Fridays for Future

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Noch besser wäre es, wenn sich die Abnahme der Zunahme senken würde.

Dass die Steigung kontinuierlich und immer gleich ist, sieht man ja auch so. Das ist ja das Problem. Also nicht, das man das sieht, sondern das es so ist.

Es ist also egal, ob Trump aus dem Pariser Abkommen austritt oder Biden wieder eintritt. Das, was hinten raus kommt, ist dasselbe.
 

Schröder

Problembär
Na, mal sehen. Natürlich ist das nicht zielführend.
Aber nachdem Trump sogar begonnen hat, ehem. (also vor seiner Zeit waren es noch welche) Naturschutzgebiete abzuholzen für sein fracking, würde die Kurve mit ihm wohl zumindest in den USA durch die Decke gehen. Das zumindest sollte Biden verhindern können.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Dem Klima und der Atmosphäre sind so lustige Sachen wie Staatsgrenzen unbekannt.

Und das wird Biden genauso verhindern wie Merkel das verhindert. Oder X oder Y. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn diese These von Biden und Konsort*innen widerlegt wird.
 

Schröder

Problembär
Das dem Klima Staatsgrenzen wurscht sind, weiß ich. Wo aber Merkel und wohl auch Biden zumindest den Status quo halten, ist dem Trump die Umwelt mal völlig wurscht. Der würde auch den letzten Baum in den USA noch absägen und den letzten Fluss vergiften, wenn es sich zu Geld machen lässt. Leute aus diversen Gegenden jedenfalls können Wasser nur noch abgefüllt in Flaschen kaufen, weil sein fracking das Grund- und Trinkwasser verseucht hat. Und die Fläche einiger Naturschutzgebiete wurden um (also nicht "auf", sondern wirklich "um") 85 % reduziert.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Weder Merkel noch Biden werden den Status Quo halten. Und die machen auch noch andere schlimme Sachen, die mit dem Klimawandel nichts zu tun haben.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Deutlich findet das nur die Bundesregierung. "Deutlich" gesunken bedeutet leider nicht, dass sie weit genug gesunken sind, dass es auch irgendeinen Effekt hätte. Merkel hat also gar nichts geschafft, denn es kommt drauf an, was hinten bei raus kommt. Und da ist nix rausgekommen, was den Klimawandel aufhalten könnte.

Das kann man hier schön sehen:

Keelingkurve2.jpg


Das ist die Keeling-Kurve. Sie zeigt die Konzentration des CO2 in der Atmosphäre - will man die Klimaerwärmung senken, muss die Konzentration sinken. Wir sehen: Nix ist passiert.

Eingetragen sind die diversen Abkommen u.ä. in denen beschlossen wurde, die Kurve, also den CO2-Ausstoß, zu veringern. Wir sehen: Es ist jeweils nix passiert.

Siehe hier: Wir steuern auf 3°C und nicht, wie von Merkel und Konsort*innen unterschrieben und versprochen auf 1,5°C:

Despite a dip in greenhouse gas emissions from the COVID-19 economic slowdown, the world is still heading for a catastrophic temperature rise above 3°C this century – far beyond the goals of the Paris Agreement.
Emissions Gap Report 2020
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Diese Kurve wirst Du auch nicht so schnell abfallen sehen, denn CO2 bleibt Jahrzehnte bis Jahrhunderte in der Atmosphäre.
Den CO2-Ausstoß kann man beeinflußen; das was schon raus ist nicht mehr.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
War hier wieder jemand löschenderweise unterwegs?

(edit Holgy: nein, wie man an der Numerierung der Beiträge sehen kann)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Rupert

Friends call me Loretta
Ein Minus von 6,3% beim CO2-Ausstoß im Jahr 2019 gegenüber 2018 ist natürlich viel zu wenig; da muss deutlich mehr kommen aber das hat halt auch nicht zuletzt jeder Einzelne selbst in der Hand.
Ich sehe schon die Erfolgsmeldungen für 2020 vor mir und wie sich auf die Schulter geschlagen werden wird nur wird das auch nur eine kleine Delle sein und die wurde auch nur durch etwas ganz anderes erzwungen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Ei2YL5GWoAUeG9o.jpg


Zitat aus einem Interview mit dem Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber. Es sieht halt wirklich finster aus und es ist wohl wirklich keine realistische Annahme zu glauben, dass sich da irgendwas Nennswertes tun wird. Die entsprechenden Folgen sind nicht mehr aufzuhalten.
 

Hendryk

Forum-Freund
Weder Merkel noch Biden werden den Status Quo halten. Und die machen auch noch andere schlimme Sachen, die mit dem Klimawandel nichts zu tun haben.
Dann haben wir schon 2 Sündenböcke...
Klimaschutz geht nur gemeinsam mit zumindest den meisten Staaten oder Menschen dieser Erde. Da reichen die Regierungschefs zweier Staaten nicht aus.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Dann haben wir schon 2 Sündenböcke...
Klimaschutz geht nur gemeinsam mit zumindest den meisten Staaten oder Menschen dieser Erde. Da reichen die Regierungschefs zweier Staaten nicht aus.

Deswegen steht da oben auch ob noch X und Y als Platzhalter für all die anderen, die ebenfalls nichts oder zu wenig tun. Biden und Merkel sind lediglich Beispiele. Es geht auch gar nicht um Sündenböcke, sondern es geht darum, dass die Verantwortlichen seit Jahrzehnten so tun als würden sie etwas machen. Sie machen aber nichts, was einen Effekt hätte. Es ist also egal ob sie irgendwas in Paris unterzeichen oder nicht, denn das Resultat ist dasselbe: Die Erderwärmung steigt weiter und das ist auch so gut wie gar nicht mehr aufzuhalten und die entsprechenden Folgen werden eintreten. Der Klimawandel ist da genauso wie das Corona-Virus: wenn man nichts dagegen unternimmt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Aber Klimawandel können Biden und Merkel ja schön ignorieren, die beiden werden die Folgen nicht mehr erleben.
 

Schröder

Problembär
Deutlich findet das nur die Bundesregierung. "Deutlich" gesunken bedeutet leider nicht, dass sie weit genug gesunken sind, dass es auch irgendeinen Effekt hätte. Merkel hat also gar nichts geschafft, denn es kommt drauf an, was hinten bei raus kommt. Und da ist nix rausgekommen, was den Klimawandel aufhalten könnte.

Das kann man hier schön sehen:

Anhang anzeigen 44592

Das ist die Keeling-Kurve. Sie zeigt die Konzentration des CO2 in der Atmosphäre - will man die Klimaerwärmung senken, muss die Konzentration sinken. Wir sehen: Nix ist passiert.

Eingetragen sind die diversen Abkommen u.ä. in denen beschlossen wurde, die Kurve, also den CO2-Ausstoß, zu veringern. Wir sehen: Es ist jeweils nix passiert.

Siehe hier: Wir steuern auf 3°C und nicht, wie von Merkel und Konsort*innen unterschrieben und versprochen auf 1,5°C:

Despite a dip in greenhouse gas emissions from the COVID-19 economic slowdown, the world is still heading for a catastrophic temperature rise above 3°C this century – far beyond the goals of the Paris Agreement.
Emissions Gap Report 2020

Deutschlands Anteil am Co2-Ausstoß liegt weltweit bei 2%. Wir können alleine gar nix tun, was irgendeinen Effekt hätte, selbst wenn wir alle aufhören zu heizen, Auto zu fahren und unsere Lebensmittel zur Kühlung in der Erde verbuddeln. Allenfalls als Vorbild und Vorreiter sollten wir den Ausstoß senken. Fraglich nur, ob das anderen Staaten nicht egal ist...
 

Rupert

Friends call me Loretta
Deutschland liegt weltweit auf Platz 6 beim CO2-Ausstoß; natürlich muss man da drastisch drosseln, wenn man es ernst meint, dass man was gegen die CO2-Emission machen will.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Nächste Untersuchung:
Die Energiemenge, die der Planet speichert, hat sich zwischen 2005 und 2019 in etwa verdoppelt und das wird wohl weiter steigen.
—> Es wird global wärmer werden und wärmer und wärmer.

 

derblondeengel

master of desaster
Gab's doch schon immer..., nennt sich Eiszeit ähm Warmzeit, ach egal Hauptsache bei der Autoindustrie läufts und die SUVs und Steaks werden immer Größer.
Denk mal drüber nach warum Grönland so heißt du Vogel. Da wurden früher sogar Currywürstchen angebaut.
 

powerhead

Pfälzer
Gab's doch schon immer..., nennt sich Eiszeit ähm Warmzeit, ach egal Hauptsache bei der Autoindustrie läufts und die SUVs und Steaks werden immer Größer.
Denk mal drüber nach warum Grönland so heißt du Vogel. Da wurden früher sogar Currywürstchen angebaut.

[Klugscheissermodus an>
Der Name Grönland (Grünland) war der Versuch eines Wikingers namens Erik der Rote,, der von Island verbannt worden war, Anhänger auf die damals unbekannte Insel zu locken, um dort als Siedler zu leben. Für etwa 500 Jahre existierten kleine Siedlungen.<Klugscheissermodus aus]
Gesehen bei Terra X.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator

Aber grundsätzlich liegt die Lebenslüge und damit auch das Disfunktionieren der Strategien einfach darin, dass wir die ganze Zeit behaupten, man könne weiterhin wirtschaftlich wachsen und das Klima und die Umwelt schützen. Aber Wachstum ist gesteigerter Verbrauch, und gesteigerter Verbrauch bedeutet mehr Extraktion von Materialien mit mehr Energieaufwand für mehr Produkte, die mehr Aufwand für die Entsorgung benötigen. Und damit kann man nie im Leben ökologische Probleme bekämpfen.

Ganz interessantes Interview. Darum wird das nix mit der Menschheitsrettung, fürchte ich.
 

Detti04

The Count

Aber grundsätzlich liegt die Lebenslüge und damit auch das Disfunktionieren der Strategien einfach darin, dass wir die ganze Zeit behaupten, man könne weiterhin wirtschaftlich wachsen und das Klima und die Umwelt schützen. Aber Wachstum ist gesteigerter Verbrauch, und gesteigerter Verbrauch bedeutet mehr Extraktion von Materialien mit mehr Energieaufwand für mehr Produkte, die mehr Aufwand für die Entsorgung benötigen. Und damit kann man nie im Leben ökologische Probleme bekämpfen.

[...]
Das stimmt nur alles so einfach nicht, weil es den technischen Fortschritt ausser Acht laesst, welcher zur Entwicklung effizienterer Methoden fuehrt. Wachstum kann gesteigerten Verbrauch bedeuten (und tut das meist auch), muss es aber nicht.

Jeder, der nicht glaubt, dass das Ignorieren technologischen Fortschritts zu komplett falschen Modellen und Voraussagen fuehrt, sollte mal nachschlagen, was es mit der "Malthusian trap" auf sich hat. Die Theorie von Thomas Malthus, einem Oekonomen aus dem 18. Jahrhundert, geht im Wesentlichen so: Die Population (an einem gegebenen und raeumlich begrenzten Ort, z.B. innerhalb eines Landes) steigt so lange geometrisch an, bis es dort nicht mehr genug zu essen gibt. Dann kommt es zu einer grossen Hungersnot und einem Populationsschwund, bevor alles wieder von Neuem beginnt. Obwohl das alles schluessig klingt, gab es diese Hungersnoete in den Gesellschaften, um die es ihm ging (also z.B. England) nie. Der Grund dafuer liegt darin, dass der technologische Fortschritt dazu fuehrte, dass die Lebensmittelproduktion permanent schneller wuchs als die Population. Das Ignorieren des technologischen Fortschritss, d.h. eines wichtigen oekonomischen Faktors, fuehrte also zu einem Modell, welches komplett unnuetz ist, weil es die beobachtete Realitaet nicht richtig beschreibt.
 
Zuletzt bearbeitet:

powerhead

Pfälzer
Darum wird das nix mit der Menschheitsrettung, fürchte ich.
Die Frage ist, ist die Menschheit es überhaupt wert, gerettet zu werden. Wer den Ast, auf dem er sitzt, selbst mutwillig und entgegen aller Warnungen, absägt, handelt dumm und skrupellos.
Wenn man die Geschichte der Erde auf ein Jahr komprimiert, erscheint der Mensch erst am 31.12. um 23.30h. Genaugenommen sind wir sowieso nur ein Wimpernschlag verglichen mit den 165 Millionen Jahre der Herrschaft der Dinosaurier.
Oder ein Fehler der Evolution?? Die wird - egal was der Mensch noch alles tun sollte - auch ohne uns weitergehen.
 

Hendryk

Forum-Freund
Dann kommt es zu einer grossen Hungersnot und einem Populationsschwund, bevor alles wieder von Neuem beginnt. Obwohl das alles schluessig klingt, gab es diese Hungersnoete in den Gesellschaften, um die es ihm ging (also z.B. England) nie. Der Grund dafuer liegt darin, dass der technologische Fortschritt dazu fuehrte, dass die Lebensmittelproduktion permanent schneller wuchs als die Population.
Das mag in Bezug auf England zutreffen. Aber weltweit sieht es anders aus. Da gibt es bereits große Hungersnöte. Trotz des weltweiten technischen Fortschritts.
Würde der Mensch klug handeln und seine Möglichkeiten weltweit sinnvoll einsetzen, dann wäre es vielleicht anders. Das wäre aber nicht so lukrativ. Letztlich wird der Mensch aufgrund seiner Gier zugrunde gehen. Oder er kommt noch rechtzeitig zur Vernunft.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Das stimmt nur alles so einfach nicht, weil es den technischen Fortschritt ausser Acht laesst, welcher zur Entwicklung effizienterer Methoden fuehrt. Wachstum kann gesteigerten Verbrauch bedeuten (und tut das meist auch), muss es aber nicht.

Jeder, der nicht glaubt, dass das Ignorieren technologischen Fortschritts zu komplett falschen Modellen und Voraussagen fuehrt, sollte mal nachschlagen, was es mit der "Malthusian trap" auf sich hat. Die Theorie von Thomas Malthus, einem Oekonomen aus dem 18. Jahrhundert, geht im Wesentlichen so: Die Population (an einem gegebenen und raeumlich begrenzten Ort, z.B. innerhalb eines Landes) steigt so lange geometrisch an, bis es dort nicht mehr genug zu essen gibt. Dann kommt es zu einer grossen Hungersnot und einem Populationsschwund, bevor alles wieder von Neuem beginnt. Obwohl das alles schluessig klingt, gab es diese Hungersnoete in den Gesellschaften, um die es ihm ging (also z.B. England) nie. Der Grund dafuer liegt darin, dass der technologische Fortschritt dazu fuehrte, dass die Lebensmittelproduktion permanent schneller wuchs als die Population. Das Ignorieren des technologischen Fortschritss, d.h. eines wichtigen oekonomischen Faktors, fuehrte also zu einem Modell, welches komplett unnuetz ist, weil es die beobachtete Realitaet nicht richtig beschreibt.

Es ignoriert in diesem Fall aber niemand den technischen Fortschritt und dein Beispiel zeigt nur, wie stark die Marktwirtschaft dafür sorgt, dass das Wachstum und damit der Verbrauch an Ressourcen wächst - in diesem Fall schön für die Engländer, die mussten nicht verhungern. Kein technischer Fortschritt wird aber dafür sorgen, dass eine Marktwirtschaft auf Wachstum verzichtet. Wie soll das auch gehen? Marktwirtschaft aka Kapitalismus funktioniert nur mit Wachstum. Da hilft keine Technik.

Anja Reinhardt: Jetzt könnte man sagen, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und das dauert eben, bis man sich an andere Realitäten vielleicht gewöhnt hat oder sie zumindest angenommen hat und verstanden hat, dass man etwas ändern muss. Allerdings können wir ja auch sagen, es gab 2020 im Frühjahr diesen großen Einschnitt mit dem ersten Lockdown. Und da haben wir alle vielfach gehört: Was für eine große Erleichterung das für viele Menschen war, plötzlich eben keine Termine mehr zu haben, nicht mehr die ganze Zeit mit dem Auto hin- und herzufahren. Also alles das, was sozusagen den Energieverbrauch antreibt. Es sieht ja aber so aus, als ob wir daraus gar nichts gelernt hätten.

Harald Welzer: Haben wir auch nicht. Und warum sollte man auch? Ich meine, die Menschen kriegen ja von morgens bis abends erzählt, dass es unheimlich gut ist, wenn sie mehr Produkte haben, wenn sie sich mehr durch die Welt bewegen, wenn sie noch weitere Reisen machen. Die Erzählung ist jetzt inzwischen die, dass wir unfassbar leiden, dass unser Bewegungsraum und unsere Tourismus-Möglichkeiten durch Corona eingeschränkt sind. Wir lesen den Wirtschaftsteil der Zeitung, da feiern sich alle dafür, dass trotz Corona es Wachstumsraten gibt, die Aussichten für die nächsten Jahre sind fantastisch, weil es eine riesige Aufholjagd geben wird und so was. Da ist sozusagen das Gegenteil eines lernen Lernprozesses zu verzeichnen.


Aber tatsächlich wird ja schon versucht uns ja den Kack von gestern als die Klimarettungsrettungstechnologie anzudrehen: Die Atomkraft!

Und aus Analogkäse - gestern noch pfui! - ist auch schon die rettende, vegane Alternative geworden (heute: hui!).

Es lebe der technische Fortschritt! :D
 

Detti04

The Count
Es ignoriert in diesem Fall aber niemand den technischen Fortschritt und dein Beispiel zeigt nur, wie stark die Marktwirtschaft dafür sorgt, dass das Wachstum und damit der Verbrauch an Ressourcen wächst - in diesem Fall schön für die Engländer, die mussten nicht verhungern. Kein technischer Fortschritt wird aber dafür sorgen, dass eine Marktwirtschaft auf Wachstum verzichtet. Wie soll das auch gehen? Marktwirtschaft aka Kapitalismus funktioniert nur mit Wachstum. Da hilft keine Technik.
[...]
Nein, durch den Fortschritt wurde eben viel weniger an Resource verbraucht, denn die entscheidende und limitierende Resource in Malthus' Ueberlegung war das fuer die Lebensmittelproduktion benoetigte Land. Da die Menge an Land aber begrenzt ist, war fuer Malthus auch die Lebensmittelproduktion begrenzt - was aber eben nicht stimmte, weil durch den technologischen Fortschritt trotz des tatsaechlich begrenzten Landes die Lebensmittelproduktion schneller anstieg als die Population.

Beim Report des Club of Rome von 1972 ("The limits of growth") gibt es uebrigens aehnliche Fehlvorhersagen. Der Bericht sagte z.B. voraus, dass die Goldvorraete bald aufgebraucht sein wuerden, naemlich je nach Modell
a) 1983, wenn der jaehrliche Anstieg des Verbrauches gleich bliebe, oder
b) 1981, wenn der jaehrliche Anstieg exponentiell weiterwuechse oder
c) 2001, wenn der jaehrliche Anstieg exponentiell weiterwuechse, es aber fuenfmal so viele Vorraete gaebe wie erwartet.


Tatsaechlich ist die Welt jetzt aber mehr als 20 Jahre weiter als im optimistischsten Szenario und foerdert immer noch neues Gold, naemlich weltweit um die 2500-3000 Tonnen pro Jahr (und damit etwa doppelt so viel wie jaehrlich in den 60-ern). Auch hier duerfte der Grund zum grossen Teil im technologischen Fortschritt liegen, denn ein Teil des Goldes wird beispielsweise als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Metalle gewonnen. Ich vermute, dass die Goldanteile darin so klein sind, dass z.B. der Abraum bei der Gewinnung von Kupfer 1972 einfach auf der Halde gelandet waere, weil man damals nicht die noetige Technologie besass, um daraus effizient Gold zu gewinnen.
 
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Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Nein, durch den Fortschritt wurde eben viel weniger an Resource verbraucht, denn die entscheidende und limitierende Resource in Malthus' Ueberlegung war das fuer die Lebensmittelproduktion benoetigte Land.

Ja. Man kann auch sagen, Malthus hat den falschen Endpunkt genommen. Hätte er mal den CO2-Ausstoß der indurtiellen Landwirtschaft genommen, dann er hätte schon damals sagen können: Das wird so nicht gehen, weil es dann eine Klimakatastrophe gibt. Hat er nicht - ist auch ein bissle viel verlangt -, gekommen ist sie dann aber trotzdem dank technischem Fortschritt (siehe auch -> andere Folgen der industriellen Landwirtschaft Q). Und jetzt schaun mir mal, was der technische Fortschritt nun bringt und was wir für uns statt zu viel CO2-Ausstoß dafür einhandeln.

Anja Reinhardt: Hat das möglicherweise etwas damit zu tun, dass es sozusagen dieses protestantische Prinzip des schlechten Gewissens gibt in Bezug auf die Zukunft, die ja oft auch als Apokalypse, Klima-Apokalypse imaginiert wird?

Harald Welzer: Nein, das glaube ich gar nicht. Die Falle liegt einfach darin, dass wir ein Erfolgsmodell haben: Den meisten Menschen geht es sehr gut. Den Menschen in den sogenannten nachrückenden Gesellschaften geht es auch besser, als es ihnen vor zehn oder 20 Jahren gegangen ist. Und das ist ein Ergebnis dieser Form der Wachstumswirtschaft.

Das Problem bei der ganzen Geschichte ist eben nur, und jetzt kommen wir zu den Grenzen des Wachstums zurück, das eben ein grenzenloses Wachstum in einer begrenzten Welt, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und wir sind jetzt in einem Stadium angekommen, wo wir die Voraussetzungen für gutes Gelingen des Lebens konsumiert haben. Diese ganze Geschichte fällt uns eben gerade auf die Füße. Die Situation ist so ein bisschen so, als wenn man sich ein paar Jahrzehnte als gesunder Mensch gefühlt hat, und irgendwann sitzt man im Sprechzimmer des Arztes und der sagt, es gibt da ein Problem, sie müssen ihr Leben verändern. Und an genau derselben Stelle befinden wir uns gesellschaftlich, und die Weigerung der Gesellschaft, das zu tun, ist ungefähr genauso wie beim Individuum, der sagt: Aber doch nicht ich, aber das ist doch wahrscheinlich ein Irrtum, ach, das kann doch gar nicht sein, so schlimm wird es schon nicht werden. Also mobilisiert man alle Strategien, um sozusagen den Tatbestand, die traurige Wahrheit zu ignorieren und so lange weiterzumachen, wie es nur irgendwie geht.

 
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Hendryk

Forum-Freund
Diese Hungersnoete liegen in der Regel aber an Konflikten und Buergerkriegen und nicht daran, dass im entsprechenden Land nicht genug Nahrung angebaut werden koennte.
Ich habe dieses Argument erwartet. :) Beim 30jährigen Krieg wurde auch viel zerstört... und das geschieht im Prinzip in jedem Krieg. Zerstört werden nicht nur Fabriken/Industriegebiete - allgemein Technik - sondern auch Landwirtschaftliche Flächen., bzw. ganze Bauernhöfe. Die können aber wieder aufgebaut werden.
Aber wenn in Folge des durch den industriellen/technischen Fortschritts der Klimawandel fortschreitet - und so ist es ja - dann werden die Wüstengebiete größer. Das Klima wird für die Pflanzen dort zu trocken. An anderer Stelle tritt das Wasser über die Ufer und vernichtet die Ernten, usw. Das hat dann nichts mit Kriegen zu tun.
Bisher war es wohl eher so, dass Hungersnöte durch Kriege ausgelöst wurden. In Zukunft müssen wir schauen, ob wir mit weniger dafür nutzbarer Fläche die weiter wachsende Weltbevölkerung satt bekommen. Es gibt da ja bereits Ideen und einiges wird auch umgesetzt. Für vegetarische oder veganes Essen brauchst du keine Tiere mehr, aber Pflanzen... Pflanzen benötigen auch Fläche zum Wachsen. Algen sind sehr Proteinreich - dafür müssen die Ozeane aber sauber genug sein.
Mein Fazit aktuell: Der Mensch macht sich auf vielen Gebieten seine Lebensgrundlage kaputt.
 
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