Minuten vor dem offiziellen Showbeginn an zu spinnen, und schickte uns einen dermaßen üblen Wolkenbruch herunter, dass innerhalb von drei Minuten das Wasser von oben in meine Stiefel lief, und ich meine kompletten Klamotten auswringen konnte. Ergebnis: Drei Tage Füße in Plastiktüten und entsprechend Blasen und Schwielen.

Wodurch dann wiederum bewiesen wurde, dass das groß angelegte neue Entwässungssystem viellecht gut gedacht war, aber schlichtweg nicht funktioniert. Nach diesem Guss blieb das Infield selber bis zum Ende eine totale Schlammwüste.

Was bleibt noch? Das Touristenpublikum scheint etwas abzunehmen, und auch die "Hauptsache man fällt auf"-Fraktion war um einiges weniger vertreten als noch die Jahre zuvor. Ein paar Leute in Kostümen oder mit dusseligen Hüten, das war es dann auch schon. Ansonsten war da zu 99,8% "normales" Metalvolk anwesend. Die Konzerte waren auch um die Mittagszeit schon sehr gut besucht, die Stimmung trotz des Matsches friedlich.

In der ersten Nacht hatte ich dann ungebetenen Besuch im Zelt, weil sich einer verlaufen hatte und dann zu mir in die Bude gekrochen ist.

Der war nachdem ich ihn gebeten habe zu gehen so hinüber, dass ich ihn schließlich einfach hab schlafen lassen, und am nächsten Morgen hat er sich artig bedankt und ist weitergezogen ohne was zu klauen oder kaputtzumachen. So geht es doch auch (ein hübsches Mädel wäre mir natürlich lieber gewesen ;) ).

Als letztes Fazit: Ich muss noch einmal hin, aber wenn ich die 20 voll habe, ist für mich mit Wacken glaube ich wirklich Schluß. Zu groß, zu überfüllt, zu viel unnützes Drumrum. Auch wenn wir diesmal mit dem Zeltplatz und den Nachbarn wirklich Glück hatten und der Weg zu den Bühnen gut erträglich war. Ich bin nach 21 Jahren Festivalaktivität vielleicht euch einfach zu alt um in einem kleinen Igluzelt zu schlafen. und dann täglich 6 - 8 km durch den Matsch zu schliddern.
 
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