Stiftung Sufftest, die II.

Dilbert

Pils-Legende
Eine Woche Urlaub, da kann man sich schon mal was gönnen...

"AC/DC-Beer" (0,568 l, 5,0% Alk)

Die mattschwarze Dose mit goldenem "Rock Or Bust"-Design gehört zu den Bierbehältnissen, die ich nach dem Test nicht wieder im Leergutautomaten entsorgen werde. Siehe Bild:

DSCF9075.JPG

Obendruff steht "German Beer - Australian Hardrock". Gebraut wird die Sosse von Karlsberg, warum das dann in so eine krumme ml-Büchse gekippt wird, weiss ich beim besten Willen nicht. Oben auf der Dose ist noch so´n QR-Code für irgendwelches Bonus-Material (ein Bonusbier?), aber da ich für sowas keine App habe, werde ich wohl auch nicht rausfinden was das ist.

Zosch? Knackig!

Schnupper... Für ein Marketing-Bier breitet sich eine erstaunliche Hopfennote in der Nase aus.

Prost! Lunk lunk lunk... Grübel... Gluck gluck gluck... Kann man trinken. Ein netter Hopfengeschmack vermengt sich mit 0rdentlicher Frische. Lunk lunk lunk... Könnte eine Spur süffiger im Abgang sein. Gluck gluck gluck... Wisst ihr, was mich nervt? Dass die Blubberschütte beim Penny 99 Cent pro Dose kostet, und ich mir deshalb nur eine leisten konnte. Es schmeckt jedenfalls um Längen besser als das Premium-Produkt von Karlsberg, das Ur-Pils. Okay, schlimmer geht es ja auch kaum. Lunk lunk lunk... RÜÜÜÜÜÜLPS! Donnerwetter, hoffentlich hat den keiner gehört, sonst steht hier nachher einer mit ´nem Betäubungsgewehr für Flusspferde vor der Tür. Gluck gluck... leer.

Fazit: Tolle Dose, guter Inhalt. Könnte etwas ausgewogener sein, aber Hopfen und Frische stimmen, wenn nur der Abgang etwas weniger brackig wäre...

Note: 2-
 

jambala

Moderator
Hallo.
a) Das Zeug wird auch als Karlsbräu vermarktet, was ursprünglich ein Export für den französisch geprägten Markt war und seine Wurzeln in der französischen Occupation nach dem 2. WK hat, wenn ich es recht in Erinnerung habe.
b) Ist vom Inhalt ein Pint, sprich für eine Vermarktung in UK ein optimales Maß und für den Rest der Welt ein Verkaufsargument, da mehr Inhalt und mehr Gestaltungsfläche.
 

Pumpkin

Heimatlos und viel zu Hause
Dortmunder Kronen: Sommerbier
0,5L, 4,0%


dortmunder-kronen-sommerbier.jpg

Nach dem sehr ordentlichen "Winterbier" gibt es jetzt von der Kronen-Brauerei das zeitlich limitierte Sommerpendant. Es handelt sich dabei um ein helles Schankbier, welches laut Etikett "spritzig - leicht" ist und ( wie ich ergoogelte ) kalt gehopft wird und dazu die bei Craftbieren beliebte Hopfensorte "Ella" verwendet, die sehr würzig und aromatisch sein soll.
Die Optik kommt, wie beim "Winterbier", wieder schön retromäßig im 60er-Jahre-Stil rüber. Der aparte 4er-Träger kostet auch gerade mal erschwingliche 2,99: da schlagen andere Spezialbiere deutlich heftiger zu Buche!

Live-Test: in Kürze
 

Dilbert

Pils-Legende
Nachher geht es wieder los...

Sonderpostenmarkteinkäufer sei mit mir!

P.S.: Dein Becks´Pale-Ale gibbet diese Woche bei Real für 3,29 Euro / 4 Buddeln.
 

Dilbert

Pils-Legende
Okay, Hasseröder, ich mochte dich nicht, du mochtest mich nicht (warum biste sonst innerhalb vonner Minute schal geworden?), aber ich bin ein halbwegs fairer Sportsmann und gebe dir eine letzte Chance, weil du nur 39 Cent gekostet hast und die rote Dose wirklich nett ist...

(Wenn sich jemand beschwert warum ich nicht näher an die Dose rangezoomt habe: Alles sieht besser aus, wenn ein Gladbach-Trikot im Bild ist!)

DSCF9085.JPG


"Hasseröder Premium Pils" (0,5l Dose, 4,9% Alk)

Wie schon auch von Pumpkin geschrieben, hat Hasseröder seine Optik stark aufgepeppt. Der Auerhahn ist zwar geblieben wie auch der schräge Schriftzug, aber das drumherum ist vom drögen weissen Blech zum auffälligen weinroten Blech gewechselt. Unter dem Schriftzug steht "Männer wissen warum.". Bisher wusste ich immer nur warum ganz sicher nicht...

Zosch? Lau, aber die Dose knackt ganz nett.

Schnupper... erstaunlich satt kommt der Hopfen aus der Büchse, sollten die inzwischen wirklich gelernt haben, wie man Bier braut?

Prost! Lunk lunk lunk... Nein, haben sie nicht. Nach irgendwas schmeckt das Zeugs, aber es ist alles andere als angenehm. Schmeckt so´n bisschen wie ein drei Tage alter Aschenbecher mit Bierresten drin riecht. Lunk lunk... Zumindest hat die Kohlensäure sich diesmal nicht nach einer Minute verpieselt. Gluck gluck gluck... An der Frische (wenn man das so nennen will) wurde gearbeitet, der Geschmack bleibt eher nichtssagend bis leicht sumpfig. Lunk lunk... So langsam kommt auch das Abgestandene wieder. Immerhin diesmal nach sechs Minuten. Gluck gluck gluck... wird widerlich, zum Glück hab ich trotz des Ramschpreises und langen Haltbarkeitsdatums nur diese eine Dose gekauft. Lunk lunk... leer.

Fazit: Nicht ganz so scheusslich wie früher, was mit am leicht erhöhten Kohlensäuregehalt liegt.

Note: 5

P.S.: Zum nächsten Test wechsel ich das Hintergrundtrikot. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Dilbert

Pils-Legende
Okay, das Hasseröder ist geschmacklich Vergangenheit (hat zum Glück nicht lange gedauert), als Nachklapp und letzten Test für heute gibt es:

"Herrenhäuser Premium Pilsener" (0,5l Dose, 4,9% Alk)

Die Dose hat optisch soviel Pep wie ´ne Ballade der bräsigen Unterhosenbügel-Jammerlatte James Blunt oder der Gästeblock beim ´nem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Schnarch... aber seht selbst:

DSCF9086.JPG

Wie lange hat der Desingner sich da wohl Gedanken gemacht? Eigentlich ein kleines Wunder, dass ich die Büchse in dem weissen Regal überhaupt gefunden habe. Guckt euch lieber das Gladbach-Trikot von 1997 an.

Zoscht es? Ja, sehr anständig.

Schnupper... Das Hasseröder hatte geruchstechnisch mehr zu bieten als diese Suppe.

Prost! Lunk lunk lunk... Icvh weiss, das das ein blödes Image ist, aber das Bier passt perfekt zum Image seines Brauortes Hannover. Spiessig, piefig, öde. Gluck gluck gluck... Blörg! Hat der Braumeister da seine speckigen Badelatschen im Braukessel vergessen? Das ist... flach. Leicht gammelig im Geschmack, auch sonst wirklich nichts was einen dazu veranlassen könnte dieses Bier noch einmal anzurühren. Lunk lunk lunk... Doppelblörg! Was ist das für ein Dreck? Dagegen war das Hasseröder ja die reinste Geschmacksgranate (irgendwann wird der Gott des Hopfensafts mich dafür strafen so etwas zu schreiben, ich weiss es..). Ich hab das Haltbarkeitsdatum kontrolliert, daran liegt es nicht. Lunk lunk... *schüttel. Hat sich da die Rückrunde der 96er auf den Brauprozess ausgewirkt?! Das ist wirklich gar nichts, das einzige was man neben dem Fusspilz im Braukessel schmeckt ist der Blechgeschmack des oberen Goldrands der Dose. Und das sollte eigentlich nicht so sein. Ich zwinge mich mal weiter... Lunk... Nee, Leute, ich breche hier ab. Sonst muss ich wirklich brechen.

Fazit: Eine der widerlichsten Bierschandtaten, die mir bisher untergekommen sind!

Note: 6!
 

Dilbert

Pils-Legende
Och Mensch, wie kann man nur so auffe schiefe Bahn geraten...? ;)

Na ja, zumindest beim Bier beweist du (meistens) Geschmack. :prost2:
 

Pumpkin

Heimatlos und viel zu Hause
Dortmunder Kronen: Sommerbier
0,5L, 4,0%


Anhang anzeigen 33901

Nach dem sehr ordentlichen "Winterbier" gibt es jetzt von der Kronen-Brauerei das zeitlich limitierte Sommerpendant. Es handelt sich dabei um ein helles Schankbier, welches laut Etikett "spritzig - leicht" ist und ( wie ich ergoogelte ) kalt gehopft wird und dazu die bei Craftbieren beliebte Hopfensorte "Ella" verwendet, die sehr würzig und aromatisch sein soll.
Die Optik kommt, wie beim "Winterbier", wieder schön retromäßig im 60er-Jahre-Stil rüber. Der aparte 4er-Träger kostet auch gerade mal erschwingliche 2,99: da schlagen andere Spezialbiere deutlich heftiger zu Buche!

Live-Test: in Kürze

Live-Test

So, gut gekühlt ist halb gejubelt ... woll´n mer mal die Schnupperprobe wagen: *sniff, sniff* ... dezent malzig-süffig mit einem kleinen Hauch Hopfen - eigentlich duftet es so, wie die allermeisten bayerischen "Hellen".
Dann mal Prosit!
*lunk, lunk* ... da sich die Geschmacksnuancen sehr langsam und mit Bedacht entfalten, zunächst zur Konsistenz: schön weich und samtig ist es. Der Schaum bildet nach dem Antrunk eine hübsche Krone, fällt aber schnell in sich zusammen. Perlt es? Fehlanzeige! In punkto Spritzigkeit ginge da deutlich mehr - ich erkenne sehr wenig Kohlensäure... aber gut, ist das Erste, mal abwarten...*lunk, lunk* ... zu Beginn hält sich das Sommerbier sehr zurück: malzige, sonnige Aromen treten hervor, brüllen mich aber nicht an ... der Hopfen bleibt erst mal eine reine Idee ganz weit hinten ... *lunk* ... schön süffig ists. Und zumindest das Attribut "leicht" auf dem Etikett hält Wort: die 4 Umdrehungen lassen das Zeug in der Tat sehr leicht und harmlos wirken .... *lunk* ... yo, auch im Abgang hält sich eine lässige Süffigkeit. Den Superhopfen "Ella" erahnt man allerdings nach wie vor eher, als dass er einem geschmacklich den Gaumen touchiert... na, egal: Buddel #2 wird es ans Licht bringen!
*Zosch, lunk* ... OK, extrem dezente Bitternoten treffen meine Sensoren. Dennoch sind nicht sie es, die dieses Bier charakterisieren ... *lunk* ...die Konsistenz ( fehlende Spritzigkeit ) ist übrigens Programm: auch beim 2. wird das nix mehr... ich leg mich schomma fest: wer auf die typisch bayerischen "Hellen" steht, wird das hier mögen: sonnig, süffig, leicht, malzig. Eine durchaus aromatische Hopfennote ist da, aber hält sich vornehm zurück. Dieses Bier ist ideal für den gemütlichen Grillabend oder das sommerliche Zusammensein mit Freunden im Garten: absolut geeignet für lange Abende!
Die besondere Note, die das "Winterbier" hatte, kann das Sommerpendant allerdings nicht in dem Umfang bieten. Dennoch ein ordentliches Helles, mit dem man nix falsch macht. Jedoch ist es mit umgerechnet 15€ pro Kiste ( 2,99 für 4 Buddeln ) deutlich zu teuer, wenn man eine Preis-Leistung-Rechnung erstellt.

Note: 3+
 

Dilbert

Pils-Legende
Bei Tele5 fängt gleich die neue SchleFaZ-Saison an, mit dem Hulk-Hogan-Mumpitz "Der Hammer".

Zur Einstimmung:

"Ur-Krostritzer" (0,5l Dose, 4,9% Alk)

Das Etikett ist so dämlich dass es schon fast wieder Stil hat. Lord Helmchen prangt über einem bombastischen Schriftzug, dazu gibbet die Info "Feinherbes Pilsener" und "In königlicher Tradition seit Gustav II. Adolf von Schweden". Wat für´n Geschwafel.. ach, seht selbst:

DSCF9090.JPG

Zosch? Zwischen knapp brauchbar und blamabel.

Schnupper... riecht irgendwie total künstlich, fragt mich nicht warum.

Prost! Lunk lunk lunk... Seeeehr feinherb. Also fast gar nicht herb. Man könnte auch sagen schwachbrüstig. Lunk lunk lunk... Such hier jemand ein extrem mildes Bier? Das hier wäre eins. Schmeckt nicht übel, aber auch nicht wirklich gut. Weil es nach fast gar nichts schmeckt. Im Abgang verkrümelt sich die ganz im Hintergrund auftretende Süffigkeit ganz schnell wieder, und kurz danach weiss man schon gar nicht mehr was man da getrunken hat, wenn man nicht auf die Dose guckt. Gluck gluck gluck... Nüscht. Gar nüscht.

Fazit: So wertvoll wie ein kleines Steak... das man drei Monate im Kühlschrank vergessen hat.

Note: 4

P.S.: Meine Güte, ist der Film mies.
 

Verdandi

Männerversteherin
Habe gerade eine Flasche Radegast getrunken, das mir eine liebe Kollegin aus Tschechien mitgebracht hat.
Ich mag ja tschechisches Pils generell, aber das ist nochmal ne ganze Spur besser als der Rest.
Aber definitiv nichts um sich zu zu schütten, dafür ist es zu intensiv.
Fazit jedenfalls: Leggaaaa
 

Pumpkin

Heimatlos und viel zu Hause
Ich fand das "Radegast" weiland auch sehr lecker! Irgendein User sprach mir daraufhin meinen exzellenten Biergeschmack ab, weil es in Tschechien wohl unter die Industriebilligbiere fällt. Ich sage: I give a f***! Wenns doch schmeckt!
 

Dilbert

Pils-Legende
Ich fand das "Radegast" weiland auch sehr lecker! Irgendein User sprach mir daraufhin meinen exzellenten Biergeschmack ab, weil es in Tschechien wohl unter die Industriebilligbiere fällt. Ich sage: I give a f***! Wenns doch schmeckt!

Pffft, Turmbräu ist auch ´ne Billigschütte, und besser als viele etablierte Massenbiere. Dat ist doch wurscht. Schmecken soll es, und der Schädel soll am Tag danach keinen Krawall machen. Wer da auf´s Preisschild guckt und einem Bier ausweicht weil es nicht viel kostet, der hat einmal zuviel Geld und ausserdem selber Schuld.
 

Pumpkin

Heimatlos und viel zu Hause
Schöfferhofer: Dunkles Hefeweizen
0,5L, 5,0%


schoefferhofer_hefe_dunkel_flasche.png

Test

Ach, was muss man oft von bösen
Bieren hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Schöfferhofer hießen;


Gestern Abend: gemütlicher Geburtstagsumtrunk. Ich erblickte Weißbiergläser auf dem Tisch und antwortete dem Gastgeber auf seine Frage natürlich mit: "Gern ein Weißbier!" Ich konnte ja nicht ahnen, dass dieser hoffnungslose Fall von Biereinkäufer "Schöfferhofer" anbrachte.
Nun ja, zumindest war es das dunkle, was ich glücklicherweise noch nie getrunken hatte ( und auch nie wieder trinken werde ).

Wenn jemand ein Bier als Spülwasser bezeichnet, ist das meist eine abwertende Floskel dafür, dass es sich um eine wässrige, geschmacklose Plörre handelt. Beim "Schöfferhofer" ist das anders: das schmeckt wirklich so, als hätte da einer Wischwasser in Flaschen abgefüllt: aufdringlich und ohne jegliche Balance in den Geschmackselementen. Dazu kommt die gleiche wässrig-pfützige Konsistenz wie beim hellen Pendant ... fertig ist die Katastrophe!
Wieso dieses Zeug auf dem Markt offensichtlich Erfolg hat, entzieht sich meinem Erkenntnishorizont.

Note: 6
 

jambala

Moderator
Hallo.

Weil das die Bier ist die so schön hat geprickelt in die Bauchnabel...

Finde die Fehler in dem Satz: 1) hat kein Franzose (und erst recht keine Französin) in amourösen Momenten Interesse an deutschem Bier. 2) spricht auch kein Franzose mit so einem grenzdebilen Akzent und 3) greift leider der Grundsatz Sex sells - anders erklärt sich nämlich auch nicht die anhaltende Existenz von RTL 2.
 
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