Fußball im Osten

Der Fußball im Osten - hat er schon verloren?

Die Ostvereine in den Profiligen sind eigentlich komplett mehr oder weniger vom Abstieg bedroht (Rostock, Cottbus, Aue, Jena).
In der Regionalliga Nord findet man mit RW Erfurt, Dymano, Magdeburg und Cottbus II nur 4 Ostvereine (+ 2x Berlin mit Union und Babelsberg)...

Dazu kommt die Gewaltbereitschaft der Fans, die anscheinend erheblich größer ist als im Westen. Eine Problematik, die der sportliche Entwicklung auch nur schwer unterstützend helfen wird.

Wiederum andere Vereine sind finanziell dermaßen angeschlagen (Leipzig), dass ein Überleben ohne Investor kaum noch möglich ist.

Kein Aufschwung: Fußball-Osten zerfällt zur Ruine | RP ONLINE


Wird das alles dramatisiert?
Herrscht ein einseitige Berichterstattung in den Medien?

Dass es den Menschen in den Neuen Bundesländern nicht so gut geht wie im Westen, ist bekannt. Dass das Aggressionspotential der Fans höher ist, sieht man schon am politischen Wahlverhalten.
Aber warum nehmen die Fans den Fußball nicht als Chance wahr? Hier besteht doch die Möglichkeit es den "Wessis" zu zeigen... 'Wir sind noch wer!!!' :weißnich:
 

André

Admin
Ich denke es liegt nicht an der Region sondern an schlechten Managern etc.

Die Ostvereine müssten viel mehr auf eine gute Jugendarbeit und Förderung setzten, dann könnte da bei dem ein oder anderem Club durchaus was entstehen.

Wahre Zuschauermagneten sind die Clubs ja nicht gerade, also für die meisten Investoren auch finanziell uninteressant. Deshalb sehe ich die Chancen in der konsequenten Nachwuchsförderung.
 
Das Problem liegt nur daran, dass es nicht fünf planlos ausgewählte Bundesländer sind, die sich quer über Deutschland verteilen, sondern dass alle den gleichen politischen Hintergrund haben.

Demnach ist der SL-SH-Vergleich Blödsinn... :suspekt:
Wenn nicht zufällig Werder in Bremen spielen würde, hättest du die paar Einwohner wahrscheinlich auch noch extra erwähnt...
 
Wahre Zuschauermagneten sind die Clubs ja nicht gerade, also für die meisten Investoren auch finanziell uninteressant. Deshalb sehe ich die Chancen in der konsequenten Nachwuchsförderung.

Aber müssten sie das nicht eigentlich sein?
Was macht den der gemeine Fußballfan an der polnischen Grenze? Der wird Fan von... (??) das ist die Frage.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Das Problem liegt nur daran, dass es nicht fünf planlos ausgewählte Bundesländer sind, die sich quer über Deutschland verteilen, sondern dass alle den gleichen politischen Hintergrund haben.

Demnach ist der SL-SH-Vergleich Blödsinn... :suspekt:

HM? Wilste haue, oder wie? :hammer2: :D

Das ist eben keine Frage der Region (einen gleichen pol. Hintergrund haben SL und SH auch), sonst könnteste ja eben genauso nach SL und SH fragen oder eben Brandenburg und MV rausnehmen und gleich sagen: SL, SH, SA und Thü. Nach größe und Einwohnerzahl ist der "Ostfußball" doch recht gut vertreten. Besser oder jedenfalls nicht schlechter als manch andere "Region".

Und mit der Hertha steht doch wenigstens ein Ostclub ganz gut da (trotz miesem Manager)! :D
 
Da ich bei der Wiedervereinigung erst fünf Jahre alt war hab ich absolut keine Ahnung wie der Leistungsstand der Ost-Klubs damals war.

War das Niveau schon damals schlechter, sprich konnten die mit ihrem Fussball gegen die Westklubs einfach nicht mithalten, oder begann der sportliche erst mit dem wirtschaftlichen Abstieg?
 

André

Admin
Glaube der hat kein Geld für ins Stadion, oder er wird Autoschieber, oder aber er wandert aus in den Westen.

Und das ist jetzt keine Ironie sondern teilweise Realität.

Ich kenne paar Leute in Mecklenburg. 70% der Jugendlichen aus dem Ort sind im Westen um da ne Ausbildung zu machen, der Rest der drüben bleibt ist zum Großteil arbeitslos.
 
Nach größe und Einwohnerzahl ist der "Ostfußball" doch recht gut vertreten. Besser oder jedenfalls nicht schlechter als manch andere "Region".

So?

2 Clubs in der Bundesliga, 2 Clubs in der 2. Bundesliga, 4 Clubs in der Regionalliga Nord...

Die neuen Bundesländer haben knapp ein Drittel der Fläche von ganz Deutschland... :gruebel:
 

André

Admin
Aber nur 1/4 der Einwohner, und das zählt, sonst könnte man auch argumentieren das in Russland zu wenig Vereine in der Champions League spielen.

Vom Verhältniss her müssten je 4 Ostvereine in der 1. und 2. Bundesliga spielen und 8 Vereine in der Regionalliga.

Der Osten liegt unterm Deutschlandschnitt, aber Holgy hat Recht.

Es gibt manche Regionen im Westen da siehts mindestens genau so schlimm raus.

Nimm nur mal NRW und den Pott aus der Statistik, schon bekommst Du ganz andere Zahlen.
 
Aber nur 1/4 der Einwohner, und das zählt, sonst könnte man auch argumentieren das in Russland zu wenig Vereine in der Champions League spielen.

Vom Verhältniss her müssten je 4 Ostvereine in der 1. und 2. Bundesliga spielen und 8 Vereine in der Regionalliga.

Der Osten liegt unterm Deutschlandschnitt, aber Holgy hat Recht.

Es gibt manche Regionen im Westen da siehts mindestens genau so schlimm raus.

Nimm nur mal NRW und den Pott aus der Statistik, schon bekommst Du ganz andere Zahlen.


Das seh ich anders.

Ob 2 oder 4 Vereine ist ein riesen Unterschied - zumal es ja in sämtlichen Klassen nur etwa halb so viele Vereine sind wie statistisch eigentlich sein sollten.
Und dass es in Westdeutschland fußballerisch "schwache" Regionen gibt, seh ich nicht so... Sicherlich können Profivereine nicht in einem 1A Gitternetz angeordnet sein, aber sie sind es annährend...

Saarland - hat nur ein paar Quadratkilometer Fläche. Aber schon in Rheinland-Pfalz findest du mit Lautern, Mainz und Koblenz drei Zweitligisten, Karlsruhe ist auch nicht sonderlich weit entfernt.
Schleswig-Holstein - aufgrund der isolierten Lage am Rand ist's da mit Nachbarn etwas schwieriger. Dennoch: 1x umfallen und man ist in Hamburg und nach einem weiteren Mal Umfallen ist man in Bremen, Hannover oder Wolfsburg.

Sicherlich konzentriert sich vieles auf NRW, was in erster Linie am demographischen Verteilungsmuster liegt. Doch so dünn wie in den neuen Bundesländern ist es im Westen definitiv nicht...


Deswegen liegt der Schluss nahe, dass das ehemalige politische System, die Tradition, die momentane Wirtschaftslage im Osten erheblichen Einfluss auf die Vereinswelt nimmt...
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator

Dann musste aber auch die olle hertha dazurechnen. Die liegt zwar in Westteil von berlin, aber trotzdem mitten in der Region Neufünfland und wie man an den Kennzahlen merkt, völlig verostet. Damit sind es dann schon 3.

Mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungegen würde ich Dir ja ja grundsätzlich recht geben, doch wenn ich mir dann anschaue, wo die Bundesligisten Rostock und Cottbus herkommen, da stimmt das dann doch wieder gar nicht. Da müssten dann wohl eher 2 Bundesligisten aus Sachsen in Liga 1 spielen und evtl. noch einer aus Ost-Berlin. Is aber nicht so. Wo spielt Dresden? Hat immerhin Aufstiegchancen in die Regionalliga? Und wo spielt Leipzig noch ma?
 
Berlin ist Wesdeutschland.
Und da ich ja auf das politische System rauswill, muss das schon getrennt bleiben :D

Zum jetzigen Zeitpunkt haben noch so ziemlich alle Regionalligavereine Aufstiegschancen - auch Dresden auf Platz 10 ;)
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Berlin ist Wesdeutschland.
Und da ich ja auf das politische System rauswill, muss das schon getrennt bleiben :D

Dann bring mal eine knackige These, was das politische System -
und hier müsste man ja präziser Ex-System sagen, Herr Student, :D
mit dem Fußball zu tun haben sollte.

Gute Spieler und Trainer hatten sie ja, die Ossis. Und dazu eine nahezu perfekte Jugendarbeit in allen sportlichen Bereichen.
 
Okay - dann sage ich halt "das politische Ex-System - und seine Folgen" :hammer2:

Wie du ja richtig erwähnt hast, früher hatten die Vereine gute Spieler... Liegt darin etwa das Problem? Den guten Spielern ist der Osten nicht mehr gut genug? Verdient man etwa zu wenig?
Nagen die Profifußballer schneller am Hungertuch als die West-Kollegen?

Auch wenn jetzt wieder das Argument kommt 'Die Sportler sind in den lukrativen Westen gegangen'.
Wie André schon gesagt hat. Jeder Vierte lebt in Ostdeutschland (ich dachte es wären weniger :weißnich:), irgendjemand müsste ja noch da sein, um von der guten Jugendarbeit und den guten Trainern zu profitieren... Warum funktioniert das heute offensichtlich nicht mehr?
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator

Nö, wie ja die meisten wissen, sind die Ossis nach der Wende mit dem Kapitalismus nicht gleich so richtig klargekommen, kein Wunder, den kannten sie sie ja auch nicht, und auch nicht seine Spielregeln und vor allem nicht die ganzen Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Und so wurde Dynamo Dresden wohl gegen die Wand gefahren. Ob das mit anderen Östglubbs auch so war, weiß ich allerdings nicht.
 
Die Ostvereine müssten viel mehr auf eine gute Jugendarbeit und Förderung setzten, dann könnte da bei dem ein oder anderem Club durchaus was entstehen.

Wahre Zuschauermagneten sind die Clubs ja nicht gerade, also für die meisten Investoren auch finanziell uninteressant. Deshalb sehe ich die Chancen in der konsequenten Nachwuchsförderung.


Sehe ich nicht so.

Meiner Meinung nach haben die Ostdeutschen Vereine eine ganz gute Jugendförderung. Vor allem gemessen an ihren finanziellen Beschränkungen.

Das Problem liegt eher darin, dass sie keine Kohle haben um diese Talente zu halten und so kommt es dann, dass zB ein Toni Kroos, seines Zeichens Weltfussballer 2010 in spe, schon mit 16(?) zu den Bayern wechselt.
 
Fußball im Osten 2020
Für die Vereine mit DFV - Vergangenheit war die vergangene Saison eine Katastrophe.
Der thüringische Fußball hat sich so gut wie aufgelöst oder ist in die Regionalität verschwunden.
Für Sachsens Fußball sieht's kaum besser aus.
Der Abstieg Dynamo Dresdens wiegt schwer. Hier wurden viele sportliche Fehler zum Verhängnis. Der Verein ist wohl schuldenfrei.
Chemnitz hatte mit den Turbulenzen Anfang der Saison zu kämpfen. Am Ende sollte der Rückstand doch zu groß sein. Zwischenzeitlich sah es ganz gut aus.
Wenigstens Zwickau hat die dritte Liga gehalten.
Die Anhaltiner-Vereine Halle und Magdeburg haben enttäuscht. Magdeburg sah ich schon weiter. Bei denen wirkt der Härtel-Rauswurf immer noch nach.
Ins Bild passt auch, dass Lok Leipzig an Verl gescheitert ist und es keinen Aufsteiger in die dritte Liga gibt.
Zu den Lichtblicken gehört sicher Hansa. Schade, dass es nicht für ganz oben gereicht hat.
Noch heller leuchtete der Wismut - Stern über Aue. Sie spielten für ihre Verhältnisse eine überragende Saison.
Der Osten ist mit uns endlich wieder im Oberhaus vertreten. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es insgesamt sehr düster aussieht.
 
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