Hannover und Lienen!

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André

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Kind bittet zum Rapport und "schließt nichts aus"


Hannover sucht den Weg zurück in die Erfolgsspur - (c) AFP
Bundesligist Hannover 96 kommt schon die gesamte Rückserie nicht richtig in Tritt und noch diese Woche müssen Trainer Ewald Lienen und Manager Ilja Kaenzig bei Klubchef Martin Kind zum Rapport antreten. Dabei verstärkt sich täglich der Eindruck, dass am Ende nur noch einer übrig bleibt. "Wir müssen hier dringend etwas ändern", sagt Kaenzig, "sonst macht das hier wenig Sinn."

Kind: "Übereinander ist genug geredet worden"


Das Gerangel um die Kompetenzen hat Tradition an der Leine. Vor Jahresfrist kämpften noch Trainer Ralf Rangnick und Sportdirektor Ricardo Moar um den größten Einfluss bei Klubboss Kind. Nun sind es eben Rangnicks seit März 2004 amtierender Nachfolger Lienen und das im Sommer verpflichtete Manager-Talent Kaenzig (31), die wie intrigante Höflinge um die Gunst des Königs buhlen.

"Übereinander ist jetzt genug geredet worden", stellte Kind klar, "ich möchte von beiden Seiten hören, wo die Probleme liegen." Der 60-Jährige, der sein Vermögen mit Hörgeräten gemacht hat, wird dabei genau auf die Zwischentöne achten um zu entscheiden, ob eine weitere Zusammenarbeit mit beiden noch Sinn macht: "Ausschließen kann ich gar nichts."

Hannover stürzte regelrecht ab

Die miserable sportliche Ausbeute in der Rückrunde haben im Erfolg verdeckte Konflikte aufgedeckt. Mit nur zehn Punkten und sieben Toren stellt "96" das zweitschlechteste Team im Jahr 2005 - nur Absteiger Freiburg war noch erfolgloser. Dabei stand Hannover am 16. Spieltag nach nur einer Niederlage aus zehn vorherigen Spielen noch auf Platz vier, zarte Uefa-Cup-Träume reiften bei den Fans und Lienen nutzte das Hoch, um seinen Vertrag in der Winterpause bis 2007 verlängern zu lassen. Gegen den Rat von Kaenzig, der nur eine Laufzeit bis 2006 empfahl.

Kind ließ sich dabei von seiner ursprünglichen Absicht abbringen, nur noch kurzzeitige Verträge abzuschließen, um eventuelle Millionen-Abfindungen zu sparen. Entsprechend bleibt er jetzt bei seinem Bekenntnis zum Coach: "Herr Lienen hat das volle Vertrauen." Auch bei der Verpflichtung des Serben Veljko Paunovic von Atletico Madrid vertraute Kind seinem Trainer, obwohl sich Kaenzig gegen den Transfer aussprach. Inzwischen ist Paunovic verletzt und weilt wieder in Spanien. Ein Tor für "96" hat er nicht geschossen.

An der Leine schwappen die Emotionen über

Umgekehrt erfuhr Lienen über das Interesse am Mainzer Fabian Gerber nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen erst von den Medien, während Kaenzig zu der Personalie am Samstag bereits munter Stellung nahm. Der im Sommer bis 2006 verpflichtete ehemalige "Lehrling" von Reiner Calmund bei Bayer Leverkusen wollte auch die Leistung der Mannschaft beim 0:2 in Mainz nicht ähnlich schönreden, wie der Coach: "Es bringt nichts, das Spiel zu kommentieren. Wir müssen jetzt nach vorne schauen." Wie es um seine persönliche Zukunft aussieht, wird sich möglicherweise noch in dieser Woche erweisen.

(c) sid
 
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