Regelfrage im Fussball

Hallo,
ich habe mal eine Frage die mich interessiert. Ich wusste nicht genau in welches Forum diese Frage passt aber ich hoffe ich bin hier richtig.

Wenn ein Spieler verletzt ist und vom Mannschaftsarzt als Spielunfähig eingestuft wurde, darf der Spieler dann im Kader sein und trotzdem auf eigene Verantwortung als überraschender Auswechsler eingewechselt werden oder darf er dann gar nicht wenn er Verletzt ist im Kader aufgelistet sein?

Danke im vorraus
 

Schröder

Problembär
Regeltechnisch müsste das gehen, wenn er auf dem Spielberichtsbogen mit aufgeführt ist und eine gültige Lizenz hat, ist er auch spielberechtigt. Allerdings kann sich glaub ich der Schiedsrichter quer stellen und einem offensichtlich spielunfähigen Kicker die Teilnahme verweigern. Mit Gipsbein und Krücken auflaufen is also nicht.
`ne andere Frage ist die der Versicherung, falls was passiert. Da könnte es Ärger geben.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Wahrscheinlich fragt er im eigenen Interesse und ich bin da bei Schröder: Wenn er auf dem Spielbericht steht, ist er auch spielberechtigt, sofern die üblichen Voraussetzungen gegeben sind. :weißnich:
 
Wenn die Spieler sich aufstellen lassen und der Trainer meint sie spielen lassen zu müssen, gegen den Rat der Ärzte, dann spielen sie halt.
Z.B. Guardiola hatte sich oft genug mit den Mannschaftsärzten angelegt.
 

jambala

Moderator
Hallo.

Die Frage muss man aus verschiedenen Richtungen betrachten.

Zum einen ist es in vielen Verbänden des DFB so, dass in Amateurspielen jeder eingesetzt werden kann, egal ob eine Spielberechtigung vorliegt oder nicht. Was hinsichtlich der Spielwertung anschließend passiert steht auf einem anderen Blatt und hat mit der eigentlichen Frage keine Relevanz.

Der andere Punkt ist einer, der durchaus kontrovers diskutiert wird: Die Pflicht des SR, eine ordnungsgemäße Durchführung des Spieles zu gewährleisten, wozu auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Spielern gehört. Hierzu zählt dann auch der Umgang mit offensichtlich stark angetrunkenen, bekifften oder aufgrund von Verletzungen nicht voll zurechnungsfähigen Spielern. Hier gehen die Meinungen von zulassen, zulassen mit Hinzuziehen der Spielführer und Meldung bis hin zum Ausschließen unter Argumentation über den Passus der Verletzung mit Blutung.

Und da ist meine Meinung, dass eine Teilnahme eines offensichtlich dermaßen angeschlagenen Spielers, dass der Zustand Einfluss auf das Spiel nimmt, nicht zu verantworten ist, alleine schon zum Selbstschutz im Falle eines gravierenden Vorfalls und eventuell getätigter Schadensersatzforderungen.
 
Also das mit den betrunkenen Spielern wäre in der Kreisliga wohl Frevel wenn man den nicht auflaufen lassen würde. :D
 

jambala

Moderator
Das Problem ist die Unberechenbarkeit, die mit Alkoholkonsum ab einem gewissen Maß einhergeht. Der eine wird immer ruhiger, während andere sich maßlos überschätzen und zudem aggressiv werden. Und den Fall will ich in meinem Spiel nicht haben.
 

jambala

Moderator
Habe diesbezüglich bisher noch nicht handeln müssen, hatte aber schon zwei Fälle mit Kreislaufversagen nach massivem Konsum von Energydrinks. Und das übliche Verhalten, wenn mit Standgas vom Vortag gespielt wird.

Das bedeutet im Zweifelsfall zwei Stunden Schreibarbeit für die Meldung über einen Feldverweis nach Tätlichkeit - und das vergessen manche mit ihrem Verhalten.
 
Das glaube ich dir sofort. Unabhängig dsvon, dass ich das als Mitspieler schon immer recht bescheiden fand. Kann glaube ich an einer Hand abzählen wie oft ich in 12 Jahren Senioren "angeschlagen" auf dem Feld stand.

mir wars ehrlich auch echt zu anstrengend. :zahnluec:
 

KGBRUS

SF-Ultra
Warum Mumpitz?
Und zur Frage: Die Spielberechtigung hat mit der Gesundheit nichts zu tun.

Weil, so finde ich, entweder man ist spielfähig oder nicht. Wenn der Mannschaftsarzt einen für nicht spielfähig befindet ist entweder der Mannschaftsarzt schlecht oder man setzt seine Gesundheit als "überraschender Auswechseler" aufs Spiel.

Aber trotzdem zur Frage: Im Amatuerbereich juckt das keinen. Im Profibereich müsste das verboten sein, da man als Angestellter der krank geschrieben ist nicht arbeiten darf, bzw der Arbeitgeber den Angestellten gar nicht arbeiten lassen darf.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wenn der Mannschaftsarzt einen für nicht spielfähig befindet ist entweder der Mannschaftsarzt schlecht oder man setzt seine Gesundheit als "überraschender Auswechseler" aufs Spiel.
Das ist dir ja unbenommen.
Im Profibereich müsste das verboten sein, da man als Angestellter der krank geschrieben ist nicht arbeiten darf, bzw der Arbeitgeber den Angestellten gar nicht arbeiten lassen darf.
Gerade im Profibereich ist es doch so, dass die Diagnose von Ärzten eher als Empfehlung aufgefasst wird. Was glaubst du, wieviele Spieler ständig spielen, die nicht 100% fit sind. Woher kommen denn all die Schmerzmittel? Wer braucht die denn: ein gesunder Spieler?

Aber es ging um die Spielberechtigung. Ob ein Spieler spielberechtigt ist, entscheidet kein Arzt.
Und ich als Schiedsrichter entscheide auch nicht, ob ein Spieler gesund ist. Dazu fehlt mir die Kompetenz. Das entscheiden die Spieler, bzw. die Eltern. Ob er dann spielt, entscheidet der Trainer.
 

KGBRUS

SF-Ultra
Das ist dir ja unbenommen.

Gerade im Profibereich ist es doch so, dass die Diagnose von Ärzten eher als Empfehlung aufgefasst wird. Was glaubst du, wieviele Spieler ständig spielen, die nicht 100% fit sind. Woher kommen denn all die Schmerzmittel? Wer braucht die denn: ein gesunder Spieler?

Aber es ging um die Spielberechtigung. Ob ein Spieler spielberechtigt ist, entscheidet kein Arzt.
Und ich als Schiedsrichter entscheide auch nicht, ob ein Spieler gesund ist. Dazu fehlt mir die Kompetenz. Das entscheiden die Spieler, bzw. die Eltern. Ob er dann spielt, entscheidet der Trainer.

OK ich denke da weisst du wahrscheinlich mehr wie ich. ich bezog das eigentlich auf die Arbeitswelt und Fusballer sind ja Angestellte des Vereins. Wenn ein Mitarbeiter krank geschrieben ist (was ja der Arzt macht) darf der Arbeitgeber den betroffenen Mitarbeiter nicht arbeiten lassen.
 

KGBRUS

SF-Ultra
Ist das echt so? Auch da sind mir ja genug bekannt, die trotz eigentlicher Krankschreibung arbeiten gehen.

Ganz so schwarz weiß ist das natürlich nicht.

Das kommt immer darauf an, nämlich wie schwerwiegend die Krankheit ist. Grundsätzlich gilt, wer sich oder andere Gefärdet darf nicht. Auch wenn es einem vor Ablauf der Krankschreibung wieder besser geht darf der AG zustimmen.
Aber der AG hat eine Fürsorgespflicht. dazu gehört natürlich das der AG von der Krankschreibung weiß.

Wenn jemand einen Schnupfen hat und zwei Tage nach der Krankschreibung wieder arbeiten geht ist das im Büro kein Problem im Krankenhaus aber schon.
Wenn jemand aber zB die Hand gebrochen hat und am Tag nach der Krankschreibung auf dem Gabelstapler sitzt ist das nicht Ok für einen Steuerberater aber schon möglich.

Im oben beschreibenen Fall sehe ich das So:
Fussball = hohe Belastung und da ist, egal was man hat die "Krankschreibung" des Mannschaftsarztes sagt dann aus: Geht nicht. Ansonsten besteht die Gefahr das es schlimmer werden kann, in dem Falle greift die Fürsorgepflicht des AG.
Ist ja auch nicht im Sinne des AG das der Spieler dadurch ev länger ausfällt als unbedingt möglich
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Fussball = hohe Belastung und da ist, egal was man hat die "Krankschreibung" des Mannschaftsarztes sagt dann aus: Geht nicht. Ansonsten besteht die Gefahr das es schlimmer werden kann, in dem Falle greift die Fürsorgepflicht des AG.
Ist ja auch nicht im Sinne des AG das der Spieler dadurch ev länger ausfällt als unbedingt möglich
Das klingt ja sehr schön, aber dann erklär mir doch mal den Zwist zwischen Guardiola und Müller-Wohlfahrt. Um nur mal den bekanntesten Fall zu nennen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man in allen Vereinen Beispiele finden wird.

Und nochmal, es ging ursprünglich um die Spielberechtigung. Das ist eine Verbandsangelegenheit. Da geht es um Startrecht, Wechselfristen, etc. Nicht um Gesundheit.
In einigen Sportarten (meiner z.B.) ist ein Gesundheitsattest Pflicht, das machst du vor der Saison. Damit bist du gesundheitlich gesehen startberechtigt. Wenn du zwischendrin krank wirst, ist es deine Entscheidung bzw. die des Trainers, ob du spielst. Weil wie gesagt, der Schiedsrichter kein Arzt ist.
Natürlich kannst du ein Problem bekommen, wenn du krankgeschrieben bist, zwischendurch in der Kreisliga kickst, und dein AG dich dabei sieht. Aber das ist ein anderes Thema.
 

Schröder

Problembär
Das Problem ist die Unberechenbarkeit, die mit Alkoholkonsum ab einem gewissen Maß einhergeht. Der eine wird immer ruhiger, während andere sich maßlos überschätzen und zudem aggressiv werden. Und den Fall will ich in meinem Spiel nicht haben.

Ich hab sowas ja schon gesehen. Also nicht mit Agressivität, aber noch ziemlich zu.

War ein A-Jugendspiel, da war die eine Mannschaft am Vorabend komplett auf einer Scheunenfete. Entsprechend sahen die Gestalten dann auch aus, die da aus Autos und Bus stiegen, den einen mussten sie erstmal 5 Minuten wachrütteln.

Das Spiel lief entsprechend, der 1. hat sich gleich mal beim 1. Sprint zurück neben dem Torpfosten übergeben. Am Ende der 1. Halbzeit waren von denen noch 8 Feldspieler auf dem Platz, trotz 2 Auswechslungen. Resultat 17:2.

Der eigentliche Gag: Das Spiel wurde am Ende mit 0:3 gewertet, weil der "Sieger" einen Spieler ohne Spielberechtigung auf dem Platz hatte. :D
 
Natürlich kannst du ein Problem bekommen, wenn du krankgeschrieben bist, zwischendurch in der Kreisliga kickst, und dein AG dich dabei sieht. Aber das ist ein anderes Thema.
Der eigentliche Gag: Das Spiel wurde am Ende mit 0:3 gewertet, weil der "Sieger" einen Spieler ohne Spielberechtigung auf dem Platz hatte. :D[/QUOTE]


Autsch! Wenn das bewusst so war oder selbst wenn da einer gepennt hat - sau blöd. Na wenigstens haben beide Mannschaften ein nette Geschichte zu erzählen. :D
 

Schröder

Problembär
Im Nachhinein natürlich lustig, aber kurzfristig gab´s da echt Knatsch. Ging um den Aufstieg, und dann 3 Punkte und 20 Tore in der Tordifferenz so zu verlieren, einige wollten die Brocken schon hinwerfen. Am Ende hat´s dann trotzdem für den Aufstieg gereicht und alles war wieder in Butter. ;)

Wie das mit der Spielberechtigung genau war und wer da was verschusselt hat, kann ich dir leider nicht sagen, ebensowenig ob´s beim Gegner für diesen "Auftritt" noch Disziplinarmaßnahmen gegen die Spieler gegeben hat.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Der andere Punkt ist einer, der durchaus kontrovers diskutiert wird: Die Pflicht des SR, eine ordnungsgemäße Durchführung des Spieles zu gewährleisten, wozu auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Spielern gehört. Hierzu zählt dann auch der Umgang mit offensichtlich stark angetrunkenen, bekifften oder aufgrund von Verletzungen nicht voll zurechnungsfähigen Spielern. Hier gehen die Meinungen von zulassen, zulassen mit Hinzuziehen der Spielführer und Meldung bis hin zum Ausschließen unter Argumentation über den Passus der Verletzung mit Blutung.

Und da ist meine Meinung, dass eine Teilnahme eines offensichtlich dermaßen angeschlagenen Spielers, dass der Zustand Einfluss auf das Spiel nimmt, nicht zu verantworten ist, alleine schon zum Selbstschutz im Falle eines gravierenden Vorfalls und eventuell getätigter Schadensersatzforderungen.
Jetzt frage ich mich, woran du einen "offensichtlich bekifften" Spieler erkennst, oder einen der anderen Fälle, ohne Prüfung. Was, wenn der hinterher Einspruch einlegt, und sagt, ich war nicht bekifft?
 

jambala

Moderator
Hier muss man sich schon sehr sicher sein. Wer aber deutlich Probleme mit dem Gleichgewicht hat, offensichtlich geistig nicht dem Geschehen folgen kann - hier ist dann normalerweise die Sachlage klar identifizierbar, dass eine potentielle Selbstgefährdung vorliegt. Und das lasse ich mir dann auch so von beiden Spielführern bestätigen auf dem SB.
 
Wenn ein Spieler verletzt ist und vom Mannschaftsarzt als Spielunfähig eingestuft wurde, darf der Spieler dann im Kader sein und trotzdem auf eigene Verantwortung als überraschender Auswechsler eingewechselt werden oder darf er dann gar nicht wenn er Verletzt ist im Kader aufgelistet sein?

Wenn er verletzt ist und die Mannschaftsärzte ihm nicht zum Spiel raten, letztendlich kann ihn niemand zwingen seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Schröder

Problembär
Das ist auch nicht die Frage, sondern ob ihn jemand zwingend davon abhalten kann, seine Gesundheit auf´s Spiel zu setzen, wenn der Trainer das schon nicht macht.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Im oben beschreibenen Fall sehe ich das So:
Fussball = hohe Belastung und da ist, egal was man hat die "Krankschreibung" des Mannschaftsarztes sagt dann aus: Geht nicht. Ansonsten besteht die Gefahr das es schlimmer werden kann, in dem Falle greift die Fürsorgepflicht des AG.
Ist ja auch nicht im Sinne des AG das der Spieler dadurch ev länger ausfällt als unbedingt möglich
Um mal drauf zurückzukommen:
Wie kam eigentlich Herrn Neuers Fussbruch zustande? Wie man lesen kann, wurde er erst kürzlich genau an diesem Fuss operiert.

Da frage ich mich: Wer entscheidet da, ob ein Torwart spielen kann? Der möglicherweise weisungsgebundene Arzt? Der Trainer? Der Spieler?

Denn offensichtlich ist es so, dass es jetzt schlimmer ist als vorher.
Ob es bei Hummels der Gesundheit weiter abträglich war, wird man noch sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gehen wir mal davon aus, dass es bei Neuer einfach wieder zu einer Verletzung gekommen ist. Inwieweit die nun mit der alten in Verbindung steht wird man sehen.

Er konnte damit ja immerhin schon letzte Woche und am Wochenende spielen ohne, dass (offiziell) was war.
 
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