"...ja..."

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Ichsachma war gestern. Also nicht der gleichnamige User :huhu:, sondern die Fußballerfloskel, die so gerne dafür genutzt wurde, um Zeit zu gewinnen, bis man endlich einen halbwegs flüssigen Satz rauskriegte...

Es gab natürlich auch Abwandlungen, wie Ichsamma, Sammama, oder sehr beliebt: Ichwürdmasagn - das ich irgendwie immer mit Vokuhila assoziere. ;)

Doch von den heutigen Hochglanzprofis hört man diese Floskel immer weniger, ist mir aufgefallen. Stattdessen hat sich eine Zeitgewinn-Taktik durchgesetzt, die man praktischerweise nicht nur zur Einleitung, sondern sogar mitten im Satz anwenden kann.

Sie ist auch schön kurz – und besteht schlicht aus einem fast stakkatohaften „ja“, das ständig mehr oder weniger elegant in die Sprachmelodie eingeflochten wird.

Aufgefallen ist mir das eben im Interview bei Sané („...dann kam das Gewitter... ja...ich hab heut nicht alles gegeben“) und besonders bei Julian Weigl. Es sind generell die Jüngeren, die sich bevorzugt dieses Stilmittels bedienen – womit man ihm wohl mittelfristig eine glänzende Zukunft voraussagen kann. :D
 

André

Admin
Da haben die Rhetoriktrainer in den Nachwuchszentren dann ja ganze Arbeit geleistet. Ist doch toll, wenn alle das gleiche sagen. Typen gibt es da halt nicht mehr, und Interviews muss man eigentlich auch nicht mehr lesen. Sondern sind beliebig austauschbare Satzbausteine.

Aber hauptsache, dafür werben dass die NM, und die Bundesliga so schön bunt sind. Gleichgeschaltet und beliebig wären wohl die richtigen Wörter.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ist doch toll, wenn alle das gleiche sagen. Typen gibt es da halt nicht mehr
Die laufen auch gleich. Gestern abend kam das Spiel BRD-NED von 1980.
Zum einen kannte ich noch die komplette Aufstellung, zum anderen erkannte man die Spieler am Laufstil. Und nach ein paar Minuten erkannte man auch die Holländer.
Ich hab gerade was gelesen, wo jemand vermutete dass das mit Koordinationstraining, Gummibandübungen und so weiter zu tun hat. Es gibt eben auch keine ausgebildeten Zehnkämpfer mehr in der Nati.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Die laufen auch gleich. Gestern abend kam das Spiel BRD-NED von 1980.
Zum einen kannte ich noch die komplette Aufstellung, zum anderen erkannte man die Spieler am Laufstil. Und nach ein paar Minuten erkannte man auch die Holländer.
Ist fast wie mit den einzelnen Autotypen, die erkannte man früher auch schon zwei Kilometer gegen den Wind - und heute sehen sie fast alle gleich aus.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ein Spieler, den ich auch im Schattenriss erkennen würde, ist zum Beispiel Isco mit seinen schnellen Trippelschritten...
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Ich glaube einfach, dass nicht viele so einfach gestrickt sind wie der bzw. die Erfinder der Floskel "Ichsachma".
Klar war das damals vor allem die Lieblingsfloskel der einfach Gestrickten. Aber solche gibt's ja heute auch noch.
Wobei selbst Professorensöhne zu den eifrigen Ja-Sagern gehören. Hier bei 0:40 ein besonders ausdrucksvolles Beispiel:
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
sich am Hinterkopf kratzen, um Zeit zum überlegen zu gewinnen, ist auch eine beliebte Geste nicht nur von Marco Reus. Aber sowas wie Leroy Sané von sich gibt, er habe nicht sein Bestes gegeben, ( Spiel gg. die Slowakei ) verkneift man sich besser. Oder er wollte was anderes sagen, hat sich aber bei seiner Antwort unglücklich ausgedrückt, aber auf jeden Fall sympathisch ehrlich.
 
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