FC Bayern: Kommerz schlägt Ethik

fabsi1977

Theoretiker
Ich könnte jetzt noch erwähnen dass der HSV jahrelang von Fly Emirates gesponsert wurde. Das hat erstaunlicherweise gar niemand so richtig gejuckt, wobei es da mit den Menschenrechten auch nicht so dolle ist. Was es ja eben nicht besser macht dass sich Bayern, Schalke, Werder oder eben die ganz großen wie Fifa und Co auch Geld von dubiosen bis politisch unkorrekten Firmen geben lassen.

Was den Müller angeht, der Satz war sicher nicht der schlaueste. Mir schien es so, dass er auf die Frage (wie lautete die eigentlich?) überhaupt nicht vorbereitet war und gebrieft schon gar nicht. Er hat da ziemlich umhergeiert und sich völlig verrannt. Und dass da dann ein Philip Köster genüsslich drauf rumhackt, ist klar. Und heutzutage gibt so ziemlich alles ein Shitstorm, das ist ein Stück weit Zeitgeist.

Und klar, er könnte natürlich sagen ich nehme an der WM nicht teil, wäre meine vierte, Weltmeister werden wir eh nicht, zumal ich da schon den Haken dran habe und Torschützenkönig war ich auch schon. Das wäre sicher ein starkes Statement. Kratzt halt dann weder bei Katar noch bei der Fifa einen, zumal da andere ja mitziehen müssten. Wenn aber eine Reihe von Stars absagen würden wäre es wohl was anderes.

Ich finde Rupert hat es mit seinem letzten Satz in #178 über mir recht treffend ausgedrückt. Ich denke die sind alle nicht begeistert davon nach Katar zu müssen, die Olympioniken ging es mit Peking sicher ähnlich.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
https://www.rnd.de/reise/emirates-s...er-den-top-15-7PULVQ7QIZRCUPPT7OBFRCTXMQ.html

Dafür ist das die sicherste Airline der Welt. :D

Glaube ich nicht, dass da viele nicht begeistert sind. Ich glaube, den meisten ist es völlig wumpe, weil die sich nicht besonders für Politik interessieren und da auch keine große Ahnung von haben (wie bei den Otto Normalverbrauchern und Erica Mustermanns halt auch), aber natürlich wissen, dass man da schon ein bisschen betroffen reagieren muss, wenn man gefragt wird (siehe -> sozial erwünschte Antworten).

Katar entzweit die Fußball-Lager extrem
 

Hendryk

Forum-Freund
Im Endeffekt wollte er wohl darauf raus: Da ist nun eben die WM, mäßig toll vielleicht, aber wir werden die da spielen, weil es da für uns Spieler rein um ein Fußballturnier geht und wir da so weit wie möglich kommen wollen.
Wenn er das so gesagt hätte, dann hätte der DFB ihn wohl nicht mehr so lieb.
 

Hendryk

Forum-Freund
Und klar, er könnte natürlich sagen ich nehme an der WM nicht teil, wäre meine vierte, Weltmeister werden wir eh nicht, zumal ich da schon den Haken dran habe und Torschützenkönig war ich auch schon. Das wäre sicher ein starkes Statement. Kratzt halt dann weder bei Katar noch bei der Fifa einen, zumal da andere ja mitziehen müssten. Wenn aber eine Reihe von Stars absagen würden wäre es wohl was anderes.
Siehe meinen Beitrag vorher. Es hätte wirklich nur geholfen, wenn etliche Spieler mit dem Argument Katar die Teilnahme verweigert hätten.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator

"Wenn sich die Aktionäre eines Unternehmens dafür entscheiden, an Katar Anteile zu verkaufen, kann man das kritisieren. Dann ist das aber die Entscheidung der Anteilseigner. Der größte Anteilseigner des FC Bayern sind die Mitglieder. Wenn diese ein derartiges Engagement ablehnen, ist das zu akzeptieren. Für den FC Bayern scheint das Votum seiner Mitglieder eher nachrangig zu sein", betonte Rettig nun.

Die Meinungsunterschiede zwischen ihm und Hoeneß, selbst viele Jahre als Manager des FC Bayern Chef der "Abteilung Attacke" beim deutschen Rekordmeister, kämen nicht von ungefähr, so Rettig: "Das passiert, wenn ein Katar-Lobbyist auf einen Überzeugungstäter in Sachen Menschenrechte trifft."


Rettig liest dem Kahn, Hoeness & Co die Levithen.
 

André

Admin
„Ihr Auftritt war peinlich! Das ist der Fußballclub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International.“


 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Die Art und Weise von Hoeneß war natürlich wieder mal unter aller Kanone. Man kann auch klar sagen: Vereinsschädigend.


Wer sich die inhaltsleeren PR-Antworten zu den Katar-Fragen der Bayer-Fans anschauen möchten.

Inhaltlich bestätigt Hoeneß halt einfach die Thread-Überschrift und die Verlogenheit des FCB - andere Firmen mögen auch so verlogen sein, das macht es aber nicht besser. Und: Andere Firmen haben keine Mitglieder, die mitreden dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hendryk

Forum-Freund
Und: Andere Firmen haben keine Mitglieder, die mitreden dürfen.
Problem: Beim FCB dürfen die Mitglieder nur formell, auf dem Papier, mitreden. Bzw. auch wenn sie mitreden, sachlich und so, werden sie nicht ernst genommen.
Solange die sportlichen Ergebnisse stimmen, wird sich daran auch nichts ändern.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Problem: Beim FCB dürfen die Mitglieder nur formell, auf dem Papier, mitreden. Bzw. auch wenn sie mitreden, sachlich und so, werden sie nicht ernst genommen.
Solange die sportlichen Ergebnisse stimmen, wird sich daran auch nichts ändern.

Die Mitglieder des FC Bayern haben nicht nur formell eine Entscheidungsbefugnis. Sie haben natürlich de facto auch die Entscheidungsbefugnis in der Jahreshauptversammlung die Vereinsorgane zu wählen oder halt nicht.
Es ist schlicht eine Frage dessen wofür sich eine Mehrheit findet; für die Mehrheit sind die Geschäfte des FC Bayern mit Qatar anscheinend zumindest tolerabel.
 

Hendryk

Forum-Freund
Die Mitglieder des FC Bayern haben nicht nur formell eine Entscheidungsbefugnis. Sie haben natürlich de facto auch die Entscheidungsbefugnis in der Jahreshauptversammlung die Vereinsorgane zu wählen oder halt nicht.
Es ist schlicht eine Frage dessen wofür sich eine Mehrheit findet; für die Mehrheit sind die Geschäfte des FC Bayern mit Qatar anscheinend zumindest tolerabel.
Daher ja auch mein Argument mit den sportlichen Ergebnissen.
Um im Profifußball erfolgreich bestehen zu können, braucht der Verein Geld, sehr viel Geld. Und Quatar Airways bezahlt sicher gut.
Ich gehe zwar davon aus, dass der FCB auch von anderen Unternehmen eine vergleichbare Summe erhalten würde, aber ohne Not - ohne Zwang durch eine Mitgliedermehrheit - sehen die Vereinsverantwortlichen da keine Handlungsnotwendigkeit.
Ich kann es nicht wiederfinden, aber Michael Ott hat wohl die Frage gestellt, was passiert, wenn die Mehrheit sich gegen den Vertrag mit Quatar Airways ausspricht. Die Antwort - wohl von Hainer - war, dass man dieses Votum mit in die Überlegungen einfließen lassen würde.
Ein klares, wir erkennen die Meinung der Mehrheit an, war das nicht.
Okay, dann wird Hainer eben in 3 Jahren nicht wiedergewählt. Wenn der Vertrag dann mit Quatar Airways noch 10 Jahre läuft, ist das eben so.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Die Mehrheit hat Hainer gewählt; das ist die Tatsache.
Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die Mehrheit dem, wie er entscheidet und handelt, zustimmt.
 
Oben