Tritt Hoeneß am Montag zurück?

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Am Montag tagt der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG und - wie der Spiegel online berichtet - sieht es so aus, dass dieser Hoeneß nahelegen wird, seine Ämter (Präsi und Aufsichtsratsvorsotzender) zunächst ruhen zu lassen.

Fall Hoeneß: Aufsichtsrat des FC Bayern distanziert sich - SPIEGEL ONLINE

Im Aufsichtsrat sitzen:

Herbert Hainer
Stellvertretender Vorsitzender
Vorstandsvorsitzender der adidas AG


Rupert Stadler
Stellvertretender Vorsitzender
Vorstandsvorsitzender der Audi AG

Timotheus Höttges
Mitglied
Vorstand Finanzen und Controlling der Deutschen Telekom AG

Karl Hopfner
Mitglied
1. Vizepräsident des FC Bayern München eV

Helmut Markwort
Mitglied
Vorstandsmitglied bei Hubert Burda Media, Herausgeber des Nachrichtenmagazins FOCUS


Dieter Rampl
Mitglied
Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group, Aufsichtsratsvorsitzender der Börse München


Dr. Edmund Stoiber
Mitglied
Bayerischer Ministerpräsident a.D., Ehrenvorsitzender der CSU

Prof. Dr. Martin Winterkorn
Mitglied
Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und der Porsche Automobil Holding SE



FC Bayern München AG
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Kann ich mir nicht vorstellen, sonst wäre Hoeneß schon längst rausgekickt worden :D
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Bei der Besetzung kann ich mir nicht vorstellen, dass da jemand besonderen Druck ausübt. Da ist er doch unter Seinesgleichen wie es besser gar nicht sein könnte.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Na eben. Und unter denen gilt: Man kann alles machen, außer sich erwischen lassen.

handgetappert by Holgy
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wobei, so ungefähr könnte ich mir das vorstellen:

"Ich habe allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Finanzbehörden nicht informiert. Und sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrekte Angaben von Finanztransaktionen, bei über 1300 Transaktionen, verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid.
Die eingehende Prüfung und Gewichtung dieser Fehler obliegt jetzt dem Finanzamt Miesbach. Ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen festzustellen, inwiefern darin ein steuerrechtliches, und ich betone ein steuerrechtliches, Fehlverhalten liegen könnte. Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Amt des Präsidenten verzichten, allerdings nur bis dahin. Anschließend würde ich es wieder ausüben. Ich werde mir keine anderen Maßstäbe anlegen, als ich sie bei anderen angesetzt hätte. "
 
Na eben. Und unter denen gilt: Man kann alles machen, außer sich erwischen lassen.

handgetappert by Holgy

Genau. Da zählt dann Freundschaft nicht mehr viel, zumindest können sich das Leute wie Hainer von börsennotierten Gesellschaften nicht leisten, zumal ja in naher Vergangenheit aus diesen Kreisen Fairness und corporate governance in den Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns gestellt wurde und ja mittlerweile eigene Stabsstellen für diese Bereiche gegründet wurden.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Dass überhaupt diskutiert wird, ob ein Millionenbetrüger zurücktreten muss, finde ich fast schon wieder amüsant. Wenn es nicht ein erschreckendes Bild vom Werteverständnis eines großen Teils der Leute abgäbe.

Es geht ja nicht um einen Präsi-Posten eines Klepperlesvereins, sondern um den Aufsichtsratsvorsitz einer AG.

Irgendwie ein bisschen fragwürdig auch, das da Manager von Sponsoren im Aufsichtsrat sitzen. So hinsichtlich Interessenkonflikt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sponsoren haben doch hier keinen Interessenkonflikt, weil ihr einzigstes Interesse ist, dass ihre Marke ein gutes Image hat. Wenn der Werbeträger, das nicht mehr vermittelt, ziehen die sich ganz schnell aus Eigeninteresse zurück. Jüngste Beispiele: Armstrong und Tiger Woods. Die Sponsoren verlieren auch nicht mal Geld, weil solche Imageschäden vertraglich auch geregelt sind.
 
Die handeln ja nicht, die kontrollieren ja nur den Vorstand.
Aber die sitzen ja gerade deswegen im AR um sicherzustellen, dass Bayern-ihr Werbeträger -keinen Unfug macht. Wahscheinlich knüpfen die sogar ein Millionesponsoring daran, dass sie im AR sitzen dürfen.
 
Aber welcher Fall könnte das sein? ADIDAS ist ja kein Konkurrenzunternehmen der Bayern, sonder ein Sponsor, also ein Partner. Wenn da jetzt der Watzke vom BVB im AR der Bayern säße, könnte ich das nachvollziehen.
Ich kann jetzt keinen Interessenkonflikt erkennen. Adidas will als Sponsor wie die Bayern,dass die Bayern Erfolg haben.
Ein theoretischer Konflikt könnte sein, dass die Bayern mit Puma sypmathisieren, aber damit wären sie gegenüber ADIDAS vertragsbrüchig.
Man könnte jetzt die Frage stellen, ob es für Bayern besser wäre, dass Hoeness bleibt, ADIDAS ihn aber als Imageschädigend sieht. Aber hier in Falle einer so gravierenden Straftat, sollte die Sachlage klar sein, und der AR rückt ja offenbar auch von UH ab.

Schade, dass der Professor Theisen nicht mal ein Beispiel aufgeführt hat.
 

Itchy

Vertrauter
@ Holgy und das sichnichterwischenlassendürfen.
Und selbst dann. Remember Ackermann und Bereicherung bei Mannesmannübernahme durch Vodafone. Wäre er verurteilt worden, hätte er sein Amt als Chef der Deutschen Bank abgeben müssen. Hat er mal kurz 3,2 Millionen als Vergleich gezahlt und durfte sich weiter von der Spitzenpolitik, -wirtschaft, etc. hofieren lassen.

Habe ich im Zusammenhang mit Hoeneß doch auch schon gehört. Knast=no Präsi. No Knast=weiter Präsi.
 
In dem Aufsichtsrat sind Konzerne vertreten, die nicht einmal ansatzweise mit dem Thema Steuerhinterziehung in Verbindung gebracht werden dürfen. Mit Freundschaft oder Loyalität hat das sowieso nichts zu tun, denn die Konzernchefs im Gremium repräsentieren ihren Konzern und nicht sich selbst. Die haben ihrerseits wieder ihre Aufsichtsräte bzw. Vollversammlungen denen sie Rechenschaft schuldig sind.

Wenn in der Gesellschaft mal wieder eine Hetzjagd (vgl. Wulff) abgezogen wird, dann werden die Konzernbosse da auch einknicken. Ein Adidas oder VW kann es sich nicht leisten, dass ihr Name aufgrund von so etwas negativ belastet wird, denn früher oder später würde die sinngemäße Message "VW unterstützt kriminellen Steuerhinterzieher" durch die Presse gehen. Nur ein winzig kleiner Teil Psychos würde sich wegen der Hoeneß-Sache davon abhalten lassen einen VW zu kaufen, wenn seine Kaufentscheidung davor eigentlich dafür sprach. Aber schlechte Presse summiert sich auf und verursacht letztlich ein negatives Markenimages, was unbedingt zu vermeiden ist. Es ist jetzt die Aufgabe der Vorstände einzuschätzen ob die schlechte Presse schwerer wiegt als der Verlust von Hoeneß.

Ich glaube es ist jetzt maßgeblich wie sich die Stimmung in der Bevölkerung entwickelt. Momentan habe ich nicht das Gefühl, dass Hoeneß viel Sympathie in der Öffentlichkeit verloren hat. Die, die ihn hassen, hassen ihn genauso wie zuvor und die, die ihn mochten sind zwar irritiert, stehen aber (noch) zu ihm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber welcher Fall könnte das sein?

Kann sein, dass ich deine Frage nicht verstehe. Der Interessenskonflikt ist, dass es für den FC Bayern das beste wäre wenn Hoeneß bleibt, während es für das Unternehmen, in dem das Aufsichtsratsmitglied Vorstand ist, das beste wäre wenn Hoeneß zurücktritt (Publicity).
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
für mich ist viel wichtiger die frage:
muss er nun nach den schlimmen vorwürfen, die gegen ihn erhoben wurden, als wurstfabrikant zurücktreten?

er arbeitet dort in einer ganz sensiblen branche, wie wir alle wissen.
können wir einem steuerbetrüger noch vertrauen, welches fleisch er für seine würste verarbeitet?
 
Kann sein, dass ich deine Frage nicht verstehe. Der Interessenskonflikt ist, dass es für den FC Bayern das beste wäre wenn Hoeneß bleibt, während es für das Unternehmen, in dem das Aufsichtsratsmitglied Vorstand ist, das beste wäre wenn Hoeneß zurücktritt (Publicity).

Aber wieso wäre es für den FC Bayern das beste, wenn ein Steuerhinterzieher weiter Präsident bleiben darf?
Hoeness hätte ja nur noch einen Wert, wenn er der interne Macher wäre, der alleine die Prozesse steuern könnte, aber das ist er ja seit eigenen Aussagen schon lange nicht mehr ( an Nerlinger dann Sammer übergeben). Und für alles andere ( Image, Türöffner, Abteilung Attacke, die Mutter Teresa vom Tegernsee etc) taugt so ein Mann wohl jetzt nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich glaube es ist jetzt maßgeblich wie sich die Stimmung in der Bevölkerung entwickelt. Momentan habe ich nicht das Gefühl, dass Hoeneß viel Sympathie in der Öffentlichkeit verloren hat. Die, die ihn hassen, hassen ihn genauso wie zuvor und die, die ihn mochten sind zwar irritiert, stehen aber (noch) zu ihm.

Da habe ich einen ganz anderen Eindruck: Es gab bereits mehrere Umfragen, bei denen sich die mehrheiten jeweils für einen Rücktritt von Hoeness aussprachen, Angie (und andere) haben sich enttäuscht gezeigt von Hoeneß, auch diveser Vox-Pob Beiträge in diversen Magazinen haben sich negative geäußert.

Am häufigsten heißt es ja: Hoeneß hat seine Glaubwürdigkeit verloren. Und das ist ja geradezu das schlimmste für eine Marke.
 

GaviaoDaFiel

Last Dino Standing
für mich ist viel wichtiger die frage:
muss er nun nach den schlimmen vorwürfen, die gegen ihn erhoben wurden, als wurstfabrikant zurücktreten?

er arbeitet dort in einer ganz sensiblen branche, wie wir alle wissen.
können wir einem steuerbetrüger noch vertrauen, welches fleisch er für seine würste verarbeitet?


Keine Angst - die Pferde in der Fabriknachbarschaft organisieren gerade eine Lichterkette...
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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"Es wird eine Lösung gesucht, bei der eine Linie gezogen, Uli Hoeneß aber auch nicht beschädigt wird", sagt einer, der nah dran ist. Am liebsten wäre es den meisten offenbar, Hoeneß müsse nicht überredet werden, sondern ließe von sich aus den Posten ruhen. Am Montag wollen Aufsichtsräte ihr weiteres Vorgehen beraten. Vor allem die Deutsche Telekom, Volkswagen und Audi, sowie Adidas drängen auf eine "saubere Lösung", wie einer sagt.

Die vier Konzerne pumpen besonders viel Geld in den FC Bayern. Allein die Telekom zahlt als Trikotsponsor schätzungsweise 30 Millionen Euro jährlich. Audi und Adidas sind nicht nur große Geldgeber, sondern sogar mit jeweils knapp zehn Prozent an der FC Bayern AG beteiligt.

FC Bayern: Aufsichtsräte rücken von Hoeneß ab - Sport - Süddeutsche.de

Na mal sehen, ob der Uli "freiwillig" auf seine Posten verzichtet.

Der Zusammenhang zwischen Sponsoring, Miteigentum und Kontrolle des Vereins - nein, der FCB ist kein Verein, sondern eine AG - wird hier auch noch mal klarer. Der FCB hat eben auch seine Scheichs und die geben vor was gemacht wird.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Audi-Vorstandschef Rupert Stadler geht zu FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach dessen Steueraffäre ein wenig auf Distanz. "Audi ist der Überzeugung, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg nur sichergestellt werden kann, wenn Regeln und Normen konsequent befolgt werden. Wir stehen für ein achtbares, ehrliches und regelkonformes Verhalten im Geschäftsalltag", lässt Stadler der "Bild am Sonntag" mitteilen. Automobil-Hersteller Audi (...) ist mit 9,1 Prozent an der FC Bayern München AG beteiligt.

Audi-Chef äußert sich vorsichtig: Hoeneß verliert an Rückhalt - n-tv.de
 

Rupert

Friends call me Loretta
Hat ja diamond schon geschrieben: Seit einigen Jahren nimmt die sog. "compliance" und "integrity" ja bei nahezu allen westlichen Konzernen eine immer wichtigere Stellung ein (Daimler hat beispielsweise eine ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts dafür in den Vorstand berufen), ergo ist es völlig klar, dass Audi eine solche Mitteilung herausgibt.
 
Aber wieso wäre es für den FC Bayern das beste, wenn ein Steuerhinterzieher weiter Präsident bleiben darf?
Hoeness hätte ja nur noch einen Wert, wenn er der interne Macher wäre, der alleine die Prozesse steuern könnte, aber das ist er ja seit eigenen Aussagen schon lange nicht mehr ( an Nerlinger dann Sammer übergeben). Und für alles andere ( Image, Türöffner, Abteilung Attacke, die Mutter Teresa vom Tegernsee etc) taugt so ein Mann wohl jetzt nicht mehr.

In einem Unternehmen wäre Hoeneß der Gründer. Ich denke man kann das mit Steve Jobs bei Apple vergleichen. Der hat auch keinen Strich operatives gemacht war aber trotzdem extrem wichtig für das Unternehmen. Das sind halt diese prägenden Figuren, deren Wert man von außen nicht beurteilen kann. Etwas konkreter: Ich schätze mal das ohne Hoeneß ein Machtvakuum in der Führung entsteht. Ich denke er hält den Laden nach wie vor zusammen, auch wenn er nicht persönlich vor Ort ist. Die Führungsfiguren kennen seine Ansichten und folgen ihm. Ob er ein Steuerhinterzieher ist oder nicht spielt dabei keine Rolle.
Wenn Hoeneß seines Amts entbunden wird ist das für den FC Bayern ein herber Verlust, da bin ich mir absolut sicher.
 
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