Klettern am Limit - die Huberbuam

Rupert

Friends call me Loretta
Vielleicht kennt Ihr sie ja aus der Milchschnittenwerbung oder jemand hat heute den Beitrag über sie in Stern TV gesehen.

Es geht um zwei der besten Felskletterer der Welt:
Die Brüder Thomas und Alexander Huber aus dem Landkreis Traunstein bzw. Berchtesgaden, besser bekannt als die "Huberbuam"

Weil ich Klettern eine der faszinierendsten und atemberaubendsten Sportarten überhaupt finde, die beiden Spitzenleistungen im Grenzbereich vollbringen, zwei lässige Burschen sind und ausserdem aus dem tiefsten Oberbayern kommen, weise ich mal daraufhin, dass die wieder unterwegs sind um ihr letztes Abenteuer, die Besteigung einer 1000m Felsnadel im Karakorum in 6000m Höhe im Freiklettern zu schildern.
Wenn sich jemand die Faszination des Kletterns in spiegelglatten Felswänden, 500 und mehr Meter über dem Abgrund näherbringen lassen will, erfahren will, welche akribische Vorbereitung, knüppelhartes Training und psychische Herausforderung das darstellt, dem empfehle ich mal zu einem ihrer Vorträge zu gehen oder sich den Film "Am Limit" anzuschauen, bei dem sie den Weltrekord im Speedklettern am El Capitan brechen wollen. Super Bilder, gut und mit Witz erzählt.

Das ist mal so richtig richtiger Sport am obersten Anschlag des menschlichen Vermögens :)

Mehr gibt's unter H u b e r b u a m
 

André

Admin
Ist schon ein Wahnsinn. Da wird mir schon vom zugucken ganz anders. Finde das auch faszinierend. Habe mir jetzt die youtube Videos angeschaut, sehr schöne Bilder.
 

Detti04

The Count
Ueber die Jungs hab ich vor Jahren, also als ich noch in Deutschland wohnte, mal einen Bericht gesehen, vermutlich im Bayerischen Fernsehen. Absoluter Irrsinn und sehr beeindruckend, was die zwei so anstellen. Fuer mich waer das nix...
 

Rupert

Friends call me Loretta
Beeindruckend ist auch, wie sich die im Klettern veränderten über die Jahre:

Die sind mittlerweile über Vierzig, zwischen 20 und 30 betrieben sie v.a. das Freiklettern, also das Klettern im höchsten technischen Schwierigkeitsgrad bei dem man ohne technische Hilfe an einem Seil gesichert möglichst schwere Wände bezwingt. Dabei ist die Höhe der Wand nicht das Ausschlaggebende.

Dann wandten sie sich dem Freesolo-Klettern zu, dabei klettert man völlig ungesichert eine Wand hoch. Alexander Huber bestieg so u.a. eine mehrere hundert Meter hohe Wand in den 3 Zinnen der Dolomiten. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht so hoch wie beim Freiklettern, aber ein Sturz endet eben im Aufschlag. Der Schwierigkeitsgrad den sie dabei erklettern, reicht aus, dass jeder gute bis sehr gute Kletterer verzweifeln würde.

Anschliessend konzentrierten sie sich auf's Speedklettern, also so schnell wie möglich geht ein Zweier-Team die Wand hoch (siehe Film Am Limit). Hier der Vergleich: Die Nose am El Capitan kommen nur sehr gute Kletterer hoch und die brauchen für die 1000m 2-3 Tage; der Weltrekord, den die Huberbuam aufstellten, lag damals bei 2h 45 Minuten. Für einen Kletterer, der da gerade in der Wand hängt, ist das wie ein D-Zug, der vertikal an ihm vorbei schiesst.

Jetzt haben sie sich auf große Wände in extremen Gebieten spezialisiert: Antarktis oder eben Karakorum im 6000m Höhe.

Besser als einer der Brüder kann man's kaum ausdrücken: Sie leben eben ihren Traum und setzen alles daran ihn umzusetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:

SaintWorm

Bolminator
Moderator
'Am Limit' läuft übrigens am Donnerstag um 22 Uhr auf arte. Freu mich schon drauf und hoffe, dass ich es nicht verpeil. Steh auf Bergsteigerdokus, auch wenn ich absolut nicht nachvollziehen kann, warum sich die Jungs und Mädels sowas antun.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Sehr schön - ist notiert. Bekam neulich von dem nur das Ende mit als ich ihn mal wieder anschaute.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
den Film "Am Limit" anzuschauen, bei dem sie den Weltrekord im Speedklettern am El Capitan brechen wollen. Super Bilder, gut und mit Witz erzählt.
Den Film/Doku habe ich gesehen, in der ARD oder BR, schon vor längerer Zeit.
Ein Wahnsinn die Beiden!

Die sind auch richtig symphatisch. Einer von den Beiden hat glaube ich sogar "nebenbei" Physik studiert.
Nur die übrige Familie tut mir leid. Die müssen eigentlich immer mitbibbern.
Ganz ungefährlich ist der Sport nicht den sie betrieben.

Aber höchster Respekt von mir!
 

SaintWorm

Bolminator
Moderator
Also der Film war wirklich sehr interessant und lieferte erstens tolle Bilder und einen kleinen Einblick in die Faszination des Kletterns und war zweitens ein kleines Psychogramm zweier äusserst ehrgeiziger Brüder, die beide gerne die "Nummer 1" in ihrer Beziehung/Profession wären, aber gleichzeitig dem anderen nur Gutes gönnen. Der Teil hat mir fast noch besser gefallen.

EDIT: Was ich auch sehr bemerkenswert fand, war das Vertrauen der Kletterer in ihr Material. Ich muss ehrlich sagen, das könnte ich nicht haben, hätte immer Schiss, dass da was reisst oder wegbricht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Jetzt waren die in der Antarktis unterwegs um auf eine Felswand zu steigen.

Hier ab 1:50 eine kurze Sequenz wie der Alexander Huber eine der schwierigsten Passagen an der Wand meistert - ich möchte ja nicht wissen wie oft sie da zuvor rumterplummsten:

Bayrisch mit englischen Untertiteln und einer netten "Anmaulszene" :D

Ich bin hin und wieder auch zum Klettern gegangen, natürlich in weitaus harmloseren Wänden und geringeren Schwierigkeitsgraden, und deswegen fasziniert mich das unheimlich wie der Bursche die Wand hochtanzt; ich könnte da stundenlang zuschauen :)
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Bisschen andere Disziplin: Ueli Steck ist mit seiner Sommertour fertig. Wem der Name nix sagt, das ist der Typ der unter anderem Geschwindigkeitsrekorde am Eiger (Nordwand in 2:47) und Matterhorn (Nordwand unter 2 Stunden) und schon vor 10 Jahren so Späße gemacht hat wie Eiger, Möch und Jungfrau hintereinander am Stück.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ueli_Steck#Besondere_alpinistische_Leistungen
Er wollte dieses Jahr nicht in die ganz große Höhe und etwas ungefährlicheres machen, also ist er mal eben auf alle 4000er der Alpen. Unnterwegs von Berg zu Berg nur zu Fuss, mit dem Gleitschirm oder dem Fahrrad.
http://www.82summits.com/de/
Das sind 82 Gipfel, nach 62 Tagen waren er und sein Begleiter fertig. Dabei war auch ein Abschnitt mit 18 Gipfeln an einem(!) Tag.
http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/18-Viertausender-an-einem-Tag-23819150
Jetzt gibt es darüber einen Film, der hat am Freitag in Interlaken Premiere. Hab ich leider keine Zeit, aber den will ich mir dann unbedingt anschauen.
http://www.82summits.com/images/150827_Flyer_82Summits_Doppelseitig.pdf
 

Rupert

Friends call me Loretta
Die bittere Tragik des Lebens: Achttausender überlebt; als Bergführer in den Alpen verunglückt. :(
 

HoratioTroche

Zuwanderer
So 3- bis 4-Tausender sind halt auch Hochgebirge.
Normalerweise sind auf den 8-Tausendern ja nur sehr erfahrene Leute unterwegs, nimmt man mal den Everest raus. Das senkt dann wieder die Unfallrate, vermute ich mal. Verglichen mit den Alpen. Da verunglücken ziemlich täglich Leute tödlich.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Das kommt schon auch noch auf die Schwierigkeit des Achttausenders an, vermute ich mal schwer. An K2 oder Nanga Parbat, beides Berge, auf die nur sehr erfahrene Höhenbergsteiger raufkommen, verunglücken auch von denen viele.
Aber natürlich ist die Zahl in den Alpen wohl höher, es sind ja auch viel mehr Menschen, und unter diesen auch kaum Bergerfahrene, die dann auch noch oft alleine losgehen, unterwegs.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Heute vor 80 Jahren begannen Kurz, Hinterstoißer, Angerer und Rainer ihren Besteigungsversuch der Eiger-Nordwand, den sie bekannterweise alle 4 nicht überlebten.
Ich sehe die Wand in ca. 60 km Entfernung wenn ich vor zur Straße gehe, meistens jedenfalls, natürlich je nach Wetter. Gestern und heute ist die Sicht der Hammer, das Wetter könnte besser nicht sein. Kaum vorstellbar, aber morgen schon kann es dort ganz anders aussehen. Die Berge sehen jeden Tag anders aus, deswegen bleibe ich auch jeden Tag aufs Neue stehen und schaue hinüber.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Das Buch "Die Weiße Spinne" von Heinrich Harrer, in dem der den ersten geglückten Durchstieg der Eigernordwand mit Heckmair, Vörg und Kasparek schildert und auch auf die vielen davor mißglückten, meist tödlich endenden Versuche eingeht, recht ausführlich auf den so tragischen Tod von Kurz und seinen Gefährten, habe ich als Bub verschlungen.
Irgendwann hattest Du mal ein Bild mit einer Bergaussicht hier im Forum gepostet und ich dachte mir damals schon: "Das sind doch Eiger, Mönch und Jungfrau."
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Das Buch kenne ich auch, mit den ganzen Versuchen und Routen und Abschnitten muss man sich aber ein bisschen beschäftigt haben.

Die Sicht auf die Berge ist schon speziell, weil man eigentlich nur aus einer Richtung freie Sicht hat, in einem recht kleinen Winkelausschnitt. Die Perspektive ist also immer recht ähnlich, deshalb ist der Anblick wohl auch so bekannt. Nach dem Matterhorn sind das wohl die meistfotografierten Berge, man sieht sie eben schon kilometerweit. Andererseits kommt man auch sehr bequem sehr nah heran, Grindelwald usw. sind ja extrem gut erreichbar. Aus der Nähe wirkt das dann schon sehr furchteinflössend.
Im Sommer kommt die Sonne abends so weit rüber, dass sie in die Eigerwand scheint, sie ist eigentlich eine Nordwest-Wand. Als letztes steht dann der Gipfel vom Finsteraarhorn in der Sonne. Im Winter ist dann alles schneebedeckt und leuchtet hellweiss.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Die bekloppte Seite des Bergsteigens: Kletterer sterben im Stau auf Mount Everest

Etwa 200 Leichen sollen Schätzungen zufolge in der Region unter dem Schnee begraben liegen. Todesursachen sind nach Angaben der nepalesischen Bergsteiger-Vereinigung meist Höhenkrankheit oder Stürze. Eine Bergung und Rückführung der Körper aus hohen Lagen sei oft mit zu großem Aufwand verbunden.
Frühling legt Leichen am Mount Everest frei

Das sollte man auch mal dringend einschränken.
 
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