Lokomotiven, Turbinen und Motoren...

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
... nicht zu vergessen die Lichtmaschinen ( Dynamos ), Rotationen und Aktivisten in Stahl und Chemie. Frage: Wieso hiessen die Vereine nicht einfach Sportfreunde, Eintracht oder 1.FC ( Magdeburg ist eine löbliche Ausnahme ) ? Hansa gefällt mir auch, weil Rostock eine Hansestadt ist. Aber Turbine Erfurt oder Chemie Leipzig kann ich nicht nachvollziehen bzw. keinem Fuppes-Verein zuordnen. :weißnich:
 

Rupert

Friends call me Loretta
Meine Theorie hier ist, zumindest las ich das mal so vor jahren, dass das nach dem zweiten Weltkrieg eben die alten Sportvereine aufgelöst wurden und gezielt an bestimmten Standorten dann schwerpunktartig neue Vereine gegründet wurden, die dann eben bestimmten Gewerkschaften zugeordnet wurden, je nachdem welcher Industrie-, Handels-, Dienstleistungs-, Landwirtschaftsbereich in der betreffenden Region vorherrschend war.

Hansa Rostock, beispielsweise heisst erst so, nachdem diese Welle, Sportclubs nach Gewerkschaften zu bennennen abgebbt war. Wahrscheinlich auch wieder so eine Neugründung.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Chemie Leipzig ist doch ganz berühmt! Das waren eben alles echte Werksvereine - im Westen bei einigen verpönt, im Osten völlig normal, weil überhaupt sehr viel (von Urlaub bis Kita), wenn nicht alles im Osten, über den Betrieb, in dem man gearbeitet hat, organisiert war.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Bringt indirekt etwas Regionalität rein das System und es existiert, natürlich aus anderen Beweggründen, auch bei ein paar US-Sportvereinen.
Die Detroit Pistons, z.B., heissen ja auch nicht ganz zufällig "Kolben".
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich würde beide unter Kohlebrüder zusammenfassen.

So, und jetzt droht der Thread zu verkommen ;)
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
ist das ein werksclub?

...
Die Werksführung von Consolidation, deren Belegschaft in ihrer Mehrheit Mitglied im Verein war,
erkannte den potenziellen integrativen Nutzen der Fußballtruppe und stellte den Blau-Weißen das für
den Stadionbau erforderliche Gelände von 20 Morgen pachtweise zur Verfügung.
Desweiteren unterstützte das Unternehmen den Club mit Material und Arbeitskräften, und Spieler wie
Ernst Kuzorra waren zwar bei der Zeche offiziell angestellt, aber faktisch für den Fußball freigestellt.
Wer auf Consolidation arbeitete und für Schalke spielte, musste sich nicht mehr unter Tage plagen.
Dieses Muster der Unterstützung eines Bergarbeitervereins durch die Führung der lokalen
Schachtanlage wurde an anderen Orten im Ruhrgebiet kopiert....

http://www.westline.de/storage/med/subdir/4_schalke1924-1943.pdf
 
Na dann wollen wir mal wieder ein bissel Schwung rein bringen.
Also Rupert und Holgy sehen es ganz richtig, nach dem Krieg (1950 rum)wurde alles erstmal auf
die BSG (Betriebssportgemeinschaft) oder SG bzw.ASK (SG Dynamo für Polizei und ASK -Armeesportklub)
gesetzt . Fast jedes größere Unternehmen , wie Wismut, Carl Zeiss, Chemie, Turbin u.s.w
gründete eine BSG mit vielen Untersektionen , eben auch den Fußball.
Irgendwie entschieden dann die großen Sportfunktionäre, wir wollen jetzt auch nach aussen
gut dastehen, da stört der Name BSG und gründeten (1966) Fußballleistungszentren, eben die FC 's.
Viele BSG's haben dann ihre Fußballsektionen ausgeklinkt und es wurde dann eben FC Carl Zeiss oder
1. FC Rot Weiss Erfurt , nur um einige zu nennen. Das gab damals viel Unfrieden.
Staatlich anerkannte Klubs und weiterhin ihr Ding machende Gemeinschaften wie Aue (das Schalke des Osten),
Zwickau oder Stahl Riesa. Die letzten drei haben auch immer wieder für Unmut in der Sportpolitik
gesorgt, weil sie trotz ständiger Spielerabdelegierung (wenn Boykott , konnte das schon das Karriereende
bedeuten) ihren Platz in der Oberliga zum Teil erfolgreich behaupten konnten.
Ich könnte noch Stunden schreiben. Das heb ich mir für später auf!
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator

Das kann man in der Tat so sehen. Wobei häufig der Weg zum Werksclub nicht so klassisch war, wie man das annimmt, nämlich dass das Werk selbst den Club gegründet hat.

Es war vielmehr so, dass die Clubs ein Werk, ein Kombinat oder eine Zweig- bzw. Dienststelle als "Paten" hatte, welcher als Geldgeber, Arbeitsplatzbeschaffer etc. im Hintergrund die Fäden hielt. Stichwort: Kein Profifussball....

Bei Dynamo waren es eben Polizei bzw. Stasi Stellen, bei Turbine Maschinenbaufirmen, bei Robotron Robotron, bei Chemie irgendein Chemiewerk, bei Empor ein Nahrungsmittelbetrieb, bei Fortschritt ein Landwirtschaftsbetrieb uswusf.
 

Detti04

The Count
Vom Namen her am besten fand ich neben Aktivist Schwarze Pumpe und Rotation Berlin immer KKW Greifswald und KWO Berlin. Dabei wusste ich sogar, wofuer die Abkuerzungen stehen: KKW ist ja klar, aber KWO? Ratet mal!

Wie es der Zufall so wollte, bin ich im Sommer in Berlin sogar am KWO-Gelaende vorbeigekommen, was mich echt gefreut hat. Das kam fuer mich ganz ueberraschend und quasi wie ein Gruss aus der Vergangenheit.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Gut fand ich auch Stahl Eisenhüttenstadt und das passt zwar nicht hier her da Handball
Grubenlampe Zwickau .
Ich darf das!
Über den Handball in der DDR weiss ich nüscht, aber vom Eishockey habe ich gehört und gelesen, dass nur 2 Vereine übrig geblieben waren: Dynamo Weißwasser und Dynamo Berlin. Die sollten erst in die polnische Erstliga integriert werden und der höher platzierte würde dann als DDR-Meister geführt. Aber Erich Mielke hat das wohl untersagt und daher war die DDR-1.Liga nur mit den beiden Vereinen bestückt, die dann jahrelang immer gegeneinander spielten. Das war immer eine hochspannende Angelegenheit könnte ich mir vorstellen. :gaehn:
 

lenz

undichte Stelle
Über den Handball in der DDR weiss ich nüscht, aber vom Eishockey habe ich gehört und gelesen, dass nur 2 Vereine übrig geblieben waren: Dynamo Weißwasser und Dynamo Berlin. Die sollten erst in die polnische Erstliga integriert werden und der höher platzierte würde dann als DDR-Meister geführt. Aber Erich Mielke hat das wohl untersagt und daher war die DDR-1.Liga nur mit den beiden Vereinen bestückt, die dann jahrelang immer gegeneinander spielten. Das war immer eine hochspannende Angelegenheit könnte ich mir vorstellen. :gaehn:

Coole Sache. Gabs auch nen Pokal und nen Liga-Pokal? :D
 
Coole Sache. Gabs auch nen Pokal und nen Liga-Pokal? :D
Also so viel wie ich weiß nicht, weil dann sowieso beide irgendwo eine
Teilnahmeberechtigung gehabt hätten.
Interessant ist aber , das unsere Nationalmannschaft bis zum Abstieg 1985 in die B-Staffel der WM,
sich ständig für die A-Klasse qualifiziert hatte und danach laut Sportfunktionären
nicht mehr aufzusteigen haben.
 
Ob Motor, Stahl, Chemie oder Aktivist....irgendwie haben diese Namen es "verhindert",daß sich bei diesen Vereinen,die meist in Lga 2 zu hause waren, eine richtige Fanszene entwickelt hat. Ausnahmen hierbei, man hat,wenn auch kurz mal Oberliga gespielt - Chemie Leipzig,Stahl Brandenburg usw. Und natürlich Wismut Aue. Aber das war alles in der Oberlga.
Der Fussballfan in der DDR war sehr westlich geprägt, und seine Idole waren im Allgemeinen immer irgendein FC oder SV. Das war bei den Betriebssportgemeinschaften in Liga 2 der DDR schwer zu integrieren.
Besser wäre gewesen, man hätte vor den Werksnamen noch ein FSV o.ä. gesetzt. Statt BSG Motor - FSV Motor ! Das hört sich deutlich idenditätsnäher an.
Lokomotive Leipzig hört sich jetz auch nicht so klasse an, aber es hieß ja auch 1. FC ! Lok.
Das FC machte den Unterschied. Dem Fan war das wichtig !
Ich glaub,das war mit entscheidend,ob in der Ex ein Verein Fanszene hat oder nicht.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
 
Zuletzt bearbeitet:
stahl, Chemie. Motor, energie oder Lokomotive... ich finde das hat was!
Chemie Leipzig, Lok, stahl brandeburg, wismut Gera, Dynamo Dresden\ Berlin usw. haben doch ne fanszene?!
 
stahl, Chemie. Motor, energie oder Lokomotive... ich finde das hat was!
Chemie Leipzig, Lok, stahl brandeburg, wismut Gera, Dynamo Dresden\ Berlin usw. haben doch ne fanszene?!


Jaaa, aber mehr oder weniger jetzt,also in der heutigen Zeit. Und,Deine genannten Mannschaften sind zT sogenannte "Fahrstuhlmannschaften",ständig im Auf und Ab zwischen der OL und der DDR Liga.
Aber dadurch entwickelt sich Tradition,wenn man als -Stahl- mal in die Oberliga schnuppern durfte,und sogar in den EC.
Schwerer eine Fanszene auf die Beine zu stellen hatten dagegen dauerfafte DDR Ligisten,die in ihrem Namenszug Motor,Turbine oder Aktivist stehen hatten.
 

Fussel

Matt Eagle
In Mecklenburg gab es auch oft Traktor. Ich habe selbst als kleiner Steppke bei Traktor Schwaan gespielt, die gibt es heute auch nicht mehr.
 
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