FC Bayern: Kommerz schlägt Ethik

Bin da ganz bei Detti04. Da denken sich viele, der hat ja Glück, das er hier arbeiten kann. Als "Lohn" wird dann eben schon angesehen, dass die Person im Unternehmen tätig ist. Finanzielle Abgeltung seiner Arbeit braucht es dann ja nicht mehr, die "Strahlkraft" des Unternehmens muss dafür ausreichen. Immerhin hat man es dann ja im Lebenslauf stehen, auch das muss dann reichen.
Leider ist das wohl gängige Praxis gerade bei unternehmen, die es sich eigentlich leisten könnten.
Wenn jetzt der Familienbetrieb mit 5 Angestellten kein Geld für einen Praktikanten hat, kann man das ja noch verstehen. Aber gerade große und bekannte Unternehmen gehen ja so vor obwohl sie es könnten.

Da sollte man zuerst mal bei sich selbst schauen und dann eventuell die Probleme bei Sponsoren angehen. Man verändert nämlich nicht die Sponsoren, die Sponsoren zeigen wie man es machen kann und dann macht man es gleich auch so im eigenen Unternehmen:)
 

Rupert

Friends call me Loretta
Was ich, in meiner kindlichen Neugier, jetzt ja echt gerne können würde, ist Gedankenlesen bei den FC Bayern Granden.
Jetzt ist die Welt ja damit konfrontiert, wie's ausschauen kann, wenn man sich zum willfährigen Handlanger autokratischer Systeme macht und in unmittelbarer Abhängigkeit zu diesen steht.
Kriegen jetzt Kahn & Co. diese geistige Transferleistung in Bezug auf ihre Big Buddies im persischen Golf hin?
Glauben sie immer noch, dass man ja den Aufbau demokratischer Strukturen fördert, indem man sich zum Geschäfts- und Werbepartner dieser Autokratien macht?
Sind sie nach wie vor der Überzeugung, dass die Herkunft des Geldes keine Rolle spielt sondern es nur darauf ankommt die so eingenommene Summe so hoch wie nur möglich zu gestalten?
 

Rupert

Friends call me Loretta
Nö, gar nicht mal so sehr.
Ich habe mich das wirklich gefragt, ob da zumindest gedanklich eine Änderung erkennbar wäre.
 
C

Chris1983

Guest
Gedacht habe ich die Tage auch immer mal wieder daran. Und dann eben weitergehend Richtung ManCity, PSG und Konsorten. Allein der Glaube daran fehlt mir. Das wird jetzt ein wenig (mehr) Wellen schlagen, aber in ein paar Monaten interessierts wieder keinen der Vereinsoberen.

Ich hätte ja kürzlich im Kreis kotzen können, als S04 in Teilen abgefeiert wurde weil sie jetzt (jetzt ERST) die Zusammenarbeit mit Gazprom beendet haben. Und dann kommt Schwatzke der Spinner auch noch um die Ecke mit alle sollen im Zweifel S04 retten.
 

Rupert

Friends call me Loretta

Der Müller versucht sich verzweifelt da um eine Aussage rumzudrücken, windet sich, äht sich durch und es geht voll ins Hoserl.
Aussage: "Menschrechtsverletzungen gibt's überall, auch in Deutschland."
In allererster Linie isses hirnverletzend, was der Bursche da von sich gibt.
 

Litti

Krawallbruder
Und man denkt einfach nur "das hat der jetzt nicht wirklich so gesagt oder". Was für ein Spacken.
 

Detti04

The Count
Die Kommentatorin der taz sieht Müllers statement gar nicht mal negativ. Eher den resultierenden shitstorm.
Lustig, die taz-Schreiberin. Ob sich ihr Kommentar wohl auch so laese, wenn sie vorher das hier gelesen haette?

"[...] Qatari government rules prohibit unmarried Qatari women under age 25 from traveling outside the country without the permission of their male guardian: typically, their father, brother, uncle or grandfather. A married woman can travel abroad without her husband’s permission, but her husband can apply to a court to ban her travel.
[...]
It is not just travel that is restricted. Women must obtain permission from their male guardians—who may be fathers, brothers, uncles, grandfathers, and, when married, their husbands—to exercise many of their basic rights, including to marry, obtain a government scholarship to pursue higher education, work in many government jobs, and obtain some reproductive health care. Women also cannot act as guardians to make choices about their children’s lives. [...]"



Verglichen damit ist ein Racial Profiling der deutschen Polizei Kindergeburtstag.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Vielleicht hat sie es ja gelesen.
Sie geht darauf aber gar nicht ein. Ist auch nicht das Thema.

Thema ist, dass es eigentlich nicht sein kann, dass zuvorderst Spieler dazu Stellung nehmen sollen, wie denn die Lage in Katar ist und sich rechtfertigen müssen, warum sie dort antreten. Das müssten ganz andere rechtfertigen.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Wenn Müller - oder die DFB-PR-Trainer - ein wenig mehr Grips hätte/n, hätte er das auch so sagen können, statt sich zu rechtfertigen.:weißnich: Oder er hätte einfach auf unseren Wirtschaftsminister verweisen können :D
 

Detti04

The Count
Vielleicht hat sie es ja gelesen.
Sie geht darauf aber gar nicht ein. Ist auch nicht das Thema.

Thema ist, dass es eigentlich nicht sein kann, dass zuvorderst Spieler dazu Stellung nehmen sollen, wie denn die Lage in Katar ist und sich rechtfertigen müssen, warum sie dort antreten. Das müssten ganz andere rechtfertigen.
Noe, die Spieler muessen sich da genauso rechtfertigen wie die Funktionaere. Die Spieler sind schliesslich keine willenlosen Befehlsempfaenger, sondern muendige Buerger, die zum NM-Trainer bzw. dem DFB auch "nein" sagen koennen. Thomas Mueller ist sicher schlau genug um zu vertsehen, dass die WM (und seine Teilnahme daran) dazu dient, das Image Katars aufzupolieren. Und da darf man sich schon mal fragen, ob man sich fuer sowas wirklich hergeben will. Wenn man sich dann fuer eine Teilnahme entscheidet, dann muss man diese Entscheidung eben verteidigen, aber nicht mit einem 'Ja, aber die Anderen!' oder 'Anderswo ist auch nicht besser.' Ein bisschen mehr Substanz darf man da schon erwarten.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Er hätte zum Beispiel sagen können: "Ich räume ein, dass Entscheidungen nie blütenweiß sind. Fußballspielen bedeutet, sich der Wirklichkeit zu stellen, sich die Hände schmutzig zu machen und nicht rumzujammern, dass die Hände schmutzig sind, weil man mal zugepackt hat. Die Deutschen entdeckten gern punktuell ihr moralisches Gewissen, obwohl sie mit ihrem täglichen Leben gedankenlos eine Spur der Verwüstung durch die Erde zögen, von der Zapfsäule bis zum Mettbrötchen." (Q)

;-)

Ich weiß nicht, ob man mehr Substanz von einem Müller erwarten kann. Warum denn? Wie ist der politisch drauf? Als besonders kritisch ist der mir noch nie aufgefallen. Es liegt nahe, dass der so drauf ist wie andere Einkommensmillionäre. Da sind meist Marktapologeten mit Arbeitgeberstandpunkten; sozial eigestellte, politisch kritischen Menschen sind in der Gruppe eher die Ausnahme. Und Müller ist, seinen Aussagen nach, da eher keine der Ausnahmen.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Noe, die Spieler muessen sich da genauso rechtfertigen wie die Funktionaere. Die Spieler sind schliesslich keine willenlosen Befehlsempfaenger, sondern muendige Buerger, die zum NM-Trainer bzw. dem DFB auch "nein" sagen koennen. Thomas Mueller ist sicher schlau genug um zu vertsehen, dass die WM (und seine Teilnahme daran) dazu dient, das Image Katars aufzupolieren. Und da darf man sich schon mal fragen, ob man sich fuer sowas wirklich hergeben will. Wenn man sich dann fuer eine Teilnahme entscheidet, dann muss man diese Entscheidung eben verteidigen, aber nicht mit einem 'Ja, aber die Anderen!' oder 'Anderswo ist auch nicht besser.' Ein bisschen mehr Substanz darf man da schon erwarten.
Das ist natürlich richtig, und ist auch nicht neu. Denn genauso polierte ein russischer Energiekonzern sein Image durch diverse Sponsorings weltweit auf.
Aber zum Glück haben mündige Spieler in Deutschland sich geweigert, mit dem Logo dieses Energiekonzerns auf der Brust aufzulaufen. Der gewissenhafte Fleischproduzent hat in seiner Eigenschaft als Vereinschef diese Partnerschaft dann doch abgeblasen. Nicht zuletzt nach monatelangen Fanprotesten, die sogar aus Neuseeland vermeldet wurden. Kein Fan, so war zu befürchten, würde noch ein Trikot mit diesem Sponsoraufdruck kaufen.
 

Detti04

The Count
Das ist natürlich richtig, und ist auch nicht neu. Denn genauso polierte ein russischer Energiekonzern sein Image durch diverse Sponsorings weltweit auf.
Aber zum Glück haben mündige Spieler in Deutschland sich geweigert, mit dem Logo dieses Energiekonzerns auf der Brust aufzulaufen. Der gewissenhafte Fleischproduzent hat in seiner Eigenschaft als Vereinschef diese Partnerschaft dann doch abgeblasen. Nicht zuletzt nach monatelangen Fanprotesten, die sogar aus Neuseeland vermeldet wurden. Kein Fan, so war zu befürchten, würde noch ein Trikot mit diesem Sponsoraufdruck kaufen.
Langweilig, HT. Wo war doch gleich noch die letzte WM? Und wieviel Problembewusstsein gab es da von Seiten der deutschen Funktionaere, Profis, Fans und Medien? Was, gar keins? Aber Schalke ist natuerlich der amoralische Boesewicht, logo.
 

Schröder

Problembär
Das ich das nicht gut finde habe ich doch wohl klar geschreiben. Der Hinweis das andere Klubs sich hier keinen Deut besser verhalten darf doch wohl erlaubt sein. Auch wenn es dir lieber ist hier nur gegen die Bayern zu schießen.
Ist halt nur nicht Rund dieses Thema zum reinen FC Bayern Thema zu machen. Da darf man gerne etliche andere Buli mit in den Sack stecken und ebenfalls draufhauen.
Aber, wo doch der neue SPD-Bayern-Beirats-Schießmichtot vorgibt, dass der FC Bayern sich ständig selbst hinterfragt...
Da frage ich mich halt, was er da gemeint hat. Solange es um Geld geht, scheißt der Vorzeige-Hinterfrager-Klub auf Menschenrechte. Das einzige, was die sich ständig fragen: "Wo können wir noch mehr Geld rausholen." Und da sind auch Nachfragen streng verpönt, selbst aus der eigenen Mitgliedschaft. Da kannste jetzt den Theo als senilen Tattergreis abtun, wie du willst - wo er Recht hat, hat er Recht.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Langweilig, HT. Wo war doch gleich noch die letzte WM? Und wieviel Problembewusstsein gab es da von Seiten der deutschen Funktionaere, Profis, Fans und Medien? Was, gar keins? Aber Schalke ist natuerlich der amoralische Boesewicht, logo.
Nein, Schalke ist da wie viele andere.
Nur: Deswegen ist es irgendwie verlogen, wenn ein Schalker, dem sein Sponsor vorher egal bis willkommen war, jetzt auf den Müller zeigt.
 

Detti04

The Count
Nein, Schalke ist da wie viele andere.
Nur: Deswegen ist es irgendwie verlogen, wenn ein Schalker, dem sein Sponsor vorher egal bis willkommen war, jetzt auf den Müller zeigt.
Du dagegen hattest sicher Deine "Gazprom raus aus dem Fussball!"-Fahne dabei, als Du Dir die Young Boys in der CL angeguckt hast. Wie, hattest Du nicht? Na sowas.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Du dagegen hattest sicher Deine "Gazprom raus aus dem Fussball!"-Fahne dabei, als Du Dir die Young Boys in der CL angeguckt hast. Wie, hattest Du nicht? Na sowas.
Nein, auch wenn ich sonst und wiederholt und nachlesbar kein Freund dieses Sponsorings war und bin.
Aber weil ich jetzt auch nicht auf die Müllers dieser Welt eindresche, muss ich mich dafür ja gar nicht rechtfertigen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rupert

Friends call me Loretta
Um mal auf den TAZ-Artikel zurückzukommen:
Die Dame kritisiert ja, dass nun der Thomas Müller so einen Aufschrei erntet und dieser Aufschrei nicht glaubhaft ist sondern vielmehr ein "Kübel bürgerlich-moralischer Empörung".
Sie lobt, dass dies "ein durchaus differenziertes und gar nicht mal schlechtes Statement" ist.
Zum Schluss meint sie, dass diese Äußerungen von Thomas Müller eben differenziert betrachtet werden müssten und sollten, das aber die deutsche Öffentlichkeit nicht vertrüge.

Das ist, selbstverständlich, so wahrnehmbar, wenn man es darauf reduzieren will, was die Autorin ja auch macht: Reduzieren und natürlich benutzt sie auch absichtlich Polemik um den Leser aufzurütteln.

Ich selbst halte halt Müllers Aussagen nicht für glaubhaft, weil er da laviert, relativiert und ein "What-about"-Argument nutzt.
Selbstverständlich werden in Deutschland auch Menschenrechte verletzt aber, bitte ich kann da nur für mich sprechen, das ist bekannt. Es ist mir also schon recht schleierhaft worauf er mit dieser Aussage raus will.
Auf: Hey, zuerstmal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man zu Qatar etwas sagt?
Auf: Menschenrechtsverletzung sind Menschenrechtsverletzungen und mehr muss man nicht dazu sagen oder betrachten?
Meiner Meinung nach hat Müller da eben relativierend geplappert und selbst überhaupt nicht differenziert.
Im Endeffekt wollte er wohl darauf raus: Da ist nun eben die WM, mäßig toll vielleicht, aber wir werden die da spielen, weil es da für uns Spieler rein um ein Fußballturnier geht und wir da so weit wie möglich kommen wollen.
 
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HoratioTroche

Zuwanderer
Einen Punkt, den er anspricht, kann ich zwar nachvollziehen, aber es ist eigentlich gar kein Punkt: Dass man sich schlecht hinstellen kann und sagen, das macht ihr jetzt aber mal so oder so.

Es ging beim Thema WM in Katar nie darum, dort irgendwas zu verändern, denn das kann (und will) der Fussball gar nicht. Hat er jedenfalls bisher nirgends geschafft.

Es ging immer nur darum: Dort spielt man einfach keine WM. Nicht wegen der Menschenrechts- und Arbeitssituation, nicht weil es kein Fussballland ist, dass Fussballfreunde schon immer mal sehen wollten und nicht, weil eine WM unter den gegebenen klimatischen Verhältnissen Unsinn ist.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Einen Punkt, den er anspricht, kann ich zwar nachvollziehen, aber es ist eigentlich gar kein Punkt: Dass man sich schlecht hinstellen kann und sagen, das macht ihr jetzt aber mal so oder so.
(...)
Das stimmt, sollte das sein Punkt sein, dann stimme ich dem komplett zu.
Den hat er sich dann aber halt auch sauber mit seinem What-aboutism verhagelt.
 
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