Frage an die Ü30-Generationen

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Trinkt die Jugend von heute mehr Alkohol als vor 5-10 Jahren?


Mein Eindruck ist, ja.
Ich war gestern vorgestern auf der Insel Mainau. Und was sehe und höre ich? - 2 Gruppen von Jugendlichen (17-18 Jahre). Beide Gruppen waren ausgerüstet mit je einem Bollerwagen, laustarker Techno-Musik, und alle mit einer Flasche Bier (das billige Oettinger) in der Hand. - Das ganze zur Mittagszeit.

Ja gut, geschoffen wurde früher auch schon. Einzelfall also?

Was ich aber auffällig finde, sind die Horden von Jugendlichen, die schon am frühen Freitagabend mit Bier/Wodka/Wein zu dröhnen. Vor allem in der Stuttgarter Stadtbahn und S-Bahn ist das mir aufgefallen. Oft sind auch Mädchen darunter, noch keine 17 Jahren aber mit Zahnspange und einer Flasche Wodka-Mix-Irgendwas.
Vor 5-10 Jahren gab's das nicht.

:staun: Täusche ich mich? :weißnich: Was ist Euer Eindruck? Säuft die Jugend heutzutage mehr?
 

GilbertBrown

Green Bay Packers Owner
Als Kind vom Lande schwierig zu vergleichen. Nachmittags um 3 sind wir sicher nicht mit 'ner Flasche Wodka auf dem Gehsteig gesessen und haben uns das Kartoffelwasser in die Kehle geschüttet. Nicht dass wir das Bedürfnis gehabt hätten, aber das wäre in einem Dorf auch ungeschickt gewesen. Dank der Dorfratsch'n wären deine Eltern informiert gewesen, bevor du das 2. mal geschluckt hättest :D

Wenn es aber abends auf eine Party ging, waren doch die wenigsten wirkliche "Kostverächter". Vorallem weil es damals mit dem Jugendschutz noch nicht so genau genommen wurde.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich hab keine Ahnung wieviel die Jugend 2005 trank, da war ich lange schon aus der Jugend raus.
 

NK+F

Fleisch.
Ich meine, es wäre heute weniger.
Auch beim Kiffen.
Mitte bis Ende der 90er konnte ich hingehen zu wem ich wollte. Überall wurde gesoffen und gekifft.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Früher war alles besser, also haben wir auch mehr gesoffen! :D


Was mir auffällt, jedenfalls in Berlin: Man sieht total viele - gerade jüngere, womit ich u30 meine - mit Bierflasche o.ä. in der U-Bahn. Das gab es in den 80/90ern eher selten. Wir haben es immerhin noch nüchtern bis zur Kneipe geschafft und hinterher ging nix mehr rein :D
 

André

Admin
Bei uns waren damals 98% Wochenendalkoholiker.
Freitags und Samstags abends und vor Feiertagen, gings ab. Treffpunkt meistens gegen 20 Uhr zum vorglühen. :prost:

Am hellichten Tagen, das wäre uns jedenfalls nicht passiert, außer beim Schützenfest und beim 1. Mai, oder unserer traditionellen Winterglühweinwanderung, oder an Karneval, da gabs dann schon Ausnahmen.

Also vermissen tue ich jedenfalls nicht, im Gegenteil, mittlerweile bin ich froh dass es vorbei ist, wobei ich mir früher mal gewünscht habe, dass diese Zeit nie vorbeigehen möge. Aber heute würde mein Körper das gar nicht mehr aushalten. Zudem würden die Jungs keine Rücksicht drauf nehmen und mich trotzdem um 6 Uhr wecken.

Und da schaue ich dass ich vorher lieber 6 - 7 Stunden geschlafen habe und möglichst keine 3 Promille habe, weil ich mich den Tag über dann einfach besser fühle. :D

Früher konnte man halt auch mal bis 18 Uhr pennen, wenn es denn sein musste und es mal wieder schlimmer wurde.

Aber so paar Highlights im Jahr, die müssen auch heute noch sein, und da darf es dann auch nochmal bissel krachen. :opa:
 

Schröder

Problembär
Mehr glaub ich nichtmal. Aber "Dank" der Alkopops, wo der süßliche Zusatz selbst 14jährigen schon Wodka schmackhaft macht, geht's wohl früher mit Hartstoff los. Unsereins hat sich doch lange Zeit noch "nur" mit Bier zugeschüttet.

Nachmittags mit Bollerwagen kenn ich nur von Himmelfahrt. Oder halt Fußball und beim Grillen im Garten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Raffelhüschen

Forennutzer
Ich habe auch den Eindruck, dass vor und an Feiertagen/Wochenenden vermehrt schon zur Mittagszeit bis zur Betrunkenheit gesoffen wird. Ein Eindruck kann aber auch täuschen. Erfreulich finde ich diese anscheinende Entwicklung allerdings nicht, wenn sie denn eine ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Die Schule, auf die ich ging, liegt direkt neben einer Brauerei und die angeschlossene Gaststätte war 50m ums Eck des Pausenhofs und öffnete um 9:00.
Das hatte wohl etwas Einfluß das auf's Trinkverhalten, ja.
 

U w e

Moderator
Der Unterschied, die verweichtliche Jugend von heute kann nichts mehr vertragen. Die trinken 1 Flasche Bier oder Alkopops und schon fallen sie auf.
Wir haben von 20:00 bis 5:00 Uhr alles durchgesoffen was da war und der einzige der es gemerkt hat war der Taxifahrer der uns dann nach Hause gefahren hat! :kotzer: :D
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich denke auch, dass sich nicht das Trinken an sich sondern das Verhalten beim Trinken geändert hat.
Wir haben damals zugesehen, dass wir möglichst nicht auffallen. Also abseits des Ortes in einer Grillhütte, oder beim Kumpel im Partykeller. Hinterher möglichst friedlich heim. Die entsprechenden Orte auch einigermassen sauber verlassen, man wollte ja wiederkommen. Am hellichten Tag in der FuZo? Nee.
Ich habe auch schon immer gerne mal im Zug ein Bier am Platz, aber doch bitte mit Rücksicht auf die Mitreisenden.

Wir haben hier in der Altstadt hübsches Kopfsteinplaster, da kann man leider Sonntag früh nicht mit dem Fahrrad durch. Da brauchts Reinigungsspezialgerät, um die Scherben aus den Fugen zu bekommen.
 

Schröder

Problembär
Ich habe auch den Eindruck, dass vor und an Feiertagen/Wochenenden vermehrt schon zur Mittagszeit bis zur Betrunkenheit gesoffen wird. Ein Eindruck kann aber auch täuschen. Erfreulich finde ich diese anscheinende Entwicklung allerdings nicht, wenn sie denn eine ist.
Der Eindruck täuscht. Die trinken nicht schon zur Mittagszeit, die trinken noch vom Vorabend. :D
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich denke auch, dass sich nicht das Trinken an sich sondern das Verhalten beim Trinken geändert hat.
Wir haben damals zugesehen, dass wir möglichst nicht auffallen. Also abseits des Ortes in einer Grillhütte, oder beim Kumpel im Partykeller. Hinterher möglichst friedlich heim. Die entsprechenden Orte auch einigermassen sauber verlassen, man wollte ja wiederkommen. Am hellichten Tag in der FuZo? Nee.
(...)

Jopp, ging bei uns auch immer so: Trinken inner Kneipe, auf der Party, am Strand, etc. und den Dreck halt wieder mitnehmen.
Weniger war's sicher nicht als die Mädls & Jungs heute aber eben nicht volltrunken mit der Flasche durch die Stadt oder im Zug (da wurde dann eher geschlafen).
 

Monti479

Annemie ich kann nit mih
Ich denke auch, dass sich nicht das Trinken an sich sondern das Verhalten beim Trinken geändert hat.

Jepp, uneingeschränkt. Kann ich aufgrund meiner alltäglichen/nächtlichen beruflichen Erlebnisse nur bestätigen. Betrifft aber nicht nur klein (jung), sondern auch groß (alt).

Ansonsten glaube ich, dass die Teenies von heute mehr Geld im Portmonee haben als zu meiner Zeit und sich somit einen "Vollrausch" leichter leisten können. Flatrate saufen trägt dann auch noch dazu bei. Ja, ich denke schon, dass die heutige U20 Generation mehr säuft als in den 80ern.
 

Rupert

Friends call me Loretta
(...) Ja, ich denke schon, dass die heutige U20 Generation mehr säuft als in den 80ern.

Glaub ich nicht, wenn ich mir die Zielstrebigkeit von vielen jungen Menschen anschaue. Die wissen heute, meiner Erfahrung nach, viel besser was sie wollen, was sie dafür tun müssen und was dann geht und was nicht.
 

Westfalen-Uli

Frühaufsteher
Mehr glaub ich nichtmal. Aber "Dank" der Alkopops, wo der süßliche Zusatz selbst 14jährigen schon Wodka schmackhaft macht, geht's wohl früher mit Hartstoff los. Unsereins hat sich doch lange Zeit noch "nur" mit Bier zugeschüttet.

Nachmittags mit Bollerwagen kenn ich nur von Himmelfahrt. Oder halt Fußball und beim Grillen im Garten.


Schliesse mich hier voll und ganz an...... Wobei.... Vatertagstour machen wir immer noch :D
 
Also wenn ich meinen Senf noch mit dazu geben kann, in den 80igern wurde bei uns auch ganz
was rein geschüttet. Vieles verdünnt mit Wodka :lachweg:,aber das Aufstehen früh und das nach Hause gehen
wurde nie vergessen. Gut wir haben ab und zu den Zug verpasst und mußten 10 km laufen, dafür waren wir dann
wieder nüchtern und konnten auf Arbeit gehen. Die Preise für Alkohol waren auch erschwinglich und man konnte
schneller ins Traumland gleiten.:)
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
die heutigen (darf man sagen:heurigen?;)) tirnken nicht mehr, eher weniger in der gesamtsicht.

auffallend ist allerding, dass sie keine trinkkultur haben.

sie saufen plörre (billigstbier) und fusel an öffentlichen platzen, in öffentlichen nah- und fernverkehrsmitteln, hinterlassen ihren suffmüll überall, geben sich nicht die geringste mühe, nüchtern zu bleiben oder wenigstens so zu wirken, geben sich laut und ordinär und nehmen keine rücksicht auf mitmenschen.

ganz anders wir in den 60/70ern:

obwohl überwiegend schüler und studenten mit bescheidenen finanziellen möglichkeiten, verachteten wir fusel und billichplörre, vermieden es weitestgehend, in der öffentlchkeit zu saufen, gaben uns stets die größte mühe, nüchtern in der öffentlichkeit zu wirken, besonders beim autofahren ;), organisierten private parties und saufgelage, besuchten bürgerliche kneipen mit verständnisvollen wirten.

heute habe ich den eindruck, die jugendlichen haben das ziel, möglichst schnell besoffen zu werden.
unser ziel war es damals, möglichst lange und viel zu saufen, ohne schnell besoffen zu werden.

unsere lieblingsgetränke waren jim beam mit cola und königs pils und andere markenbiere.
unser ziel jeweils: das ende der veranstaltung zu "erleben".
 

lenz

undichte Stelle
Heute morgen bin ich mit dem 4:50 Zug in die Berge gefahren, weil ich eine Tour machen wollte für die ein früher Start gut ist. Von der Uhrzeit her könnt ihr euch denken, was für ein Publikum im Zug war... diejenigen, die gerade aus den letzten Clubs geschmissen wurden.

Im Zug ist sogar Polizei, und die brauchte es auch. Ein besoffener Typ wollte einen anderen Besoffenen verprügeln, weil dieser laut Musik hörte (ohne Kopfhöhrer).

Wir haben ja früher auch viel gesoffen, aber Prügeleien und Vandalismus gab es unseren Kreisen eigentlich nicht. Wir versuchten eher, möglichst unauffällig zu saufen, nicht in Öffentlichkeit, sondern nur mit auserlesenen Leuten.
 

kleinehexe

SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16
Vandalismus und Prügeleien gabs bei uns auch nicht. Und in der Öffentlichkeit besoffen auftauchen auch nicht.
Da hätten unsere Eltern meine Geschwister wohl nicht mehr so oft feiern lassen.
Davon ab, saufen bis zum Umfallen fand ich noch nie erstrebenswert.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
heute habe ich den eindruck, die jugendlichen haben das ziel, möglichst schnell besoffen zu werden.
unser ziel war es damals, möglichst lange und viel zu saufen, ohne schnell besoffen zu werden.
Stimmt, und das erforderte hartes und regelmäßiges Training.

Besser haette ich das alles nicht ausdrücken können, ich glaube da steckt viel drin.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Danke für die interessanten Rückmeldungen. :top:

Ich habe einen Arbeitskollegen, der hauptberuflich Hochschulprofessor ist. Der meinte, die heutigen Studenten hätten im Vergleich zu früher weniger drauf.
Vielleicht gibt es doch einen Zusammenhang.:D
 

Rupert

Friends call me Loretta
Was will der denn? Das ist doch schon in allen großen Städten der Fall: B, HH, M, ...
 
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