Gauck oder Wulff?

Ich würde ihn wählen ...

  • Gauck

    Stimmen: 35 89,7%
  • Wulff

    Stimmen: 5 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    39
Unabhängig von all den angelaufenen Fehlern Christian Wulffs, sehe ich alternativ zu Joachim Gauck, keinen möglichen besseren Repräsentanten für Deutschland. Seine bemerkenswerte Leistung in seiner Amtszeit war, Denkanstöße zu liefern, so dass wir uns intensiver mit Migration beschäftigten und unserer "neuen" Sozialstruktur. Denn ich behaupte, dass vielen Deutschen eigentlich gar nicht so richtig bewusst war, dass sie ist nicht mehr einfarbig war, sondern vielfältig. Er hat sein eigentliches Anfangsziel im Prinzip erreicht und auch die (Teil-)Aufgabe erfüllt, gemeinnützige Diskussionen anzustoßen. Ich schließe mich darin ein, mich vor unserem neuen Gesellschaftsbild verschlossen zu haben!



Gauck wiederum glaube ich kaum, dass er der nächste wird, wäre das doch ein Merkelsches Fehlereingeständnis. Und das kann ich mir beileibe nicht vorstellen.

Nach der Pressekonferenz der SPD und Bündnis 90/Grüne geht für mich hervor, dass Joachim Gauck ihr Favorit ist. Sprich, sie werden in das Gespräch gehen mit dem ersten Vorschlag, Joachim Gauck aufzustellen, sofern der Kandidat selber bereit wäre.

Mich würde es sehr enttäuschen, wenn die Bundesregierung wieder ihre Augen vor den zahlreichen öffentlichen Umfragen verschliesst, dass Joachim Gauck stets die meisten prozentualen Werte auf sich vereint, als als überparteiliche Person. Vergessen wir nicht, dass der Bundespräsident das Geschehen nicht nur kritisch betrachten soll, sondern gleichzeitig auch für das politische System begeistern muss. Gerade letzteres, sollte dem neuen Bundespräsidenten besser denn alle anderen zuvor gelingen, um das Vertrauen in die Politik zu stärken.
 
Ich glaube nicht, dass die Merkel einen Gauck zum BP wählen wird. Nicht, nach der Wahl von 2010.
Und ohne die schwarz-gelben Stimmen passiert erstmal gar nixx. Die Mehrheit in der Bundesversammlung ist zwar knapp, aber sie ist da.

Das wird das gleiche parteipolitische Schmierentheater wie immer. Die Opposition wird genug Gründe finden alle Kandidaten der Regierung abzulehnen. Und die werden Gauck aus o.g. Gründen nicht akzeptieren...

Und die Piraten steigen in den nächsten Wochen wieder in der Wählergunst :D
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich sehe die nächste Bundespräsidentenwahl unter den komödiantischen Aspekten eines mittlerweile verunglückten Vorschlags- und Wahlsystems.
Es leuchtet mir null ein, warum ein Bundespräsident immer das Placet der Regierungsparteien haben soll.

Töpfer fände ich auch schön - schön fad. :D
 
Ich glaube nicht, dass die Merkel einen Gauck zum BP wählen wird. Nicht, nach der Wahl von 2010.
Und ohne die schwarz-gelben Stimmen passiert erstmal gar nixx. Die Mehrheit in der Bundesversammlung ist zwar knapp, aber sie ist da.

Die Mehrheit für die Bundesregierung ist kleiner geworden, seit den vergangenen Landtagswahlen. Ich erinnere einfach mal an den ersten und zweiten (!) Wahlgang, in denen sich die Koalitionslösung " Ministerpräsident Christian Wulff" in den eigenen Reihen nicht durchsetzen konnte.

Auf einen solche zweiten blamablen Tag in einer einzigen Amtszeit der schwarz-gelben Bundesregierung darf sich die Bundeskanzlerin einfach nicht einlassen. Es wird ganz darauf ankommen, wie Angela Merkel die Runde am Sonntagabend eröffnen wird. Es wäre ein Desaster, wenn Gabriel und Künast das Kanzerlamt kopfschüttelnd verlassen sollten. Ich meine, dass die Opposition in der Nachfolgeregelung einen fairen Umgang pflegt, da sie eigentlich auch nichts zu verlieren hat und prinzipiell nur spottend reagieren müsste, sollte sich kein Kompromiss herauskristallisieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Kandidat, der nicht aus der Politik kommt, ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Auch wenn ich von diesem Huber gar nixx weiß :D
Bei Lammert kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Opposition das abnickt - konservativer geht ja kaum noch ;)
 

Keule

Geile Oma aus deiner Nähe
das ist ja inzwischen wie auf dem transfermarkt!

Die Gerüchteküche vermeldet, das die beiden TOP-Kandidaten Lammert und ein gewisser Huber (Ex-Bishof von Berlin) sind. Ein Bischof als Präsi, das fehlte grade noch...


Noch genannt: Pöttering und Voßkuhle. Wie? Die kennt keiner? :D

Suche nach neuem Bundespräsidenten: Lammert und Voßkuhle sagen ab – Ist Huber der Favorit? - Die Affäre Christian Wulff - FOCUS Online - Nachrichten

Ein religiöser Führer für Deutschland? Also so eine Art privaten Ajatollah Chomeini? Sind wir dann ein Gottesstaat? Und die Merkel sieht dem Ahmadinedschad nun auch nicht so unähnlich oder? Und verfügen wir nicht auch über Atomwaffen durch die nukleare Teilhabe? Wir werden zum Iran. :suspekt:

Voßkuhle sollte man eigentlich kennen.
 

Itchy

Vertrauter
Gauck ist auch Pastor, nur mal so viel dazu.

Schön, daß seitens der Koalition jetzt schon wieder dicke Hose gemacht wird, in der Frage, wer denn die Mehrheit in der Bundesversammlung stelle, bach dem Motto "dreimal ist Bubenrecht".
Zugegeben, sie haben genügend, die man aus dem operativen Geschäft entfernt wünscht, angefangen mit der Übermutter von der Leyen (kann ja jeder Karriere UND echte Sorge um den eigenen Stall), aber irgendwie keinen, den ich in dem Amt haben möchte.

Ich hab das Gefühl, jetzt zählt eigene Fresse wahren schon wieder mehr als der Ruf des Amtes.
 

Gaudloth

Bratze
Gauck gefällt mir politisch gar nicht, aber als Bundespräsi kann er auch nicht viel machen, von daher ginge das schon. Die Bundespräsiwahl aber nicht zu eienr politischen zu machen wäre super, daher ein(e) nicht-aktive(r) Politiker(in) wäre optimal.
 

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EDIT: Eigentlich schade um den Wulff, wir haben viel zu wenige Politiker die sich mit der BILD anlegen.

Naja. Sachde um den Wulff isses dennoch nicht. Der hat sich einfach zu blöde angestellt. Ansonsten haste recht. Man muss gegenüber Springer öfter mal Kante zeigen.

Blöderweise aber natürlich nicht nur dann, wenn er dir selbst Gegenwind gibt. Sondern von Anfang an.
 
Gabriel warnt Merkel vor Vorfestlegung
SPD-Chef droht mit Gegenkandidat für Bundespräsidenten-Wahl

Schöne Headline bei Focus-Online.
"Wenn ihr euch vorfestlegt, legen wir uns fest."
"Präsentiert uns einen Kandidaten, der uns passt. Sonst nehmen wir den Kandidaten, der uns passt."
Alle in einen Sack... :hammer2:


Ich werde ein Pirat ohne Überzeugung, aber aus vollster Überzeugung! :frown:
 
(...)Der Plan war doch, dass sich CDU/Grüne/SPD gemeinsam auf einen Kandidaten einigen, so hat Angie das jedenfalls in ihrer Rede nach dem Wulffrücktritt gesagt, und jetzt die CDU anscheinend doch allein nach einem Kandidaten. Da würde ich mich als SPD/Grüne auch beschweren.

Sein wir mal ehrlich. Die CDU/CSU nimmt sich mit ihrem Koalitionspartner FDP das Recht heraus, genauso wie es die Oppositionspartner SPD/Grüne machen, über ihre Kandidaten zu diskutieren. Beide Seiten machen dies schon seit Freitagabend und werden wohlmöglich heute Abend aufeinandertreffen und werden dann ihre Vorstellungen aufzählen. Von den Vorgängen unterscheidet sich nichts, bis auf den Aspekt, dass die SPD/Grüne den Kandidatenkreis gestern in aller Öffentlichkeit eingegrenzt hat. Falls Gabriel und Künast das Kanzleramt kopfschüttelnd verlassen sollten, wird es mehrere öffentliche Paukenschläge geben und beide Seiten werden spottend über die Gegenseite sich äußern + ihren Kandidaten vorstellen. Die zentrale Frage wird auf Seiten der SPD/Grüne sein, ob sie erneut Joachim Gauck aufstellen, der für sie schon als Favorit wieder genannt wurde. Es wäre schon beschämend, würden sie einen anderen Kandidaten aufstellen, nach dem sein Name als einziger auf der gestrigen Pressekonferenz fiel.
 
Die zentrale Frage wird auf Seiten der SPD/Grüne sein, ob sie erneut Joachim Gauck aufstellen, der für sie schon als Favorit wieder genannt wurde. Es wäre schon beschämend, würden sie einen anderen Kandidaten aufstellen, nach dem sein Name als einziger auf der gestrigen Pressekonferenz fiel.

Die Entscheidung ist da doch längst getroffen.
Die Regierung kann höchstens noch mit einem Nicht-Politiker kommen. Alles andere würde die Opposition ablehnen.

Und nein, Holgy. Ich tu dem Gabriel nicht unrecht. Die SPD ist kein Haar besser als die Regierungskoalition. Die haben doch keinerlei Interesse an einer "gemeinsamen" Lösung, die ihren Vorstellungen nicht entspricht. Alles was die von sich geben, ist doch reinstes Kalkül. Parteipolitik vom Feinsten - und das bei einer Wahl, die mit Parteipolitik absolut nichts zu tun haben sollte.

Ich werfe der Regierungskoalition vor, dass sie überhaupt zu internen Gesprächen zusammengekommen sind. Das hätte nicht sein müssen. Das ist richtig :warn:
 
Nee. Nicht alles. Mein nichtverstandener Satz ist noch im Raum....

:D

Die haben doch keinerlei Interesse an einer "gemeinsamen" Lösung, die ihren Vorstellungen nicht entspricht.

Klingt wirr, da haste recht :floet:

Die Vorstellung der SPD ist in meinen Augen Gauck oder zumindest einer, der eine sozialdemokratische Denkweise pflegt. Die "gemeinsame" Lösung beinhaltet Kompromisse. Und warum sollte die SPD Kompromisse eingehen? Sie gewinnen doch so oder so. Entweder mit ihrem Kandidaten (s.o.) oder moralisch, falls schwarz/gelb ihren Kandidaten durchbringen sollte.

An unserer Superkanzlerin scheint offenbar alles abzuperlen, sie ist trotz aller Krisen/Turbulenzen/Affairen kurioserweise beliebt wie nie zuvor. Hier sieht Gabriel nun die Chance doch noch einen Makel anzukleben, immerhin war (wie in den letzten Tagen oft betont wurde) Wulff schon ihr zweiter BP, der das Handtuch geworfen hat.
 

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Die Vorstellung der SPD ist in meinen Augen Gauck oder zumindest einer, der eine sozialdemokratische Denkweise pflegt. Die "gemeinsame" Lösung beinhaltet Kompromisse. Und warum sollte die SPD Kompromisse eingehen? Sie gewinnen doch so oder so. Entweder mit ihrem Kandidaten (s.o.) oder moralisch, falls schwarz/gelb ihren Kandidaten durchbringen sollte.

Naja. Ich meine, das kannste der SPD aber nun nicht zum Vorwurf machen.

Wobei ich natürlich einräume, dass sich diese Denkweise die SPD erst dann verinnerlicht hat, wenn sie selbst im Falle des Machtinnehabens einen Kandidaten zusammen mit der Opposition dann durchbringt. Aus der Oppositionsrolle heraus staatstragende Lösungen zu fordern ist natürlich ziemlich leicht. Insofern kann man da zurecht die Glaubwürdigkeitsfrage stellen.

Im Übrigen meine ich, dass - wenn das wirklich gewollt wird - man auch schnell zu Lösungen kommen könnte. Einerseits für den akuten Fall, andererseits auch für's Prinzipielle. Mir könnte z.B. vorschweben, einen Bundespräsidenten entweder mit zwei Dritteln zu wählen oder mit je über 50% der Delegierten von im Bundestag vertetenen Parteien, heisst also, in jeder Gruppe stimmt man ab, und nur derjenige, der überall die Mehrheit jeder "Fraktion" hinter sich bringt (wobei die Begriffswahl schon etwas komisch ist, zugegeben), wirds dann.

In beiden Fällen läuft die Kandidatensuche nämlich dann genau darauf hinaus, dass man einen wählt, der tatsächlich einen ziemlich großen Vertrauensvorschuss geniesst.

Andererseits besteht natürlich dann auch immer die Gefahr, dass man aus Kalkül heraus gar keinen findet und wählt.
 
Über den Wahlmodus zu diskutieren ist müßig.
Dass der irgendwie sehr "seltsam" ist, darüber sind wir uns wohl alle einig. Dennoch müssen wir mit ihm leben :weißnich:

Das Einfachste wäre in meinen Augen der Nicht-Politiker. Dann spielen auch die Taktikspielchen innerhalb der Fraktionen keine Rolle.
Da der BP außer Händeschütteln und Gut-in-die-Runde-grinsen eh nicht viel mehr zu tun hat, kannste auch irgendeinen (halbwegs wortgewandten) "Promi" nehmen. Oder doch am besten die Stelle abschaffen - hatten wir ja auch schon :D
 

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Über den Wahlmodus zu diskutieren ist müßig.
Dass der irgendwie sehr "seltsam" ist, darüber sind wir uns wohl alle einig. Dennoch müssen wir mit ihm leben

Also erstens "wir" nur marginal. Die, die damit leben "müssen", können ihn auch mehr oder weniger lockern. Blöderweise will man das immer erst und nur dann, wenn man selber nicht in der Hand hat, wer es wird.
 
Jetzt schreibt der Focus vom "Koalitionskrach" bei schwarz/gelb.
Die FDP will offenbar Gauck, die Union lehnt ihn ab.

Es wäre echt Ironie des Schicksals, wenn die Koalition bei der Frage nach dem BP zerbrechen würde. Einer Frage, bei der Parteizugehörigkeiten überhaupt keine Rolle spielen dürften :frown:

Ich bin sprachlos!!
 
Also das hätte wirklich keiner von der FDP erwartet, und dann auch noch per Präsidiumsbeschluss aufzuwarten. Offenbar ein letzter Profilierungsversuch innerhalb der Koalition.
Dann kann man ja jetzt Gauck mit Stimmen der SPD,FDP, Grünen und Linken wählen.
 
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