Rechtsslastiges Forum?

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huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Du widersprichst mir in diesem Punkt nicht.

Wer den Nazis jedoch das Thema der nationalen Identität kampflos überlässt, darf sich nicht wundern, wenn hiermit Schindluder getrieben wird.

Auch wir Deutsche haben wie alle anderen Erdbürger ein Recht auf eigene nationale Identität, auf Vaterlandsliebe und - stolz.

Wer blödsinnigerweise wegen des verlorenen Kriegs uns dieses Recht beschneiden will, spielt - sicher ungewollt - den Nazis in die Hände.

Wir müssen den Nazis zeigen, wie Nationalstolz funktioniert und nicht umgekehrt.

Wir Demokraten müssen dieses Thema besetzen, damit es nicht beschädigt wird.

Ganz unrecht hast du nicht. Trotzdem fand ich es ok, dass die Nachkriegsgeneration (zu der ich gehöre) erst einmal etwas leiser in Sachen Nationalgefühle auftrat; ich glaube das kam ganz natürlich, da war gar kein Zwang notwendig. Hatte auch seine Vorteile, nämlich eine größere Offenheit und mehr Interesse gegenüber anderen Ländern. Zumal viele der heutigen Probleme nur international und nicht national gelöst werden können.

Ich fand es aber auch angemessen, nach über 50 Jahren im wörtlichen Sinne wieder mehr "Flagge zu zeigen", wie dies bei der letzten WM geschah. Von Nationalstolz möchte ich nicht reden, das Wort gefällt mir nicht, weil ich eben nicht auf etwas stolz sein kann, was mir in die Wiege gelegt wird. Trotzdem erfüllen mich manche Dinge, die mein Land betreffen, auch gelegentlich mit ein wenig Stolz, gerade hier im Ausland. Dazu gehören allerdings eher Dinge, die nicht unbedingt im rechten Spektrum anzusiedeln sind, wie unser größeres Umweltbewusstesein oder die schon erwähnte Offenheit gegenüber andern Ländern, z.B. beim Sprachenlernen - ganz im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, England oder Spanien.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Weil die ewige Betonung und Hervorhebung der eigenen Nation nun einfach radikalisiert.
Das geht schlicht nicht "soft" oder "ein bisschen", die Spirale dreht sich zu schnell weiter in extreme Bereiche.

Im 21. Jhd., nach einem 20. Jhd. in dem hunderte von Millionen ihr Leben liessen wegen der ständigen Überbetonung der "Nation" und des "Vaterlandes" sollte sich mal langsam die Erkenntnis durchsetzen, dass die Hervorhebung der eigenen Nation zu nichts führt ausser zu Kriegen.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
so, jetzt müssten eigentlich wieder die opfer des kommunismus als antwort kommen, nach den üblichen rechten argumentationsschemata.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Auch wir Deutsche haben wie alle anderen Erdbürger ein Recht auf eigene nationale Identität, auf Vaterlandsliebe und - stolz.

Das sind nur leider 3 völlig verschiedene Dinge. Und die letzten beiden sind nun mal nix.

Und selbst bei 1 kommt es drauf an, wie man das definiert. Deutsch ist, wer einen deutschen Pass hat?
 
Du widersprichst mir in diesem Punkt nicht.
Oh doch, im Gegensatz zu dir halte ich "Nationales Denken" für nichts förderungswertes sondern in der Tendenz für potentiell gefährlich.

Wer den Nazis jedoch das Thema der nationalen Identität kampflos überlässt, darf sich nicht wundern, wenn hiermit Schindluder getrieben wird.
Wer (wie oben geschildert die katholische Kirche Ungarns) Nationalstolz propagiert, die Angst vor den bösen ultraliberalen schürt und starke Führer fordert fördert den Schindluder, nicht die die diesem ominösen "Nationalstolz" eher skeptisch gegenüber stehen.


Wer blödsinnigerweise wegen des verlorenen Kriegs uns dieses Recht beschneiden will, spielt - sicher ungewollt - den Nazis in die Hände.
Wer beschneidet dir denn welches Recht?

Ein gesunder Skeptizismus gegenüber dem Nationalstolz resultierte doch aus den unsäglichen Greueltaten, die im Namen der deutschen Nation und ihres Überlegenheitsgefühls begangen wurden. Also ich fand die weit verbreitete Skepsis gegenüber dem Nationalen in Nachkriegsdeutschland eher eine anerkennenswerte Errungenschaft unserer Gesellschaft. Da hatten mir mal was gelernt.

Wir Demokraten müssen dieses Thema besetzen, damit es nicht beschädigt wird.
Das Thema hat sich schon reichlich selbst beschädigt und tut es nach wie vor an alln möglichen Ecken dieser Welt.
 
Nein Rupert.

Das ist schlicht falsch.

Falsche Ideologien führen zu Kriegen. Nicht die nationale Identität.

Diese wurde nur oft von Leuten mißbraucht, die die Vakanz dieses Themas für sich nutzten.

Das gilt es, künftig besser zu machen und dieses Thema von Demokraten zu besetzen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Das "Recht" auf Vaterlandsliebe, -stolz, etc. ist doch jedem Deutschen gegeben, wenn er das ausleben will.
Verstehe ich ja überhaupt nicht, warum immer behauptet wird, man dürfe sein "Vaterland" nicht lieben.

Ausleben mit Reichskriegsflagge geht halt nicht.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Nein Rupert.

Das ist schlicht falsch.

Falsche Ideologien führen zu Kriegen. Nicht die nationale Identität.

Diese wurde nur oft von Leuten mißbraucht, die die Vakanz dieses Themas für sich nutzten.

Das gilt es, künftig besser zu machen und dieses Thema von Demokraten zu besetzen.

Akzeptiert: Dann halt die Ideologie, die u.a. die Übermacht der eigenen Nationalität in den Vordergrund stellt.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Der Mähr von "guten Patriotismus" halte ich mal wissenschaftliche Erkenntnis entgegen:

Doch muss nicht gerade die Normalität und Dynamik der schwarz-rot-goldenen Verehrungswelle für Verunsicherung sorgen? Schon einmal, 2006, war Deutschland getragen von einer Debatte des vermeintlich guten Patriotismus. Damals waren sich zunächst viele einig: Der neue deutsche Patriotismus sollte uns das Sommermärchen nicht aus dem Reich der Romantik entführen. Jedoch: Einige taten genau das. Die Ergebnisse der heiter gefeierten Deutschlandfreude sind nach dem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer der deutschen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wissenschaftlich festgehalten worden.

Nach dem "Sommermärchen" fanden der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer und der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner in einer Befragung heraus, dass die Präsenz nationaler Symbole während der Weltmeisterschaft bei einem Teil der Bevölkerung die Fremdenfeindlichkeit signifikant erhöht hatte. Heute sagt Wagner: "Dieser neue Hype um Lena beinhaltet auf subtile Art und Weise durchaus die Gefahr, als Nation besser sein zu wollen als andere. Damit geht auch die Gefahr einher, das Nationale zu einer gesellschaftlichen Kategorie zu machen, die wieder wichtiger wird."

Aus seinen Erhebungen lässt sich schließen: Wenn heute Lena und mit ihr die Mitte Deutschlands die Fahne schwingen, dann hat das einen Effekt auf Rechtsaußen: Aus der neuen patriotischen Selbstverständlichkeit der Mitte nährt sich auch fremdenfeindlicher Nationalismus.

Quelle

Wie aber auch Gablonz ja bereits schrieb.
 
Zumindest waren es keine hellen Köpfe.

Man kann sich jeden Mist aus dem Net ziehen.

Wer es nötig hat, soll es tun.
 
Mist ist Mist, weil es Mist ist.

Da lässt sich nichts relativieren.

Wenn die deutschen Fähnchen bei der WM zur Ausländerfeindlichkeit beigetragen haben sollen, so ist das kompletter Mist eines hirnverbrannten Pseudo-Experten.

Deine Fundstellen sin immer sehr "amüsant"
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
:D Ist klar, was dir nicht in den Kram ist Mist! :D So ist das, wenn einem die Argumente ausgehen.
 
Wenn einem die Argumente ausgehen, muss man sich solchen Mist rausziehen aus dem Net.

Da haste wohl recht.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Kommen da auch noch irgendwelche sachlichen Argumente oder war es das jetzt von deiner Seite?
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
...sry, aber von dir war da auch nix sachliches :floet:

was ist an dem posting denn nicht sachlich:

Der Mähr von "guten Patriotismus" halte ich mal wissenschaftliche Erkenntnis entgegen:

Doch muss nicht gerade die Normalität und Dynamik der schwarz-rot-goldenen Verehrungswelle für Verunsicherung sorgen? Schon einmal, 2006, war Deutschland getragen von einer Debatte des vermeintlich guten Patriotismus. Damals waren sich zunächst viele einig: Der neue deutsche Patriotismus sollte uns das Sommermärchen nicht aus dem Reich der Romantik entführen. Jedoch: Einige taten genau das. Die Ergebnisse der heiter gefeierten Deutschlandfreude sind nach dem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer der deutschen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wissenschaftlich festgehalten worden.

Nach dem "Sommermärchen" fanden der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer und der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner in einer Befragung heraus, dass die Präsenz nationaler Symbole während der Weltmeisterschaft bei einem Teil der Bevölkerung die Fremdenfeindlichkeit signifikant erhöht hatte. Heute sagt Wagner: "Dieser neue Hype um Lena beinhaltet auf subtile Art und Weise durchaus die Gefahr, als Nation besser sein zu wollen als andere. Damit geht auch die Gefahr einher, das Nationale zu einer gesellschaftlichen Kategorie zu machen, die wieder wichtiger wird."

Aus seinen Erhebungen lässt sich schließen: Wenn heute Lena und mit ihr die Mitte Deutschlands die Fahne schwingen, dann hat das einen Effekt auf Rechtsaußen: Aus der neuen patriotischen Selbstverständlichkeit der Mitte nährt sich auch fremdenfeindlicher Nationalismus.

Quelle

Wie aber auch Gablonz ja bereits schrieb.
 

Keule

Geile Oma aus deiner Nähe
Mein Gott, das is' sachlicher Bullshit...
Is' klar, hätte Bayern die CL gewonnen wäre ein Krieg ausgebrochen und wenn wir jetzt noch Weltmeister werden...oha, dann is hier aber was los... :suspekt:

Eine Studie hat auch erwiesen, dass Pommes Krebsfördernd sind...essen tu ich sie trotzdem...
 

Schröder

Problembär
Der Mähr von "guten Patriotismus" halte ich mal wissenschaftliche Erkenntnis entgegen:

1. "Dieser neue Hype um Lena beinhaltet auf subtile Art und Weise durchaus die Gefahr, als Nation besser sein zu wollen als andere.

2. "Aus seinen Erhebungen lässt sich schließen: Wenn heute Lena und mit ihr die Mitte Deutschlands die Fahne schwingen, dann hat das einen Effekt auf Rechtsaußen: Aus der neuen patriotischen Selbstverständlichkeit der Mitte nährt sich auch fremdenfeindlicher Nationalismus." Quelle

Wie aber auch Gablonz ja bereits schrieb.

1. Sorry, aber wenn das eine "Gefahr" ist, kannste sämtliche Länderspiele und sonstige Wettbewerbe von Nationen (wie eben diesen ESC) abschaffen. Solange das Ziel ist, etwas "besser" zu machen und nicht Konkurrenz zu zerstören, ist genau dies die Grundlage der Wirtschaft und Forschung eines jeden Landes. Wenn z. B. China ein gutes Produkt auf dem Markt bringt, muss ein deutsches Unternehmen natürlich das Ziel haben, etwas besseres zu konstruieren.

2. Das ist so ziemlich der größte Schwachsinn, den ich je gelesen habe. Fremdenfeindlichkeit nährt sich höchstens dadurch, dass man den Deutschen jegliche patriotische Einstellung zu untersagen versucht (und diesen Artikel ordne ich in den Versuch ein), mit dem fadenscheinigen Verweis auf unsere Fehler in der Vergangenheit. Während alle Menschen anderer Nationen sich zu ihrem Land bekennen dürfen (egal, was diese auch schon verbrochen haben), wird in Deutschland gleich ein Fass aufgemacht, wenn mal einer ohne Hintergrund eines internationen Wettbewerbs "Flagge bekennt". Und sei es nur durch einen Deutschland-Aufnäher auf seiner Jeanskutte. Das ist dann immer gleich ein "Deutschnationalist (und das ist noch die gemäßigte Ausdrucksweise)".

Dieser Automatismus führt zu Neid und Missgunst gegenüber anderen Nationen und dann evt. zur Ablehnung dieser.

Jene, die sich dieses Duckmäusertum gegenüber anderen Nationen nicht gefallen lassen wollen, finden dann automatisch Zugang zur rechten Szene. Wo sie vielleicht bei etwas selbstbewussterem Umgang mit unserer nationalen Identität in Deutschland nie gelanden wären.

@ diavo: Hier mal die offizielle Definition von "Stolz". Ich glaube, das die Unstimmigkeiten über diesen Begriff auf einem Missverständnis beruhen.
Stolz

Eine andere Quelle als Wiki hab ich leider nicht gefunden.
Daraus ergibt sich jedenfalls, das Stolz immer etwas mit der eigenen Leistung zu tun hat, aber allein die Geburt in einem bestimmten Land (die einzige Voraussetzung für die Nationalität) ist keine eigene Leistung. Deswegen kann man darauf auch nicht Stolz sein. Wohl aber darauf, etwas für dieses Land geleistet zu haben (was ich bei dir jetzt nicht beurteilen kann).
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
...:aua:

Nicht jede Studie hat recht, aber das passt dir nicht in den Kram also ist mein Post Mist...ne..?

dann bring Argument dagegen, dann kann man was dazu sagen. einfach nur zu sagen: "das ist mist", das ist einfach mal mist und kein beitrag zur diskussion.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator

Du hast die Quintessenz wohl überlesen: Nach dem "Sommermärchen" fanden der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer und der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner in einer Befragung heraus, dass die Präsenz nationaler Symbole während der Weltmeisterschaft bei einem Teil der Bevölkerung die Fremdenfeindlichkeit signifikant erhöht hatte.

nicht bei allen und auch nicht bei allen lustigen fahnenschwenkern im stadion. aber dieser unbeschwerte, locker-flockige spaßpatriotismus hat eben effekte, auch wenn die nicht intendiert. eben die oben fett makierten.



Wir sind weder ein rechtes noch ein linkes Forum, Soccer-Fans ist ein Fußballforum und kein Politikforum.

Klar lassen wir hier auch Diskussionen zur Politik zu, aber wir distanzieren und von jedem radikalem Gedankengut und Parolen egal ob von rechts oder von links.

Da dieser Thread hier zu keinem Ergebnis führt, werde ich diesen nun schließen, und gleichzeitig möchte ich alle Beteiligten davor warnen die jetzige zu nichts führende Diskussion, in einem anderen Thread fortzuführen, und gleichzeitig dazu aufzurufen sich mit wieder dem eigentlichen Thema dieses Boards zu widmen: Fußball.
 
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