Pflegekräfte

Detti04

The Count
Ich finde den Erzaehlstil prinzipiell durchaus gut. Insgesamt finde ich die Miniserie gar nicht mal so schlecht, aber ich glaube generell nicht, dass man durch solche Aktionen Leute fuer einen Job gewinnen kann.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich finde den Erzaehlstil prinzipiell durchaus gut. Insgesamt finde ich die Miniserie gar nicht mal so schlecht, aber ich glaube generell nicht, dass man durch solche Aktionen Leute fuer einen Job gewinnen kann.
Ich kenne welche, die sind wegen Grisu zur Feuerwehr und wegen Top Gun zur Luftwaffe.
So gesehen ist mein Vorbild vielleicht Harry Tuttle.
 

Hendryk

Forum-Freund
Sie weiß, wovon sie redet. Moll hat viele Jahre in der Altenpflege gearbeitet. Seit 2017 sitzt sie für die SPD im Parlament. "Ich habe für den Bundestag kandidiert, um diesen schönen Beruf zu retten", sagt sie. "Wer kann die Probleme besser beurteilen als eine Pflegefachkraft?"

Damit endlich mehr und endlich das richtige passiert, macht Claudia Moll jetzt selbst Vorschläge für Reformen. "Gute Pflege – Machen!" heißt das Papier, das sie geschrieben hat und das t-online vorliegt. Neben kleinen, konkreten Reformschritten, die aus ihrer Sicht recht schnell umzusetzen sind, formuliert es auch ein großes Ziel: die Pflegeversicherung zu einer echten Vollversicherung machen. Denn klar ist: bessere Pflege wird auch teurer.
"Es ist viel zu wenig passiert"
Sie denkt schon in die richtige Richtung.
 

Dilbert

Pils-Legende
Mal was neues von unserer Party- ääh, Pflegelkammer (Der Fehler ist beabsichtigt):

Ein Kumpel von mir hat einen Härtefallantrag gestellt, um um die 119 Euro Beitrag herumzukommen. Dazu muss gesagt werden, dass der fünf Kinder hat, und deshalb jeden Euro braucht. Er hat auch Belege dafür eingereicht.

Die Kammer hat den abgebügelt. Begründung: Er hätte ja auch Geld um ab und zu etwas bei Amazon zu bestellen. Außerdem haben sie ihm den Corona-Kinderbonus als Vermögen angerechnet. Sein Einwand, dass der Bonus eben für die Kinder, und nicht für die Kammer ausgezahlt worden sei, und sein Sohn demnächst eine neue Zahnspange brauche (was ja auch nicht sooo billig ist), wurde von der Kammer geflissentlich ignoriert. Er hat sich damit letztendlich an die Presse gewandt, und steht heute in der Zeitung.

Ein weiterer (hochverdienter) Shitstorm ist unserer sogenannten "Interessenvertretung" damit wohl gewiss. Der hat sich in der Corona-Zeit (die ja noch lange nicht vorbei ist) wie ich und fast alle meiner Kollegen den A... aufgerissen, um den Laden am Laufen zu halten. Er / seine Familie hat sich den Kinderbonus auch verdammte Hacke nochmal verdient. Und was ist das überhaupt für ein Schwachsinn mit Amazon? Darf man seine Kinderklamotten demnächst dann nur noch bei KIK oder auf dem Flohmarkt kaufen, damit genug für die Herrschaften von der Kammer übrig bleibt?

Noch ein Grund mehr, dieses nutzlose, teure Scheißgebilde im Frühjahr zum Teufel zu jagen.
 

Hendryk

Forum-Freund
Die Kammer hat den abgebügelt. Begründung: Er hätte ja auch Geld um ab und zu etwas bei Amazon zu bestellen.
Wahnsinn! Noch dümmer konnte die Kammer wohl nicht argumentieren? Hätte sie es überhaupt belegen können? Davon abgesehen, dass jeder kaufen kann, wo er oder sie es möchte.
Ist der Corona-Kinderbonus nicht steuerfrei und darf gar nicht auf das "Vermögen" angerechnet werden?
Ich hätte mich auch an die Presse gewandt.
 

André

Admin
Lustig: Kumpel der am Bau arbeitet bekommt nun 500 Euro steuerfreies Corona Geld.

Bekannte aus dem Pflegedienst bekommen nichts.

Ach doch, geklatscht wurde vor paar Monaten mal. :vogel:
 

Dilbert

Pils-Legende
Wahnsinn! Noch dümmer konnte die Kammer wohl nicht argumentieren? Hätte sie es überhaupt belegen können? Davon abgesehen, dass jeder kaufen kann, wo er oder sie es möchte.
Ist der Corona-Kinderbonus nicht steuerfrei und darf gar nicht auf das "Vermögen" angerechnet werden?
Ich hätte mich auch an die Presse gewandt.
Er hat denen wohl seine Kontoauszüge vorgelegt, um nachzuweisen, dass er kein Geld für den Verein hat. Die nehmen seine Bestellungen als "Beweis" dafür, dass er nicht in einer "unverschuldeten Notlage" ist. Wahrscheinlich hätte er den Krempel (was auch immer das war) lieber bei Real oder so kaufen sollen, jedenfalls direkt im Laden. Damit es den Helden der Sozialverblödung in der Kammer in den Kram passt...

In drei bis vier Monaten haben wir denen hoffentlich die Quittung für den ganzen Irrsinn, die Geldschneiderei und die Erpressermethoden verpasst. Ich bin mal gespannt, ob wir dann wie die Zwangsmitglieder in Niedersachsen auch unsere gezahlten Beiträge zurückbekommen. Die 119 Euro, die ich denen letzten Monat in den Bürokratieschlund werfen musste, taten auf dem Konto dann doch ziemlich weh.

So richtig zum Affen macht sich gerade die in Auflösung befindliche Pflegekammer Niedersachsen. Ein Vorstandsmitglied will da die Präsidentin wegen "schädigendem Verhalten" raushaben, weil sie angeblich die Abwicklung beschleunige, anstatt den Prozess zu verlangsamen um die Kammer möglichst lange am Leben zu halten. Einen eh schon beschlossenen Vorgang beschleunigen, um einen unnützen Klotz am Bein loszuwerden, das könnte ja dem Staat glatt Geld sparen. Frechheit!
 

Hendryk

Forum-Freund
So richtig zum Affen macht sich gerade die in Auflösung befindliche Pflegekammer Niedersachsen. Ein Vorstandsmitglied will da die Präsidentin wegen "schädigendem Verhalten" raushaben, weil sie angeblich die Abwicklung beschleunige, anstatt den Prozess zu verlangsamen um die Kammer möglichst lange am Leben zu halten. Einen eh schon beschlossenen Vorgang beschleunigen, um einen unnützen Klotz am Bein loszuwerden, das könnte ja dem Staat glatt Geld sparen. Frechheit!
Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei.
 

Hendryk

Forum-Freund
In der Zeitung stand, dass die Pflegekammer Niedersachsen im Juli 2021 aufgelöst wird. Das Land oder so muss noch zustimmen, tritt Anfang Januar zusammen. Der Pflegekammer muss 6 Monate Zeit gegeben werden, alles Nötige zu Ende zu bringen, das Land übernimmt dann (wieder) die Aufgaben.
 

Dilbert

Pils-Legende
So, Leute, hier geht´s los.

In diesen Tagen werden die Wahlunterlagen zum Fortbestand der Pflegekammer verschickt. Unsere Chance, dieses Ärgernis zum Deibel zu jagen. Die Kammer hat in den letzten Tagen nochmal keine Kosten (sind ja nur unsere Beiträge...) gescheut, und wirbt für sich selbst mit riesigen Plakaten und tausenden von Werbeflyern. Außerdem entblödet sich irgendwer nicht, aus dem Hashtag #NOPBKSH #JOPBKSH zu machen, und das ungefragt auf irgendwelche Bürgersteige zu sprühen. Die Kammer will damit angeblich nichts zu tun haben, wer´s glaubt...

Also, jetzt gilt es. Ich kann das Eintreffen meines Wahlscheins gar nicht erwarten. Weg damit!
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Sich daran zu beteiligen den eigenen Berufsstand abzuwerten und das auch noch abzufeiern ist ziemlich 🤪
 

Schröder

Problembär
Sich daran zu beteiligen den eigenen Berufsstand abzuwerten und das auch noch abzufeiern ist ziemlich 🤪
Sich von solchen Diletanten politisch vertreten zu lassen, die keinerlei sinnbringende rechtliche Befugnisse haben, wertet den Berufsstand mehr ab als keine Kammer zu haben. Im Gegenteil ist die Kammer der sinnbildliche Ausdruck dafür, wie wenig Respekt die Politik für den Beruf aufbringt, wenn die Angehörigen jetzt noch für die Manifestierung ihrer Ausbeutung zahlen sollen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Dilbert

Pils-Legende
Mein Stimmzettel ist da, wurde sofort ausgefüllt und wieder eingetütet, und geht nachher zur Post.

Weg mit dem zahnlosen Papiertiger, der nur kostet und nichts nützt. Weg mit einer Institution, die es so lange eh nie hätte geben dürfen, weil sie auf gebrochenen Wahlversprechen basiert. Weg mit der Zwangsmitgliedschaft. Weg mit der Missgeburt von Birte Pauls (SPD-Politikerin, die die Kammer stets als "Ihr Baby" bezeichnet hat).
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Sich von solchen Diletanten politisch vertreten zu lassen, die keinerlei sinnbringende rechtliche Befugnisse haben, wertet den Berufsstand mehr ab als keine Kammer zu haben. Im Gegenteil ist die Kammer der sinnbildliche Ausdruck dafür, wie wenig Respekt die Politik für den Beruf aufbringt, wenn die Angehörigen jetzt noch für die Manifestierung ihrer Ausbeutung zahlen sollen.

Sich von einer Institution politisch vertreten zu lassen finde ich wiederum wichtig. Wie unwichtig wären andere Berufsstände und -sparten, wenn sie in der Politik nicht gehört werden würden. Was meinst Du was Verbände machen? Wenn ich Arbeitgeberverbände sehe, dann haben die ebenfalls keine rechtlichen Befugnisse, Handwerkskammern und Ihk's ebenso nicht, aber sie sind u.a. das Sprachrohr für all die Mittelständler und Leinstunternehmer/innen. Über das Wie der Tätigkeiten und Arbeiten kann man ja reden und da hat eben jeder des Berufsstandes die Möglichkeiten sich einzubringen. Sie zum Teufel zu jagen ist sicherlich auch ne Alternative. Nur dann darf man sich eben fehlende Lobby in allen Bereichen auch nicht wundern.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Sich von solchen Diletanten politisch vertreten zu lassen, die keinerlei sinnbringende rechtliche Befugnisse haben, wertet den Berufsstand mehr ab als keine Kammer zu haben. Im Gegenteil ist die Kammer der sinnbildliche Ausdruck dafür, wie wenig Respekt die Politik für den Beruf aufbringt, wenn die Angehörigen jetzt noch für die Manifestierung ihrer Ausbeutung zahlen sollen.

An den Aussagen stimmt ja nun mal gar nichts und das ist auch recht leicht aufzuzeigen: Die Pflekammern haben die gleichen Aufgaben wie andere Berufskammern (und das sind wie oben bereits erklärt, ganz andere als es z. B. die Gewerkschaften oder Berufsverbände haben) von denen es einige gibt: zum Beispiel Handwerkskammern, Ärztekammern. Die haben die jeweiligen Berufe abgewertet? Natürlich nicht. Wer die Pflegekammern ablehnt, wertet seinen eigenen Beruf ab. Mit entsprechenden Konsequenzen. Es gibt keine größeren "Respekt" von Seiten "der Politik" gegenüber eines Berufstandes als eine Kammer, denn damit gibt die Politik ihre hohheitlichen Aufgaben an den Berufstand selber ab: Das heißt, der wird ernstgenommen und kann unabhängig von der Politik den rechtlichen Rahmen seines Berufes ausgestalten. "Manifestierung ihrer Ausbeutung"? Du verwechselst die Kammer mit den Arbeitgebern. Der ist für Ausbeutung zuständig. Und dagegen etwas zu unternehmen ist Aufgabe der Gewerkschaft. Ein Berufskammer hat damit nur indirekt zu tun: Ein Berufsstand ohne Kammer ist eher Hilfsberuf ohne große eigene Kompetenz und wird entsprechend schlecht bezahlt, und das zu recht. Deine Aussagen zeigen vorallem eins: Du hast keine Ahnung, wozu ein Berufskammer da ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hendryk

Forum-Freund
Wer die Pflegekammern ablehnt, wertet seinen eigenen Beruf ab. Mit entsprechenden Konsequenzen. Es gibt keine größeren "Respekt" von Seiten "der Politik" gegenüber eines Berufstandes als eine Kammer, denn damit gibt die Politik ihre hohheitlichen Aufgaben an den Berufstand selber ab: Das heißt, der wird ernstgenommen.
Und wie erklärst du dir, dass "die Pflegekammer" auch in den Niedersachsen von den Pflegekräften nicht erwünscht ist und dieses Jahr aufgelöst wird? Es ist nicht nur bei der Pflegekammer von @Dilbert so. Dass das Personal in den Pflegeberufen eher schlecht bezahlt wird und eine starke Vertretung brauchen könnte ist mir als Mitarbeiter eines Pflegedienstes bekannt.
Kurz gefragt: Sind die Pflegekräfte denn zu dumm, um die Vorteile der Pflegekammer zu sehen oder gibt es diese Vorteile gar nicht?
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Und wie erklärst du dir, dass "die Pflegekammer" auch in den Niedersachsen von den Pflegekräften nicht erwünscht ist und dieses Jahr aufgelöst wird?

Weil eine große Gruppe der Pflegenden - wie einige User hier - keine Ahnung von den Aufgaben einer Berufkammer haben. Dazu kommt das Phänomen, dass sie ihre durchaus berechtigte Kritik an Bezahlung und Arbeitsbedingunen, auf einmal auf die Kammer projezieren und diese dafür verantwortlich machen. Dass das völliger Unsinn ist, liegt zwar auf der Hand - schließlich wurden die Kammern gerade erst gegründet, wie können die dann dafür verantwortlich sein? Aber auf der Hand liegender Unsinn war noch nie ein aussreichender Grund, dass Leute das nicht trotzdem behaupten. Neben diesen Ressentiments kommen noch einige andere reflexartig dazu.

Man muss mal sagen, dass die größe dieser Gruppe unterschätzt wurde und man im Vorfeld noch mal deutlich stärker hätte erklären müssen, wozu die Kammern da sind und warum die gut sind - aber mal ehrlich: Dass ein gr0ßer Teil der Berufsgruppe so dämlich ist und sich selbst ins Knie schießt, damit hat keiner gerechnet.

Wenn das so weiter geht, wird sich der Pflegeberuf so entwickeln, wie es die verantwortungsvolleren Personen u.a. mit den Kammern, verhindern wollten; einige andere Akteure in der Branche aber unbedingt wollen (Arbeitgeber, ein Teil der Ärzteschaft).
Der Beruf wird sich aufspalten: Auf der einen Seite wird es die Hilfkräfte geben, die werden noch schlechter bezahlt als heute schon und eine noch schlechtere Ausbildung erhalten und die ganzen "einfachen" Pflegeaufgaben übernehmen. Es wird also eine Deprofessionalisierung geben. Dies wird den größeren Teil der Pflegenden betreffen. Das bedeutet um das nochmal ganz klar zu sagen: mehr schwere Arbeit (also schlechtere Arbeitsbedingungen) und noch weniger Geld. Die Arbeitgeber, besonders die der Altenpflegeheime, jubeln, denn dafür kämpfen sie schon seit Jahren.
Auf der anderen Seite wird es für wenige Pflegende eine Professionalierung geben. Ein kleiner Teil der Pflegenden wird besser ausgebildet werden und die entsprechend anspruchsvolleren Aufgaben erledigen und den oben genannten Hilfskräften ansagen, was die zu tun haben.

Das mal als Dystopie um zu zeigen, was da eigentlich gerade los ist in der Welt der Pflegenden. Natürlich wird von einem Teil der Pflegenden versucht, das zu verhindern. Ein Teil davon war die Einrichtung der Pflegekammern, denn dann kann der Staat z. B. nicht mehr die Ausbildungsstandards ändern. So kann man eine Deprofessionalisierung verhindern.

Das da welche kommen und aktiv dafür eintreten, dass ihr Beruf Deprofessionalisiert und weniger anerkennt wird, die sich selbst lieber als Hilfskräfte ohne große Kompetenz in Sachen Gestaltung ihres eigenen Berufes sehen - das konnte man wohl wirklich nicht ahnen, um den Kreis nach oben nochmal zu schließen.
 

Schröder

Problembär
An den Aussagen stimmt ja nun mal gar nichts und das ist auch recht leicht aufzuzeigen: Die Pflekammern haben die gleichen Aufgaben wie andere Berufskammern (und das sind wie oben bereits erklärt, ganz andere als es z. B. die Gewerkschaften oder Berufsverbände haben) von denen es einige gibt: zum Beispiel Handwerkskammern, Ärztekammern. Die haben die jeweiligen Berufe abgewertet? Natürlich nicht. Wer die Pflegekammern ablehnt, wertet seinen eigenen Beruf ab. Mit entsprechenden Konsequenzen. Es gibt keine größeren "Respekt" von Seiten "der Politik" gegenüber eines Berufstandes als eine Kammer, denn damit gibt die Politik ihre hohheitlichen Aufgaben an den Berufstand selber ab: Das heißt, der wird ernstgenommen und kann unabhängig von der Politik den rechtlichen Rahmen seines Berufes ausgestalten. "Manifestierung ihrer Ausbeutung"? Du verwechselst die Kammer mit den Arbeitgebern. Der ist für Ausbeutung zuständig. Und dagegen etwas zu unternehmen ist Aufgabe der Gewerkschaft. Ein Berufskammer hat damit nur indirekt zu tun: Ein Berufsstand ohne Kammer ist eher Hilfsberuf ohne große eigene Kompetenz und wird entsprechend schlecht bezahlt, und das zu recht. Deine Aussagen zeigen vorallem eins: Du hast keine Ahnung, wozu ein Berufskammer da ist.
Du vergissst bloß was: Pflegekammern haben keinerlei rechtliche Befugnisse gegenüber den Arbeitgebern oder der Legislative.
Die können zwar Fortbildungen ihrer Angehörigen anordnen, aber wenn die dafür von den Arbeitgebern nicht freigestellt werden (etwa weil die ihren Pflegepersonalschlüssel nur dadurch erfüllen können, indem der Hund des Hausmeisters mitgezählt wird), haben die Kammern gegenüber den Arbeitgebern keinerlei Sanktionsmöglichkeiten. Sie dürfen ja nicht mal Missstände und Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz, auf die sie von ihren Mitgliedern hingewiesen werden, auch nur kontrollieren.

Der Unterschied zur Handwerkskammer: Deren Beschlüsse kosten den Staat nichts. Im Gegenteil, wenn das Handwerk gestärkt wird, bringt das eher noch Geld ins Steuersäckel. Daher werden sie auch politisch unterstützt. Die Pflegekammer nicht, denn wenn die was beschließen, verursacht das eher Kosten. Also werden diese Beschlüsse von der Politik eh abgelehnt. Pflege in Deutschland darf nichts kosten. Das treibt nur die Lohnnebenkosten nach oben, wenn der Pflegebeitragssatz erhöht werden muss.

Auch zur Ärztekammer gibt es einen gewaltigen Unterschied: Die bringen ihren Arbeitgebern Geld, weil Operationen gegenüber den Krankenkassen und erst Recht bei Privatpatienten ganz anders abgerechnet werden können als Kosten für die Pflege, wo die Arbeitgeber (also die Krankenhäuser) in der Regel eher draufzahlen. Möchte nicht wissen, wieviele unnötige Operationen in Deutschland alleine deswegen ausgeführt werden, um die Verluste, die durch die Pflege der Patienten entstehen, wieder auszugleichen.

Am Ende wird es also darauf hinauslaufen, hochqualifiziertes Personal zu haben, das zu den gleichen Bedingungen wie jetzt arbeitet. Und die, die diese Qualifizierung aus welchen Gründen auch immer nicht machen können die Examina abzuerkennen, um sie für gleiche Arbeit wie jetzt nur eben als ungelernte Hilfskräfte noch geringer bezahlen zu müssen.

Berufskammern machen durchaus Sinn. Man muss sie aber auch mit den entsprechenden Kompetenzen und Rechtsbefugnissen ausstatten, wenn sich die AG ihren Anforderungen widersetzen. Das fehlt der Pflegekammer völlig. Kannste auch auf deren Homepage nachlesen: Sanktionsbefugnisse haben die nur gegenüber den Pflegenden, die Arbeitgeber und die Politiker können sich mit deren "Empfehlungen" den A.... abwischen.
 
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Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Du vergissst bloß was: Pflegekammern haben keinerlei rechtliche Befugnisse gegenüber den Arbeitgebern oder der Legislative.

Nein, das vergesse ich nicht. Im Gegensatz zu Dir, weiß ich was Kammern sind und was diese für Aufgaben haben. Und das ist auch nicht besonders schwierig rauszufinden.

Am Ende wird es also darauf hinauslaufen, hochqualifiziertes Personal zu haben, das zu den gleichen Bedingungen wie jetzt arbeitet. Und die, die diese Qualifizierung aus welchen Gründen auch immer nicht machen können die Examina abzuerkennen, um sie für gleiche Arbeit wie jetzt nur eben als ungelernte Hilfkräfte noch geringer bezahlen zu müssen.

Das ist, was viele Arbeitgeber gerne möchten, besonders die Arbeitgeber aus der Altenpflege. Und ein Teil der Politik, die eben auf Seiten der Arbeitgeber ist und daher auch gegen die Pflegekammern geschossen haben. Und ein Teil der Ärzteschaft. Die Kammerabschaffer unter den Pflegenden arbeiten ebenfalls dafür.

Wenn die gewinnen, wird es am Ende so aussehen: Viele werden schlechtere Arbeitsbedingungen und weniger haben. Wenige werden sehr gute Arbeitsbedingungen haben (denn die "Drecksarbeit" machen die Hilfskräfte) und deutlich mehr verdienen (weil das Leitungsposotionen und/oder Fachkräfte sind) und viele werden schlechtere Arbeitsbedingungen haben und weniger verdienen, weil sie nur noch Hilfskräfte sind.

Wer das will kann dazu beitragen indem er unter anderem die Pflegelkammern abschafft! Los geht's! Einfacher wäre es natürlich, freiwillig einen Teil seines Gehalts an den Arbeitgeber zurückzuüberweisen.

Pflegekammern sind aber natürlich nur ein Teilausschnitt. Da geht es ja noch um vieles anderes und da wird an allen möglichen Fronten gekämpft. Würde mich mal interessieren, was die Pflegenden hier zur Entwicklung des Pflegeberufesgesetzes sagen und wie sie es finden, was am Ende rausgekommen ist - auch da haben sich die Arbeitgeber mit ihren politischen Handlangern stark Einfluss genommen, damit sich die Lage für die Pflegenden nicht verbessert (um mal ein wenig zu spoilern). Auch hier wieder vorallem die Arbeitgeber der Altenpflege, die sich mit Händen und Füßen und allem was sie haben gegen alles wehren, was für die Pflegenden in der Altenpflege gut wäre.
 
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Schröder

Problembär
Wenn die gewinnen, wird es am Ende so aussehen: Viele werden schlechtere Arbeitsbedingungen und weniger haben. Wenige werden sehr gute Arbeitsbedingungen haben (denn die "Drecksarbeit" machen die Hilfskräfte) und deutlich mehr verdienen (weil das Leitungsposotionen und/oder Fachkräfte sind) und viele werden schlechtere Arbeitsbedingungen haben und weniger verdienen, weil sie nur noch Hilfskräfte sind.
Die haben doch schon gewonnen, indem sie aus den Kammern zahnlose Tiger gemacht haben. Jetzt ist die Kammer dazu da, die Interessen der Arbeitgeber und der Bevölkerung zur Not auch gegen die Interessen der Pflegenden durchzusetzen:

Quelle: Welche Aufgaben übernimmt eine Pflegekammer?

Zitat:
  • Erlass einer Berufsordnung, Berufsaufsicht
    Eine Pflegekammer kann das Standesrecht in Form einer Berufsordnung formulieren, in der Rechte und Pflichten ihrer Mitglieder verankert sind. Auf der Grundlage der besonderen beruflichen Qualifikation üben Pflegefachkräfte ihren Beruf im Interesse der Patientinnen und Patienten, ihrer Arbeitgeber und der Allgemeinheit aus. Der Standesvertretung kommt hierbei eine „Überwachungsfunktion“ in Form der Berufsaufsicht zu. Eine Pflegekammer kann eventuelles Fehlverhalten ihrer Mitglieder bewerten und dagegen vorgehen.

Was sind die hauptsächlichen Interessen der Arbeitgeber, der Allgemeinheit und der Patienten?
Hochqualifizierte Pflege zum Nulltarif.

Was steht natürlich nicht drin: Sanktionsmöglichkeiten gegenüber unwilligen Arbeitgebern, die die Qualifizierungs- oder sonstigen Maßnahmen der Pflegekammer torpedieren.

Ja, sie haben eine Beteiligung am Gesetzgebungsverfahren, im Rahmen einer Anhörung. Aber Politik ist Lobbyarbeit, und für jede Anhörung der Pflegekammer treffen sich die Politiker vorher 20x mit Vertretern der Arbeitgeber, gegen deren Willen am Ende allein schon aus Kostengründen eh nix entschieden wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hendryk

Forum-Freund
Du vergissst bloß was: Pflegekammern haben keinerlei rechtliche Befugnisse gegenüber den Arbeitgebern oder der Legislative.
@Holgy erklärt uns ja gerade, wie wichtig so ein "zahnloser Papiertiger" für die Mitarbeiter in der Pflege ist. Und warum diese Mitarbeiter daher weiter den Zwangsbeitrag für die Mitgliedschaft bezahlen sollten. Gegen eine freiwillige Mitgliedschaft hätte ich ja nichts.
Da verdienen die Pflegekräfte eh nicht viel, aber der Zwangsbeitrag wird ihnen auch noch abgezogen.
Ich war auch etliche Jahre Mitglied einer Gewerkschaft, ist aber ein anderes Thema.
 

Schröder

Problembär
Pflegekammer ist ungefähr so, als hätte man die Sklaven Mitte des 18. Jahrhundert für ihre Aufseher auch noch zahlen lassen, weil sie die Peitschenschwinger als Motivator bräuchten.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
@Holgy erklärt uns ja gerade, wie wichtig so ein "zahnloser Papiertiger" für die Mitarbeiter in der Pflege ist. Und warum diese Mitarbeiter daher weiter den Zwangsbeitrag für die Mitgliedschaft bezahlen sollten. Gegen eine freiwillige Mitgliedschaft hätte ich ja nichts.

Auch das wurde weiter oben schon behandelt. Wer die "freiwillige Mitgliedschaft" in eine Berufskammer fordert, der hat nicht verstanden, was eine Kammer ist.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ein zahnloser Papiertiger?

Auch dieser Unsinn erhält durch Wiederholung nicht mehr Sinn. 🤓

Pflegekammer ist ungefähr so, als hätte man die Sklaven Mitte des 18. Jahrhundert für ihre Aufseher auch noch zahlen lassen, weil sie die Peitschenschwinger als Motivator bräuchten.


Die Verwechselung von Arbeitgeber und Pflegekammer wird durch Wiederholung nicht richtiger. Und mit Motivation haben Pflegekammern auch nix zu tun.

gen die Pflegekammer zu sein ist ungefähr so, als hätte man sich als Sklave Mitte des 18. Jahrhunderts auch noch ordenlich selbst ausgepeitscht, weil mehr Schläge einfach besser sind für einen Sklaven und man ist ja gerne Sklave, was besseres will man nicht.
 
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Schröder

Problembär
Auch dieser Unsinn erhält durch Wiederholung nicht mehr Sinn. 🤓
Dann widerlege diesen "Unsinn" doch mal, bitte. Haste bisher ja nicht geschafft.
Also was macht die Pflegekammer, wenn sich die AG nicht an deren Auflagen und Bestimmungen halten?
Und welche Bestimmungen und Verordnungen kann sie überhaupt gegen den Willen der AG durchsetzen?
Hat sie überhaupt eine legislative und / oder exekutive Gewalt, außer gegen die eigenen Berufsangehörigen?

Wohlgemerkt, Sanktionen und Bestimmungen die sie selbst durchsetzen kann, ohne neue Gesetze und Verordnungen der Politik. Denn von der ist keine Hilfe gegen die Interessen der AG zu erwarten.
 
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Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Was eine Kammer ist und was ihre Aufgabe sind, habe ich hier alles schon ausgebreitet. Der Unsinn wurde schon mehrfach wiederlegt. Einfach zurückscrollen.

Aber da Du das ja angeblich alles schon weißt, kannste Du das ja mal kurz hier auflisten, damit die anderen das auch wissen. Was Du bisher hier geschrieben hast deutet allerdings darauf hin, dass Du nicht mal die leiseste Ahnung davon hast. Übrigens auch diese absurde Frage zeigt das wieder.

Also was ist eine Pflegekammer und welche Aufgaben hat sie?
 
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