Video-Schiri ab der Saison 2017/18

HoratioTroche

Zuwanderer
Es kann ja sein, dass des VR immer mal wieder recht hat, aber das wiegt ja nicht das Problem auf, dass es völlig unklar ist - und vielleicht völlig unklar geregelt ist? - wann der VR nun eingreifen muss oder nicht. Oder soll? Oder darf? Selbst wenn das klar geregelt ist, ist es wohl recht untransparent, sonst würden diese Klagen darüber nicht existieren. Oder zu uneindeutig? Zu schwierig?
Das wird doch ständig erklärt, und selbst wenn dabei auch Fehler gemacht werden, worüber ja auch berichtet wird, wird es Trainer wie den Baumgart nicht davon abhalten, weiter von Respektlosigkeit zu reden. Und die Klagen wird es immer geben, weil die Leute sich einfach nicht selber drum kümmern was denn nun die Regeln sind. Das siehst du ja auch in diesem Forum, da kannst du den Leuten noch so viel zitieren und anbieten, für die ist es dann immer noch eine Fehlentscheidung.
So jedenfalls funktioniert es einfach nicht, wenn es nur den Schieris klar ist, den Zuschauern aber nicht. Wenn das im Stadion und an den Bildschirmen nicht nachzuvollziehen ist, warum jetzt VR und warum jetzt kein VR. Das erzeugt nur Frust und Unzufriedenheit und ist daher nachteilig für das Spiel.
Finde ich jetzt nicht. Mir ist klar, warum eingegriffen wird und wann und wie. Und wenn es mal unklar ist, weil ich bei Paderborn auch erst dachte, warum guckt er denn nicht und dann aber erfahre er hat es gehört, dann ist es völlig ok für mich.
Daher ist da eine Änderung dringend notwendig. Eine Möglichkeit wäre tatsächlich: VR wieder abschaffen.
Dann wären die beiden Pokalspiele völlig anders verlaufen und du hättest eine Riesendiskussion über Fehlentscheidungen und dass man das doch heute mit Technik auflösen könnte. So wie du es in den Pokalrunden ohne VAR hast.
Den Versuch war es wert, aber es funktioniert halt nicht, ist nicht praktikabel.
Ich finde es hat gestern und vorgestern gut funktioniert.
 

André

Admin
Da ist dein Eindruck halt einfach mal falsch. In dem Beitrag ist so ziemlich alles falsch, was falsch sein kann.
Ja, einen Tag später, als dann die Can Aussage in den Medien Klarheit brachte.

Da konnte ich das auch dann nachvollziehen, aber soll dass der Anspruch sein, dass man nun immer erst wartet, bis klar ist, wieso was wie entschieden wurde?

Und wenn der Trainer ein Veto hätte, hätte der Trainer sich es anschauen müssen, und wenn er nach dem Anschauen immer noch der Meinung ist, dann ist es ja gut. Dann wäre das Argument von Baumgart von wegen Arroganz ja auch direkt entkräftet gewesen.

Ich würde halt schon gerne, während dem Spiel verstehen was wie und wieso entschieden wurde, und nicht erst Tage später nach einer medialen Aufklärung. Oft bleibt diese ja auch komplett aus.
 
Es kann ja sein, dass des VR immer mal wieder recht hat, aber das wiegt ja nicht das Problem auf, dass es völlig unklar ist - und vielleicht völlig unklar geregelt ist? - wann der VR nun eingreifen muss oder nicht. Oder soll? Oder darf? Selbst wenn das klar geregelt ist, ist es wohl recht untransparent, sonst würden diese Klagen darüber nicht existieren. Oder zu uneindeutig? Zu schwierig?

So jedenfalls funktioniert es einfach nicht, wenn es nur den Schieris klar ist, den Zuschauern aber nicht. Wenn das im Stadion und an den Bildschirmen nicht nachzuvollziehen ist, warum jetzt VR und warum jetzt kein VR. Das erzeugt nur Frust und Unzufriedenheit und ist daher nachteilig für das Spiel. Daher ist da eine Änderung dringend notwendig. Eine Möglichkeit wäre tatsächlich: VR wieder abschaffen. Den Versuch war es wert, aber es funktioniert halt nicht, ist nicht praktikabel. Eine andere wäre tatsächlich die genannte "Fahnen-Regel". Vielleicht gäbe es auch noch andere Möglichkeiten.

Und btw. die Dauer der Unterbrechungen ist doch deutlich störender als ich das vor der Einführung des VR gedacht hätte (ich bin ja auch Ex-Befürworter). Für mich überwiegen beim VR die Vorteiel nicht die Nachteile, daher entweder weg damit oder praktikabler machen, sodass oben genanntes nicht mehr vorkommt.

Der VAR hat sogar sehr oft recht. In über 80% der Fälle, wenn ich mich richtig an die letzte Auswertung erinnere. Das ist sicherlich noch ausbaufähig, doch selbst wenn man ihn auf 100% hochschrauben könnte, beseitigt er nicht das Kernproblem. Nämlich dass die Leute schlicht und einfach zu wenig Kenntnisse von den Regeln haben. Und das deckt der VAR schonungslos auf. Die Schiedsrichter auf dem Feld wie am Bildschirm bewerten diese Situationen mit einem Detailwissen ums Regelwerk, da staunt der Laie im Stadion und vor dem Fernseher nur.
Nimm genau dieses Beispiel aus dem Pokalspiel BVB-SCP - wer hatte denn just in dem Moment dieser strittigen Szene den exakten Wortlaut des Regelwerks parat? Schiedsrichter mal ausgenommen. 1%? 0,5%? Noch weniger? Ich hätte es nicht gewusst, bin ich ganz ehrlich. Ich dachte in dem Moment nur: "Schwein gehabt." Und ich wette, so ging es Zehntausenden.
Die Wahrheit ist doch, dass die meisten von uns viel zu wenig Ahnung von den Details des Regelwerks haben. Wir glauben etwa, dass wir ein Abseits ganz genau erkennen, wenn wir eines sehen, weil wir das grundsätzliche Prinzip verstanden haben. Aber die Feinheiten hat doch von uns kaum jemand jemals nachgeschlagen, geschweige denn auswendig im Kopf. Und der VAR legt das offen, entweder dadurch, dass er für uns unverständlicherweise einschreitet, oder indem er für uns oft noch unverständlicherer nicht eingreift. Und wenn man hinterher nachschaut, war das meist auch völlig korrekt so. Nur bekommt man es heutzutage eben schön aufs Brot geschmiert. Früher hat man sich in der Kneipe oder im Büro zusammengerottet, kollektiv auf den blinden Schiedsrichter geschimpft und gut war. Heute stellt sich dank der Technik raus, dass das, was auf dem Brot so ekelhaft schmeckt, die eigene Unkenntnis ist. Und genau deshalb ist der VAR so unbeliebt - weil er uns vor Augen führt, wie blöd wir in dieser Beziehung eigentlich sind.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Angebliche fehlende Regelkenntnisse: Das ist aus meiner Sicht nicht das Problem, denn die Probleme mit den Regelkenntnissen sind kein spezielles, die den VR betreffen. Das trifft ja genauso auf Entscheidungen des Schiedsrichters auf Platz zu. Aus meiner Sicht ist es übrigens eher so, dass inzwischen einige Regeln (Hand, Abseits, Foul, Meckern, Protestieren) nicht mehr plausibel sind, weil sie inzwischen so ausgelegt werden, dass sie dem ursprünglichen Sinn der Regel nicht mehr entsprechen. Und daher sind sie völlig zurecht für den Zuschauer unplausibel, auch wenn sie den Buchstaben der Ausführungsbestimmungen nach vom Schiedsrichter richtig angewendet werden. Das ist das Regelproblem und nicht die angebliche Unwissenheit der Zuschauer.

Auch wenn der VR 100% richtig läge, bleibt das Problem: Die Szenen in denen er nicht eingreift. Und alle sich fragen: Wieso denn jetzt nicht? Was soll das denn jetzt? Wieso schaut sich Schieri X diese Szene an, Schieri Y beim anderen Spiel mit der selben Szene aber nicht? Wieso ruft Köln bei der Szene in Spiel Z den Schieri an und bei der selben Szene in Spiel W nicht? usw. usw. Das ist aus meiner Sicht ein ganz großes Manko, und ich weiß auch nicht, wie das aufgelöst werden soll (außer durch die "Flaggenregel"). Dadurch hat der VR ein zusätzlichen Frustfaktor ins Spiel gebracht. Das ist ein ganz gravierender Nachteil.
 

André

Admin
Hätte dir die Durchsage "bewusster / absichtlicher Ballkontakt von Paderborn - deshalb kein Abseits" gereicht?
Das wäre viellicht gar keine schlechte Idee. Ein Pressesprecher im Kölner Keller. Ähnlich wie Merk früher bei Sky mal zugeschaltet wurde, der kurz erklärt, wieso eingegriffen wurde, wieso nicht, undwas gesehen wurde, wieso das Tor zählt, oder nicht zählt. 20 Sekunden Statement, und ja das hätte mir zeitnah erklärt, wieso es eben in dem Fall nicht als Abseits gewertet wurde.
Vieles wäre einfach mit besserer Kommunikation schon deutlich besser als der Status Quo.
Auch wenn der VR 100% richtig läge, bleibt das Problem: Die Szenen in denen er nicht eingreift. Und alle sich fragen: Wieso denn jetzt nicht? Was soll das denn jetzt? Das ist aus meiner Sicht das Hauptmanko, und ich weiß auch nicht, wie das aufgelöst werden soll. Dadurch hat der VR ein zusätzlichen Frustfaktor ins Spiel gebracht. Das ist ein ganz gravierender Nachteil.
Genau. Einem Schiedsrichter gestehe ich zu, dass er mal was übersehen hat, oder in der Eile mal ein Abseits um 10 cm falsch gesehen hat.
Aber wenn ein VAR eingreift (oder auch nicht, obwohl er es hätte sollen) aufgrund von TV Bildern und dann 20% der Entscheidungen noch falsch sind, dann fällt mir das viel schwerer zu akzeptieren.
Nimm genau dieses Beispiel aus dem Pokalspiel BVB-SCP - wer hatte denn just in dem Moment dieser strittigen Szene den exakten Wortlaut des Regelwerks parat? Schiedsrichter mal ausgenommen. 1%? 0,5%? Noch weniger? Ich hätte es nicht gewusst, bin ich ganz ehrlich. Ich dachte in dem Moment nur: "Schwein gehabt." Und ich wette, so ging es Zehntausenden.
Dann sind vielleicht auch die Regeln einfach zu kompliziert.

Dieser Satz bringt es gut auf den Punkt:

Und der Fußball läuft Gefahr, Zuschauer und Fans zu vergraulen, weil immer weniger nachzuvollziehen ist, was auf dem Rasen überhaupt passiert.

 
[...] denn die Probleme mit den Regelkenntnissen sind kein spezielles, die den VR betreffen. Das trifft ja genauso auf Entscheidungen des Schiedsrichters auf Platz zu.
Richtig, aber der VAR deckt auf, dass wir halt oft zu wenig Ahnung haben. Von jeglicher Regel. Und das wird dann als Begründung herangezogen, um den VAR zu kritisieren. Dabei kann der meist gar nix dafür.

Aus meiner Sicht ist es übrigens eher so, dass inzwischen einige Regeln (Hand, Abseits, Foul, Meckern, Protestieren) nicht mehr plausibel sind, weil sie inzwischen so ausgelegt werden, dass sie dem ursprünglichen Sinn der Regel nicht mehr entsprechen.
Gesetzt den Fall, dem wäre so: Wieder kein Problem, das erst durch den VAR entsteht. Es wird nur durch ihn offen gelegt.

[...] die angebliche Unwissenheit der Zuschauer.
Angeblich? Wieso denn angeblich? Selbst Profis aus dem Business haben sich als unwissend geoutet. Nimm Baumgart.

Dadurch hat der VR ein zusätzlichen Frustfaktor ins Spiel gebracht.
Für mich nicht. Ich gehe aber auch nicht mit der Prämisse daran, dass etwas nur weil ich es nicht sofort verstehe, somit automatisch falsch, also eine Fehlentscheidung sein muss.
 

André

Admin
Dann muss man aber an die Regel ran und nicht an den VAR.
Naja meine Gründe für / gegen den VAR habe ich ja auch dargestellt.

Was ich wirklich hilfreich finden würde, wären folgende 2 Punke.

_ Bessere Kommunikation
- Vetorecht für Trainer (1x pro Spiel oder Halbzeit)

Das mit dem Vetorecht würde zumindest die Willkür rausnehmen wieso manchmal eingegriffen wird und dann bei ähnlichen Szenen woanders wieder nicht. In so nem Fall könnte der Trainer den VAR halt manuell triggern wenn er der Meinung ist, es wäre zu Unrecht nicht eingegriffen worden.

Und dann wäre für mich eine bessere Kommunikation / Erklärung wie in #516 beschrieben ein echter Mehrwert und würde manche Entscheidung vermutlich auch viel verständlicher machen. Das kann ja während dem Spiel passieren, einfach kurzes Statement wieso der VAR eingegriffen bzw. was er wahrgenommen hat.

Beim Spiel BVB - Paderborn: Kein Abseits, da zuletzt Ballberührung von Paderborn Spieler xy.

Würde ja schon langen. Hätte an dem Abend vieles verständlicher gemacht.
 
Naja meine Gründe für / gegen den VAR habe ich ja auch dargestellt.

Was ich wirklich hilfreich finden würde, wären folgende 2 Punke.

_ Bessere Kommunikation
- Vetorecht für Trainer (1x pro Spiel oder Halbzeit)

Das mit dem Vetorecht würde zumindest die Willkür rausnehmen wieso manchmal eingegriffen wird und dann bei ähnlichen Szenen woanders wieder nicht. In so nem Fall könnte der Trainer den VAR halt manuell triggern wenn er der Meinung ist, es wäre zu Unrecht nicht eingegriffen worden.

Und dann wäre für mich eine bessere Kommunikation / Erklärung wie in #516 beschrieben ein echter Mehrwert und würde manche Entscheidung vermutlich auch viel verständlicher machen. Das kann ja während dem Spiel passieren, einfach kurzes Statement wieso der VAR eingegriffen bzw. was er wahrgenommen hat.

Beim Spiel BVB - Paderborn: Kein Abseits, da zuletzt Ballberührung von Paderborn Spieler xy.

Würde ja schon langen. Hätte an dem Abend vieles verständlicher gemacht.
Da gehe ich doch komplett mit. Die Kommunikation mit dem Zuschauer ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Und dieses Hockey-Modell mit dem Vetorecht (Kommt doch aus dem Hockey, richtig?) hatte ich persönlich damals bei der Ankündigung des VARs auch favorisiert. Fände ich auch heute noch einfacher, verständlicher und vielleicht sogar einen Ticken spannender, weil man das dann als taktisches Mittel einsetzen kann. Hätte also absolut kein Problem damit. Aber den VAR als Ganzes abschaffen fände ich sackdämlich.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Richtig, aber der VAR deckt auf, dass wir halt oft zu wenig Ahnung haben. Von jeglicher Regel. Und das wird dann als Begründung herangezogen, um den VAR zu kritisieren. Dabei kann der meist gar nix dafür.


Gesetzt den Fall, dem wäre so: Wieder kein Problem, das erst durch den VAR entsteht. Es wird nur durch ihn offen gelegt.


Angeblich? Wieso denn angeblich? Selbst Profis aus dem Business haben sich als unwissend geoutet. Nimm Baumgart.


Für mich nicht. Ich gehe aber auch nicht mit der Prämisse daran, dass etwas nur weil ich es nicht sofort verstehe, somit automatisch falsch, also eine Fehlentscheidung sein muss.

Ich sehe da den Unterschied nicht. Als es noch keinen VR gab, gab es auch nach vielen Entscheidungen des Feldschiedsrichters Diskussion. Da haben dann auch viele gesagt: Dies und das war eine Fehlentscheidung, weil aus den und den Gründen. Und da hat sich dann auch das ein oder andere Mal rausgestellt, das man da die Regel nicht richtig im Kopf hatte und es doch keine Fehlentscheidung. Daher sehe ich nicht, dass das ein neues Problem wäre, das irgendwie speziell mit dem VR zusammenhängt.

Dann streich meinetwegen das angeblich. Mir kam es darauf an, dass nicht die Regelunkundigkeit das Problem ist und schon gar kein neues, sondern die Verschlimmbesserung der Regelauslegung, die dazu führt, dass die Regeln nicht mehr ihren ursprünglichen, plausiblen Sinn haben. Das hat mit dem VR aber auch gar nix zu tun, sondern an den misslungenen Versuchen, Regeln besser zu machen. Das hat halt nicht geklappt.

Bei meinem Abschnitt über den neuen Frustfaktor geht es allein darum, dass es neu ist, dass der VR mal eingreift und mal nicht. Und das der Schiedsrichter mal von sich aus eine Szene anschaut und mal nicht. Das gab es vorher einfach gar nicht. Das ist erst seit Einführung des VR so und daher ein komplett neuer Frustfaktor.

Und die Spielunterbrechungen durch den VB sind - anders als ich es vorher gedacht hätte - auch total nervig. Das nimmt recht viel Spaß raus beim Zuschauen. Da habe ich dann auch nix davon, dass es ein paar falsche Entscheidungen weniger gibt.

In der Gesamtheit hat das ganze VAR für mich mehr Nachteile als Vorteile. Daher kann das weg. Oder anders, dass es weniger Nachteile gibt als Vorteile.
 

Hendryk

Forum-Freund
Hätte dir die Durchsage "bewusster / absichtlicher Ballkontakt von Paderborn - deshalb kein Abseits" gereicht?
Mir hätte das auch gereicht.
Dann muss man aber an die Regel ran und nicht an den VAR.
Fußball war mal ein Spiel mit einfachen Regeln.
Bessere Kommunikation
Ist sehr wichtig, damit das Verständnis der beteiligten Personen (Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche und Zuschauer) nicht noch mehr leidet.

Was hat denn T.Stieler genau zu Steffen Baumgart gesagt? Wir diskutieren darüber, wissen es aber nicht.
Und wenn der VAR nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen soll/darf, warum ist es eine klare Fehlentscheidung, wenn er 4:50 Minuten die Bilder überprüfen muss? Die Zeit habe ich aus einem Artikel...
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Dann sind vielleicht auch die Regeln einfach zu kompliziert.

Dieser Satz bringt es gut auf den Punkt:

Und der Fußball läuft Gefahr, Zuschauer und Fans zu vergraulen, weil immer weniger nachzuvollziehen ist, was auf dem Rasen überhaupt passiert.


Auch sehr treffend das Zitat von Schieri Lutz Wagner:

"Wir Schiedsrichter sind wie die Polizei, wir sind nur das ausführende Organ. Wir machen nicht die Regeln, sondern wir setzen sie nur um. Aber klar, je mehr Unterpunkte und Ausnahmen eine Regel hat, desto unübersichtlicher wird es."


Und es wird nicht nur unübersichtlicher, sondern völlig absurd. Ich habe mir das jetzt auch nochmal angeschaut. Wenn die Regel dazu führt, dass das Abseits ist, dann ist die Regel völliger Quatsch. Da nutzt auch keine Erklärung irgendwas.
 
Ich sehe da den Unterschied nicht. Als es noch keinen VR gab, gab es auch nach vielen Entscheidungen des Feldschiedsrichters Diskussion. Da haben dann auch viele gesagt: Dies und das war eine Fehlentscheidung, weil aus den und den Gründen. Und da hat sich dann auch das ein oder andere Mal rausgestellt, das man da die Regel nicht richtig im Kopf hatte und es doch keine Fehlentscheidung. Daher sehe ich nicht, dass das ein neues Problem wäre, das irgendwie speziell mit dem VR zusammenhängt.

Dann streich meinetwegen das angeblich. Mir kam es darauf an, dass nicht die Regelunkundigkeit das Problem ist und schon gar kein neues, sondern die Verschlimmbesserung der Regelauslegung, die dazu führt, dass die Regeln nicht mehr ihren ursprünglichen, plausiblen Sinn haben. Das hat mit dem VR aber auch gar nix zu tun, sondern an den misslungenen Versuchen, Regeln besser zu machen. Das hat halt nicht geklappt.

Bei meinem Abschnitt über den neuen Frustfaktor geht es allein darum, dass es neu ist, dass der VR mal eingreift und mal nicht. Und das der Schiedsrichter mal von sich aus eine Szene anschaut und mal nicht. Das gab es vorher einfach gar nicht. Das ist erst seit Einführung des VR so und daher ein komplett neuer Frustfaktor.

Und die Spielunterbrechungen durch den VB sind - anders als ich es vorher gedacht hätte - auch total nervig. Das nimmt recht viel Spaß raus beim Zuschauen. Da habe ich dann auch nix davon, dass es ein paar falsche Entscheidungen weniger gibt.

In der Gesamtheit hat das ganze VAR für mich mehr Nachteile als Vorteile. Daher kann das weg. Oder anders, dass es weniger Nachteile gibt als Vorteile.
"Mein" Unterschied bezog sich nicht auf mit/ohne VAR, sondern darauf, was die eigentliche Ursache für den Unmut der Leute ist: Tatsächlich der VAR selbst oder doch die Regel(n), der/denen der Zuschauer nicht mehr folgen kann. Wenn letzteres das tatsächliche Problem ist, macht es keinen Sinn auf dem VAR herumzuhacken oder ihn abzuschaffen. Denn dadurch verschwindet diese Regel nicht.

Ich hab's gerade erst an anderer Stelle geschrieben: Der 08/15-Fußballkucker will sich mMn einfach aufregen. Das gehört zum Spiel. Also wird immer diskutiert werden. Egal worüber. Beispiel: Abseits. Früher wurde sich aufgeregt, wenn für den Zuschauer nicht klar erkennbar war, dass sich der Stürmer zum Passzeitpunkt bereits im Abseits befand. Heute deckt die kalibrierte Linie da jeden Zentimeter auf. Grund für weniger Diskussion? Mitnichten! Heute wird stattdessen angezweifelt, ob der Ball zum Zeitpunkt des Standbildes auch wirklich schon den Fuß des Passgebers verlassen hat. Und dieses Verhaltensmuster lässt sich an so vielen Stellen beobachten. Für mich daher kein Grund für jegliche Entscheidungen in Bezug auf den VAR.

Und um das jetzt mal langsam zu einem Ende und meine Sicht auf den VAR im Allgemeinen auf den Punkt zu bringen: Ich hab absolut Verständnis für den von dir beschriebenen Frustfaktor. Wegen mir darf und kann man auch gerne über Regeländerungen sprechen. Warum auch nicht? Und ich würde zudem sogar unterschreiben, dass der VAR nach wie vor Optimierungspotential bietet. Bei all diesen Dingen darf man also überall gerne noch an der Performance tunen oder meinetwegen auch über alternative Modelle wie Wurfflaggen etc. nachdenken.
Was in meiner kleinen Welt aber gar nicht geht: Ein Hilfsmittel wieder abzuschaffen, das richtig eingesetzt nachweislich zu einem faireren Spiel beiträgt. Und das schon gar nicht, weil man bisher vielleicht einfach nur zu blöd war, es noch besser zu machen. Sorry, aber das widerspricht für mich sämtlicher Logik und es will auch nicht in meinen sturen Schädel, dass -zig Sportarten den VAR einwandfrei hinbekommen, aber ausgerechnet der vermutlich weltweit beliebtesten und finanzkräftigsten das nicht gelingen soll.
Und was mir in der Betrachtung außerdem viel zu kurz kommt: Regeln und VAR wurden und werden ja nicht in erster Linie für den Zuschauer gemacht. Da stehen immer noch die Sportler und Teams im Vordergrund.


Fußball war mal ein Spiel mit einfachen Regeln.
Und jetzt hat es der VAR komplizierter gemacht?
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Nimm genau dieses Beispiel aus dem Pokalspiel BVB-SCP - wer hatte denn just in dem Moment dieser strittigen Szene den exakten Wortlaut des Regelwerks parat? Schiedsrichter mal ausgenommen. 1%? 0,5%? Noch weniger? Ich hätte es nicht gewusst, bin ich ganz ehrlich.
Nur weil du das nicht weisst, dass es kein Abseits ist wenn der Ball so wie vom Paderborner gespielt vom Gegner kommt, heisst das ja nicht, dass es 99% nicht wissen. Das ist ziemlich anmassend.
Die Wahrheit ist doch, dass die meisten von uns viel zu wenig Ahnung von den Details des Regelwerks haben. Aber die Feinheiten hat doch von uns kaum jemand jemals nachgeschlagen, geschweige denn auswendig im Kopf.
Das ist leider richtig, aber das liesse sich ja ändern. Ich schlage regelmässig Regeln nach. Und aktive Schiedsrichter machen das noch öfter. Warum schlägst du keine Regeln nach, wenn du schon selber sagst, dass du die Regeln gar nicht genau kennst? Wie kannst du dann über Fussball diskutieren wollen?
Früher hat man sich in der Kneipe oder im Büro zusammengerottet, kollektiv auf den blinden Schiedsrichter geschimpft und gut war.
Also in meiner Stammkneipe wäre so eine Szene wie bei SCP-BVB kein grosser Aufreger gewesen ob Abseits oder nicht. Selbst die Kölner Szene hätten die meisten richtig eingeordnet.

Ich weiss du irgnorierst mich, aber dann lesen es eben andere
:p
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Vor allem reden zuviel Leute mit zuwenig Ahnung von den Regeln über Fussball und glauben aber, sie hätten Ahnung. Ich habe die letzten Tage bei facebook und unter Zeitungsartikeln so viel Blödsinn zum Thema Abseits gelesen wie lange nicht.

Ohne in ein Regelheft geschaut zu haben würde ich mich nicht trauen, über Entscheidungen beim Basketball, Handball oder Hockey diskutieren zu wollen. Schon gar nicht mit dem Anspruch, dann Recht zu haben. Ist doch lächerlich.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
"Mein" Unterschied bezog sich nicht auf mit/ohne VAR, sondern darauf, was die eigentliche Ursache für den Unmut der Leute ist: Tatsächlich der VAR selbst oder doch die Regel(n), der/denen der Zuschauer nicht mehr folgen kann. Wenn letzteres das tatsächliche Problem ist, macht es keinen Sinn auf dem VAR herumzuhacken oder ihn abzuschaffen. Denn dadurch verschwindet diese Regel nicht.

Verschiedene Probleme erfordern verschiedene Maßnahmen. Dass inzwischen einige Regeln verschlimmbesserten wurden liegt nicht am VR, daher würde die ABschaffung des VR hier tatsächlich keine Lösung kein (das hat mmn auch niemand behauptet). Da müsste man an die Verschlimmbesserungen ran.

Für die Probleme, die der VR neu reingebracht hat, wäre die Abschaffung das VR eine Lösung. Oder eine andere Lösung: Anwendung des VR reformieren, es gab ja hier Vorschläge, wie man das vielleicht verbessern kann.
 
Verschiedene Probleme erfordern verschiedene Maßnahmen. Dass inzwischen einige Regeln verschlimmbesserten wurden liegt nicht am VR, daher würde die ABschaffung des VR hier tatsächlich keine Lösung kein (das hat mmn auch niemand behauptet). Da müsste man an die Verschlimmbesserungen ran.

Für die Probleme, die der VR neu reingebracht hat, wäre die Abschaffung das VR eine Lösung. Oder eine andere Lösung: Anwendung des VR reformieren, es gab ja hier Vorschläge, wie man das vielleicht verbessern kann.
Mein Eindruck ist schon eher der, dass der VAR für alle möglichen (vermeintlichen?) Probleme verantwortlich gemacht wird, mit denen er gar nichts zu tun hat. Es kann aber durchaus sein, dass ich die Kritik an dieser Haltung hier zu Unrecht unbewusst mit einfließen lassen habe.

Ansonsten gilt für mich wie gesagt: Abschaffung < Beibehaltung < Reform
 

Detti04

The Count
[...]dass die Regeln nicht mehr ihren ursprünglichen, plausiblen Sinn haben. Das hat mit dem VR aber auch gar nix zu tun, sondern an den misslungenen Versuchen, Regeln besser zu machen. [...]
Weil Du das jetzt zum wiederholten Mal schreibst: Welchen "urspruenglichen, plausiblen Sinn" hat denn die Handspielregel? Oder die Einfuehrung der Abseitsregel? Erklaer doch mal, aber bitte mit ausfuehrlicher Beschreibung von Verhaltensweisen, welche man durch die entsprechende Regel verhindern will.

Wirf als Starthilfe mal einen Blick auf die Abseitsregelung, die im Falle Paderborn so diskutiert wurde. Der Ball kommt von einem Verteidiger zu einem Angreifer, der im Abseits steht. Wieso ist
a) dieser Angreifer im strafbaren Abseits, wenn der Ball von einem Verteidiger (also beispielsweise vom Torwart) kommt, weil dieser gerade einen Torschuss abgewehrt hat,
b) der Angreifer aber nicht im strafbaren Abseits, wenn der Ball von einem Verteidiger kommt, der gerade keinen Torschuss abgewehrt hat?

Stell Dir mal die folgenden Alternativwelten vor:
Welt 1: In beiden Faellen liegt strafbares Abseits vor. Welche missbraeuchlichen Verhaltensweisen waeren dann moeglich?
Welt 2: In keinem Fall liegt strafbares Abseits vor. Welche missbraeuchlichen Verhaltensweisen waeren dann moeglich?
 

Itchy

Vertrauter
Eben, zumal bei der Rückpassregel ein kontrolliertes Spiel notwendig ist, kein absichtliches, damit es geahndet wird. Und von kontrolliert kann im
diskutierten Fall sicherlich keine Rede sein. Bei Abseits reicht also die Absicht, überhaupt irgendwie den Fuß an den Ball zu bekommen.
Und in Tornähe wird immer gepfiffen, auch wenn der Verteidiger nicht blockt, sondern ihm beispielsweise der Ball über den Schädel rutscht.
Wo beginnt da eigentlich die Tornähe?

Unabhängig davon, ich bin der Meinung, dass die Szene hätte kontrolliert werden müssen. Wenn ich grob aus einer Richtung ein Geräusch höre, in
der ich optisch etwas wahrnehme, dann setzt zumindest mein Gehirn das in eine Verbindung. Soviel zur Wahrnehmung von Herrn Stieler. Er hätte
selbst auch von "gehört" denn von "wahrgenommen" reden können, das hätte auch schon geholfen.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator

Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart sieht seinen Verein in letzter Zeit stark beachteiligt. Beim Spiel gegen Leverkusen wurde ein Handspiel nicht gesehen, es gab keine Videoüberprüfung. Da fragt er sich, warum nicht? Bzw. warum die VR diese Fehlentscheidung nicht korrigiert haben.

Schon bei den Bundesliga-Niederlagen gegen den FC Bayern und den VfL Wolfsburg sowie am Mittwoch beim Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach sei der VfB nicht objektiv behandelt worden, meinte Mislintat. Gerade bei Schiedsrichterentscheidungen zu möglichen Handspielen im Strafraum gebe es häufig "keine Stringenz". Klarste Definitionen zu Regelverstößen würden von den Schiedsrichtern nicht eingehalten.

Tja, Regelunkunde jetzt auch noch bei Schiedsrichtern?
 

Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart sieht seinen Verein in letzter Zeit stark beachteiligt. Beim Spiel gegen Leverkusen wurde ein Handspiel nicht gesehen, es gab keine Videoüberprüfung. Da fragt er sich, warum nicht? Bzw. warum die VR diese Fehlentscheidung nicht korrigiert haben.

Schon bei den Bundesliga-Niederlagen gegen den FC Bayern und den VfL Wolfsburg sowie am Mittwoch beim Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach sei der VfB nicht objektiv behandelt worden, meinte Mislintat. Gerade bei Schiedsrichterentscheidungen zu möglichen Handspielen im Strafraum gebe es häufig "keine Stringenz". Klarste Definitionen zu Regelverstößen würden von den Schiedsrichtern nicht eingehalten.

Tja, Regelunkunde jetzt auch noch bei Schiedsrichtern?
Ich habe das Handspiel in der Wiederholung bei Sport1 gesehen. Ich bin der Meinung dass es ein klares Handspiel war. Hab iwo gelesen, dass der KölschKeller sich genau zu Zeit mit einem vermeintlichen Abseits beschäftigt hat. Welches Abseits auch immer gewesen sein soll, man hat das Handspiel schlicht und einfach übersehen. So wurde es halt nicht überprüft.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich habe das Handspiel in der Wiederholung bei Sport1 gesehen. Ich bin der Meinung dass es ein klares Handspiel war. Hab iwo gelesen, dass der KölschKeller sich genau zu Zeit mit einem vermeintlichen Abseits beschäftigt hat. Welches Abseits auch immer gewesen sein soll, man hat das Handspiel schlicht und einfach übersehen. So wurde es halt nicht überprüft.

Interessant, so bringt das halt alles nix mit dem VR.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator

„Ich war stets für den Videobeweis, hatte mir aber nie vorgestellt, dass der Referee damit vorgeführt wird. Ich dachte, dass da einer als Helfer im Stadion vor einem Bildschirm sitzt und nur bei einer eindeutigen Fehlentscheidung dem Schiedsrichter einen Impuls gibt. Und dann muss dieser entscheiden.“

„Beim Handspiel muss natürlich die Absicht den Ausschlag geben – und ob damit ein Tor verhindert wurde. Aber wie kann ich Elfmeter pfeifen, wenn bei einer Flanke kurz vor der Torauslinie der Abwehrspieler, der zwanzig Zentimeter im Strafraum steht, den Ball an den Arm bekommt? Was soll dieser Schwachsinn?“


Das fragt sich nicht nur Felix Magath.
 
Was hat man sich denn vorgestellt was passieren würde?
Es war doch abzusehen. Die Annahmen, dass dann alles fair ablaufen würde und alles ganz klar ersichtlich ist, waren halt viel zu überzogen. Das hätte man aber vorher auch schon wissen können.
Ich finde weiterhin, die Entwicklung geht in eine falsche Richtung. Man darf nicht versuchen alle Fehler irgendwie beheben zu wollen, das wird nicht gehen. Es muss die Akzeptanz für Fehler erhöht werden. Da muss ich dann halt auch klar Fehler zugeben können, so können dann auch alle daraus lernen. Es wird immer jemand nicht zufrieden sein mit der Entscheidung, damit muss man auch leben können.
 

Hendryk

Forum-Freund
Ich finde weiterhin, die Entwicklung geht in eine falsche Richtung. Man darf nicht versuchen alle Fehler irgendwie beheben zu wollen, das wird nicht gehen. Es muss die Akzeptanz für Fehler erhöht werden. Da muss ich dann halt auch klar Fehler zugeben können, so können dann auch alle daraus lernen. Es wird immer jemand nicht zufrieden sein mit der Entscheidung, damit muss man auch leben können.
Sehe ich auch so.
 
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