Tibet, China und Olympia Boykott in Peking

Rupert

Friends call me Loretta
(...)Aber ich habe ja schon immer vertreten, dass der Humanitätsgedanke uns irgendwann auf die Füsse fällt. (...)

Der war gut, BU. Der "Humanitätsgedanke" fällt uns also auf die Füße und Du beschreibst dann astrein wie uns gerade die globale, ich nenn's mal, "Marktwirtschaft" auf die Füße fällt.

:D
 

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Der war gut, BU. Der "Humanitätsgedanke" fällt uns also auf die Füße und Du beschreibst dann astrein wie uns gerade die globale, ich nenn's mal, "Marktwirtschaft" auf die Füße fällt.:D

Kann man sorum und auch sorum sehen. Beides ist nunmal miteinander nicht vereinbar. Und man muss zu gegebener Zeit immer wieder entscheiden, was einem nun wichtiger ist. Zur Zeits ists wohl eher der Markt.
 
@BoardUser: Ich bin mir der wirtschaftlichen Zwänge und der Schwierigkeit eines Boykotts durchaus bewusst; was ich hauptsachlich kritisiere, ist die Inkonsequenz. Dann soll man nicht ständig so tun als ob man die Humanität über die wirtschatlichen und monetären Interessen stellen würde :hammer2:
 

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@BoardUser: Ich bin mir der wirtschaftlichen Zwänge und der Schwierigkeit eines Boykotts durchaus bewusst; was ich hauptsachlich kritisiere, ist die Inkonsequenz. Dann soll man nicht ständig so tun als ob man die Humanität über die wirtschatlichen und monetären Interessen stellen würde :hammer2:

Da kann ich dir uneingeschränkt zustimmen.
Nur was ist jetzt die "richtige" Vorgehensweise?
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
Mit einem Boykott trifft man leider immer die Falschen, nämlich die Sportler, die sich bereits jahrelang auf diesen Höhepunkt vorbereiten.
Es war wirklich ein Fehler, die Spieler dorthin zu vergeben.
Es ist traurig, dass unsere Regierung mit einem solchen Regime überhaupt noch irgendwelche Beziehungen führt. :motz:
wen meinste jetzt? die usa? :suspekt:
 

Oldschool

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Mit einem Boykott trifft man leider immer die Falschen, nämlich die Sportler, die sich bereits jahrelang auf diesen Höhepunkt vorbereiten.
Es war wirklich ein Fehler, die Spieler dorthin zu vergeben.
Die Sportler hätten schon damals das IOC kritisieren müssen, dass die Spiele nach Peking vergeben wurden. Die Interessen der Sportler stufe ich nicht so hoch ein wie die Würde und die leibliche Unversehrtheit der Tibeter.
Wenn ich da als Sportler auflaufen würde, würde mir der Wettkampf angesichts der unterdrückten Tibeter keinen Spass machen. Die "Falschen", die es trifft sind nicht die Sportler, sondern die Menschen in Tibet.
 

BoardUser

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Da hast du wohl recht. Aber es gibt ja noch inen anderen Weg. Nämlich den Verzicht der Sportler. Oder zumindest einiger bedeutender. Denn letztlich kann das IOC, der Ausrichter und die nationalen Komitees auch nix machen, wenn der eine oder andere freiwillig unter Verweis auf Tibet nicht teilnimmt.

Aber auch das wird nicht passieren. Wenn ja, dann sind diejenigen die größten Helden dieses Jahr.
 

Holgy

Kommischer Foggel
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Da hast du wohl recht. Aber es gibt ja noch inen anderen Weg. Nämlich den Verzicht der Sportler. Oder zumindest einiger bedeutender. Denn letztlich kann das IOC, der Ausrichter und die nationalen Komitees auch nix machen, wenn der eine oder andere freiwillig unter Verweis auf Tibet nicht teilnimmt.

Aber auch das wird nicht passieren. Wenn ja, dann sind diejenigen die größten Helden dieses Jahr.

Das wird nicht passieren, da die sportler abhängig sind von ihren Sponsoren, die individuelle Boykotts mit Sicherheit nicht zulassen werden.
 
Die Interessen der Sportler stufe ich nicht so hoch ein wie die Würde und die leibliche Unversehrtheit der Tibeter.

Wenn ein Boykott was bringen würde, dann würde ich Dir zustimmen. Aber so ein Regime wie China wird das nicht interessieren. Ich nehme an durch die Vergabe der Spiele an ein solches Land wollte man die Situation verbessern und zur Verständigung beitragen. Es steckte also eine honorige Absicht dahinter. Leider erreicht man damit das Gegenteil. Eine solche Regierung fühlt sich dadurch auch noch bestätigt und nutzt nur die Gelegeneheit das Regime zu glorifizieren und zu beweihräuchern. So ähnlich, wie es 1936 gelaufen ist. :motz:
 
Nur was ist jetzt die "richtige" Vorgehensweise?
Tja, zumindest sollte man sich öfter mal dazu bekennen, dass das politische Handeln hauptsächlich durch wirtschaftliche Interessen bestimmt wird. Man sollte nicht ständig durch irgendwelche Worthülsen versuchen, das Deckmäntelchen der Humanität darüberzuhängen!:hammer2:

Ich denke eine solche Politik wäre ehrlicher als das Volk permanent für dumm zu verkaufen ;)
 

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Nu guggen wir mal, wie unser treuester Verbündeter mit Leuten umgeht, die öffentlich eine andere Meinung vertreten - überwiegend friedlich versteht sich...

Link

Friedlich Demonstranten, die (natürlich ohne Genehmigung) ihren Unmut zum Irak-Krieg ausdrücken, werden einfach so verhaftet. Pfui....
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
wen meinste jetzt? die usa? :suspekt:

Chinas Politik sollte man sicher nicht unterbewerten.
USAs Außenpolitik ist äußerst aggressiv und bei der Innenpolitik steht es auch nicht zum Besten (gelinde gesagt), aber in den USA können die Bürger wenigstens auf die Straße gehen und ihre Meinung äußern - in China dagegen rollen bei Demostrationen gleich Panzer an und jeden Widerstand gegen die Regierungspolitik sprichwörtlich niederzuwalzen.

Für die Tibeter ist das Olympiajahr die letzte Chance im großen Stil auf sich aufmerksam zu machen. Nach den Peking-Spielen wird sich China erstrecht nicht mehr vom Westen hereinreden lassen.
 

Holgy

Kommischer Foggel
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Nu guggen wir mal, wie unser treuester Verbündeter mit Leuten umgeht, die öffentlich eine andere Meinung vertreten - überwiegend friedlich versteht sich...

Link

Friedlich Demonstranten, die (natürlich ohne Genehmigung) ihren Unmut zum Irak-Krieg ausdrücken, werden einfach so verhaftet. Pfui....

und das obwohl ich schon seid 20 Jahren McDonalds und BurgerKing boykotiere! :staun:
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
Chinas Politik sollte man sicher nicht unterbewerten.
USAs Außenpolitik ist äußerst aggressiv und bei der Innenpolitik steht es auch nicht zum Besten (gelinde gesagt), aber in den USA können die Bürger wenigstens auf die Straße gehen und ihre Meinung äußern - in China dagegen rollen bei Demostrationen gleich Panzer an und jeden Widerstand gegen die Regierungspolitik sprichwörtlich niederzuwalzen.

Für die Tibeter ist das Olympiajahr die letzte Chance im großen Stil auf sich aufmerksam zu machen. Nach den Peking-Spielen wird sich China erstrecht nicht mehr vom Westen hereinreden lassen.
warum klickste den link über dir nicht an? (bu)
 

BoardUser

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Na ich weiss ja nicht, wo da der prinzipielle Unterschied bestehen soll...

Gut in den westlichen Ländern kann man eine Demo genehmigen lassen, sogar eine gegen den Irak-Krieg. Fraglich ist allerdings, ob man eine solche überhaupt bekommt, bzw. wenn nicht, mit welchen Begründungen dies abgelehnt wird.

In China gibts sowas vermutlich gar nicht. Da is nix mit Genehmigung einholen. Und dalles, was nicht von oben abgesegnet oder gar verordnet ist, ist eben auch verboten.

Und spätestens da reagieren doch alle gleich (nur mit unterscheidlichen Mitteln). Was verboten ist, muss verhindert oder beendet werden. Die einen machen das nur mit Festnahmen, die anderen mit Razzien und Panzern.

Das Ergebnis ist für den Aussenstehenden dasselbe. Meinungsbekundung unerwünscht.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Mir ist irgendwie entgangen, dass in den USA alle Irakkriegsgegner-Demonstraten festegenommen wurden. :gruebel::rolleyes:
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
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Mir ist irgendwie entgangen, dass in den USA alle Irakkriegsgegner-Demonstraten festegenommen wurden. :gruebel::rolleyes:

Mir ist dagagen entgangen, dass in Tibet alle Demonstranten festgenommen wurden.

Darauf kommt es dorch gar nicht an, sondern darauf, dass derjenige, der im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte. Und dass der Westen jetzt über China herzieht beweist die Doppelmoral der zivilisierten Welt.

Die Sache ist doch die. Die Mechanismen sind doch im Prinzip die gleichen. Die Polizei und der Staat kriminalisiert selbst die friedlichen Demonstranten, die Demonstranten kriminalisieren die Ordnungsmacht. Von aussen kann man gar nicht beurteilen, wer sich da nun rechtswidrig verhält, wer angefangen hat, und wer nun Zurückhaltung üben sollte. Und weil das ganze jetzt in China stattfindet, wird über die Machtpräsenz dort hergezogen, während im gleichen Atemzug woanders ein gleichermaßen friedlicher Protest (zumindest, wenn man den Berichten Glauben schenken darf), auch bloss mit Festnahmen unterbunden wird. An der Stelle sind es aber nicht die Ordnungshüter, sondern die Demonstranten.

Nein, da ist entweder auf der einen oder auf der anderen Seite keine Objektivität vorhanden. Das ist das, was ich meine und missbillige.

Und ich will damit nicht sagen, dass ich das richtig finde, was in Tibet abgeht.
 

Holgy

Kommischer Foggel
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Es ist natürlich völlig Lächerlich die USA mit China gleichzusetzen. Insbesondere was die innerstaatliche Demokratie in beiden Ländern angeht. (Und den Kalauer: "Stimmt, in den USA ist es viel schlimmer!" Könnt ihr euch gleich mal sparen.)

Aber das gerade die Kreuzberger eine besondere "Liebe" zu den USA pflegen, ist ja (zumindestens in Berlin) allgemein bekannt! :D
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
Es ist natürlich völlig Lächerlich die USA mit China gleichzusetzen. Insbesondere was die innerstaatliche Demokratie in beiden Ländern angeht. (Und den Kalauer: "Stimmt, in den USA ist es viel schlimmer!" Könnt ihr euch gleich mal sparen.)

Aber das gerade die Kreuzberger eine besondere "Liebe" zu den USA pflegen, ist ja (zumindestens in Berlin) allgemein bekannt! :D
manch einer ist nur sauer, dass einige verbrecher die schöne easy-rider-welt demolieren.
 
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