Leibesvisitationen bei ganzer Schulklasse

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Welche Stilblüten Vorhaben, wie die der DFL/Polizei (ich meine hier konkret Leibesvisitationen ohne begründetem (Einzel-)verdacht) im Realleben haben können zeigt ein brandaktueller Fall in München.

Weil angeblich ein Fünf-Euro-Schein verschwunden war, soll ein Polizist in München eine komplette Schulklasse zu Leibesvisitationen gezwungen haben. Mindestens ein Schüler habe sich dabei ganz ausziehen müssen, berichteten mehrere Medien am Samstag. Schülerinnen hätten ihre BHs öffnen müssen, ein weiterer Schüler habe seine Unterhose runterziehen müssen.
Polizeieinsatz wegen fünf Euro: Leibesvisitationen bei ganzer Schulklasse - München - Abendzeitung München

Genau sowas, wird legitimiert, wenn sowas, wie die Vorhaben der DFL durchkommen. Dies würde nämlich als Präzedenzmassnahmen dargestellt werden können. Was in diesem Fall abgelaufen ist, so man alle Infos aus dem Artikel entnehmen kann, ist ne Sauerei ohnegleichen. Das ein solcher Beamter nur versetzt wurde ist schon fast höhnisch, zumal es sich um einen Jugendbeamten gehandelt haben soll. Einmal mehr, wehret den Anfängen.

edit: Ich habe dieses Thema wohlweislich im Bereich "Fans und Ultras" eröffnet, weil ich dies, angesichts der aktuellen Ereignisse im Offtopicbereich für fehl am Platze empfinde.
 
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Tja. Ohne Worte. Aber der Wendt wird natürlich (wieder) sagane, sowas seien nur Einzelfälle und auf die hervorrangende Polizeiarbeit gar nicht übertragbar.

Wie immer, wenn dann wars ein Einzeltäter.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Hier die Stellungnahme der Polizei.

Polizeisprecher zur Leibesvisitation: "Überzogen und unrechtmäßig" | Nachrichten | BR.de

Was hier gar ein staatsanwaltliches Verfahren nach sich zieht und als überzogen und unrechtmässig dargestellt wird, solll andernorts dann im Sinne der Sicherheit geschehen?

... und je mehr man sucht ...

Die Übergriffe von Polizisten in der Friedrich-List-Wirtschaftsschule waren offenbar heftiger als von der Polizei eingeräumt. ... Nach neuen Informationen der Süddeutschen Zeitung musste sich mindestens ein Schüler komplett ausziehen, sein After wurde mit einer Taschenlampe abgeleuchtet. Ein anderer Schüler musste die Unterhose runterziehen und sein Geschlechtsteil hochheben.
Leibesvisitation bei Schülern - Entblößt im Klassenzimmer - München - Süddeutsche.de
 
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Spannend auch beim SZ-Link der Artiekel gleich darunter: Polzeichef von Rosenheim im Misshandlungsfall von Gutachter schwer belastet....

Tarnen, tricksen, täuschen. Klar. Wieder ein Einzelfall.

Aber auch hier müsste man mal eine Sammlung machen, wieviele dieser "Einzelfälle" es eigentlich wirklich gibt. Manchmal hat man schon den Eindruck, das sei der Quote nach nicht besser als die Gewaltdelikte im Fussball pro Zuschauer....:floet:
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Welche Stilblüten Vorhaben, wie die der DFL/Polizei (ich meine hier konkret Leibesvisitationen ohne begründetem (Einzel-)verdacht) im Realleben haben können zeigt ein brandaktueller Fall in München.


Polizeieinsatz wegen fünf Euro: Leibesvisitationen bei ganzer Schulklasse - München - Abendzeitung München

Genau sowas, wird legitimiert, wenn sowas, wie die Vorhaben der DFL durchkommen. Dies würde nämlich als Präzedenzmassnahmen dargestellt werden können. Was in diesem Fall abgelaufen ist, so man alle Infos aus dem Artikel entnehmen kann, ist ne Sauerei ohnegleichen. Das ein solcher Beamter nur versetzt wurde ist schon fast höhnisch, zumal es sich um einen Jugendbeamten gehandelt haben soll. Einmal mehr, wehret den Anfängen.

edit: Ich habe dieses Thema wohlweislich im Bereich "Fans und Ultras" eröffnet, weil ich dies, angesichts der aktuellen Ereignisse im Offtopicbereich für fehl am Platze empfinde.

Ich kann nur hoffen, dass die Eltern anzeige erstatten und da dran bleiben. Das ist für mich sexuelle Nötigung. Und sollte auch von jedem, der in solch eine Situation, auch bei einem Fußballspiel, als solches angezeigt werden. Zudem würde ich eine solche Aktion immer verweigern und dann Anzeige erstatten.

Ganz schön viele Einzelfälle, die dann ganz schnell keine mehr sind, wenn alle Anzeige erstatten.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
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Ganz schön viele Einzelfälle, die dann ganz schnell keine mehr sind, wenn alle Anzeige erstatten.

Ich stelle es mir schon vor: "Herr Wendt, haben Sie mit Ihrer Polizei ein flächendeckendes Übergriffs-Problem?" "Wir lehnen jeden einzelnen Übergriff ab, möchten zudem betonen, dass der übergroße Teil der Polizisten hervorragende Arbeit macht und es sich nur um Einzelfälle handelt." ...:lachweg:
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Es gibt ja auch immer wieder Leute, die klagen, leider zu wenige. Was andererseits natürlich verständlich ist, da es einen großen Aufwand bedeutet. Gut für Polizei, schlecht für das Recht.

Hier ein Beispiel, das es aber durchaus klappt: Urteil > 3 R 9/07 | Oberverwaltungsgericht des Saarlandes | Polizeiliche Durchsuchung eines weiblichen Fußball-Fans rechtswidrig < kostenlose-urteile.de

Notwendig wäre eine Fanorganisation, die das in die Hand nimmt und dann die Klagen bei jedem Vorfall durchzieht. Anders scheint es ja leider nicht mehr zu gehen. Bürgerrechte werden im Zusammenhang mit Fußball regelmäßig außer Kraft gesetzt.
 

Schröder

Problembär
Ich kann nur hoffen, dass die Eltern anzeige erstatten und da dran bleiben. Das ist für mich sexuelle Nötigung. Und sollte auch von jedem, der in solch eine Situation, auch bei einem Fußballspiel, als solches angezeigt werden. Zudem würde ich eine solche Aktion immer verweigern und dann Anzeige erstatten.

Ganz schön viele Einzelfälle, die dann ganz schnell keine mehr sind, wenn alle Anzeige erstatten.

is doch kein Wunder das sich kaum einer traut, einen Polizisten anzuzeigen. Gerade in Bayern würd ich mir das 2 x überlegen. Würde mich nicht wundern, wenn die betroffenen Schüler noch wegen Exibitionismus verurteilt würden, sollte es tatsächlich jemand wagen, gegen ein Mitglied der bay. Staatsbehörden Anzeige zu erstatten.
 

Rupert

Friends call me Loretta
is doch kein Wunder das sich kaum einer traut, einen Polizisten anzuzeigen. Gerade in Bayern würd ich mir das 2 x überlegen. Würde mich nicht wundern, wenn die betroffenen Schüler noch wegen Exibitionismus verurteilt würden, sollte es tatsächlich jemand wagen, gegen ein Mitglied der bay. Staatsbehörden Anzeige zu erstatten.

Warum? Was ist der Unterschied, ob man das in Bayern oder Schleswig Holstein macht?
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Warum? Was ist der Unterschied, ob man das in Bayern oder Schleswig Holstein macht?
Kontrollen am Münchner Hbf, Der Fall Eisenberg in Regensburg, die Sache in Rosenheim, jetzt das an der Schule.. sieht ganz so aus als hätte die bayrische Polizei ein noch größeres Problem als sie es anderswo hat.
Drei Schüler, die fünf Euro im Portemonnaie hatten, mussten aufs Präsidium.
Da hätte ich mich einfach mal geweigert. Das hätte ich sehen wollen, wie die mich verhaften, Zwang anwenden und aufs Präsidium schleppen. Weil ich wie andere auch 5&#8364; in der Tasche habe. Was lernen die eigentlich, und von wem?

Der Zweck dieses Polizeibesuchs (Vertrauen und Zivilcourage) ging ja mal daneben. Also der erste Aspekt, der zweite hoffentlich nicht.
Mal wieder 27 junge Menschen und womöglich eine doppelte bis dreifache Anzahl von Angehörigen der Fraktion der Polizeiskeptiker zugeführt. Immerhin ein positiver Aspekt. Man lernt ja nur aus Eigenerfahrung, wenn es um solcherlei Themen geht.

Das mit dem Personalproblem glaubt jetzt hoffentlich auch keiner mehr.

Und die beteiligten Lehrer gehören mal gleich mit entsorgt.
 
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HoratioTroche

Zuwanderer
Vielleicht war es aber auch so was wie "Das Experiment": Wer wagt es sich zu wehren und wie weit kann man gehen. So wie es gemeint war, eine praktische Übung in Zivilcourage. Aber man lernt ja für die Schule, nicht fürs Leben. Wusste schon Seneca.

Als Polizist lernt man dagegen, dass man sich ziemlich viel erlauben kann. Selbst bei schwerer Körperverletzung gibts Bewährung unterhalb der Grenze des Pensionsverlusts. Schlimmstenfalls erfolgt eine Versetzung in den Ruhestand. Bei vollen Bezügen.

Da nicht alle sich ausziehen mussten, frage ich mich, nach welchen Kriterien da ausgewählt wurde. Ich vermute mal: Aussehen und Herkunft.
 
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Schröder

Problembär
Vielleicht war es aber auch so was wie "Das Experiment": Wer wagt es sich zu wehren und wie weit kann man gehen. So wie es gemeint war, eine praktische Übung in Zivilcourage. Aber man lernt ja für die Schule, nicht fürs Leben. Wusste schon Seneca.

Als Polizist lernt man dagegen, dass man sich ziemlich viel erlauben kann. Selbst bei schwerer Körperverletzung gibts Bewährung unterhalb der Grenze des Pensionsverlusts. Schlimmstenfalls erfolgt eine Versetzung in den Ruhestand. Bei vollen Bezügen.

Da nicht alle sich ausziehen mussten, frage ich mich, nach welchen Kriterien da ausgewählt wurde. Ich vermute mal: Aussehen und Herkunft.
Du meinst, der Polizist hat die 5 Piepen selber genommen, um den Schülern die Macht der Polizei vorführen zu können? Immerhin brauchte er erstmal einen "Fall" für das Experiment. Und das der "Diebstahl" gerade zum passendsten Zeitpunkt geschah, wo ein Polizist vor Ort war, könnte Zufall sein. Muss es aber nicht.

Derweil scheint die bay. Vertuschungsmaschinerie schon auf Hochtouren zu laufen. Eine offizielle Entschuldigung der betroffenen Beamten bei den Schülern steht jedenfalls noch aus, weil man das als Schuldeingeständnis werten könnte, wenn sich da jemand "verplappert". Die Aussagen müssen schließlich vorher noch untereinander und mit den Anwälten abgesprochen werden.

Da wird nicht viel bei rauskommen. Am Ende gibt es den erhobenen Zeigefinger für die Beamten und 2 Wochen Strafdienst hinter'm Schreibtisch. Oder es finden sich 20 Polizisten, die beschwören können, das der Beamte zu dem Zeitpunkt gar nicht im Dienst war sondern krank im Bett lag. :ironie:
 
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GilbertBrown

Green Bay Packers Owner
Eine Leibesvisitation wegen eines Geldscheins ist sowas von Banane.

a) Wer ist so blöd und steckt sich geklautes Geld in den BH oder den Hintern?
b) Man stelle sich vor, irgendwo wäre ein 5&#8364; Schein gefunden worden, wer sagt, dass es der Schein der Schülerin war? Hatte sie die Nummer notiert?

Selbst wenn es ein eindeutig zu identifizierender Gegenstand gewesen wäre, könnte man nur den Kopf schütteln, aber ein Geldschein????? You have to be kidding me.
 
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