So genanntes Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Raffelhüschen

Forennutzer
Zuletzt bearbeitet:

lenz

undichte Stelle
Liebe CDU / CSU / FDP: man kann die Zeit nicht zurückdrehen, vor allem kann man Internet nicht zurücknichterfinden.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Aus obigen Heise-Link: "Seinen Vorstoß will das Kabinett insgesamt nicht als gesetzgeberischen Schutz "alter, überholter Geschäftsmodelle" missverstanden wissen."

Ach ne? Was ist es denn sonst?
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich finde schon: wer mit fremdem content geld verdient, soll auch dafùr zahlen.

Gesendet von meinem GT-S5830i
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Er verbessert primär die Werbeeinnahmen von google.

Gesendet von meinem GT-S5830i
 

Raffelhüschen

Forennutzer
Dann kann google, wenn das Gesetz in Kraft tritt, die Verlagsseiten aus der Liste der Suchergebnisse heraus streichen, wenn die finanziellen Risiken oder Kosten aufgrund des Leistungsschutzrechts größer sind als aus dem Weglassen der Seiten bei den Suchergebnissen. Ich glaube nicht, dass google dadurch bedeutend weniger Einnahmen macht. Im Gegenteil werden die Nutzer auf andere Seiten, und nicht mehr auf die Verlagsseiten, gelenkt. Das wird für die Verlagsseiten wahrscheinlich finanziell schmerzhafter sein als für google.
Sprich, der Einnahmeanteil, den google mit der Verlinkung auf den Inhalt der Verlagsseiten generiert, schätze ich für irrelevanter für das Unternehmen ein als den Einnahmeanteil der Verlagsseiten durch die Verlinkung bei der Suchmaschine.
Und dazu kommt eine mögliche rechtliche Grauzone für andere gewerblich betriebene Webseiten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ja, dann schätz das mal aus dem Bauch raus... Ich schätze dagegen, das blöd und spiegel, als Platzhalter für die großen,
Google nicht nötig haben. Das kennt jeder, da surft jeder so hin, da läuft das meiste über apps.

Gesendet von meinem GT-S5830i
 

André

Admin
Da halte ich dagegen. Alleine über google news kommen hundertausende täglich auf die Nachrichtenportale. Vor allem seit google News in der normalen Suche integriert ist:
gladbachbayern.jpg
Nach Gladbach vs. Bayern werden heute zig tausende Leute suchen. Der kurze Ausschnitt bei google dürfte dabei kaum einen Leser befriedigen, ich erfahre weder was über die Aufstellung noch über sonst was. Die Aachener Zeitung wird hier kostenlos prominent mit Bild (volle Aufmerksamkeit) dargestellt, so dass vermutlich 80% der Suchenden direkt mal auf diesen Link klicken, und der Seite üppige Werbeeinnahmen bescheren.

Dazu muss man bedenken, dass ist nur ein Keyword. Soccer-Fans (wir sind ja relativ klein) wird im Monat zu ca. 30.000 unterschiedlichen Keywords gefunden. Bei son nem Verlag gehts sicher in die hundertausende bis paar Millionen. Man stelle sich vor, man müsste die Plätze buchen, das würde wohl bei vielen das Werbebudget sprengen.

Wenn es den Verlagen so egal wäre, wieso manipulieren sie dann Ihre Artikel und veröffentlichen (bei heißen Themen) die alle wenige Minuten neu nur um in google news ganz vorne zu stehen, oder mit anderen Methoden?

Die Doppelmoral ist zum kotzen, ich würde mir auch nen Ast freuen, wenn google nicht nur 90% unserer Besucher bringt, sondern uns zusätzlich auch nochmal 3.000 Euro für die Ausschnitte bezahlt.

Auf der anderen Seite wäre es eine Bereicherung wenn die Verlage mit Ihrem auf tausend anderen Seiten auch veröffentlichten dpa Artikeln aus google news verschwinden würden. Dann würden gute Blogger und Nachrichtenportale die sich wirklich Mühe machen auch mehr belohnt werden.

Denn seien wir doch mal ehrlich, sehr viele Verlage unterscheiden sich heute doch kaum voneinander, die News werden bei Presseportalen eingekauft, eigene Recherche gibt es eh nicht, da zu teuer, das ist auch der Grund wieso alle das gleiche veröffentlichen, wenn einer ne neue Geschichte hat.

- - - Aktualisiert - - -

Ja, dann schätz das mal aus dem Bauch raus... Ich schätze dagegen, das blöd und spiegel, als Platzhalter für die großen,
Google nicht nötig haben.

Und wenn es so wäre: Eine leere Text-Datei anlegen ->

Folgendes reinschreiben:

HTML:
<meta name="googlebot" content="noindex">

Datei in robots.txt umbenennen und per ftp hochladen.

google nimmt dann keine einzige Seite mehr in seinen Index auf. Das schafft jeder Praktikant in unter 2 Minuten.

Aber das wollen die Verlage dann ja auch nicht, weil auf den Traffic will man halt nicht verzichten. ;)
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Nö, das ist ja auch prinzipiell in Ordnung, das man über Suchmaschinen gefunden werden will, nur: wenn google mit fremden contenten Werbeeinnahmen generiert, wieso sollten die davon nix abgeben, die machen schließlich Kohle mit fremder Leute Arbeit?

Für mich das normalste von der Welt: Google macht Milliardenumsätze mit fremder Leute Arbeit. Sollen die halt X Prozente abführen und das wird auf die Contentersteller verteilt. Andersrum nehmen die ja auch Geld dafür, das man ganz oben in der Liste steht.

Ich habe die Quelle leider nicht gefunden, aber neulich gelesen, dass die Benutzung von Suchmaschinen schon stagniert und wohl in Zukunft rückläufig sein wird.

Ich nutze google jedenfalls schon länger kaum noch. Dieser Konzern ist die Pest!
 

André

Admin
Nö, das ist ja auch prinzipiell in Ordnung, das man über Suchmaschinen gefunden werden will, nur: wenn google mit fremden contenten Werbeeinnahmen generiert, wieso sollten die davon nix abgeben, die machen schließlich Kohle mit fremder Leute Arbeit?
Tun sie aber nicht. Es geht um die Suche. Ich als google Nutzer suche nach Kredit. Es ist ja zunächst völlig unerheblich, welche 10 Ergebnisse von paar Millionen google mir da anzeigt. Ich weiß es ja vorher nicht. Klicke ich nun auf eine bezahlte Anzeige (ganz oben und farblich hinterlegt) dann kassiert google für den Klick Geld. Klicke ich auf einen Link aus den normalen Ergebnissen, gewinnt die Seite ohne Werbe-Kosten einen interessierten Kreditkunden.

Ich nutze google jedenfalls schon länger kaum noch. Dieser Konzern ist die Pest!
Meinst Du Microsoft, facebook oder Springer sind besser?

Alle versuchen so viele Daten wie möglich zu erheben, denn je zielgerichteter die Werbung ist, desto höher ist der Profit. Deshalb sind die Firmen ab einer gewissen Größe alle gleich, weil sie sich gar nichts anderes leisten können.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Tun sie aber nicht. Es geht um die Suche. Ich als google Nutzer suche nach Kredit.

Es geht ja nicht um Kredit oder sonst ein Suchwort, sondern um Nachrichten.

Mein google tut so, als hätte es eine Newsseite. Klicke ich die an, erscheinen auch News! Ganz viele! Sind aber alle geklaut. Kein einziger von google selber.

Wobei ich zugeben muss, das da tatsächliche keine Werbung zu sehen ist. Sind das meine Guten Adblocker oder gibt es tatsächlich keine Werbung?

Aber der Anlass der Diskussion ist quasi schon wieder weg, denn google hat es ja selber eingesehen:

Streit zwischen Google und belgischen Verlagen - Klickfrieden mit Vorbildcharakter - Digital - Süddeutsche.de
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Die Sache ist doch ziemlich einfach. Wenn das Leistungsschutz durchgeht und so funktioniert, dann sollte das wohl so laufen, dass insbesondere die Suchmaschinenbetreiber Verträge mit den Content-Anbietern schliessen müssen. Und wo kein Vertrag, da keine Verlinkung bzw. Indexierung in der Suchmaschine.

Über Preise und dergleichen schweigt sich der Gesetzgeber mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit tunlichst aus. Wozu auch? Das regelt der Markt. Und dann wird man sehen, wo sich der Preis einpegelt bzw. wer da am Hebel sitzt.

Im Moment sehe ich das auch noch nicht, dass Google dafür bezahlen will bzw. bezahlt. Die streichen dann eben raus. Obs dann mit Google so funktioniert und mit dem anderen wird sich im Einzelfall zeigen.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Doch google zahlt/will zahlen, siehe Link in #20 oben. Das Thema ist damit geklärt.

Jaaa....in Belgiegn....Und auch nur indirekt.

Mal gucken. Ich sehe das im Moment ziemlich entspannt. Bin aber dennoch neugierig, wie es da weitergeht.

Das einzige, was ich nicht verstehe ist, warum man dafür ellenlag rumdiskutieren und vor allem Kampagnen veranstalten muss.

Urheberrecht gab es schon immer. Bezahlt werden musste für die Nutzung fremder Inhalte auch schon immer. Und Nichtbezahlt, sondern einfach genommen wurde auch schon immer. Wenn das Überhand nahm oder eben auch generell landete sowas vor Gericht. Weiss nun nicht, wozu man da ein neues Gesetz braucht.
 

André

Admin
Was ich nicht verstehe: In google News kommt man nur rein, wenn man sich extra dafür bewirbt und Voraussetzungen erfüllt z.B. eine Autorenseite, eine google news Sitemap etc.

Also google nimmt nicht einfach, sondern die Verlage haben Ihre Seiten extra für die News angepasst und optimiert, sich dann selbst aktiv beworben und aufgenommen zu werden, und nun wollen sie Ihren Scheiß bezahlt haben. Sorry das passt für mich nicht zusammen.

Ist ungefähr so, als gehe ich auf den Flohmarkt, drängele mich auf den besten Platz und verkaufe dort sehr viel (weils halt der beste Platz ist). Jetzt bin ich so eingebildet und sehe mich selbst als Highlight dieses Flohmarkts an und verlange vom Flohmarktbetreiber auch noch Kohle, dass ich die Ehre habe bei ihm zu verkaufen ...
 

Raffelhüschen

Forennutzer
Dank der Stimmen von CDU/CSU, FDP und Teilen der SPD bzw. Rot-Grün wurde das s.g. "Leistungsschutzrecht" nun von Bundestag und Bundesrat durchgewunken.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Dazu kommt noch, dass sich Springer in Zukunft verstärkt auf den Bereich digitale Medien konzentrieren wird; sie haben ja erst vor ein paar Tagen einen Batzen ihrer Zeitungen und Zeitschriften verkauft, bzw. werden ihn verkaufen, wenn das Kartellamt sein OK gibt.
 

André

Admin
War ja nicht anders zu erwarten:

Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein

Ohne Google keine Leser, ohne Leser keine Werbeeinnahmen. Das google auch noch dafür bezahlt dass sie den Verlagen kostenlosen Traffic liefern dürfen, hätte wohl selbst der größte Optimist nicht geglaubt. Aber Internet ist für die hiesigen Verlage halt scheinbar noch Neuland.
 
Oben