Sollten Vereine den Polizeieinsatz bezahlen?

Sollten die Vereine die Kosten für Polizeieinsätze im Stadion zahlen?


  • Umfrageteilnehmer
    37

Schröder

Problembär
Vergleichbar nur mit Energiekonzernen und ihren Castortransporten.
Der Vergleich hinkt. Nicht die Castortransporte machen den Polizeieinsatz notwendig, sondern die Blockaden der Castor-Gegner. Insofern müsstest du dann die Demonstranten in Regress nehmen.

Die Atom-Industrie käme hervorragend ohne die ganzen Blockaden und Demonstrationen aus. Die Vereine hätten ohne ihre Fans dann in leeren Stadien schon mehr Probleme.
 

Detti04

The Count
Nö, wieso?

Es geht übrigens auch nicht mieten. Da bist Du aber überrascht, was Detti?
Auch ein Denkfehler.

Es geht darum, dass der verursacher überproportionler Kosten diese erstattet.
Soll dann auch jemand, der einen Autounfall hat, dafuer zahlen, dass die Polizei anrueckt? Sind ja schliesslich auch Polizeikosten, die eindeutig jemandem zugewiesen werden koennen. Die Kosten entstehen ja nicht nur "ueberproportional" durch den Unfallverursacher, sondern sogar zu 100%.

Und wie ist das, wenn die Polizei wegen Ruhestoerung bei einer Party aufkreuzt? Zahlt der Veranstalter der Party dann, selbst wenn er die Polizei gar nicht gerufen hat? Oder ist der 1. Besuch noch frei?
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Soll dann auch jemand, der einen Autounfall hat, dafuer zahlen, dass die Polizei anrueckt? Sind ja schliesslich auch Polizeikosten, die eindeutig jemandem zugewiesen werden koennen. Die Kosten entstehen ja nicht nur "ueberproportional" durch den Unfallverursacher, sondern sogar zu 100%.

Und wie ist das, wenn die Polizei wegen Ruhestoerung bei einer Party aufkreuzt? Zahlt der Veranstalter der Party dann, selbst wenn er die Polizei gar nicht gerufen hat? Oder ist der 1. Besuch noch frei?

[/quote]

Du kriegst wahrlich den 1. Preis für die Produktion der hinkensten Vergleiche. Kaum geht es mal nicht um Statistik, wird es gleich völlig hahnebüchend. Kümmer Dich mal lieber weiter um Zahlen, Detti. Weia!

und nun back to topic.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Der Vergleich hinkt.

Die Atom-Industrie käme hervorragend ohne die ganzen Blockaden und Demonstrationen aus. Die Vereine hätten ohne ihre Fans dann in leeren Stadien schon mehr Probleme.
Hätten Sie nicht, sie distanzieren sich doch regelmäßig von den "Sogenannten". Für die fühlen Sie sich ja nicht zuständig. Und für das, was an irgendwelchen Bahnhöfen passiert, auch nicht.

Und wieso leere Stadien?

Die Castorproteste sind nunmal da. Wenn Fussballvereine als Verursacher von Randale gesehen werden, dann sind die Energiekonzerne genauso Verursacher.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Soll dann auch jemand, der einen Autounfall hat, dafuer zahlen, dass die Polizei anrueckt? Sind ja schliesslich auch Polizeikosten, die eindeutig jemandem zugewiesen werden koennen. Die Kosten entstehen ja nicht nur "ueberproportional" durch den Unfallverursacher, sondern sogar zu 100%.

Und wie ist das, wenn die Polizei wegen Ruhestoerung bei einer Party aufkreuzt? Zahlt der Veranstalter der Party dann, selbst wenn er die Polizei gar nicht gerufen hat? Oder ist der 1. Besuch noch frei?

Hast Du überproportional viele Autounfälle? Hierzulande?

Verstehe die Aufregung nicht. Es wird keine griffige Gesetzesgrundlage geben können, also: warum streiten wir um des Kaisers Bart?
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Die Castorproteste sind nunmal da. Wenn Fussballvereine als Verursacher von Randale gesehen werden, dann sind die Energiekonzerne genauso Verursacher.

Ein sehr gutes Beispiel, das verdeutlicht, warum man "legale" Veranstalter nicht als Störer haftbar machen kann.

Dennoch hielte ich eine Kostenbeteiligung auch für DIE für angebracht - aber nicht durchsetzbar.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Dennoch hielte ich eine Kostenbeteiligung auch für DIE für angebracht - aber nicht durchsetzbar.
Meine Rede. Die zahlen ja nicht mal den Rückbau, wenn die Rücklagen nicht reichen sollten.

Kürzlich meinte ein Onkelz-Konzertbesucher, über die A5 spazieren zu müssen. Der war dann ein Fall für den Darwin-Award, wenn auch kein besonders origineller.
Die Folge: Beim nächsten Konzert dort Tempo 60(!), und das über mehrere Stunden. Dazu höhere Zäune und erhöhte Polizeipräsenz.
Das so ein Konzert, wie Holgy in #176 behauptet, dann das letzte Mal stattgefunden hätte - keine Spur.
 

Detti04

The Count
Hast Du überproportional viele Autounfälle? Hierzulande?

Verstehe die Aufregung nicht. Es wird keine griffige Gesetzesgrundlage geben können, also: warum streiten wir um des Kaisers Bart?
Ich verstehe eben ganz grundsaetzlich nicht, wie man der Meinung sein kann, dass Staatsorgane von Privatleuten bezahlt werden koennen oder gar sollten, wie das Holgy hier ja fordert. Das ist ein vollkommen absurder Gedanke, der sich mit Rechtsstaatlichkeit ueberhaupt nicht vertraegt. Ich verstehe nicht, wie man das nicht blicken kann.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
Ich verstehe eben ganz grundsaetzlich nicht, wie man der Meinung sein kann, dass Staatsorgane von Privatleuten bezahlt werden koennen oder gar sollten, wie das Holgy hier ja fordert. Das ist ein vollkommen absurder Gedanke, der sich mit Rechtsstaatlichkeit ueberhaupt nicht vertraegt. Ich verstehe nicht, wie man das nicht blicken kann.

Weil Privatleute in aller Regel nicht als Störer in Frage kommen.

Ausnahme habe ich beispielsweise oben verlinkt.
 

Schröder

Problembär
Hätten Sie nicht, sie distanzieren sich doch regelmäßig von den "Sogenannten". Für die fühlen Sie sich ja nicht zuständig. Und für das, was an irgendwelchen Bahnhöfen passiert, auch nicht.

Und wieso leere Stadien?

Die Castorproteste sind nunmal da. Wenn Fussballvereine als Verursacher von Randale gesehen werden, dann sind die Energiekonzerne genauso Verursacher.
"Fühlen sie sich nicht zuständig" ist gut. Die Kohle aus den Eintrittskarten und den verkauften Fanutensilien für die "Sogenannten" streichen sie dann aber gerne ein.
Wüsste nicht, das die Atomkonzerne in irgendeiner Art und Weise von den Castorgegnern profitieren. Im Gegenteil, die kosten auch noch Geld.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Also viele scheinen hier tatsächlich zu denken, dass Polizeieinsätze immer und für jeden kostenfrei sind. Dem ist natürlich nicht so.


Auch verfassungsrechtlich hegt Wieland keine Bedenken. Entgegen einem landläufigen Irrtum ist es in Deutschland sehr wohl üblich, dass Verursacher von Polizeieinsätzen dafür zahlen. Löst man mit seiner Alarmanlage einen falschen Alarm aus, erhält man eine Rechnung. Für Gefahrentransporte fallen für Unternehmen Gebühren an, wenn sie von der Polizei gesichert werden. Und entläuft dem Zirkus ein Löwe und die Streifenpolizisten helfen beim Fangen, wird der Direktor im Anschluss zur Kasse gebeten.
http://www.zeit.de/sport/2014-08/rauball-polizei-polizeikosten-dfl-bundesliga/seite-2
 

Rupert

Friends call me Loretta
Da verschweigst Du jetzt die ganze erste Seite des Artikels in der steht, dass große Teile in der Juristenschar die Gangart in Bremen nicht für rechtens halten.

Im Endeffekt, glaube ich, ist das ja eine finanzielle Frage, die dann auf ökonomischen Wege beantwortet werden wird.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Da verschweigst Du jetzt die ganze erste Seite des Artikels in der steht, dass große Teile in der Juristenschar die Gangart in Bremen nicht für rechtens halten.

Im Endeffekt, glaube ich, ist das ja eine finanzielle Frage, die dann auf ökonomischen Wege beantwortet werden wird.

Nö, verschweige ich nicht, denn darum ging es mir gar nicht. Das der eine Jurist es so sieht und der so, das ist ja völlig klar und mithin völlig uninteressant, und wäre es nicht so, bräuchte man weder Anwälte noch Gerichtsverfahren.

Mir kam es lediglich auf die hier oft aufgestellte Behauptung an, dass es in Schland so sei, dass Polizeieinsätze niemals von Verursachern bezahalt werden müssen. Dem ist eben nicht so. Es ist völlig üblich den Verursachern von unnötigen Polizeieinsätzen die Kosten in Rechnung zu stellen.

Der Profifußball macht genug Kohle. Es wäre ein leichtes die üblichen, notwenigen Polizeikosten zu ermitteln (Durchschnitt oder Durchschnitt plus durchschnittliche Abweichung oder...) und die Vereine die darüberhinaus entstehenden Kosten bezahlen zu lassen. Dann hätten die auch eine Motivation deeskalierende manahmen von sich aus mehr zu unterstützen, da das bares Geld spart.

btw.:

Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) verursachte der gesamte Profifußball in der Saison 2010/11 so Kosten von rund 1,5 Millionen Euro.
http://www.handelsblatt.com/sport/f...erheit-so-teuer-ist-der-fussball/6641744.html

Noch vor 5 Jahren 1,5 Mio Euro für die ganze Saison und jetzt für ein einziges Spiel über 400.000 Euro?? Irgendwas simmt da doch nicht, entweder die genanne Zahl oder das die Kosten derart gestiegen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Ich dachte eine Vollzeitstelle ist das was eine Stelle in diesem Zeitraum an Kosten verursacht.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Weil ja immer diskutiert wird, was der Profifuppes denn für einen "Wert" für den Staat hat:
http://www.tagesspiegel.de/wirtscha...undesliga-schafft-tausende-jobs/12179560.html
"Einer aktuellen Studie zufolge sorgten die Profivereine im vergangenen Jahr für eine Wertschöpfung von 7,9 Milliarden Euro, 55 Prozent mehr als noch 2008. Damit trägt der Profifußball in Deutschland mehr zum Bruttoinlandsprodukt bei als der zivile Luftverkehr oder die Textil- und Modebranche, behauptet Thomas Netzer, McKinsey-Experte und Autor der Studie. Seinen Angaben zufolge profitiert auch der Staat mit Steuereinnahmen von jährlich ungefähr 2,3 Milliarden Euro. Dabei seien die finanziellen Aufwendungen etwa für den Bau von Stadien oder für Polizeieinsätze bereits berücksichtigt."
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Da hat man es mal schriftlich, aber wirklich verwunderlich oder neu ist das eigentlich nicht. Bei den Umsätzen, die der Profifuppes Monat für Monat einbringt wäre alles andere nahezu unglaubwürdig. Was sagt der Wendt eigentlich zu solchen Zahlen? Oder ist der gerade im Urlaub?
 
Eine gütliche Einigung in der Frage fände ich wesentlich besser als einen juristischen Weg. Persönlich finde ich, sollten Vereine wenigstens bei Risiko-Spielen selbst einen Teil bezahlen
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Nööö, finde ich gar nicht, denn erstens ist die Klassifizierung "Risikospiel" ja ein willkürlicher Akt und zweitens würde dadurch ein Wettbewerbsunterschied zu Tage treten. Wann ist denn ein Risikospiel ein Risikospiel? Und damit meine ich keine sogenannten offensichtlichen Spiele, sondern jene, die eben hart an der Grenze sind. Und wer bestimmt auf Grundlage welcher Kriterien diese Grenze. Nene, das würde alles viel zu schwammig werden und zu Diskussionen die nach hinten los gehen.
Sicherheit ist nunmal Hoheitsaufgabe, bei jeder Veranstaltung. Bei der Gelegeneheit ... wäre ein Iron-Maiden-Konzert dann auch eine Risikoveranstaltung? Und wenn nein, weshalb nicht? Da wären wir dann nämlich bei schwammigen Kriterien.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Bremen schreibt weiter fleißig Gebührenbescheide an die DFL. Das Gericht hat noch nicht entschieden. Aber alle Beteiligten wollen sowieso durch alle Instanzen gehen. Da wird sich also einiges anhäufen.

Polizeikosten in Millionenhöhe - Bremen: Aktuelle Nachrichten - WESER-KURIER

Der erste Rechnung wurde für das Spiel gegen den HSV am 19. April 2015 verschickt. Die DFL soll hierfür 425 718 Euro berappen. Weitere 227 458 Euro hat Bremen für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am 16. Mai 2015 berechnet.

Hinzu kommt die Ankündigung von Gebührenbescheiden für die Spiele gegen den HSV im November 2015 (300 000 bis 500 000 Euro), gegen Hannover 98 im März 2016 (250 000 bis 300 000 Euro) sowie gegen Eintracht Frankfurt im Mai 2016 (250 000 bis 300 000 Euro).
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
So, die erste Inztanz hat für die DFL entschieden.

Die Vorsitzende Richterin Silke Benjes erklärte am Mittwoch in einer ersten vorläufigen Bewertung, dass das Gericht ... die DFL durchaus neben Werder Bremen als Veranstalter sieht. Auch halte das Gericht die Rechtsgrundlage für die Gebühren in Bremen nicht für verfassungswidrig. Im Grundsatz neigte die Kammer zudem nach der Vorberatung zur Auffassung, dass der Staat für seine Schutzleistungen Gebühren erheben könne. Durch den Polizeieinsatz bei Fußballspielen sei ein individueller Nutzen für den Veranstalter feststellbar.

Streit um Polizeikosten: Verwaltungsgericht entscheidet zugunsten der DFL


Was sich ja zunächst mal so anhört als habe der DFl zu zahlen. :D

Nun geht es wohl in die nächste Runde.
 
Ich finde nicht, dass die Vereine dafür verantwortlich gemacht werden sollten.
Wie die Fans sich benehmen, ist ganz alleine deren eigene Entscheidung.
Auch beim Einlass lässt sich ja nicht erkennen, wer ein Randalierer ist und wer nicht.
Das heißt, dass Vereine, deren Fans wiederholt auffällig werden, ihre Anhänger komplett ausschließen müssten, was den friedlichen Fans gegenüber allerdings unfair wäre.
 
Oben