Lokführerstreik

Rupert

Friends call me Loretta
Wieso darf der Fernverkehr nicht bestreikt werden? :gruebel:
Ist das wirklich so? :gruebel: :weißnich:

Das Arbeitsgericht in Chemnitz hatte das vor Wochen schon so verfügt, daß der Fern- und Güterverkehr nicht bestreikt werden darf. Die Begründung weiß ich nicht.
Kasperl-Urteil, das den ganzen Tarifkonflikt nur noch verschärft hat.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Das Arbeitsgericht in Chemnitz hatte das vor Wochen schon so verfügt, daß der Fern- und Güterverkehr nicht bestreikt werden darf. Die Begründung weiß ich nicht.
Kasperl-Urteil, das den ganzen Tarifkonflikt nur noch verschärft hat.

Na ich würde eher sagen, der (moralisch) schlechte Stil der Bahn, gegen die Streikankündigung juristisch vorzugehen, hat ihn verschärft.
 

NK+F

Fleisch.
Zur Stimmung unter den Kollegen.Natürlich nur hypothetisch.

Es könnte sein das es im Konzern Kleinkriege gibt gegen die auch schon mit verschiedenen Mitteln angegangen wird.
Es könnte sein das sich verschiedene Mitarbeiter weigern Aufgaben zu erfüllen die sie schon immer gemacht haben, aber eigentlich von Lokführern zu erfüllen gewesen wären.
Es könnte sein das sich manche Mitarbeiter schon geweigert haben eine Zugprüfung oder Bremsprobe durchzuführen mit dem Verweis auf die zu hohe Verantwortung, die in der Aussendarstellung der GDL nur der Lokführer trägt.
Es könnte sein das es auch schon handfeste Ausseinandersetzungen zwischen Lokführern und Rangierpersonal gab.
Es könnte sein das es das alles erst gibt seit die Lokführer einen eigenen von den anderen beschäftigten abgekoppelten Vertrag haben wollen.
Es könnte sein das die Eisenbahnerfamillie, die es wirklich gab, zerbricht und keiner mehr einen Handgriff mehr tut als von den Richtlinien gefordert.
 

Schröder

Problembär
Jetzt passen nur die Posts von Markus und B-U nicht zusammen. Wenn die Bahn für den Regionalverkehr von den Ländern bezahlt wird, ist das doch genauso eine hoheitliche Aufgabe wie beim Fernverkehr, oder irre ich mich da? :gruebel:
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Das Arbeitsgericht in Chemnitz hatte das vor Wochen schon so verfügt, daß der Fern- und Güterverkehr nicht bestreikt werden darf. Die Begründung weiß ich nicht.
Kasperl-Urteil, das den ganzen Tarifkonflikt nur noch verschärft hat.

Fernverkehr ist lächerlich. Gerade dort kann man die Fahrgäste aufs Flugzeug ggf. aufs Taxi o. Bus umbuchen. So wahnsinnig viel Fahrgäste hat die Bahn im Fernverkehr auch wieder nicht.
 

BoardUser

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Jetzt passen nur die Posts von Markus und B-U nicht zusammen. Wenn die Bahn für den Regionalverkehr von den Ländern bezahlt wird, ist das doch genauso eine hoheitliche Aufgabe wie beim Fernverkehr, oder irre ich mich da? :gruebel:

Ja, per sè schon, nur wird der Nahverkehr eben vielleicht auch (in der Regel) von anderen Trägern als der Bahn mit übernommen, so dass da die Erfüllung der hoheitlichen Aufgabe noch gewährleistet ist.

Möchte aber betonen, dass das reine Spekulation ist, da ich keine Begründung des AG Chemnitz habe.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Jetzt passen nur die Posts von Markus und B-U nicht zusammen. Wenn die Bahn für den Regionalverkehr von den Ländern bezahlt wird, ist das doch genauso eine hoheitliche Aufgabe wie beim Fernverkehr, oder irre ich mich da? :gruebel:

Tja, die Besteller (und Zahler) sind die Länder. Die Bahngesellschaften kommen obendrein noch einen Anteil an den Fahrpreisen.
Ja, ich würde Nahverkehr mehr als hoheitlich Aufgabe sehen als den Fernverkehr (für den es übrigens keine Subventionen gibt).
 

Rupert

Friends call me Loretta
Zur Stimmung unter den Kollegen.Natürlich nur hypothetisch.

Es könnte sein das es im Konzern Kleinkriege gibt gegen die auch schon mit verschiedenen Mitteln angegangen wird.
Es könnte sein das sich verschiedene Mitarbeiter weigern Aufgaben zu erfüllen die sie schon immer gemacht haben, aber eigentlich von Lokführern zu erfüllen gewesen wären.
Es könnte sein das sich manche Mitarbeiter schon geweigert haben eine Zugprüfung oder Bremsprobe durchzuführen mit dem Verweis auf die zu hohe Verantwortung, die in der Aussendarstellung der GDL nur der Lokführer trägt.
Es könnte sein das es auch schon handfeste Ausseinandersetzungen zwischen Lokführern und Rangierpersonal gab.
Es könnte sein das es das alles erst gibt seit die Lokführer einen eigenen von den anderen beschäftigten abgekoppelten Vertrag haben wollen.
Es könnte sein das die Eisenbahnerfamillie, die es wirklich gab, zerbricht und keiner mehr einen Handgriff mehr tut als von den Richtlinien gefordert.

Könntest Du mal Deinen Potentials lassen?
Danke.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
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Tja, die Besteller (und Zahler) sind die Länder. Die Bahngesellschaften kommen obendrein noch einen Anteil an den Fahrpreisen.
Ja, ich würde Nahverkehr mehr als hoheitlich Aufgabe sehen als den Fernverkehr (für den es übrigens keine Subventionen gibt).

Also so wie ich es jetzt mal ein bissle recherchiert habe gibt die Begründung her, dass "die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben" und "Schaden begrenzt" werden müsse. Und gemeint ist wohl sowohl der Schaden, den die Bahn erleidet als auch der volkswirtschhaftliche Schaden.

exemplarischer Link
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Also so wie ich es jetzt mal ein bissle recherchiert habe gibt die Begründung her, dass "die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben" und "Schaden begrenzt" werden müsse. Und gemeint ist wohl sowohl der Schaden, den die Bahn erleidet als auch der volkswirtschhaftliche Schaden.

exemplarischer Link

Und das im Regionalverkehr besser gewährleistet als im Fernverkehr? - Eine eigenartige Gerichtsbegründung. :suspekt:
 

Gaudloth

Bratze
Ich wollte Dich bitten von Deiner Ausdrücksweise der Möglichkeit abzukommen und Dich wieder der Ausdrucksweise der Wirklichkeit zu bedienen.

Sprich: Spar Dir bitte Deine Konjunktivaufzählungen und kehre zurück zum Indikativ.

Vielleicht darf er das aber als Mitarbeiter der Bahn nicht. :gruebel: Da ist es IMO legitim sich dem Konjunktiv zu bedienen.
 

Schröder

Problembär
Ich wollte Dich bitten von Deiner Ausdrücksweise der Möglichkeit abzukommen und Dich wieder der Ausdrucksweise der Wirklichkeit zu bedienen.

Sprich: Spar Dir bitte Deine Konjunktivaufzählungen und kehre zurück zum Indikativ.

Das ist nu aber wirklich Erbsenzählerei, Rupert. Jeder weiß, worauf er hinaus will. Da er aber keine Quellen hat, muss er das so schreiben. Er arbeitet selbst bei der Bahn, bekommt das also mit, was da abgeht. Nur kann er das nicht als Tatsachenbehautung hier reinschreiben, weil er keine Beweise dafür hat.

Ich find das recht interessant, wie die Bahnkollegen darüber denken.

Nur weil du NKF nicht magst, solltest du seine Posts nicht strenger bewerten als die anderer User hier. Du selbst bedienst dich auch verschiedener Stilmittel.
 

Itchy

Vertrauter
@ BU, da brauch ich mal deinen Input.

Kann das Urteil betreffend den Fernverkehr die vielen Sub- und Auftragsunternehmen betreffen, die im Bereich Logistik und Catering betroffen wären und dementsprechend Regressansprüche hätte? Und wer leistet den?
 

Rupert

Friends call me Loretta
Erbsenzählerei?
Bei einer einzigen Konjunktivflut und seltsamen Behauptungskette von der sofort wieder wachsweich zurückgetreten wird...

Ich dachte immer hier wird so arg drauf geachtet, daß man
a) keine Quellen vergisst
b) keine Gerüchte in die Welt setzt
c) immer schön korrekt zu allen Gruppen ist

Meine Stilmittel musste mir dann nachher noch bitte zeigen. Ich setze die dann schon ganz unbewusst ein - bin stolz auf mich.
 

NK+F

Fleisch.
Erbsenzählerei?
Bei einer einzigen Konjunktivflut und seltsamen Behauptungskette von der sofort wieder wachsweich zurückgetreten wird...

Ich dachte immer hier wird so arg drauf geachtet, daß man
a) keine Quellen vergisst
b) keine Gerüchte in die Welt setzt
c) immer schön korrekt zu allen Gruppen ist

Meine Stilmittel musste mir dann nachher noch bitte zeigen. Ich setze die dann schon ganz unbewusst ein - bin stolz auf mich.


Lege dir mein Post aus wie du willst, sollte es dich stören melde es einfach.
 

NK+F

Fleisch.
Nö, er wundert mich bloß.

Ich denke jeder weiss wie ich es gemeint habe, sollte es einer nicht wissen ist es mir recht egal.

Mal wieder on Topic:Ich bin selbst gelernter Lokführer und werde ab Februar endlich wieder in den Fahrdienst einsteigen.Ich kenne nun auch lange genug die andere Seite und weiss zu berichten, das zumindest im Güterverkehr, jeder ein Höchstmaß an Verantwortung hat.
Das Rangierpersonal untersucht Züge (und quittiert das auch),nimmt Gefahrgut an,erledigt die Zugbildung und macht auch sonst alles Unangenehme das anfällt bevor ein Zug überhaupt auf die Strecke darf.
Bei all diesen Tätigkeiten steht der ausführende Mitarbeiter immer mit seinem Namen ein.

Ich will sagen, das bevor über einen den anderen Mitarbeitern übergeordneter Tarifvertrag zustande kommen darf erst einmal das wirklich verantwortliche Personal besser, damit meine ich auf Augenhöhe mit den Lokführern, entlohnt werden muss.
 

Schröder

Problembär
Erbsenzählerei?
Bei einer einzigen Konjunktivflut und seltsamen Behauptungskette von der sofort wieder wachsweich zurückgetreten wird...

Ich dachte immer hier wird so arg drauf geachtet, daß man
a) keine Quellen vergisst
b) keine Gerüchte in die Welt setzt
c) immer schön korrekt zu allen Gruppen ist

Meine Stilmittel musste mir dann nachher noch bitte zeigen. Ich setze die dann schon ganz unbewusst ein - bin stolz auf mich.

a) Quellen hat er nicht, daher auch der Konjunktiv.
b) Gerüchte kannste alle möglichen in die Welt setzen. Darfst es nur nicht als Tatsache behaupten. (da sind wir wieder bei a) )
c) zu welchen Gruppen ist er denn nicht korrekt?

Deine Stilmittel reichen vom "normalen" Post bis zur Ironie, Beispiele gibt`s hier zur Genüge. ;)
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
@ BU, da brauch ich mal deinen Input.

Kann das Urteil betreffend den Fernverkehr die vielen Sub- und Auftragsunternehmen betreffen, die im Bereich Logistik und Catering betroffen wären und dementsprechend Regressansprüche hätte? Und wer leistet den?

Kann schon sein, ich glaube es jedoch nicht bzw. kann es mir nicht vorstellen. Ich denke, was den Güterverkehr angeht, geht es um den volkswirtschaftlcihen Gesamtschaden, von wegen Lieferengpässe bei Unternehmen. Im Personenfernverkehr erschliesst sich mir die Begründung (zumindest das was ich gelesen habe) trotzdem nicht ganz. Es wird wohl weniger um Regress gehen, sondern um den Schaden, der entsteht, wenn die Kundschaft nicht an ihrem Ort ankommt. Naja und so ein Streik im Fernverkehr betrifft dann auch nicht nur die "Gegend" um Chemnitz oder Nürnberg, sondern plötzlich das ganze Land. Denn der Zu fällt ja nicht nur am Abfahrtsort, sondern auch an allen Zwischenstationen und am Zielort aus. Die Folge wäre, wenn man eine einzige Stadt lahmlegt, ein Quasi-Flächen-Streik, und dass wollte das Arbeitsgericht wohl verhinder.

Aber es ist so, dass - trotz dass die Bahn ein privatrechtliches Unternehmen ist - für die Beurteilung öffentlich-rechtliche Maßstäbe anzulegen sind. Das hat den einfachen Grund, dass die Bahn eben Hoheitsaufgaben wahrnimmt und dass sich die Anteile der Bahn mehrheitlich in Bundesbesitz befinden. Da spielen dann privatrechtliche Gegebenheiten plötzlich nicht mehr so die Rolle.
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Das hat den einfachen Grund, dass die Bahn eben Hoheitsaufgaben wahrnimmte.

kann ein privates Unternehmen Hoheitsaufgaben übernehmen? Wenn ja, sehe ich in Zukunft keine Probleme, falls nicht, dürfte mit der Privatisierung der Bahn dann dieses Argument entfallen. Ein Spagat zwischen hoheitlichen Aufgaben und der Befriedigung der Aktionäre dürfte schwerlich unter einem Hut zubekommen sein.
 

Ichsachma

Loretta-Spezerl
kann ein privates Unternehmen Hoheitsaufgaben übernehmen?

Prinzipiell: Ja. Solche nennt man "Beliehene".

Beispiel: TÜV. Auch ein Schornsteinfeger ist Beliehener. Beide nehmen hoheitliche Aufgaben, Überwachung der technischen Sicherheit, wahr.

Es gibt noch einige andere. Die Bahn gehört nach meinem Dafürhalten nicht dazu.

Auf Grundlage ihrer laienhaft so zu bezeichnenden "Monopolstellung" wird die Bahn aber als Mittlerin der Daseinsvorsorge angesehen (und sieht sich selbst wohl so).

Daseinsvorsorge wiederum ist ein Kernbereich der hoheitlichen Aufgaben.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
kann ein privates Unternehmen Hoheitsaufgaben übernehmen?

Sicher doch, jede städtische Verkehrsgesellschaft macht dies auch....

Immer dann, wenn sich die öffentliche Hand einer eigens hierfür gegründeten priavten Gesellschaft bedient, und die Mehrheit der Anteile hält, dürfte das so sein.
 
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