Schiedsrichterstreik in Berlin

HoratioTroche

Zuwanderer
Was will der Moisander denn in so einer Situation dem Brych überhaupt mitteilen, was der Kohfeldt für so eminent emotional gerechtfertigt hält?
Egal was der in jedem Interview erzählt, es ist jedesmal dummes Geschwätz.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Es kam zu einer im Fußball mittlerweile typischen Rudelbildung, dabei echauffierte sich insbesondere Moisander, der sich bei Schiedsrichter Felix Brych beschwerte. Der Unparteiische zeigte Moisander daraufhin die zweite Gelbe Karte - und setzte damit eine Vorgabe des Deutschen Fußball-Bunds um. Der DFB möchte seine Schiedsrichter besser vor verbalen Angriffen schützen, auch um die Vorbildfunktion für den Amateurfußball zu verbessern. "Im Vergleich zu den europäischen Wettbewerben gibt es in der Bundesliga inzwischen zu viele Unsportlich- und Respektlosigkeiten", hatte Schiri-Boss Lutz-Michael Fröhlich vor Rückrundenstart ... gesagt. "Wir müssen gegensteuern, um den Fußball und die Schiedsrichter in den unteren Ligen zu schützen."
Gelb-Rot für Moisander: Kohfeldt kritisiert DFB für Respekt-Regel - DER SPIEGEL - Sport


Anti-Rudel-Gelb-rot für Moisander. Und gleich beschwert sich Kohfeldt.

Die sollen das mal schön kosequent durchziehen, die Schiedsrichter.

Wenn ich sehe, wieviele den Schiedsrichter neben der Verbalität auch noch angefasst haben, um ihn daran zu hindern eine Karte zu ziehen, dann hätte jeder von denen von mir eine Karte erhalten. Unfassbar, was sich Schiedsrichter da gefallen lassen (müssen). Und dieses Totschlagargument Emotionalität kann ich nicht mehr hören.
 

Detti04

The Count
Wenn ein Verband will, dass sich die Spieler besser mit den Regeln auskennen, koennte er dann nicht einfach das Bestehen einer "Pruefung in Regelkunde" (oder so aehnlich) als Voraussetzung fuer die Erstellung eines Spielerpasses einfuehren?
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich glaue nicht, dass so eine Regel-Prüfung viel bringt. Autofahrer müssen auch einen Führerschein machen und kennen also die Regeln. Dagegen verstoßen wird trotzdem permanent.

Da gefällt mir die jetzige Kartenregelung schon besser. Wenn ein Spieler Gelb kriegt oder gar Gelb-Rot, dann ist nämlich - wie wir an Nichtmehrso-Coolfeldt sehen - plötzlich Alarm! Und dann werden die Vereine ihren Spielern schon aus Eigenutz schon einbläuen, dass sie solchen Unsinn nicht mehr veranstallten sollen. Und dann geht das auch auf einmal.
 

Hendryk

Forum-Freund
Wenn ein Verband will, dass sich die Spieler besser mit den Regeln auskennen, koennte er dann nicht einfach das Bestehen einer "Pruefung in Regelkunde" (oder so aehnlich) als Voraussetzung fuer die Erstellung eines Spielerpasses einfuehren?

Ich glaue nicht, dass so eine Regel-Prüfung viel bringt. Autofahrer müssen auch einen Führerschein machen und kennen also die Regeln. Dagegen verstoßen wird trotzdem permanent.

Da gefällt mir die jetzige Kartenregelung schon besser. Wenn ein Spieler Gelb kriegt oder gar Gelb-Rot, dann ist nämlich - wie wir an Nichtmehrso-Coolfeldt sehen - plötzlich Alarm! Und dann werden die Vereine ihren Spielern schon aus Eigenutz schon einbläuen, dass sie solchen Unsinn nicht mehr veranstallten sollen. Und dann geht das auch auf einmal.

Als Ergänzung: Ähnlich wie beim Führerschein (Straßenverkehrsordnung) ändern sich die Regeln etc. und daher reicht eine Prüfung bei anschließender jahrelanger Nutzung eigentlich nicht aus. Es wird vorausgesetzt, dass Spieler oder Verkehrsteilnehmer die neuen Regeln durch die gelebte Praxis dazu lernen. Normalerweise funktioniert das auch.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Soweit ich weiß, werden die Spieler über jede Regeländerung oder -auslegung vor jeder Saison informiert. Ich glaube auch nicht, dass das das Problem ist. Um mal im Führerschein Beispiel zu bleiben: Falschparken ist seit jeher verboten. Zu schnell fahren ebenso. Wird trotzdem gemacht, aber nicht weil die Autofahrer diese Regeln nicht kennen.

Dieses Beschweren und Rudelbilden hat sich im Fußball halt eingebürgert, weil nicht rechtzeitig dagegengesteuert wurde. Nun ist es ritualisiertes, automatisiertes Verhalten. Das wird man durch Ansprache oder Regelkunde nicht aus der Welt schaffen. Durch konsequentes Kartenzeigen aber wohl schon. Jedenfalls zum Teil. Und wer es trotzdem macht muss eben öfters aussetzen, weil er schneller Karten sammelt.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wenn ein Verband will, dass sich die Spieler besser mit den Regeln auskennen, koennte er dann nicht einfach das Bestehen einer "Pruefung in Regelkunde" (oder so aehnlich) als Voraussetzung fuer die Erstellung eines Spielerpasses einfuehren?
Die Spieler kennen die Regeln, die Änderungen und die Auslegung. Jedenfalls merkt man immer recht schnell, dass sie ihr Verhalten entsprechend anpassen.
 

jambala

Moderator
HT, kennen vielleicht, aber nicht respektieren und ständig darauf spekulieren, dass sie nicht so angewendet werden, wie festgehalten. Sonst erklären sich Aktionen wie Masken anziehen, rosa Sloggies anziehen und noch einiges mehr nicht. Jetzt wird mal konsequent umgesetzt - und schon werden wieder persönliche Unzulänglichkeiten auf die Regeln abgewälzt, die ja nicht von Fussballern gemacht würden. Komisch nur, dass im IFAB und dem Executive Board, alsio den regelschaffenden Instanzen der FIFA, extrem viele Spiele im Nationaltrikot des vertretenen Verbandes bzw. Erfahrung als Trainer in den Topligen gegeben ist.

Moisander kann sich in der Situation aussuchen, ob er für den Stoß gegen den Düsseldorfer früher vom Platz darf oder dafür, dass er das Rumpelstilzchen gibt. Einfach nur dummes Verhalten, was vom Trainer auch noch unterstützt wird. Das einzig positive Zeichen ist hier noch, dass Brych zugestanden wird, dass er nur die Anweisungen umsetzt - was eigentlich generell bei Entscheidungen als SR ztrifft. Vielleicht kommt mal langsam wieder an, dass der SR den Spielern nix böses will mit den Entscheidungen, die er zu fällen hat.
 

jambala

Moderator
Das ist für mich keine Anpassung des Verhaltens. Das ist für mich dann gegeben, wenn aus Unwissenheit oder aufgrund unklarer Regellage gehandelt wurde und man anschließend das Verhalten den veränderten Gegebenheiten gemäß umstellt.

Das andere ist ein bewusstes Übertreten der Regeln, das aufgrund vorgesehener Sanktionen nicht mehr toleriert wird und deshalb aus Angst vor den Konsequenzen nicht mehr gemacht wird. Ansonsten wird das Verhalten doch nicht freiwillig verändert.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Darum geht's doch: Um eine Verhaltensänderung; nämlich: Fresse halten, nicht zum Schiedsrichter laufen.
 

Hendryk

Forum-Freund
Die Spieler kennen die Regeln, die Änderungen und die Auslegung. Jedenfalls merkt man immer recht schnell, dass sie ihr Verhalten entsprechend anpassen.

Das meine ich mit Verhalten anpassen.
Du verstehst also unter "Verhalten anpassen", dass die Spieler beim Verstoßen gegen die Regeln ihr Verhalten bei Regeländerungen auch verändern?
Sie passen sich also an, um weiter gegen die Regeln zu verstoßen...
 

fabsi1977

Theoretiker
Tja, jetzt hat man im Fußball jahrzehntelang zugelassen dass es eben "emotional" zugeht. Sieht man ja am Kohfeldt, den Schiri anbrüllen ist also völlig normal und im Sinne des Fussballs. Und so zieht sich das durch.

Daher wäre es tatsächlich mal wichtig dass jetzt konsequent durchzuziehen. Vielleicht hilft es ja.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Das andere ist ein bewusstes Übertreten der Regeln, das aufgrund vorgesehener Sanktionen nicht mehr toleriert wird und deshalb aus Angst vor den Konsequenzen nicht mehr gemacht wird. Ansonsten wird das Verhalten doch nicht freiwillig verändert.
Freiwillig sowieso nicht. Deswegen gibt es ja Regeln und Schiedsrichter.

Was ich sagen will: Die Spieler kennen die Regeln, ihre Auslegung und Strenge der Anwendung ganz genau und testen die "Linie" auch in jedem Spiel neu aus.

Und deswegen braucht es keine "Prüfung in Regelkunde" wie von Detti angesprochen.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Du verstehst also unter "Verhalten anpassen", dass die Spieler beim Verstoßen gegen die Regeln ihr Verhalten bei Regeländerungen auch verändern?
Sie passen sich also an, um weiter gegen die Regeln zu verstoßen...
Ist dir aufgefallen, dass inzwischen anders geschwalbt wird, als noch vor ein paar Jahren?
Da gab es keine Regeländerung, es wird nur anders ausgelegt und sanktioniert. Und prompt wird anders geschwalbt.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Mich nervt zunehmend, dass nach jedem Pfiff der Ball erstmal in die Hand genommen wird, mitgeschleppt wird, nochmal gegen gekickt oder sonst irgendwelcher Zinnober veranstaltet wird, nur um dem Gegner die Zeit zu stehlen. Meist geht das ja mit sinnlosem Diskutieren einher. Warum ist es denn nicht möglich, ähnlich wie beim Handball, nach dem Pfiff, muss der Ball auf der Stelle abgelegt werden. Bei Zuwiderhandlung gibt es ne Verwarnung. Ich frage mal hier ganz explizit jambala. Du hast als Schiedsrichter doch dazu bestimmt einen Fachmeinung.
 
Zuletzt bearbeitet:

jambala

Moderator
Das Thema ist eigentlich seit Jahren klar geregelt. Gemäß Regel 12 ist das Verzögern des Spiels eine Pflichtverwarnung. Wurde so nur leider lange nicht umgesetzt, weshalb es bis in die Jugend Auswirkungen gezeigt hat, dass generell oft verzögert wird und wurde.

Nun gibt es hier die eine Fraktion SR, die das Thema lasch angehen nach dem Motto wie in det BL. Ich persönlich gehöre zu den SR, die eskalierend vorgehen. Heißt klare Verstöße konsequent ahnden, grenzwertige Aktionen erst anmahnen und bei Wiederholung dann ahnden. Due dritte Gruppe sind die, die konsequent alles wegpfeifen, was ich hinsichtlich des Sinns der Regeln als auch für die Spielleitung als solches eher negativ finde.

Grundsätzlich tendiere ich dazu rechtzeitig klar zu machen, dass alles, was das Spiel verzögert, geahndet wird. Dazu zählt neben dem Aufheben des Balles, erst mal weg gehen und dann den Ball zurück werfen auch das Zurückschießen des Balles hinter die Position des Vergehens oder das Wegschießen deutlich nach dem Pfiff. Wird das Spiel nicht verzögert, kommt trotzdem eine Ermahnung beim ersten Vergehen, denn grade erfahrene Spieler versuchen hier auszutesten, wie weit sie gehen können. Ist dann auch eine gern genommene Gelegenheit, Spieler mit Stresspotential vom Platz zu bekommen, wenn sie anfangen Spielchen diesbezüglich zu machen.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Due dritte Gruppe sind die, die konsequent alles wegpfeifen, was ich hinsichtlich des Sinns der Regeln als auch für die Spielleitung als solches eher negativ finde.

Zunächst danke für die Ausführungen. Den Satz verstehe ich jedoch nicht. Könntest Du den noch etwas näher ausführen bzw. begründen?
 

Rupert

Friends call me Loretta
Interpretiere ich für mich so, dass das eben nicht im Sinne des Spiels sein kann, ohne Kommentar immer und gleich alles zu unterbinden.

Edit:
Siehe da, das schreibt auch der DFB in seinem Regelwerk auf Seite 34 und 127:

"Der Schiedsrichter entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Spielregeln und des Fussballs."

"Laut Regel 05 müssen die Schiedsrichter gemäß den Spielregeln und im Sinne des Fußballs agieren. Die Schiedsrichter müssen die Spielregeln mit gesundem Menschenverstand und im Sinne des Fußballs anwenden, besonders wenn sie darüber entscheiden, ob ein Spiel ausgetragen und/oder fortgesetzt werden soll."
 

Hendryk

Forum-Freund
Ist dir aufgefallen, dass inzwischen anders geschwalbt wird, als noch vor ein paar Jahren?
Da gab es keine Regeländerung, es wird nur anders ausgelegt und sanktioniert. Und prompt wird anders geschwalbt.
Ist eigentlich egal wie "geschwalbt" wird. Es ist immer eine Unsportlichkeit.
Aber ich habe schon verstanden, was du mir sagen möchtest. :huhu:
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Interpretiere ich für mich so, dass das eben nicht im Sinne des Spiels sein kann, ohne Kommentar immer und gleich alles zu unterbinden.

Edit:
Siehe da, das schreibt auch der DFB in seinem Regelwerk auf Seite 34 und 127:

"Der Schiedsrichter entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Spielregeln und des Fussballs."

"Laut Regel 05 müssen die Schiedsrichter gemäß den Spielregeln und im Sinne des Fußballs agieren. Die Schiedsrichter müssen die Spielregeln mit gesundem Menschenverstand und im Sinne des Fußballs anwenden, besonders wenn sie darüber entscheiden, ob ein Spiel ausgetragen und/oder fortgesetzt werden soll."

Macht man genau da nicht bereits den Fehler, eine Tür einen spaltbreit zu öffnen? Denn das Ausnutzen und Erweitern durch Aushöhlung dieser Regel widerspricht ja noch viel mehr dem Sinne des Spiels.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Auf den Sinn des Spiels hinzuweisen halte ich für gar keinen Fehler, weil der ist nun mal nicht nur durch Regeln und Paragraphen festgelegt.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Und jetzt dachte ich, du hättest was beizutragen.
was hast du denn besonderes beigetragen, was ebenso nichtssagend ist, ausser dass anders geschwalbt wird ?
Ist dir aufgefallen, dass inzwischen anders geschwalbt wird, als noch vor ein paar Jahren?
Da gab es keine Regeländerung, es wird nur anders ausgelegt und sanktioniert. Und prompt wird anders geschwalbt.
Immerhin warst du es, der mich auf diese sinnige Idee brachte. War ja klar, dass für dich ein humoriger post fehl am Platz ist. Bei dir gibt es halt kein Zentrum, das ich hätte treffen können.
Was du oben gepostet hast, musst du erst mal erklären, wie du es gemeint hast mit dem "anderen schwalben" :weißnich:
 
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