Video-Schieri ab der Saison 2017/18

HoratioTroche

Zuwanderer
HT, ohne das Handspiel hätte er den Ball noch kontrollieren können und das ohne einen weiteren Abwehrspieler außer dem TW zwischen sich und dem Tor, was eine offensichtliche Torchance darstellt. Und dann ist Rot die zwingend vorgeschriebene persönliche Strafe gemäß Regel 12.
Wenn ein Spieler ein Tor oder eine offensichtliche Torchance des Gegners
durch ein Handspielvergehen vereitelt, wird er unabhängig vom Ort des
Vergehens des Feldes verwiesen
(mit Ausnahme des Torhüters im eigenen
Strafraum).

Es wird ja auch bei Foulspiel mehrere Meter vor dem Tor ohne weitere Abwehrspieler auf Feldverweis entschieden, wenn klar ist, dass der Spieler auf das Tor gespielt hätte ohne das Foul.
Er steht halt nicht mittig vor dem Tor sondern schräg, deswegen ist das mit einem frontal aufs Tor zulaufenden Spieler nicht vergleichbar. Irgendwo zwischen 0 und 90 Grad wird es da eine Grenze geben, was noch Torchance ist oder? Beim Wasserball haben wir so eine. Seitlich von Höhe 5er in den 16er kommend wäre das dann zum Beispiel keine.
 
Zuletzt bearbeitet:

HoratioTroche

Zuwanderer
Das wäre zum Beispiel was in Sachen Transparenz.
Wieso sitzt der Schiedsrichter nicht nach dem Spiel bei der PK dabei und erklärt direkt was wie und warum entschieden wurde.
Die 10 Minuten wird er ja wohl Zeit haben.
Oft sitzen da ja 2 Trainer die ratlos sind, ob der Schiedsrichterentscheidungen und wirklich aufgeklärt wird es dann nicht mehr.

Sitzt der Schiedsrichter bei der PK, könnte er ja direkt erklären wieso er so entschieden hat. Würde ich persönlich gut finden.
Wenn die, die Fragen stellen, Ahnung von den Regeln haben… sonst sind so Fragen nach dem Spiel ganz schnell ziemlich nervig. Sag ich dir jetzt mal.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Im Fußball ist die Spielrichtung aufs Tor maßgeblich, auch wenn der Laufweg schräg verläuft.
Ok, dann ist es tatsächlich nach dem Buch eine klare Torchance.

Was ich seltsam finde, aber ein anderes Thema ist: Beim Fussball ist es auch dann Strafstoss, wenn der gefoulte Spieler vom Tor weg läuft. Bei uns ist das Frei- statt Strafwurf. Begründung: Strafwurf gibt es bei verhinderter Torchance.
 

jambala

Moderator
Für den Strafstoß ist der Ort des Kontaktes wiederum maßgeblich. Im Strafraum inklusive auf den Begrenzungslinien (inklusive Torlinie) regelwidriger Kontakt gibt Strafstoß, außerhalb Freistoß. Bei Vergehen durch Werfen (inklusive Spucken) gilt der Ort, wo getroffen wurde bzw. getroffen werden sollte.
 

jambala

Moderator
Da steht eben auch eine Entwicklung dahinter. Als ich 1990 die Prüfung machte, gab es noch Einleitungsvergehen und Kontaktvergehen. Was wesentlich komplexer war hinsichtlich der Entscheidung als heute. Vor allem auch hinsichtlich der aktuellen Auslegung bezüglich Vergehen von außerhalb durch Auswechselspieler, Teamoffizielle und Spieler, die mit direktem Freistoß zu ahnden sind, was mittlerweile stark vereinfacht ist.
 

Detti04

The Count
Das fragst du jetzt ernsthaft nochmal? Wie oft wurde das schon erklärt, wann er eingreift?
Ob Platzverweis dann richtig ist, ist eine ganz andere Frage.
Ich find den Platzverweis da grundsaetzlich (also im Sinne des Spiels) schon okay. Das ist ja ein ziemliches zynisches Handspiel, welches nur dazu gedacht ist, absichtlich einen erfolgversprechenden Angriff des Gegners zu beenden. Wenn man sowas im Fussball nicht sehen will (und ich will das nicht), dann muss man es eben entsprechend bestrafen.
 

André

Admin
Wieder eine Regel, die das Hauptaugenmerk auf die subjektive Einschätzung des Schiris legt.

Ja, genau, die subjektive Einschätzung, die Linienrichter, Feldschiedsrichter und 22 Spieler auf dem Platz zunächst unzweifelhaft glauben ließen, dass das Tor regulär erzielt war.

Ich bewerte die Szene nicht mehr.

Ich bewerte die Regel.

Und die macht es für alle Beteiligten wieder einmal schwieriger.
Möglicherweise wurde die Regel auch einfach nur schlecht oder falsch übersetzt.

In der deutschen Übersetzung wird ein „kontrolliertes Spielen“ von den Regelhütern des DFB so interpretiert, dass eine Ballberührung des Abwehrspielers in Bedrängnis nicht mehr als deliberate play gilt und somit die Abseitsstellung nicht aufhebt. In einer Regelschulung vor Saisonbeginn wurde dies den Schiedsrichtern anhand von Fallbeispielen offensichtlich so erklärt, dass Abwehraktionen wie jene des Bochumers Lampropoulos davon abgedeckt sein sollen. Dies wurde am Tag nach der Partie durch den DFB-Projektleiter Jochen Drees offiziell bestätigt. Damit widerspricht der DFB allerdings der Grundintention des IFAB, das vornehmlich Regelungen für offensichtlich abgefälschte oder verunglückte Abwehrversuche (so genanntes „deflecting“) schaffen wollte und sollte. Auf der Website des IFAB wurden mehrere eindeutige Referenz-Szenen veröffentlicht, die den Schiedsrichtern des DFB offensichtlich nicht bekannt sind. Spätestens dort wird nämlich deutlich, dass die DFB-Auslegung zur Szene in Bochum nicht mit den Vorgaben des IFAB übereinstimmt.

Aus meiner persönlichen Sicht ist es schwer verständlich, in der Abwehraktion des Bochumers keine kontrollierte und beabsichtigte Aktion zu erkennen. Die ursprüngliche Intention des IFAB wird durch solch eine Interpretation ad absurdum geführt. Ähnlich bewertet es z. B. der erfahrene Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe mit Verweis auf die Original-Ausführungen des IFAB. Der VAR wurde in dieser Szene zum Erfüllungsgehilfen einer höchst fragwürdigen Einschätzung des Verbandes, hat aber – so absurd dies für Fußballliebhaber klingt – im Sinne der vom DFB pervertierten Regel tatsächlich die „richtige“ Entscheidung getroffen.


 

jambala

Moderator
Hier sind wir aber bei einem essentiellen Punkt.
Die Grundregel des IFAB wird durch spezifische Anweisungen des jeweiligen Landesverband ergänzt und konkretisiert, was in begrenzter Form möglich ist. Aus eigener Erfahrung sind in Luxemburg und Frankreich bestimmte Auslegungen abweichend sowohl zur IFAB Vorgabe als auch zur deutschen Auslegung. Es zählt also eben nicht nur der reine Regeltext des IFAB, in den Regelbüchern der weiß hinterlegte Teil, sondern immer auch der grün hinterlegte Teil mit der Ergänzung "Zusatzanweisungen des DFB". Und auf der Grundlage der Gesamtheit der Texte in den Regelbüchern wird dann in der Umsetzung die Lehrmeinung definiert, also das, was seitens des DFB im Rahmen der Lehrarbeit, egal ob Gruppe oder Elite, als Anweisung für die Umsetzung der Regeln vorgesehen ist.

So gibt es in der Ausführung des IFAB keinen Passus zu schwarzer Spielkleidung, der DFB gibt vor, dass die Farbe Schwarz dem SR vorbehalten ist. Die englische FA untersagt in unteren Klassen durchgängig das Tragen von schwarzen Trikots für Mannschaften und verbietet seinen SR das Tragen von farbigen Trikots inklusive Strafen.

Das war eigentlich schon immer so, warum Gräfe sich jetzt äußert als wäre es etwas Neues - passt halt zu seinem Auftreten hinsichtlich Kritik am DFB. Eines der markantesten Beispiele ist die Auslegung zum Abseits, wie sie beim Confed Cup in Südafrika angewendet wurde, wo erst abgepfiffen wurde, nachdem der Abseits stehende Stürmer nach 50 Metern den Ball spielte, obwohl klar war, dass nur er spielen wird können. Hier hat der DFB bereits mit Beginn der Runde keine vier Wochen später für den Bereich des DFB vorgegeben, dass früher abgepfiffen werden soll.

Sprich, das Gerüst der Regeln des IFAB alleine ist schon seit sehr langer Zeit nicht die einzige Grundlage, wie Situationen bei Spielen unter dem Dach des DFB entschieden werden sollen. Wobei es nur Konkretisierungen sind, keine Aufhebung der Grundregeln.
 

André

Admin
Ok, verstehe. Dann ist aus DFB Sicht die Vorgabe umgesetzt und erstmal erledigt.
Wenn jetzt ein Land die Regeln anders auslegt wie der IFAB sich das vorstellt, wird der IFAB die Regeln überarbeiten / konkretisieren und dann erst würde der DFB wieder in Zugzwang kommen was zu ändern. Richtig?

Es kann ja nicht im Interesse des IFAB sein wenn da große Diskrepanzen drin sind, und auch nicht im Sinne der Vereine, wenn international dann auf einmal anders entschieden wird, als national.

Aber dann verstehe ich zumindest, der DFB hat aus seiner Sicht die Regel umgesetzt und seine Hausaufgaben gemacht. Deshalb ist da jetzt aktuell kein Handlungsbedarf von Seiten des DFB zu erwarten, zumindest so lange die IFAB nichts ändert / konkretisiert. So ungefähr richtig?
 

jambala

Moderator
Diese grün hinterlegten Passagen sind durch das IFAB vor Veröffentlichung der Regeln abgesegnet, gelten aber ausschließlich für das Verbandsgebiet des DFB. Für die Auslegung mit dem kontrollierten Spielen greift eben die Zusatzanweisung zur Regel 11.

Genau das ist aber der Fall, dass die deutsche Auslegung teilweise pragmatischer ist, als es die IFAB schreibt, und teilweise wie eben mit der Abseitsauslegung die deutsche Auslegung verzögert in die IFAB Auslegung übernommen wird in Teilen.

Es sind aber keine wilden Auslegungen, die nicht vom IFAB abgesegnet sind.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Hier sind wir aber bei einem essentiellen Punkt.
Die Grundregel des IFAB wird durch spezifische Anweisungen des jeweiligen Landesverband ergänzt und konkretisiert, was in begrenzter Form möglich ist. Aus eigener Erfahrung sind in Luxemburg und Frankreich bestimmte Auslegungen abweichend sowohl zur IFAB Vorgabe als auch zur deutschen Auslegung. Es zählt also eben nicht nur der reine Regeltext des IFAB, in den Regelbüchern der weiß hinterlegte Teil, sondern immer auch der grün hinterlegte Teil mit der Ergänzung "Zusatzanweisungen des DFB". Und auf der Grundlage der Gesamtheit der Texte in den Regelbüchern wird dann in der Umsetzung die Lehrmeinung definiert, also das, was seitens des DFB im Rahmen der Lehrarbeit, egal ob Gruppe oder Elite, als Anweisung für die Umsetzung der Regeln vorgesehen ist.

So gibt es in der Ausführung des IFAB keinen Passus zu schwarzer Spielkleidung, der DFB gibt vor, dass die Farbe Schwarz dem SR vorbehalten ist. Die englische FA untersagt in unteren Klassen durchgängig das Tragen von schwarzen Trikots für Mannschaften und verbietet seinen SR das Tragen von farbigen Trikots inklusive Strafen.

Das war eigentlich schon immer so, warum Gräfe sich jetzt äußert als wäre es etwas Neues - passt halt zu seinem Auftreten hinsichtlich Kritik am DFB. Eines der markantesten Beispiele ist die Auslegung zum Abseits, wie sie beim Confed Cup in Südafrika angewendet wurde, wo erst abgepfiffen wurde, nachdem der Abseits stehende Stürmer nach 50 Metern den Ball spielte, obwohl klar war, dass nur er spielen wird können. Hier hat der DFB bereits mit Beginn der Runde keine vier Wochen später für den Bereich des DFB vorgegeben, dass früher abgepfiffen werden soll.

Sprich, das Gerüst der Regeln des IFAB alleine ist schon seit sehr langer Zeit nicht die einzige Grundlage, wie Situationen bei Spielen unter dem Dach des DFB entschieden werden sollen. Wobei es nur Konkretisierungen sind, keine Aufhebung der Grundregeln.
Das hielte ich - nicht von Dir - aber für grundfalsch, weil deliberate play in das laufende Spielgeschehen eingreift - konsequent durchdacht müsste die Regel einheitlich weltweit gelten.

Es darf nicht sein, dass eine elementare Fussballregel nicht einmal im Bereich eines Kontinentalverbandes nicht einheitlich beurteilt wird.

Deine Beispiele zu den Zusatzanweisung greifen nicht in den Spielablauf ein, also stelle ich mir schon die Frage, welche Regelungskompetenz der DFB mit seinen Zusatzanweisungen überhaupt ausüben darf.

"In begrenzter Form" sagt leider nicht, wo das seine Grenzen findet, und ich finde auf die Schnelle nichts...
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Diese grün hinterlegten Passagen sind durch das IFAB vor Veröffentlichung der Regeln abgesegnet, gelten aber ausschließlich für das Verbandsgebiet des DFB.

Weil es mich interessiert: Wo abgesegnet?

Es sind aber keine wilden Auslegungen, die nicht vom IFAB abgesegnet sind.
S.o.

Es müßte eine "Öffnungsklausel" geben, die besagt, was Nationalverbände anders oder dataillierter regeln dürfen.

Wer sie findet: Hier rein, bitte.
 
Zuletzt bearbeitet:

jambala

Moderator
Findest Du direkt auf der ersten Seite eines jeden Regelheftes:

Änderungen
Wenn der betroffene nationale Fußballverband zustimmt und die Grundsätze
dieser Regeln eingehalten werden, können die Regeln für den Jugendbereich,
Altherren-, Behinderten- und Breitenfußball in einzelnen oder sämtlichen der
folgenden Punkte angepasst werden:
• Größe des Spielfelds
• Größe, Gewicht und Material des Balls
• Breite zwischen den Torpfosten und Höhe der Latte zum Boden
• Dauer der beiden (gleich langen) Spielhälften (und der beiden gleich langen
Hälften der Verlängerung)
• Einsatz von Rückwechseln
• Einsatz von Zeitstrafen (Strafbänken) bei einigen/allen Verwarnungen
(Gelben Karten)
Jede andere Anpassung muss vom IFAB bewilligt werden.

Mit der Veröffentlichung des neuen Regelwerks zu Beginn der neuen Saison ist eben auch genau diese Freigabe durch das IFAB, also der Stelle, die für die Fußballregeln weltweit zuständig ist, erfolgt, sonst dürfte es eben nicht veröffentlicht werden.

Wenn Du Dir aber mal diverses Schulungsmaterial auch vom IFAB anschaust entspricht die Auslegung des DFB dem, was das IFAB beabsichtigt hat.
 

jambala

Moderator
Die fällt unter den fett geschriebenen Teil im von Dir verlinkten Text als auch der von mir zitierten Präambel des aktuellen Regelheftes:

Alle weiteren Varianten müssen jedoch vom IFAB bewilligt werden.

Mit der Veröffentlichung ist klar, dass diese Bewilligung erfolgt ist.

Bezüglich des deliberate play ist die Auslegung des DFB eine engere Definition, was als deliberate, also absichtlich/vorsätzlich spielend, zu werten ist. In dem Fall sieht der DFB es als nicht gegeben an, wenn der Spieler den Ball vom Gegner bedrängt spielt, da hierdurch keine echte Ballkontrolle erlangt wird, wodurch es auch keine Aufhebung des Abseits gibt.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
....entspricht die Auslegung des DFB dem, was das IFAB beabsichtigt hat.

Daran habe ich konkrete Zweifel, wie dieses immer noch seit 4 Monaten veröffentlichte Fallbeispiel des "absichtlichen" Spiels - also kein Abseits - beweist:



Denn:

- Inter-Verteidiger ist im Zweikampf
- Inter-Verteidiger ist in absoluter Tornähe
- Inter-Verteidiger kommt nicht richtig an den Ball
- Inter-Verteidiger spitzelt den Ball gerade so weg, direkt dem "abseits" stehenden Barinesen inne Füsse

Das ist ABSICHTLICHES klären nach IFAB, bei uns nach der Regelauslegung aber nicht, weil, was weiß ich, nicht kontrolliert, bedrängt, nicht frei spielbar?

Nochmal Deine Worte:

"Wenn Du Dir aber mal diverses Schulungsmaterial auch vom IFAB anschaust entspricht die Auslegung des DFB dem, was das IFAB beabsichtigt hat."


Mit Verlaub: Schwachsinn.
 
Zuletzt bearbeitet:

jambala

Moderator
Das hier ist seit Beginn der Saison die Interpretation, die das IFAB herausgegeben hat:

Criteria you can use as a referee
The following criteria should be used, as appropriate, as indicators that a player was in control of the ball and, as a result, ‘deliberately played’ the ball:
The ball travelled from distance and the player had a clear view of it
The ball was not moving quickly
The direction of the ball was not unexpected
The player had time to coordinate their body movement, i.e. it was not a case of instinctive stretching or jumping, or a movement that achieved limited contact/control
A ball moving on the ground is easier to play than a ball in the air

Entnommen dem Blog der SR Sparte des KNBV, deren Auslegung sehr eng an den FIFA Regeln ist:

Genau das hat der DFB in seine Zusatzanweisung gepackt. Siehe Punkt 2 der Zusatzanweisung
2. Die Berührung des Balles durch einen Spieler der verteidigenden
Mannschaft hebt eine Abseitsstellung nur dann auf, wenn es sich dabei
um ein kontrolliertes Spielen des Balles handelt, das nicht einer
Torverhinderungsaktion entspringt. Näherer Erläuterung bedarf der Begriff einer „absichtlichen Torverhinderungsaktion“. Die Abseitsstellung ist dann strafbar, wenn ein Spieler den Ball aus einer Torverhinderungs-
aktion
eines Abwehrspielers erhält. Die Aktion des Abwehrspielers ist in diesem Fall vergleichbar mit der Abwehr eines Torwartes.

Sprich, wenn der Verteidiger keine wirkliche Ballkontrolle erlangt ist es Abseits.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Daran habe ich konkrete Zweifel, wie dieses immer noch seit 4 Monaten veröffentlichte Fallbeispiel des "absichtlichen" Spiels - also kein Abseits - beweist:



Denn:

- Inter-Verteidiger ist im Zweikampf
- Inter-Verteidiger ist in absoluter Tornähe
- Inter-Verteidiger kommt nicht richtig an den Ball
- Inter-Verteidiger spitzelt den Ball gerade so weg, direkt dem "abseits" stehenden Barinesen inne Füsse

Das ist ABSICHTLICHES klären nach IFAB, bei uns nach der Regelauslegung aber nicht, weil, was weiß ich, nicht kontrolliert, bedrängt, nicht frei spielbar?

Nochmal Deine Worte:

"Wenn Du Dir aber mal diverses Schulungsmaterial auch vom IFAB anschaust entspricht die Auslegung des DFB dem, was das IFAB beabsichtigt hat."


Mit Verlaub: Schwachsinn.


Die deutsche Auslegung inspricht in keinster Weise der IFAB. Ob es nun daran liegt, dass die kein Englisch können oder einfach nur (mal wieder) eine Sonderregelung haben wollen, sei mal dahingestellt: Law 11 - Offside: ‘deliberate play’ guidelines clarified | IFAB

Es geht bei Regel ums angeschossen werden (das ist natürlich keine kontrollierte Ballbehandlung) und um akute Zweikämpfe, bei denen der Ball halt irgendwo hinspringen (ebenfalls nicht kontrolliert). Um alles andere geht es nicht, will heißen, alles andere sind "kontrolliert".
 

jambala

Moderator
Falsch, Holgy. Die Regeländerungen betreffen nämlich eine kontrollierte Annahme des Balls durch den Verteidiger und nicht nur die reine Abwehrreaktion.

Für die galt vorher, dass, wenn der Ball nach der erfolgten Ballkontrolle zum im Abseits befindlichen Stürmer kam, es Abseits war. Jetzt gilt, dass durch eine kontrollierte Annahme des Balls das Abseits aufgehoben wird, auch wenn der Ball anschließend zum abseits stege. Jede andere Situation, in der der Ball zwar gespielt, aber nicht kontrolliert wird durch den Verteidiger, bleibt weiterhin Abseits. Und nichts anderes besagt Punkt 2 für die Zusatzanweisung der Regel 11.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Nicht falsch, jambala. Die Definition von "kontrolliert" und "nicht kontrolliert" des DFB entspricht nicht der der IFAB. Die Auslegung des DFB ist also falsch. Entsprechend falsch ist auch die Entscheidung im "Beispiel Bochumfall".
 

U w e

Moderator
Fröhlich sagt doch selber, dass momentan einge Entscheidungen fragwürdig waren.
Von der Kommunikation ganz zu schweigen.
Ist halt seltsam alle Szenen erstmal als regelkonform hinzustellen um dann einige Wochen später von fragwürdigen Entscheidungen zu sprechen.
 

jambala

Moderator
Ist es nicht. Die Definition der Zusatzanweisung (Vergleichbar mit der Abwehr eines Torwart) deckt sich mit dem Punkt des IFAB
The player had time to coordinate their body movement, i.e. it was not a case of instinctive stretching or jumping, or a movement that achieved limited contact/control

 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Es geht um die Begründung der Entscheidung von Schlager, die durch den DFB bestätigt wurde. Diese Begründung widerspricht der Regelung der IFAB.

Schlager: „Es ist eine Abwehrsituation. Der Spieler probiert den Ball zu klären, aber das tut er nicht kontrolliert. Wenn er das kontrolliert macht, spielt er ihn in Richtung Mittelkreis.“

Das ist aber nicht im Sinne der IFAB, denn: If the pass, attempt to gain possession or clearance by the player in control of the ball is inaccurate or unsuccessful, this does not negate the fact that the player ‘deliberately played’ the ball.

Alle andere Kriterien (siehe den oberen Link zur IFAB) treffen ebenfalls nicht zu. Der DFB hat also eine andere (=falsche) Auslegung (zumindest in diesem Fall). (siehe auch Video Beispiel 5 zur Erklärung der Regel im IFAB-Link)
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Alle andere Kriterien (siehe den oberen Link zur IFAB) treffen ebenfalls nicht zu. Der DFB hat also eine andere (=falsche) Auslegung (zumindest in diesem Fall).
Ich bin Deiner Meinung, besonders aber stört mich Jambala's Behauptung, dass DFB-Rule das ist, was IFAB beabsichtigte.

Denn das wird widerlegt mit Deinem Kursiv-Zitat, weil ich meine, dass "in control" nun nicht bedeutet: "Habsch Klicker am Fuß und weit und breit kein Gegner!"

Und die von mir verlinkte IFAB-Beispiels-Spielszene zeigt auch genau, dass es auf die Vollkontrolle offenbar nicht ankommt.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich bin Deiner Meinung, besonders aber stört mich Jambala's Behauptung, dass DFB-Rule das ist, was IFAB beabsichtigte.
Denn das wird widerlegt mit Deinem Kursiv-Zitat UND "meiner" Beispiels-Spielszene.

Der DFB weiß also, was die IFAB eigentlich sagen wollte, obwohl sie was anderes sagt? :D Na klar, ganz sicher! :lachweg:

Die Regelunklarheit wurde doch extra im oben genannten Link clarified. Und zwar recht aktuell, im Juni.

Interessant ist da nur noch die Frage, warum sich der DFB da querstellt: Ob es die mangelnden Sprachkenntnisse sind; oder ob die ihr eigenes Süppchen kochen wollen; oder ob es Sturheit ist, weil die IFAB nicht der deutschen Auslegung folgte. Man weiß es nicht.
 

jambala

Moderator
Worum geht es? Darum, dass der Ballkontakt durch den Verteidiger ihm eine Ballkontrolle erlaubt oder eben nicht. Genau dies wird sowohl durch das IFAB als auch durch den DFB vorgegeben, indem man eben definiert dass ein Ballkontakt nicht automatisch als Ballkontrolle zu definieren ist.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Worum geht es? Darum, dass der Ballkontakt durch den Verteidiger ihm eine Ballkontrolle erlaubt oder eben nicht. Genau dies wird sowohl durch das IFAB als auch durch den DFB vorgegeben, indem man eben definiert dass ein Ballkontakt nicht automatisch als Ballkontrolle zu definieren ist.
...und im Videobeispiel der IFAB ein nicht kontrolliertes Stochern als kontrolliert angesehen werden muss.

Jambala, verstehe mich nicht falsch, aber so funktioniert weder Schulung noch Regelgemäßheit.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Wenn die Schiedsrichter in der BuLi das immer anders pfeiffen als von der IFAP vorgesehen, dann wird immerhin kein Verein benachteilgt (bzw. bevorteilt). Als Schiedsrichter würde mich das aber ziemlich nerven, wenn ich eine Regel anders auslegen muss als vorgesehen. Vielleicht interessieren sich die deutschen Schiedsrichter aber auch gar nicht für die IFAB. Ungünstig wird es dann, wenn ich als Schiedsrichter EL, CL oder WM pfeiffen darf und dann die Regeln nicht richtig anwende.
 
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