Fernstudium, was ist davon zu halten?

NK+F

Fleisch.
Es geht um folgendes:
Ich möchte Anfang nächsten Jahres per Fernstudium meine spärlichen Englischkentnisse erweitern.
Für mich ist ein Kurs bei unserer VHS aber praktisch unmöglich, da ich im Wechseldienst arbeite.
Nun habe ich mir Gedanken gemacht wie sonst ich mein Englisch verbessern kann.
Die Idee ist nun per Fernstudium englisch zu lernen.
Es gibt da aber einige Zweifel bei mir ob das auch wirklich etwas bringt.
Man sieht im Fernsehen und auf Printmedien zwar immer diese grinsenden Absolventen irgendeines Kurses, aber das ist eben Werbung.
Hat jemand von euch Erfahrung mit einem Fernstudium?
-Wie gut ist so ein Fernstudium aufgebaut?
-Hat man immer jemanden zum Nachfragen?
-Wie intensiv wird sich da um die Nöte der Kunden gekümmert.?
Solche Fragen hätte ich gerne beantwortet.
 

Detti04

The Count
Ich hab zwar keine wirkliche Erfahrung damit (hab mich nur mal bei der Fernuni Hagen ausfuehrlich erkundigt und auch Unterlagen zuschicken lassen), aber trotzdem 'ne Meinung: Prinzipiell ist ein Fernstudium 'ne gute Sache, denke ich. Das zugeschickte Material ist sicher hervorragend ausgearbeitet (weil's die Fernuni bzw. das Institut ja nicht erst seit gestern macht und ihre Leute genau fuer sowas bezahlt) und auch sicher dem Lerntempo bzw. der zur Verfuegung stehenden Zeit angepasst.

Nun das grosse ABER: Fuer eine Sprache scheint mir ein Fernstudium der falsche Weg. Eine Sprache lernt man hauptsaechlich durch Hoeren und noch viel mehr durch Sprechen; waehrend ersteres bei einem Fernstudium sicher unterstuetzt wird, faellt letzeres vermutlich doch ziemlich flach. Statt Fernstudium wuerde ich also lieber folgendes machen:
- Filme im Original schauen
- Englischsprachige Buecher im Original lesen
- Am wichtigsten fuer den Erwerb der Sprache: Urlaub in einem Land und an einem Ort, wo Du tatsaechlich taeglich (am besten sogar die ganze Zeit) Englisch sprechen musst.

Letzlich beherrscht man eine Sprache dann, wenn eine Kommunikation nicht mehr nach folgendem Schema ablaeuft:
- Englische Frage hoeren
- Im Kopf auf Deutsch uebersetzen
- Eine deutsche Antwort auf die Frage haben
- Diese im Kopf in Englisch uebersetzen
- Auf englisch die Antwort geben

Wenn man die Sprache beherrscht, dann laeuft das naemlich wie folgt ab:
- Englische Frage hoeren
- Im Kopf eine englische Antwort haben
- Auf Englisch Antwort geben
(Oder in Kuerze: man beherrscht eine Fremsprache dann, wenn man nicht mehr uebersetzen muss.)
Dieses Schema wird aber durch nichts so sehr trainiert wie durch den alltaeglichen Gebrauch gehoerten und gesprochenen Englischs.

Wie waer's denn, wenn Du nach einer englischsprachigen Gruppe in Frankfurt umsiehst? Amis muessten doch genug da sein, oder?
 
Wenn man so sieht, was sich heute schon alles Fernuniversität nennt, würde ich mir bei der Wahl einer Fernhochschule zwei Mal überlegen welche die richtige ist.;)
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich kenn' Deine englischen Sprachkenntnisse ja nicht aber verkehrt ist so ein Fernkurs sicher nicht um sich das Rüstzeug wie Grammatik und Wortschatz erstmal anzueignen. Danach musste aber, wie Detti schon sagte, das Erlernte anwenden und pflegen, sprich: Zuhören, Reden, Reden, Reden, lesen, schreiben...

Die englische Buchleserei ist auch nur dann sinnvoll, wenn man mit Disziplin liest, sprich auch die Wörter, die man nicht weiß, nachschlägt und vielleicht auch zu Beginn rausschreibt um sie sich dann immer wieder mal anzuschauen. Es lassen sich nämlich viele Wörter aus dem Zusammenhang einigermassen erschliessen und schaut man nie nach was das Wort bedeutet, weiß man's auch nie.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Die englische Buchleserei ist auch nur dann sinnvoll, wenn man mit Disziplin liest, sprich auch die Wörter, die man nicht weiß, nachschlägt und vielleicht auch zu Beginn rausschreibt um sie sich dann immer wieder mal anzuschauen. Es lassen sich nämlich viele Wörter aus dem Zusammenhang einigermassen erschliessen und schaut man nie nach was das Wort bedeutet, weiß man's auch nie.

Kann ich bestätigen. Ich muss oft englische texte lesen und habe irgendwann angefange so wie früher in der schule wieder ein Vokalheft zu führen, wo ich alle Wörter eintrage, die mir neu sind.

Ansonsten würde ich einen Sprachurlaub empfehlen. das macht in der regel auch Spaß, da mit vielen anderen aus der ganzen Welt Unterricht hat und viel in englisch sprechen muss.

btw.: steht nicht auch jedem arbeitnehmer bildungsurlaub zu? da würde ich mich mal erkundigen.
 

NK+F

Fleisch.
Danke für eure Antworten, ich werde mich in den nächsten Wochen noch intensiver mit dem Thema befassen.
Es wurden hier ja schonmal gute begleitende Massnahmen vorgeschlagen.
 

Indipper

Trink das, Judas Ben Hur
Wichtige Frage ist auch: Geht's dir um zertifiziertes Englischwissen oder um praktisches? Paar Tipps hab ich später auch.
 

JayJay

De Fred sei linker Fuß
Bezüglich Fernstudium kann ich leider nicht viel sagen.

Was aber das Englischlernen angeht, kann ich Detti nur zustimmen. Es macht schon ungemein viel aus, wenn man sich nur regelmäßig Filme / Bücher auf englisch genehmigt.
Ansonsten kannst du dir auch sowas wie nen englischsprachigen Brieffreund suchen - gibt da im Internet sicherlich Vermittlungsseiten.


Im Übrigen studier ich in Leipzig Amerikanistik, ich hör den ganzen Tag alles nur auf Englisch. ;) Also wenn du mal irgendwelche Fragen/Anliegen hast, steh ich gern zur Verfügung.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Aber NKF meint ja kein akademisches Studium an einer Universität, sondern eher eine Fern-Sprachschule. Jedenfalls hab ich das so verstanden.
 

NK+F

Fleisch.
Wichtige Frage ist auch: Geht's dir um zertifiziertes Englischwissen oder um praktisches? Paar Tipps hab ich später auch.

Es geht mir eher um praktisches Englisch.
Ich will mich in spätestens 2-3 Jahren zum Meister im Bahnbetrieb fortbilden.
Englisch ist zwar für einen Meister im Bahnbetrieb nicht erforderlich, erhöht aber die Chancen eine Stelle als Teamleiter in den Ballungsgebieten zu bekommen.
 

GilbertBrown

Green Bay Packers Owner
Es geht mir eher um praktisches Englisch.
Ich will mich in spätestens 2-3 Jahren zum Meister im Bahnbetrieb fortbilden.
Englisch ist zwar für einen Meister im Bahnbetrieb nicht erforderlich, erhöht aber die Chancen eine Stelle als Teamleiter in den Ballungsgebieten zu bekommen.

als packers-fan bin ich hauptsächlich auf englischsprachigen seiten im internet unterwegs und muss sagen, daß es vom verständnis her sehr viel bringt. allerdings ist verstehen nicht alles, denn in deiner anstellung als bahnmeister dürftest du hauptsächlich aktiv der sprache mächtig sein müssen. von daher englisch reden sooft es geht.

ich verstehe alles, aber wenn es um das eigene sprechen geht, fallen mir die begriffe oft nicht ein, weil ich eben nur lese oder höre, aber höchstens im urlaub englisch spreche. das bedarf übung.
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Es geht mir eher um praktisches Englisch.
Ich will mich in spätestens 2-3 Jahren zum Meister im Bahnbetrieb fortbilden.
Englisch ist zwar für einen Meister im Bahnbetrieb nicht erforderlich, erhöht aber die Chancen eine Stelle als Teamleiter in den Ballungsgebieten zu bekommen.


Ach, wenn ich die Lokführer/Zugführer Durchsagen im Zug mir anhöre, dann ist englisch bei der Bahn doch wohl eher nen Hindernis als nen Beförderungsgrund.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
1st lesson:

imagine this situation in train:

passenger with a dog at the bottom of his feet

coming railway station master, asking for the tickets, passenger has only one ticket

S.M.: thank you, sir, did you pay for the dog ?

passenger: no sir, it was a gift by my grandpa :weißnich: :D

translation necessary ? please write PN :huhu:
 

Detti04

The Count
Die englische Buchleserei ist auch nur dann sinnvoll, wenn man mit Disziplin liest, sprich auch die Wörter, die man nicht weiß, nachschlägt und vielleicht auch zu Beginn rausschreibt um sie sich dann immer wieder mal anzuschauen. Es lassen sich nämlich viele Wörter aus dem Zusammenhang einigermassen erschliessen und schaut man nie nach was das Wort bedeutet, weiß man's auch nie.

Das finde ich gerade nicht. Durch die ganze Nachschlagerei geraet das Lesen viel zu sehr ins Stocken und das Ganze wird wieder mehr ein Uebersetzen als ein Verstehen. Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten Woerter ja eh unterschiedliche Bedeutungen in unterschiedlichen Kontexten haben; wenn man also den Kontext eh schon verstanden hat, dann weiss man auch, welche Bedeutung dieses Wort im Kontext hat.

Deshalb hab ich als Regel: Ab und zu nachschlagen ist okay (so einmal pro Stunde oder so ;)). Wenn ich oefter nachschlagen muesste, dann ist das Buch eben nichts fuer mich (zumindest nichts fuer meinen aktuelles Sprachvermoegen), und ich lese lieber ein anderes.

Nur nebenbei: (grosse) Stadtbuechereien haben in der Regel englischsprachige Abteilungen, man muss also nicht gleich ein Buch kaufen. Dann faellt das Weglegen auch viel leichter.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Es geht mir eher um praktisches Englisch.
Ich will mich in spätestens 2-3 Jahren zum Meister im Bahnbetrieb fortbilden.
Englisch ist zwar für einen Meister im Bahnbetrieb nicht erforderlich, erhöht aber die Chancen eine Stelle als Teamleiter in den Ballungsgebieten zu bekommen.

da solltest dir dann aber eine seriöse sprachschule aussuchen, die dir auch ein anerkanntes zertifikat über das gelernte austellt, sonst isses ja mit dem nachweis schwer... siehe zum beispiel: Sprachzertifikat | Sprachzertifikate | Englisch | Camebridge ESOL | TELC | LCCI | IHK (wobei ich keine garantie für die seriosität dieser seite übernehnehme;) )
 

Rupert

Friends call me Loretta
(...)
Deshalb hab ich als Regel: Ab und zu nachschlagen ist okay (so einmal pro Stunde oder so ;)). Wenn ich oefter nachschlagen muesste, dann ist das Buch eben nichts fuer mich (zumindest nichts fuer meinen aktuelles Sprachvermoegen), und ich lese lieber ein anderes.
(...)

This is Peter. Peter is Jane's brother.
Look, there is Bruno, their dog.

Stimmt, das liest sich auch ohne Wörterbuch ganz flüssig.

;)
 

Rupert

Friends call me Loretta
da solltest dir dann aber eine seriöse sprachschule aussuchen, die dir auch ein anerkanntes zertifikat über das gelernte austellt, sonst isses ja mit dem nachweis schwer... siehe zum beispiel: Sprachzertifikat | Sprachzertifikate | Englisch | Camebridge ESOL | TELC | LCCI | IHK (wobei ich keine garantie für die seriosität dieser seite übernehnehme;) )

Wenn schon Zertifikat, dann sollte es auf jeden Fall der Test of English as a foreign language (TOEFL) sein.

Das Teil ist nämlich
a) international standardisiert und damit
b) international anerkannt und
c) wird bei weiteren Studien oder jeder weiteren Fortbildung im Ausland verlangt.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Der TOEFL ist aber schon was für Fortgeschrittene. Und wenn man nicht grade ein Auslandsstudium machen will, dann ist das eine recht hohe Hürde für einen Anfänger.
Wenn man "nur" seine Englishkenntnisse für einen nichtakademischen Aufstieg im Job verbessern will, wäre ein anderer Nachweis wahrscheinlich ausreichend.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Der TOEFL ist aber schon was für Fortgeschrittene. Und wenn man nicht grade ein Auslandsstudium machen will, dann ist das eine recht hohe Hürde für einen Anfänger.
Wenn man "nur" seine Englishkenntnisse für einen nichtakademischen Aufstieg im Job verbessern will, wäre ein anderer Nachweis wahrscheinlich ausreichend.

Pff, nach 2, 3 Jahren Englischlernen, kommste auch ganz gut durch den TOEFL. Wir reden ja hier nicht von Chinesisch.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Und 2 bis 3 Jahre Englisch lernen sitzt man ja auf einer Arschbacke ab! :D

NKF schreibt doch, daß er in 2-3 Jahren den Nachweis braucht. Ergo hat er 2-3 Jahre Zeit zum Englischlernen.

Daß in Berlin natürlich in 2-3 Jahren weniger rauskommt als im Rest der Republik, ist klar. Braucht man sich ja bloß mal in diesem Ländchen umschauen :D
 

Detti04

The Count
This is Peter. Peter is Jane's brother.
Look, there is Bruno, their dog.

Stimmt, das liest sich auch ohne Wörterbuch ganz flüssig.

;)
Naja, wenn der Wortschatz und das Sprachvermoegen dem eines Kindes entspricht, dann muss man halt 'nen Kinderbuch lesen. Ist ja nichts Ehrenruehriges.

Besser, als wenn man jedes dritte Wort nachschlagen, sich eine der moeglichen Bedeutungen rauspicken und anschliessend mit den anderen so erschlossenen Woertern zu einem Satz zusammenstoepseln muss. Dass das beim Spracherwerb nicht wirklich hilft, hab ich Dank jahrelanger Uebung selbst erleben muessen - so lernt der arme deutsche Durchschnittsschueler naemlich Latein. Und beherrscht es am Schluss keinesfalls, trotz der vielen Arbeit.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
NKF schreibt doch, daß er in 2-3 Jahren den Nachweis braucht. Ergo hat er 2-3 Jahre Zeit zum Englischlernen.

Daß in Berlin natürlich in 2-3 Jahren weniger rauskommt als im Rest der Republik, ist klar. Braucht man sich ja bloß mal in diesem Ländchen umschauen :D

TOEFL ist das genau richtige Zertifikate um Englisch-Kenntnisse dem Arbeitgeber zu beweisen. Mit 2-3 Jahren Vorbereitung, auf das TOEFL kann man sich mit speziellen Büchern zudem hinreichend gut vorbereiten.
Für die schriftlichen Kenntnisse braucht man vor allem Disziplin. Das läßt sich insgesamt gut machen.
Schwieriger sind die mündlichen Kenntnisse. Intensiv-Sprachkurse sind sicher eine keine schlechte Wahl. Das beste sind natürlich lange Auslandsaufenthalte.
 
Zuletzt bearbeitet:

NK+F

Fleisch.
Auslandssprachkurse fallen bei mir wohl flach.
Ich nehme demnächst an einer 3 monatigen Schullung teil.
Währenddessen bin habe ich jeden Tag ab 15 Uhr Feierabend.
Mal sehen ob ich einen Kurs (an der VHS) finde der in diese Zeit hineinfällt. Dann könnte ich zumindest einen Grundkurs besuchen.
Dadurch wird es mir später vielleicht leichter fallen englisch über ein Fernstudium zu lernen.
 
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