Landtagswahlen - Eurowahl 2019

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
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Itchy

Vertrauter
Wie gehabt, Freibeuter knapp vor grün.

Wobei ich selten so viele Fragen mit "neutral" beantworten musste. Was ein Ergebnis von 73,x % erklärt.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
AFD 21%, weniger, als sie selbst prognostiziert hatten, mehr als es gut ist. Fazit: ein Ergebnis der mangelnden Bildungspolitik :weißnich:
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
In der Hochrechnung haben die Alternativ-Nazis tatsächlich etwas mehr als die CDU. SPD führt mit 30. Der großen Koalitation dürfte also nix im Wegen stehen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
In der Zeit hat der Journalist Raphael Thelen die Situation in Mecklenburg Vorpommern ganz gut beleuchtet, wie ich finde: Mecklenburg-Vorpommern : An den Kandidaten liegt es nicht
Mit ein Grund für die AfD-Erfolge ist natürlich das Thema "Flüchtlingspolitik", das gerade in Mecklenburg Vorpommern ein ziemliches "Geisterthema" ist, wie es die Autoren schön darstellen.
Der Thelen hat ausserdem einen lesenswerten Blog auf dem er eine Reportage veröffentlichte über die politische Situation in Sachsen, die er bei einer mehrwöchigen Reise durch Sachsen festhielt: Neue Normalität – Eine Reise durch Sachsen
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
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huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Mit miesen Lebensbedingungen kann man es jedenfalls nicht erklären, denn 80% sind mit ihrer Situation zufrieden. Und Flüchtlinge haben sie auch relativ wenige aufgenommen.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Weite Teile der AFD/NPD sind Protestwähler, wie man hier bestens nachlesen kann.
SPIEGEL-Umfrage zur AfD: Frust ohne Not - SPIEGEL ONLINE

Wie man allerdings ohne wirkliche Not heraus aus Protest rechts wählen kann bleibt eben ein Geheimnis, maximal eben erklärbar mit kognitiver Suboptimiertheit.

Nun ist es halt so, wie es ist, nun hat die AFD oppositionelle Verantwortung, wie das ausgeht kann eigentlich jeder Vernunftbegabte schon heute prognostizieren. Mit Landesthemen haben die sich ja nicht beschäftigt, die kommen jetzt aber auf sie zu. Das Flüchtlingsthema, mit denen sie gepunktet haben, wird auf Landesebene weitestgehend aussen vor bleiben.
 

fabsi1977

Theoretiker
Mit miesen Lebensbedingungen kann man es jedenfalls nicht erklären, denn 80% sind mit ihrer Situation zufrieden. Und Flüchtlinge haben sie auch relativ wenige aufgenommen.

Aber es sind doch so viele, viel zu viele. Und denen wird alles in den Hintern geschoben während der brave Deutsche nix bekommt. Und vergiss die ganzen Straftaten nicht, vor allem die Vergewaltigungen. Und überhaupt, wenn das so weitergeht tragen wir bald alle Kopftuch und statt hübscher Dorfkirchen mit romantischem Glockengeläut entstehen überall hässliche Moscheen von denen der Muezzin ruft.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Aber es sind doch so viele, viel zu viele. Und denen wird alles in den Hintern geschoben während der brave Deutsche nix bekommt. Und vergiss die ganzen Straftaten nicht, vor allem die Vergewaltigungen. Und überhaupt, wenn das so weitergeht tragen wir bald alle Kopftuch und statt hübscher Dorfkirchen mit romantischem Glockengeläut entstehen überall hässliche Moscheen von denen der Muezzin ruft.
Ganz besonders anscheinend auf Usedom.
https://pbs.twimg.com/media/CrkoSiPW8AQPHSD.jpg
 
Nazis in alter Tradition, schließlich hatte die NSDAP ihre meisten Wähler im Osten...

Primitives Gebashe und dann auch noch sachlich falsch. Überdurchschnittlich viele Stimmen erhielt die NSDAP bei den RT-Wahlen im März 1933 im damaligen Ostpreußen, also in Gebieten, die heute zum allergrößten Teil nicht mehr zu Deutschland gehören. Die Bevölkerung dieser Gebiete ist, soweit sie den Krieg überlebt hat, gleichmäßig auf alle 4 Besatzungszonen aufgeteilt worden. Durch die Fluchtbewegungen bis zum Mauerbau dürfte der Anteil in den 3 westlichen Besatzungszonen noch höher geworden sein. Auf dem Gebiet der späteren DDR erreichte die NSDAP größtenteils "nur" Ergebnisse, die dem Landesdurchschnitt entsprachen - genauso übrigens wie in vielen "westdeutschen" Wahlkreisen - im roten Sachsen lagen die Ergebnisse in 2 von 3 Regionen unter dem Landesdurchschnitt. Schlesien war übrigens auch nicht so braun wie Ostpreußen.
 
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derblondeengel

master of desaster
Primitives Gebashe und dann auch noch sachlich falsch. Überdurchschnittlich viele Stimmen erhielt die NSDAP bei den RT-Wahlen im März 1933 im damaligen Ostpreußen, also in Gebieten, die heute zum allergrößten Teil nicht mehr zu Deutschland gehören. Die Bevölkerung dieser Gebiete ist, soweit sie den Krieg überlebt hat, gleichmäßig auf alle 4 Besatzungszonen aufgeteilt worden. Durch die Fluchtbewegungen bis zum Mauerbau dürfte der Anteil in den 3 westlichen Besatzungszonen noch höher geworden sein. Auf dem Gebiet der späteren DDR erreichte die NSDAP größtenteils "nur" Ergebnisse, die dem Landesdurchschnitt entsprachen - genauso übrigens wie in vielen "westdeutschen" Wahlkreisen - im roten Sachsen lagen die Ergebnisse in 2 von 3 Regionen unter dem Landesdurchschnitt. Schlesien war übrigens auch nicht so braun wie Ostpreußen.

So so....

Mecklenburg-Schwerin: Übersicht der Reichstagswahlen 1919-1933

Sachsen: Übersicht der Reichstagswahlen 1919-1933

Reichstagswahlen 1919-1933 - Köln-Aachen
 
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Schröder

Problembär
Mit miesen Lebensbedingungen kann man es jedenfalls nicht erklären, denn 80% sind mit ihrer Situation zufrieden. Und Flüchtlinge haben sie auch relativ wenige aufgenommen.
Wenn 80 % mit ihrer Situation zufrieden sind, bleiben doch genau die ca. 20 % für die AfD übrig.

Geht einigen wohl auch weniger um die eigene als um die Gesamtsituation dort, da immer mehr soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser etc. geschlossen werden. Warum man dann die AfD wählt, bleibt natürlich deren Geheimnis.
 
Grund für materielle Unzufriedenheit dürften die wenigsten AfD-Wähler haben. Eher fehlt es an Bewusstsein, wie gut es einem eigentlich geht.

Ich frage mich schon lange, weshalb rechtes Gedankengut v. a. hier im Osten so gut ankommt.
Die DDR war zwar lange das antifaschistische(re) Deutschland, aber dieser Antifaschismus wurde eben auch von oben oktroyiert. Teile der Bevölkerung haben sich dagegen abgeschottet, so wie sie sich von allem abgeschottet haben, was von oben kam. In der Gesellschaft konnten sich so alte Denkstrukturen erhalten. Die Abschottung des Landes verstärkte diesen Effekt noch.

Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in Westdeutschland war zwar lange Zeit kritikwürdig, aber mit den 68ern hat eine gesellschaftliche Debatte über diesen Themenkomplex stattgefunden, die letztendlich dazu führte, dass rechtes Gedankengut in der Folge weniger verbreitet und weniger akzeptiert wurde.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Weiß ich nicht; die ist ihnen evtl. dann doch zu offensichtlich rechtsextrem und hat ja außerdem jetzt schon desöfteren bewiesen, dass gar nichts mehr von ihren Vertretern an Arbeitsleistung kommt, wenn die mal ein paar Sitze in einem Parlament, Kreis-, Stadtrat, etc. besetzt haben.
 
Das vermute ich auch. Mit der AfD können sich (zum Teil oder auch mehr) sicherlich NPDLer identifizieren und die Möglichkeit da was zu erreichen bei den Wahlen ist nun mal momentan ungleich höher.

Lt. den Auswertungen die ich im ZDF gesehen habe waren von den Stimmen welche die AfD bekommen hat 16% Ex-NPD-Wähler und u.a. auch 16% Nichtwähler 2015.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Grund für materielle Unzufriedenheit dürften die wenigsten AfD-Wähler haben. Eher fehlt es an Bewusstsein, wie gut es einem eigentlich geht.

Das Bewußtsein fehlt gar nicht. Die Angst ist aber trotzdem da.

"Die 30- bis 59-Jährigen bewerten persönliche Lebensqualität und wirtschaftliche Lage weiterhin positiv, blicken aber mit Skepsis auf die Lage und Entwicklung in Deutschland... Trotz einer weiterhin guten persönlichen Bilanz sind die Sorgen der "Generation Mitte" im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen."

http://www.pnp.de/nachrichten/politik/2211833_Die-Angst-der-Generation-Mitte-waechst.html

Und das treibt dann wohl so manchen zu den Alternativnazis.
 
Dennoch ist bei dieser Gruppe die Denke weit verbreitet, dass man vom Staat im Gegensatz zu den Flüchtlingen, nichts bekomme. Der eigene Status wird als ausschließlich selbst erarbeitet angesehen. Die staatlichen Leistungen, die man erhalten, werden vollkommen ausgeblendet. Das meinte ich mit fehlendem Bewusstsein.
 

Schröder

Problembär
Oder man legt sich das so zurecht, dass man für die eigenen Staatsleistungen ja auch Steuern etc. bezahlt. Die Flüchtlinge hingegen bekommen was, ohne je in die Sozial- oder Steuerkassen eingezahlt zu haben.

Mir geht das trotzdem nicht in den Kopp, wenn man gegen die soziale Ungerechtigkeit und zu niedrige Löhne ist, dann eine Partei zu wählen, die gegen Arbeitnehmerrechte wie Kündigungsschutz und Mindestlohn ist. Noch kapitalistischer als die AfD geht doch gar nicht.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Da ist wohl kaum einer gegen soziale Ungerechtigkeit sondern da zieht nur das Prinzip: "Andere dürfen nicht etwas bekommen, was ich vermeintlich nicht bekomme." Wobei die "anderen" gegen die sich das richtet immer Schwächere sind.
 
Oder man legt sich das so zurecht, dass man für die eigenen Staatsleistungen ja auch Steuern etc. bezahlt. Die Flüchtlinge hingegen bekommen was, ohne je in die Sozial- oder Steuerkassen eingezahlt zu haben.

Wobei die meisten vergessen, dass man über einen längeren Zeitraum ziemlich gut verdienen muss, um insgesamt (Betrachtung der gesamten Lebensspanne) tatsächlich Nettozahler zu sein.
Vielen dürfte bspw. nicht einmal bewusst sein, dass etwa Lebensmittel staatlich subventioniert sind.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Die AfD sieht sich auf dem Wege zur Volkspartei, nachdem sie zur dritten Kraft gewählt worden ist. Sieht sich als "Partei der kleinen Leute", wovon in ihrem Parteiprogramm nichts zu finden ist. ( zB Abschaffung der Erbschaftssteuer ) Der rechte Flügel der AfD ( geht es noch weiter nach rechts ? ) definiert die soziale Frage um: Es geht nicht mehr um die Frage nach der Verteilung zw. arm oder reich sondern zw. "innen und aussen", also deutsch und nicht-deutsch. :isklar: X(
 

Schröder

Problembär
Wobei die meisten vergessen, dass man über einen längeren Zeitraum ziemlich gut verdienen muss, um insgesamt (Betrachtung der gesamten Lebensspanne) tatsächlich Nettozahler zu sein.
Vielen dürfte bspw. nicht einmal bewusst sein, dass etwa Lebensmittel staatlich subventioniert sind.
Bin ich mir gar nicht so sicher, ob man da wirklich so gut verdienen muss. Wenn du nur die reinen Abzüge vom Lohn nimmst, ganz sicher. Du zahlst aber auch Umsatzsteuer, Mineralölsteuer etc unabhängig vom Gehalt. Da kommt auch einiges zusammen.
 
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