Ost-West-Bewertung der deutschen Einheit

Die Wiedervereinigung war für mich

  • gut

    Stimmen: 11 37,9%
  • weder/noch

    Stimmen: 12 41,4%
  • schlecht

    Stimmen: 6 20,7%

  • Umfrageteilnehmer
    29
C

Chris1983

Guest
Ich habe am Anfang dieser Diskussion die These aufgestellt, dass es weniger auf das Wort und mehr auf die Absicht ankommt: Mit welcher Absicht verwende ich das Wort? Möchte ich damit jemand kränken, beleidigen oder um auch Positive Absichten zu erwähnen: Jemand loben?
Letzteres kann man mit den Worten "Neger" oder "Negerkuss" sicher nicht.
Ich finde es auch sehr gut, dass wir heute den Begriff "Schaumkuss" statt "Negerkuss" verwenden.
Sandro und ich haben geschrieben oder deutlich gemacht, dass wir Menschen mit entsprechender Hautfarbe NICHT pauschal als "Neger" ansprechen. Es sind Menschen wie wir alle und jeder Mensch hat das Recht als Person geachtet, geschätzt und angesprochen zu werden.
Wenn wir hier statt einer sachlichen Diskussion gleich mit Zoni (die unter sich bleiben sollten (30 Jahre nach dem Mauerfall!), die Moderatoren sollten diese Worte/Beiträge wieder entfernen, ekelhaft, Nazigeschwafel... usw. konfrontiert werden, dann brauchen wir diese Themen nicht weiter diskutieren.
Ich habe ein paar Beispiele aus meinen realen Erleben gebracht und wurde gleich von @ Chris1983 verhöhnt - Friedensnobelpreis und so...

Ok, selbst wenn ich die Sache mal ähnlich gutem Willen wie Noir angehen würde: dann frage ich mich nach wie vor, wie man bei einem so wie ich meine doch sensiblen und eben dafür bekannten Thema, einfach mal so eine These raushauen kann. Ohne vorher vllt. mal eine Suchmaschine anzuwerfen oder irgendwas.

Es kommt doch immer auf die Absicht an: Was genau möchte ich mit der Wortwahl erreichen oder ausdrücken?
Das Wort "Neger" ist genauso viel oder wenig diskriminierend wie "Weißer" oder eben "Schwarzer", wird es jedoch mit der Absicht des Beleidigens oder der Diskriminierung verwendet, dann ist diese Absicht verwerflich.

Ganz ehrlich - NEIN! Um dann noch den Vergleich mit N****kuss und u.a. Schweineohren zu bringen. Und natürlich musst du dann auch damit rechnen so einen Spruch wie mit dem Friedensnobelpreis zu bekommen, wenn du wie oben schon wieder und immer noch äußerst, dass ihr ja ganz toll nicht alle dunkelhäutigen pauschal mit dem N-Wort ansprecht. Also doch noch einige oder was soll man daraus verstehen?

Also entweder hast du dich mega unglücklich ausgedrückt, ggf. dabei nicht bedacht was du da schreibst und dich ganz offensichtlich überhaupt nicht mit dem Thema und dem Begriff auseinander gesetzt. Und da bin ich wieder beim Anfang: für letzteres habe ich absolut kein Verständnis.
 

Hendryk

Forum-Freund
@Chris1983:
Das mit dem "Friedensnobelpreis" habe ich als verhöhnen und unsachlich empfunden.
Ich spreche niemanden - keinen einzigen Menschen - als Neger an. Ich - da wiederhole ich mich - wollte meine These begründen, dass es nicht auf das Wort alleine, sondern auch auf die Absicht ankommt, mit der man das Wort - oder mehrere Wörter - verwendet.
Wie @Gaudloth geschrieben hat, habe ich dabei den Aspekt weggelassen, dass es auch darauf ankommt, wie es beim Angesprochenen ankommt. Das war keine (böse) Absicht, ist einfach passiert.
Ob ich mich "mega unglücklich" ausgedrückt habe, könnt ihr gerne beurteilen.
Warum ich es nicht genauer recherchiert habe: Das Argument ist banal, aber ich habe nicht jedesmal die Zeit dafür. Dazu müsste ich schreiben, was ich beruflich mache... Jedenfalls bin ich immer wieder für relativ kurze Zeit zu Hause und schaue nach was es für Themen gibt. Dann fange ich an zu schreiben und versuche meine Meinung so gut wie möglich darzustellen. Anschließend bin ich wieder unterwegs und lese nach einiger Zeit, was sich aufgrund meines Beitrags so getan hat.
Meine Meinung beruht daher im Wesentlichen auf meiner Lebenserfahrung, hier auch mit Beispielen geschildert. Wenn man mich darauf hinweist, dass ich mich irre und ich es hier oder da nachlesen könne, dann mache ich es sobald ich die Zeit dafür habe. In diesem Fall wurde es schnell sehr unsachlich (mein Empfinden) und dann gibt ein Wort das andere ohne das der Sachverhalt von mir überprüft wurde.
Ich denke, wir belassen es dabei.
 

Detti04

The Count
Darunter verstehe ich alle, die ursprünglich südlich der Sahara beheimatet waren oder sind.
Also z.B. Charlize Theron. Und Sean Dundee.

Wobei, jetzt wirst du uns vermutlich gleich noch erklaeren wollen, dass die ja gar nicht "urspruenglich" von da stammen, denn "urspruenglich" meint... bla bla bla. Irgendwas, wobei die Vorfahren von vor Hunderten von Jahren letzlich wichtiger sind als die Person selbst, und was letztendlich doch nur Rassistenkacke ist.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Darunter verstehe ich alle, die ursprünglich südlich der Sahara beheimatet waren oder sind.

Urspünglich? Was heisst das denn? Und südlich der Sahara? Warum denn genau dort? Wer gibt den eine solche Grenze vor? Viel hatte ich ja auf diese Frage nicht erwartet, aber das schlägt ja dem Fass den Boden aus. Noch eindimensionaler kann man ja gar nicht unterwegs sein. Wie verträgt sich Deine Sichtweise und Deine Definition eigentlich mit der Lebensweise des offenen Berlin und den Werten von Union Berlin?
 
C

Chris1983

Guest
@Chris1983:
Das mit dem "Friedensnobelpreis" habe ich als verhöhnen und unsachlich empfunden.
Ich spreche niemanden - keinen einzigen Menschen - als Neger an. Ich - da wiederhole ich mich - wollte meine These begründen, dass es nicht auf das Wort alleine, sondern auch auf die Absicht ankommt, mit der man das Wort - oder mehrere Wörter - verwendet.
Wie @Gaudloth geschrieben hat, habe ich dabei den Aspekt weggelassen, dass es auch darauf ankommt, wie es beim Angesprochenen ankommt. Das war keine (böse) Absicht, ist einfach passiert.
Ob ich mich "mega unglücklich" ausgedrückt habe, könnt ihr gerne beurteilen.
Warum ich es nicht genauer recherchiert habe: Das Argument ist banal, aber ich habe nicht jedesmal die Zeit dafür. Dazu müsste ich schreiben, was ich beruflich mache... Jedenfalls bin ich immer wieder für relativ kurze Zeit zu Hause und schaue nach was es für Themen gibt. Dann fange ich an zu schreiben und versuche meine Meinung so gut wie möglich darzustellen. Anschließend bin ich wieder unterwegs und lese nach einiger Zeit, was sich aufgrund meines Beitrags so getan hat.
Meine Meinung beruht daher im Wesentlichen auf meiner Lebenserfahrung, hier auch mit Beispielen geschildert. Wenn man mich darauf hinweist, dass ich mich irre und ich es hier oder da nachlesen könne, dann mache ich es sobald ich die Zeit dafür habe. In diesem Fall wurde es schnell sehr unsachlich (mein Empfinden) und dann gibt ein Wort das andere ohne das der Sachverhalt von mir überprüft wurde.
Ich denke, wir belassen es dabei.

Wie ich bereits schrieb, dass durftest du in dem Kontext auch genau so auffassen. Und auch jetzt schreibst du wieder: du sprichst keinen mit dem Wort an! Heißt für mich, aber schon wenn du ansonsten über Menschen mit dunkler Hautfarbe sprichst! Ist das jetzt so oder nicht? Auch hier ist es wieder nicht(!) eindeutig klargestellt.

Ich bin ab und an auch mal zu vorschnell mit nem Post und könnte vorab wohlmöglich besser recherchieren. Da geht es dann aber eher um banale Dinge beim Fußball. Bei so einem sensiblen Thema hätte ich - gerade in der heutigen Zeit - erwartet, dass sich da jemand dann doch vorher mit befasst. Und ich meine mal, dass meine Erwartungshaltung damit nicht zu hoch angesetzt ist.
 

André

Admin
Also Neger ist für mich auch ein Nogo!
Wenn ich das ausgesprochen höre oder lese stellen sich mir schon die Nackenhaare hoch.

Aber letztens ist mir was passiert. Ein von mir sehr geschätzer Mensch, höheren Alters, sozial sehr engagiert und auch überhaupt nicht rechts oder so unterwegs. Eher im Gegenteil, arbeitet ehrenamtlich in der Tafel, unterstützt und spendet sogar an Hilfsprojekte für syrische Kinder etc.

Wir reden und die Person sagt dann das N-Wort als sei es das normalste der Welt. Ich habe denjenigen dann darauf hingeweisen, und der hat sich dann erst Gedanken drüber gemacht, dass er eben einen Fehler gemacht hat. Das war ihm wohl gar nicht bewusst.

Und ich denke mal dass ist das was Hendryk meint. Das war von der Person überhaupt nicht böse gemeint, da lege ich meine Hand ins Feuer. Viel erschreckender ist halt, dass solche Wörter bei vielen Älteren noch im normalen Sprachgebrauch drin sind.
 

Gaudloth

Bratze
Geht für mich auch völlig klar, wenn jemand das dann nochmal reflektiert, nachdem man das diskutiert hat. Meinetwegen auch nicht gleich in der Hitze des Wortgefechte, sondern in einer ruhigen Minute danach mal.
 

Hendryk

Forum-Freund
@André und @Chris1983 :
Ich spreche auch nicht in deren Anwesenheit von "Neger". Also spreche ich sie so weder an noch so über sie.
Ist das nun klargestellt?
Gängige Bezeichnung ist heute "Farbige" und so werden sie von mir auch genannt, wenn ich "über sie" spreche.
Das Wort "Neger" war für mich ein ganz normales Wort/Bezeichnung und ich habe wirklich lange nicht verstanden, warum es (auf einmal) eine Beleidigung darstellen soll. Inzwischen habe ich es seit eher Jahrzehnten verstanden.
Das kommt wohl in den Beiträgen nicht so rüber - tut mir leid. Ich betone aber auch in dieser Diskussion, dass JEDER Mensch mit Respekt und Achtung behandelt und angesprochen werden sollte und von mir auch wird.
Bei der Ansprache und Behandlung eines anderen Menschen mache ich keinen Unterschied nach Hautfarbe, Geschlecht oder Kultur, bzw Religion...
Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll, um meine Ansicht deutlich zu machen.
 

Gaudloth

Bratze
"Farbig" ist auch nicht so optimal. In der Regel sollte vermieden werden, nach äußerlichen Merkmalen zu klassifizieren. Wenn es nicht vermeidbar, dann wäre "Schwarzer" oder ähnliches besser.

Ansonsten rüstet verbal mal wieder ab. Keiner kann sich von Rassismus frei machen. Jeder hat rassistische Gedanken, der eine mehr, der andere weniger. Wichtig ist dafür ein Verständnis zu bekommen und entsprechend damit umzugehen.

Wenn jemand beharrlich dabei bleibt, irgendwelche Begriffe gebrauchen zu dürfen, die klar problematisch sind, dann wird es schwierig.
 

André

Admin
@André und @Chris1983 :
Ich spreche auch nicht in deren Anwesenheit von "Neger". Also spreche ich sie so weder an noch so über sie.
Ist das nun klargestellt?
Ich habe dich schon verstanden. Les noch mal genau was ich geschrieben habe. Ich habe ja nicht behauptet dass du das sagst, sondern ein Beispiel aufgeführt, was gut das beschreibt, was Du sagen wolltest. ;)

Scheint dem ja auch nahe zukommen, wie Du es meintest. ;)
 

Hendryk

Forum-Freund
"Farbig" ist auch nicht so optimal. In der Regel sollte vermieden werden, nach äußerlichen Merkmalen zu klassifizieren. Wenn es nicht vermeidbar, dann wäre "Schwarzer" oder ähnliches besser.

Ansonsten rüstet verbal mal wieder ab. Keiner kann sich von Rassismus frei machen. Jeder hat rassistische Gedanken, der eine mehr, der andere weniger. Wichtig ist dafür ein Verständnis zu bekommen und entsprechend damit umzugehen.

Wenn jemand beharrlich dabei bleibt, irgendwelche Begriffe gebrauchen zu dürfen, die klar problematisch sind, dann wird es schwierig.
Sehe ich auch so... "Farbig" sind wir alle, meine Haut ist auch nicht so weiß wie die Zimmerwand...
Natürlich ist sie vergleichsweise hell. Früher war - oder ist immer noch - "Rothäute" auch eine Art Beleidigung.
Ich habe hier mal einen "reinrassigen" Indianer (Häuptling meine ich) gesehen und überlegt was da eigentlich rote Haut sein sollte... Er ist für mich wenn überhaupt rotbraun gewesen und - mal wieder ohne zu recherchieren - vielleicht wird die Hautfarbe im Laufe der Zeit weniger rot und mehr braun...
Der Mann meiner Kusine ist ein halber "Indianer", Vater war ein amerikanischer Soldat.

Wir erleben hier in Deutschland gerade einen Wandel durch den Zuzug der Flüchtlinge, von denen viele einen Asylantrag stellen und länger hier bleiben. Ein Zusammenleben geht nur mit gegenseitigen Respekt und dem Willen zur Zusammenarbeit, zum gemeinsam hier wohnen und leben.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich hab mich ja gefragt warum man von dem so wenig hörte die letzten Monate, zumindest schien er etwas aus den üblichen Schlagzeilen raus, und *schwupps* siehe da: Er bastelte an seiner Karriere; mit 62 Staatssekretär.
 
Zuletzt bearbeitet:
Urspünglich? Was heisst das denn? Und südlich der Sahara? Warum denn genau dort? Wer gibt den eine solche Grenze vor? Viel hatte ich ja auf diese Frage nicht erwartet, aber das schlägt ja dem Fass den Boden aus. Noch eindimensionaler kann man ja gar nicht unterwegs sein. Wie verträgt sich Deine Sichtweise und Deine Definition eigentlich mit der Lebensweise des offenen Berlin und den Werten von Union Berlin?
Die afrikanische Geschichte möchte ich dir hier nicht erklären.
In der Stadionordnung des 1. FC Union steht unter §5 Absatz 2
(2) Das Recht aller Personen auf Nichtdiskriminierung, unabhängig von der geschlechtlichen Identität oder sexuellen Ausrichtung, der ethnischen Herkunft, der Religion, der Weltanschauung, des Alters, einer Behinderung oder Handicaps, wird durch die Besucher des Stadions An der Alten Försterei anerkannt. Die Möglichkeit, diesen Grundsatz bei Vorliegen rechtfertigender Umstände oder erhöhter Sicherheitsrelevanz im Einzelfall durch den Gesetzgeber oder den Veranstalter einzuschränken, bleibt dadurch unberührt.

Dem komme ich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stadions nach.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Die afrikanische Geschichte möchte ich dir hier nicht erklären.
Es wäre prima, wenn Du all das was Du hier so von Dir gibst so überhaupt mal erklärst. Macht wesentlich mehr Sinn, als dass Du Dich hier in der Geschichte versuchst.

Im übrigen solltest Du Dich mit dem Begriff Diskriminierung auseinandersetzen. Denn nicht wenige Merkmale dessen bringst Du hier nämlich rüber. Du kommst dem, was Du hier aus der Stadionordnung postet eben nicht nach. Das versuchen Dir hier nun schon ne Weile verschiedene User zu erklären. Dabei sei angemerkt, dass Resistenz auch eines ist.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Würde ja eh bloß auf einen Link zu wikipedia rauslaufen, denn ich gehe mal davon aus, dass die Stadionordnung in Berlin das jetzt nicht erfasst. :D
 

Gaudloth

Bratze
Ich hab mich ja gefragt warum man von dem so wenig hörte die letzten Monate, zumindest schien er etwas aus den üblichen Schlagzeilen raus, und *schwupps* siehe da: Er bastelte an seiner Karriere; mit 62 Staatssekretär.


Man könnte dann jetzt eine weitere Strophe anhängen. Nicht, dass ich von Haseloff und Stahlknecht viel erwartet hätte, aber das hätte ich selbst den beiden Trotteln nicht zugetraut.
 

Fussel

Matt Eagle
Auch wenn die meisten Beiträge Offtopic sind, finde ich es gut, dass weitestgehend wieder zu einer vernünftigen Diskussion zurückgefunden wurde :top:
 

Hendryk

Forum-Freund
@André und @Chris1983 :
Ich spreche auch nicht in deren Anwesenheit von "Neger". Also spreche ich sie so weder an noch so über sie.
Ist das nun klargestellt?
Gängige Bezeichnung ist heute "Farbige" und so werden sie von mir auch genannt, wenn ich "über sie" spreche.
Das Wort "Neger" war für mich ein ganz normales Wort/Bezeichnung und ich habe wirklich lange nicht verstanden, warum es (auf einmal) eine Beleidigung darstellen soll. Inzwischen habe ich es seit eher Jahrzehnten verstanden.
Das kommt wohl in den Beiträgen nicht so rüber - tut mir leid. Ich betone aber auch in dieser Diskussion, dass JEDER Mensch mit Respekt und Achtung behandelt und angesprochen werden sollte und von mir auch wird.
Bei der Ansprache und Behandlung eines anderen Menschen mache ich keinen Unterschied nach Hautfarbe, Geschlecht oder Kultur, bzw Religion...
Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll, um meine Ansicht deutlich zu machen.
Ich sehe gerade, dass ich im ersten Satz "Anwesenheit" stehen habe, dass sollte natürlich "Abwesenheit" heißen. Wurde aber wohl auch so verstanden...
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Rainer Wendt wird Staatssekretär im Innenministerium | MDR.DE

Wenn wir hier Betrüger und Rassistenbullen importieren, wirds wohl erst recht nix mehr mit dem Osten.


Oder auch nicht:

Der Landesvorsitzende Burkhard Lischka habe Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) darüber informiert, dass die SPD den dafür notwendigen Laufbahnbeschlüssen als Voraussetzung zur Ernennung Wendts weder im Kabinett noch gegebenenfalls im Koalitionsausschuss zustimmen werde, teilte die Partei mit.

Die Personalie passe "in keiner Weise zum Anspruch des Ministerpräsidenten, mehr Ostdeutsche in Führungspositionen zu holen", erklärte Lischka. Zudem kritisierte er, der Gewerkschafter habe jahrelang Bezüge erhalten, ohne zum Dienst zu erscheinen.


SPD lehnt Ernennung von Rainer Wendt zum Staatssekretär ab

Hoffentlich zieht die SPD das auch durch.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Jubiläum! 30 Jahre Deutsche Einheit!

Es gibt eine neue Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, nach der 60 Prozent der Ostdeutschen sich immer noch als Bürger zweiter Klasse fühlen.

Das finde ich schon einen Erfolg.

Ja?

Natürlich! Wir waren ja Bürger vierter Klasse! Ein Beispiel: In der Gemeinde, in der ich Pfarrer war, hatten zwei alte Damen lange gespart für eine Woche Budapest. Und kamen völlig geknickt wieder. Sie erzählten, dass sie in Budapest – in einem befreundeten sozialistischen Land – essen waren. Bis der Kellner sie rausschmiss und aufforderte, sofort zu bezahlen: Vor der Tür standen zwei Westdeutsche, die in D-Mark bezahlten. Also wer sich heute noch zweiter Klasse in der DDR fühlt, sollte sich bitte daran erinnern, dass er vorher dritte oder vierte Klasse war. Sicher, wenn Leute beklagen, dass sie ihren Kindern weniger vererben können als vergleichbare Westdeutsche, dann muss man bedenken: Die konnten 40 Jahre länger wirtschaften und Erfolg haben als wir. Das wird drei Generationen dauern. Außerdem: Menschen zweiter Klasse – woran misst man das? An den Superreichen in dieser Welt?

Rainer Eppelmann: „Bürger zweiter Klasse? Ist doch ein Erfolg!“

aus einem ganz interessanten Interview mit Rainer Eppelmann in der Berliner Zeitung (Ex-DDR-Tageszeitung)
 

Hendryk

Forum-Freund
Ob 2. oder 4. Klasse, solche Klassifizierungen sollte es nicht geben.
Wie sich der einzelne Bürger fühlt, lässt sich nicht anordnen. Das hat man im "goldenen" Westdeutschland nicht anders. Da gibt es auch gefühlte Unterschiede, behaupte ich mal.
Aber anhand eines "Einzelfalls" begründen, dass die Ostdeutschen sich verbessert haben und von der 4.Klasse in die 2.Klasse aufgestiegen sind...
 
Jubiläum! 30 Jahre Deutsche Einheit!

Es gibt eine neue Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, nach der 60 Prozent der Ostdeutschen sich immer noch als Bürger zweiter Klasse fühlen.

Das finde ich schon einen Erfolg.

Ja?

Natürlich! Wir waren ja Bürger vierter Klasse! Ein Beispiel: In der Gemeinde, in der ich Pfarrer war, hatten zwei alte Damen lange gespart für eine Woche Budapest. Und kamen völlig geknickt wieder. Sie erzählten, dass sie in Budapest – in einem befreundeten sozialistischen Land – essen waren. Bis der Kellner sie rausschmiss und aufforderte, sofort zu bezahlen: Vor der Tür standen zwei Westdeutsche, die in D-Mark bezahlten. Also wer sich heute noch zweiter Klasse in der DDR fühlt, sollte sich bitte daran erinnern, dass er vorher dritte oder vierte Klasse war. Sicher, wenn Leute beklagen, dass sie ihren Kindern weniger vererben können als vergleichbare Westdeutsche, dann muss man bedenken: Die konnten 40 Jahre länger wirtschaften und Erfolg haben als wir. Das wird drei Generationen dauern. Außerdem: Menschen zweiter Klasse – woran misst man das? An den Superreichen in dieser Welt?

Rainer Eppelmann: „Bürger zweiter Klasse? Ist doch ein Erfolg!“

aus einem ganz interessanten Interview mit Rainer Eppelmann in der Berliner Zeitung (Ex-DDR-Tageszeitung)
Ich gehöre dann wohl zu den 40%.
Bin da weitgehend Hendryks Meinung.
Habe heute erst das Interview mit Eppelmann in meiner Berliner Zeitung gelesen. Lese diese Zeitung seit mehr als einem halben Jahrhundert.
Der Eppelmann war nie so richtig mein Fall. Er hat nach meinem Geschmack einen Hang zur Selbstgerechtigkeit.
Wenn er sich als Mensch vierter Klasse gefühlt hat, dann war es so. Sein Gefühl sollte man nicht auf den gesamten Osten übertragen. Es gibt genug Menschen im Osten, die ein gesundes Selbstwertgefühl haben.
Am interessantesten fand ich aber seine Aussage über die Vernichtung von Stasiakten.
"Stasiakten vieler Offiziere und Soldaten wurden vernichtet. Wollten Sie so Ihre Leute schützen?

Ganz so stimmt das nicht. Als ich den General für Aufklärung besuchte, legte er mir einen Befehl hin, den ich unterschreiben sollte: dass ich für die Vernichtung aller Akten bin. Da meinte ich, dass er wohl nicht erwarten könne, dass ich einen Befehl unterschreibe, von dem ich nicht weiß, was drin steht, und wo ich mir nicht mal eine Minute Gedanken machen kann, welche Konsequenzen das hat. Es ging darum, dass DDR-Angehörige, die in Militärspionage gegen die BRD verwickelt waren, nicht vor Gericht gestellt werden können. Weil man umgekehrt auch keinen Westdeutschen bestraft hätte, weil er in der DDR Spionage betrieben hat. Aber die Akten der westdeutschen Bürger wiederum, die im Auftrag der DDR in der BRD spioniert haben, hätten nicht vernichtet werden dürfen – wurden sie aber, alle. Er wollte wohl bloß eine Absicherung haben, „ich habe das nur getan, weil der Minister das gesagt hat“.

Die haben das eigenmächtig gemacht?

Na sicher. So wie die Stasi … Die fingen im November an, als klar war: Es besteht die Gefahr, dass sie nicht ewig die Macht behalten."
Diese Tatsache ist für mich neu, oder ich hatte sie in der Zwischenzeit vergessen.
 
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