Linksruck in Deutschland?

HoratioTroche

Zuwanderer
Anscheinend glauben viele Deutsche den Märchen der Linkspartei bezüglich Rente, Mindestlohn, Pflegeversicherung und sozialer Absicherung. :rolleyes:

Die Vorschläge hören sich zwar gut an, sind meiner Meinung nach aber nie und nimmer finanzierbar.
Ohne das jetzt gelesen zu haben: Die Verheißungen einer gewisser anderen Partei bzw. ihrer Verkünder (blühende Landschaften, die Renden sind sischer) konnte man ja irgendwann auch nicht mehr glauben.

Deswegen: Glauben gehört in die Kirche. Nicht mal ins Stadion. ;)
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
naja, wen wundert es?

Millionen Arbeitslose werden in Niedriglohnjobs abgeschoben, haben daher trotz Vollzeitjob kaum genug zum Leben.

Immer neue Meldungen über Rekordgewinne, im Gegenzug partizipieren jedoch die Arbeiter und Angestellten nicht davon, teilweise werden sie sogar rausgeworfen weil die Dividende trotzdem zu niedrig war.

Immer neue Ideen von Reformen, zum gößten auf den Rücken der Kleinen ausgetragen während Lobbygruppen und Gefolge davon profitieren.

Gerede vom Aufschwung, nur keiner im Volk weiß wo der Aufschwung, außer bei den Preis, ist.

Eine Kanzlerin ohne Plan, die nur dann was sagt, wenn sie von allen Seiten dazu genötigt wird. Und selbst dann plappert sie nur nach.

Politiker in Regierung und an der Macht, die Wasser predigen und Wein saufen(ich sach nur nach der eigenen Diätenerhöhung Mäßigung in den lohnforderungen der Arbeiter und Angestellten forden...)

Politker die überall und an allem einsparen (Bildung,m SIcherheit, Kultur) und sich dann nicht nur wundern, warum in den Bereichen alles bergab geht, nein dieses auch mit mehr als obstrusen Ideen bekämpfen wollen.

Hab ich was vergessen? SV-Beitragserhöhung, Gesundheitsreform, Streichung der ersten 20 KM bei der Pendlerpauschale, Erhöhung der Mehrwertsteuer dafür im Gegenzug massive Steuererleichterungen für die Unternehmen und Konzerne (und auch hier nicht etwa bei den kleinen oder mittelständischen Betrieben)

Wundert man sich da allen ernstes, daß es einen Linksrutsch gibt? Kann ich mir bei einigermaßen intelligenten Menschen eigentlich garnicht so richtig vorstellen.
Sowas kommt halt dabei raus, wenn mann Herz und Seele der Bundesrepublik verkauft, den Sozialstaat.
 

André

Administrator
Administrator
Princewind, Du sprichst mir tausend Prozent aus der Seele mit den Mißständen, aber was mir trotzdem nicht klar wird, wieso resultiert daraus ein Linksruck und nicht z.b. ein Rechtsruck, oder eine Wahlbeteiligung unter 30 %?

Ich bin sicher das die linke Partei auch nichts besser machen würde, und auch wenn die jetzt Weinpredigen, würden sie den später selbst saufen, wenn sie mal dran wären.

Meiner Meinung nach ist das ganze System krank und zum Scheitern verurteilt. Wenn das noch paar Jahre so weiter geht und die Schere zwischen arm und reich weiter auseinanderklafft sehe ich echt einen Bürgerkrieg.

Die Reichen würden den armen ja am liebsten noch den letzten Krümmel vom Teller nehmen um Ihren Profit zu maximieren. Diese Habgier wird den Typen irgendwann mal zum Verhängnis.

Geschichte wiederholt sich:

Französische Revolution - Wikipedia
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
naja, mit einem Rechtsruck auf Grund sozialer Probleme haben wir wohl eher schlechte Erfahrung gemacht in der Geschichte.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich habe am Anfang dieses Jahres eine interessante These in einer Zeitung, ich glaube es war die Zeit, gelesen:
Der Kapitalismus wird im 21. Jahrhundert genauso scheitern wie der Kommunismus des 20. Jahrhunderts., wenn es ihm nicht gelingt, daß auch jeder an ihm teilhaben kann - und mit "jeder" bezog sich der Autor nicht ausschliesslich nur auf die Bewohner unseres Ländchens.
 

André

Administrator
Administrator
Klingt interessant Rupert, gibts das auch online zum nachlesen?
Wobei das scheitern dann jetzt schon beschlossene Sache wäre.

Nochmal zum Thema Linksruck:
Der Linken ist es also offenbar einerseits gelungen, sich als Partei der sozial Schwachen zu verkaufen - und das kostete vor allem die SPD, traditionell die Partei des kleinen Mannes - ordentlich Stimmen. 31.000 Stimmen verloren die Sozialdemokraten in Hessen, in Niedersachsen wechselten sogar 76.000 Wähler zur Linken. Andererseits zeigen Umfragen der ARD auch, dass es den Wählern darum ging, den etablierten Parteien einmal einen Denkzettel zu verpassen. Rund 80 Prozent meinten, Die Linke löse zwar keine Probleme, nenne die aber zumindest beim Namen.

Linke drin: Umbruch im deutschen Parteiensystem? | tagesschau.de
 

Rupert

Friends call me Loretta
Klingt interessant Rupert, gibts das auch online zum nachlesen?
(...)

Keine Ahnung, ich finde gerade nichts.
Außer der Zeit fällt mir kein Suchbegriff mehr ein - den Namen des Journalisten habe ich leider vergessen.

Es hat auch, zugegeben, etwas von einer dieser "so what?!" Informationen, denn Vorschläge die Entwicklung in andere Bahnen zu lenken, machte der Autor nicht. Zumindest keine, die über die, mittlerweile schon oft gehörten, global galaktischen Aussagen hinausgingen.
 

Itchy

Vertrauter
Seinerzeit bei Zusammenbruch des Warschauer Paktes und Wiedervereinigung hatte ein Altintelektueller der SPD, ich meine, es war Eppler, schon geschrieben, daß der Westen den größten Fehler macht, wenn er denkt, er habe den Sozialismus besiegt. Dann würde er ihn höchstens überleben. Darin hatte er mehr oder minder vor allem gewarnt, was in diesem unserem Lande dann auch prompt falsch gemacht wurde.

Gesellschaftlich haben wir im Vergleich zu den 80ern in vielen Bereichen massive Rückschritte gemacht, nicht nur die Politik, nicht nur die Gesellschaft, jeder Einzelne hat sich in Denken und Handeln ein gutes Stück entsozialisiert.

Nur, der gute alte Kapitalismus und eine Ständegesellschaft können in einer Informationsgesellschaft nicht auf Dauer funktionieren.
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Da war die Welt aber noch nicht vernetzt und Informationen immer und überall über jedes nur erdenkliche Thema abgreifbar.
Ausserdem hast Du die Hälfte vorm "können" in Deinem Zitat übersehen.


Jup "damals" konnte man das Volk dumm halten.

Viele Politiker und Manager werden wohl den Segen der Kommunijation verfluchen. Naja, wer weiß wie lange der freie Meinungs und Informationsaustausch dann noch gegeben sein wird...
 

NK+F

Fleisch.
Da war die Welt aber noch nicht vernetzt und Informationen immer und überall über jedes nur erdenkliche Thema abgreifbar.

Du glaubst wirklich das, dass die Kräfteverhältnisse verändert?
Ich bin der Meinung das die Ständegesellschaft durch die totale Vernetzung gestärkt wird.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Du glaubst wirklich das, dass die Kräfteverhältnisse verändert?
Ich bin der Meinung das die Ständegesellschaft durch die totale Vernetzung gestärkt wird.

Ich kann Dir nicht folgen.
Wenn der Zugang zu Informationen und die Ausbreitung derer beschränkt ist, dann verbessert sich also die Situation der finanziell und sozial schwächer Gestellten? Oder wie soll ich jetzt Deine Zeilen interpretieren?
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
... wenn es ihm nicht gelingt, daß auch jeder an ihm teilhaben kann - ...

Wie kann in einer Kapitalgesellschaft denn jeder - und mit "jeder" beziehe ich mich nicht ausschliesslich nur auf die Bewohner unseres Ländchens - auf Dauer teilhaben? Das widerspräche dem Wesen des Kapitalsimus.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wie kann in einer Kapitalgesellschaft denn jeder - und mit "jeder" beziehe ich mich nicht ausschliesslich nur auf die Bewohner unseres Ländchens - auf Dauer teilhaben? Das widerspräche dem Wesen des Kapitalsimus.
Merkst du was? Dann knallt es irgendwann. Erst recht, wenn die einen immer weniger und die anderen immer mehr werden.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Merkst du was? Dann knallt es irgendwann. Erst recht, wenn die einen immer weniger und die anderen immer mehr werden.

Das habe ich schonmal gehört. Wo nur? Richtig --> Staatsbürgerkundeunterricht in den 80ern.

Stichwort: Gesetzmässigkeit des Untergangs des Kapitalismus (Karl Marx)

:suspekt: ... und das aus Deiner Tastatur :respekt:
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Das habe ich schonmal gehört. Wo nur? Richtig --> Staatsbürgerkundeunterricht in den 80ern.

Stichwort: Gesetzmässigkeit des Untergangs des Kapitalismus (Karl Marx)

nur mal nebenebei:
da haben sie euch aber schmuh erzählt, denn das steht bei Marx so gar nicht drin.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Anscheinend glauben viele Deutsche den Märchen der Linkspartei bezüglich Rente, Mindestlohn, Pflegeversicherung und sozialer Absicherung. :rolleyes:

Die Vorschläge hören sich zwar gut an, sind meiner Meinung nach aber nie und nimmer finanzierbar.

Natürlich ist das Finanzierbar. Schau Dir einfach mal den Bundeshaushalt oder mal einen Landeshaushalt, und siehe, wofür die Bundesregierung/Landesregierung das Geld raushaut. Gleiches gilt für die Renten, Sozial, Pflege, Gesundheitsabgaben: Schau doch mal nach, wer da eigentlich einzahlt und wer da alles nicht einzahlt.

usw.

Es wundert mich das viele das Märchen, das alles sei nicht finanzierbar, glauben. Es ist allein entscheidend wofür das vorhandene Geld ausgeben werden soll. Das bestimmt die Politik. Und das dass unterschiedlich aussehen wird, ist ja klar, sonst bräuchte es ja keinen Wahlen.

Nur mal als kleines Einstiegsbeispiel: Man kann natürlich 88 Mio. Euro an Nokia verschenken (sog. Subvention) man kann mit dem geld aber auch was ganz anderes machen.
Oder wie sinnvoll ist es, den Steinkohlebergbau in D-Land mit jährlich 2 Mrd. Euro zu subventionieren?


Bei der ganzen Geschichte braucht man auch gar nicht das Sozialismusfass aufmachen. Glaubt hier eigentlich wirklich irgendjemand ganz ernsthaft, das eine Partei wie Die Linke (oder gar die SPD) irgendeine Art von Sozialismus herbeiführen würde? :lachweg: Das kann nun wirklich keiner ernst meinen.

Falls doch wäre das eine ähnlich von inhaltlicher Kompetenz seitens der Diskutanten geprägte Diskussion, wie die, die hohen Meisterschaftschancen von Duisburg und Rostock in dieser Saison zu diskutieren.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
dann schieb aber marx nicht in die schuhe, was euch eure politbürohanseln erzählt haben! :opa:

Aber ja doch, denn Schuld ist immer der, der sich nicht wehren kann. :D


edit: Achja, Marx hatte im dritten Band den gesetzmäßigen Untergang der kapitalistischen Produktionsweise vorausgesehen. Entspricht vielleicht nicht ganz dem Zusammenbruch des Kapitalismus, aber es geht in diese Richtung.
 

NK+F

Fleisch.
Ich kann Dir nicht folgen.
Wenn der Zugang zu Informationen und die Ausbreitung derer beschränkt ist, dann verbessert sich also die Situation der finanziell und sozial schwächer Gestellten? Oder wie soll ich jetzt Deine Zeilen interpretieren?

Die, die jetzt Macht haben werden die totale Vernetzung der Welt besser nutzen können als die Armen und Schwachen.Das meine ich.
 

WhiteEagle

Dauernörgler
Dieser Linksruck wird sich erst einmal vorsetzen.

Klare Ursache ist die größer werdende Schere zwischen arm und reich und der immer weitergehende Abbau der Sozialleistungen.
Dazu die Arbeitslosigkeit.

Hier wird bei den Politikern die Schuld gesucht. Und sicherlich auch nicht zu unrecht.

Und genau da tritt die Linke zum richtigen Zeitpunkt auf.

Die richtige Themen zum richtigen Zeitpunkt. Ob man die Ziele halten kann, muss man jetzt noch nicht beweisen.

Und dies zieht bei den Wählern.

Vereinfacht wird dies alles durch den vor einigen Jahren eingetretenen Rechtsruck der SPD.

Und so werden wir in den nächsten Jahren meiner Meinung nach eine weiter gestärkte Linke erleben. Bis das Problem kommt, dass man nicht nur reden, sondern auch handeln muss.
Dies wird dann schon schwerer.

Bei all dem stellt sich dann die Frage?

Brauchen wir die Linke?

Ich sage ja, weil unsere Politiker den gemeinen Bürger immer mehr vergessen hat. Vielleicht kommt ja irgendwann mal die Erinnerung wieder...
 
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