FC Bayern: Kommerz schlägt Ethik

Detti04

The Count
Ich sage nur wie es häufig ist. Man ist halt immer schnell dabei mit dem Finger auf andere zu zeigen. Das geht so schnell wie der Reklamierarm vom Neuer. Ich finde das auch Mist was in Katar passiert. Aber die ganze Welt fährt da nächstes Jahr hin und bietet denen eine Riesenbühne. Aber die Bayern sind die Deppen, weil sie die als einen der vielen Sponsoren haben? Na ja.
Ändert sich denn was wenn da jetzt keiner Sponsoring macht? Gibt es bei Wiesenhof keine Tierquälerei mehr, wenn Werder den Vertrag kündigt. Ich denke nein. Da sind doch ganz andere gefordert aktiv zu werden. Was machen denn die dagegen, die tatsächlich in der Verantwortung stehen? Die Politik. Eher nix.
Cool, endlich eine Argumentation, die bei Sklavenhaltern funktioniert! "Wie, mein Geschaeftspartner ist dadurch reich geworden, dass er Sklaven haelt und verkauft? Was hab ich damit zu tun, ich nehm doch nur sein Geld!"
 

uwin65

Tippspiel Europapokalsieger 2014
Cool, endlich eine Argumentation, die bei Sklavenhaltern funktioniert! "Wie, mein Geschaeftspartner ist dadurch reich geworden, dass er Sklaven haelt und verkauft? Was hab ich damit zu tun, ich nehm doch nur sein Geld!"
Vielleicht liest du nochmal was ich geschrieben habe. Deine Antwort passt da irgendwie nicht zu.
 

fabsi1977

Theoretiker
Aber auch bei Werder gab und gibt es Fanproteste. Die Bayern-Fans sind spät dran. Aber immerhin kommen sie langsam in die Pötte.
Soweit ich das mitbekomme wird schon seit geraumer Zeit seitens der aktiven Fanszene in der Süd offen gegen die Kooperation mit Katar. protestiert. Seit wann und ob das auch erst geschieht seit Quatar Airways auf dem Ärmel steht kann ich so genau nicht sagen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ita est; dagegen gibt es von Mitgliedern der aktiven Fanszene seit Jahren Proteste, auch Informationsveranstaltungen.
Das läuft aber dann seitens FC Bayern so, dass man denen anfangs unwirsch über den Mund fuhr und mittlerweile das ignoriert so gut es nur irgendwie geht; das betrifft natürlich auch die vielen, vielen anderen Anhänger des FC Bayern: Das wird halt ausgeblendet.
 

fabsi1977

Theoretiker
Logo, bei Werder haben se ja auch nicht die Hühnermörder von der Brust genommen. Da wird sich kurz geschüttet im Vorstandsbüro und gut isses.
 

André

Admin
Das wird halt ausgeblendet.
Einfach die Süd abreißen und ne Logentribüne hin, oder ein Hotel wie in Kusen. Dann ist Ruhe mit den 7 Euro Fans. Wundert mich dass man das noch nicht gemacht hat. Die Fans könnte man bestimmt auch auf ne Wand projezieren und Fangesänge vom Band abspielen.
Und das wären dann sicher bessere Fans, die würden 90 Minuten Vollgas geben, Stern des Südens ohoh Katar ....
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Soweit ich das mitbekomme wird schon seit geraumer Zeit seitens der aktiven Fanszene in der Süd offen gegen die Kooperation mit Katar. protestiert. Seit wann und ob das auch erst geschieht seit Quatar Airways auf dem Ärmel steht kann ich so genau nicht sagen.

Sehr vorbildlich! Nun wird es etwas öfffentlichkeitswirksamer gemacht, um den Antrag auf der Mitgliederversammlung zu unterstützen.

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Ich würde dies schöne von den Fans gemachte Bild gerne bei jedem Bayernspiel sehen.


"Andererseits stellen sich einige Beobachter/innen und Fans die Frage, ob man dafür die Werte verraten muss, die man selbst immer wieder propagiert: Offenheit und Toleranz", erklärt Bayern-Experte Kraft. "Das Sponsoring steht hier im klaren Widerspruch zu den Werten des FC Bayern."


Da darf man auch gesapannt sein auf das neue FCB-Leitbild ("FC Bayern AHEAD" - nix mehr mit miasanmia) das Kahn in Auftrag geben hat.
 

U w e

Moderator
Wie jetzt Uli Hoeness bekannt gab ist der FC Bayern München ein käuflicher Club.

Diese Aussage tätigt er im Bezug auf die WM Vergabe 2006.

Die Münchner hätten damals "ein Angebot bekommen, diese Spiele zu machen, haben irre viel Geld dafür gekriegt, irre viel Geld. Und dann sind wir hingefahren und haben gespielt", berichtete Hoeneß und meinte: "Wenn ich ein Angebot in der Größenordnung bekomme für ein Freundschaftsspiel, da frag ich nicht lang."

Ist beachtlich ehrlich und erklärt auch die Zusammenarbeit z.B. mit Katar.
Hauptsache es bringt Kohle, da fragt man nicht lang.
Ich hätte Ihm diese Ehrlichkeit nicht zugetraut, da zolle ich Ihm einen gewissen Respekt.

 

Rupert

Friends call me Loretta
Der widerspricht sich ja mal wieder selbst, der Uli Hoeneß.
Zuerst ledert er gegen die finanziellen Mittel von PSG und Manchster City um dann damit loszulegen, dass der FC Bayern ja selbst alles machen würde, wenn es „irre viel Geld“ gibt, das er ja dann auch bekommt. :D
 

uwin65

Tippspiel Europapokalsieger 2014
Der widerspricht sich ja mal wieder selbst, der Uli Hoeneß.
Zuerst ledert er gegen die finanziellen Mittel von PSG und Manchster City um dann damit loszulegen, dass der FC Bayern ja selbst alles machen würde, wenn es „irre viel Geld“ gibt, das er ja dann auch bekommt. :D
Da gibt es aber schon noch einen gewaltigen Unterschied. Die von Hoeneß kritisierten Klubs haben sich mit Haut und Haaren an Scheichs verkauft und stehen nur da oben, weil sie von denen ohne Ende Geld bekommen. Bayern erarbeitet sich das alles und entscheidet selbst. Und nimmt halt, neben anderen Sponsoren, auch mal Geld von Scheichs. Das kannst du nicht mal so eben in einen Topf werfen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ich werfe nichts in einen Topf; ich weise auf Hoeness‘ Widerspruch hin, wie ich es ja klar geschrieben habe.

Der Topf um den es außerdem PSG, City und Säbenerstr.-Qatar geht ist ist der gleiche: „Irre viel Geld“ kriegen und das lehnt man nicht ab. :D
 

U w e

Moderator
Ich finde durch diese Aussage hat Uli Hoeness komplett jedem die Grundlage (Schönrederei) für Diskussionen entzogen.

Eine an Eindeutigkeit nicht zu revidierende Aussage - stimmt die Kohle machen wir alles!

Deutlicher geht es nicht.
 
Da gibt es aber schon noch einen gewaltigen Unterschied. Die von Hoeneß kritisierten Klubs haben sich mit Haut und Haaren an Scheichs verkauft und stehen nur da oben, weil sie von denen ohne Ende Geld bekommen. Bayern erarbeitet sich das alles und entscheidet selbst. Und nimmt halt, neben anderen Sponsoren, auch mal Geld von Scheichs. Das kannst du nicht mal so eben in einen Topf werfen.
Wieso erarbeiten sich PSG und City ihre Position nicht genauso wie der FCB? Die stellen ganz offensichtlich auch viele richtige Dinge mit dem Geld an. Sonst stünden sie nicht "da oben".
 

André

Admin
Ne nur die Bayern erarbeiten sich alles selbst. 😂

Zum Beispiel in den Siebzigern gab es ein Olympiastadion für lau. 67.000 Plätze, viele davon Sitzplätze und überdacht. Damit konnte man dann im Gegensatz zu allen anderen Bundesligisten die fast nur unüberdachte Stehplätze hatten ganz andere Einnahmen erzielen. Dass war die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des FCB und der langen finanziellen Übermacht in der Bundesliga.

Und daran hat man sich überhaupt nichts selbst erarbeitet. Man hatte halt das Glück, dass Olympia zur richtigen Zeit in der Stadt war, denn sonst hätte der Verein sich niemals so entwickeln können.

Aber die Wahrheit passt natürlich nicht in die Wunschvorstellung.

Also erzählt man sich, dass der Uli und der Kalle damals als die Gummistiefel noch aus Holz waren, selbst alles hart erarbeitet haben. Angefangen mit 2 einfachen Schaufeln und ner Mischmaschine, die von einem Esel angetrieben wurde.
#miasanmia 😂
 

Rupert

Friends call me Loretta
Für lau, im Sinne von gratis, gab’s das Olympiastadion nicht; dafür wurde Miete erhoben.
Es stand ein grosses, neues Stadion da; das war ein Vorteil; der Vorteil war in der 2. Hälfte der Siebziger dann auch wieder aufgebraucht. Das Olympiastadion war in den Siebzigern und Achtzigern des Weiteren im Durchschnitt halbvoll, wenn nicht weniger besucht.
 

powerhead

Pfälzer
Überdacht, wobei das Dach mehr eine optische Wirkung hatte, als einem vorm Wetter zu schützen. Ich war dreimal drin, einmal im Juni bei Sonnenschein, einmal im Herbst und einmal im Frühjahr, beide Male hat es geregnet, beide Male bin ich nass geworden, obwohl ich eigentlich ja unter dem Dach stand.
Für Sportveranstaltungen prima, für Fussball zum Vergessen.
 

uwin65

Tippspiel Europapokalsieger 2014
Für lau, im Sinne von gratis, gab’s das Olympiastadion nicht; dafür wurde Miete erhoben.
Es stand ein grosses, neues Stadion da; das war ein Vorteil; der Vorteil war in der 2. Hälfte der Siebziger dann auch wieder aufgebraucht. Das Olympiastadion war in den Siebzigern und Achtzigern des Weiteren im Durchschnitt halbvoll, wenn nicht weniger besucht.
Jetzt komm dem Andre nicht mit solchen Argumenten. Der erzählt lieber unsinnige Geschichten.
 

uwin65

Tippspiel Europapokalsieger 2014
Wieso erarbeiten sich PSG und City ihre Position nicht genauso wie der FCB? Die stellen ganz offensichtlich auch viele richtige Dinge mit dem Geld an. Sonst stünden sie nicht "da oben".

Was erarbeiten die denn bitte? Schau dir mal die Summen an. Da kann man gar nicht soviel falsch machen. Sorry, da habe ich Null Respekt vor. Die Bayern haben sich das alles über Jahrzehnte aufgebaut. Als der Hoeneß anfing war der Klub verschuldet. Dann hat man sich Schritt für Schritt dahin gearbeitet wo man heute steht. Bei City kam der Scheich, hat die Milliarde auf den Tisch gelegt und ab dafür. Den Unterschied sollte man eigentlich erkennen.
 

uwin65

Tippspiel Europapokalsieger 2014
Ne nur die Bayern erarbeiten sich alles selbst. 😂

Zum Beispiel in den Siebzigern gab es ein Olympiastadion für lau. 67.000 Plätze, viele davon Sitzplätze und überdacht. Damit konnte man dann im Gegensatz zu allen anderen Bundesligisten die fast nur unüberdachte Stehplätze hatten ganz andere Einnahmen erzielen. Dass war die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des FCB und der langen finanziellen Übermacht in der Bundesliga.

Und daran hat man sich überhaupt nichts selbst erarbeitet. Man hatte halt das Glück, dass Olympia zur richtigen Zeit in der Stadt war, denn sonst hätte der Verein sich niemals so entwickeln können.

Aber die Wahrheit passt natürlich nicht in die Wunschvorstellung.

Also erzählt man sich, dass der Uli und der Kalle damals als die Gummistiefel noch aus Holz waren, selbst alles hart erarbeitet haben. Angefangen mit 2 einfachen Schaufeln und ner Mischmaschine, die von einem Esel angetrieben wurde.
#miasanmia 😂
Was ein Unfug. Und was war dann in den Jahrzehnten danach? Als wenn das Stadion da alleine gereicht hat.😂😂😂😂
 

André

Admin
Was ein Unfug. Und was war dann in den Jahrzehnten danach? Als wenn das Stadion da alleine gereicht hat.😂😂😂😂
Dass das gereicht hat, habe ich ja nie behauptet. Natürlich hat man da anschließend einiges richtig gemacht, das würde ich ja auch nie in Frage stellen. Aber mit dem Olympiastadion hatte man halt auch einen Start , der das erst möglich gemacht hat, was andere nicht hatten.

Während die Bayern bei ausverkaufter Hütte über 1 Million DM einnahmen, hat zum Beispiel Gladbach mit dem nahezu unüberdachten und fast nur aus Stehplätzen bestehenden Bökelberg vielleicht 250.000 DM pro Spiel einnehmen können. Da es damals weniger TV Geld gab, war zu der Zeit die Ticketverkäufe nun mal die Basis des finanziellen Erfolgs.

Mal ein Vergleich: Ein Bekannter von mir, dessen Vater hat ihm paar Millionen Euro vererbt. Der hat 5 oder 6 Firmen gekauft bzw. gegründet, 4 davon gingen den Bach runter oder liefen normal, eine hat aber den Vogel abgeschossen und er ist jetzt Multimillionär, und die Firma hat ne dreistellige Anzahl an Mitarbeitern.
Klar, hat er sich komplett selbst erarbeitet. Aber wäre er zum Beispiel ich, oder auch die meisten anderen gewesen, wäre es dazu eben nie gekommen, weil er eben nicht die Voraussetzungen dafür gehabt hätte.

Was erarbeiten die denn bitte? Schau dir mal die Summen an. Da kann man gar nicht soviel falsch machen. Sorry, da habe ich Null Respekt vor. Die Bayern haben sich das alles über Jahrzehnte aufgebaut. Als der Hoeneß anfing war der Klub verschuldet. Dann hat man sich Schritt für Schritt dahin gearbeitet wo man heute steht. Bei City kam der Scheich, hat die Milliarde auf den Tisch gelegt und ab dafür. Den Unterschied sollte man eigentlich erkennen.
Selbst erarbeitet? Zum Beispiel so:

Nach der Zerschlagung der Kirch-Gruppe wurde bekannt, dass sie für Vereinbarungen unter Ausschluss der anderen Vereine geschätzt 40 Millionen Mark an den FC Bayern München überwies, bis sie im Dezember 2002 zahlungsunfähig wurde und ein Aufhebungsvertrag aufgesetzt wurde. Die Vereinbarungen sahen vor, dass der FC Bayern München auf Lobbyarbeit gegen die zentrale Vermarktung der Fernsehrechte der Bundesliga verzichtete, und dafür von der Kirch-Gruppe entschädigt wurde.


Alles moralisch verwerflich sauber, mit ehrlicher Arbeit. :D

Wen man alle anderen hintergeht, da habe ich 0 Respekt vor. Da finde ich Millionen von nem Scheich doch deutlich ehrlicher.
Ihr habt ja selbst auch Millionen von Audi, oder adidas genommen und ihr nehmt auch Kohle aus Katar, was ist jetzt genau der Unterschied?
 
Zuletzt bearbeitet:

Was erarbeiten die denn bitte? Schau dir mal die Summen an. Da kann man gar nicht soviel falsch machen. Sorry, da habe ich Null Respekt vor. Die Bayern haben sich das alles über Jahrzehnte aufgebaut. Als der Hoeneß anfing war der Klub verschuldet. Dann hat man sich Schritt für Schritt dahin gearbeitet wo man heute steht. Bei City kam der Scheich, hat die Milliarde auf den Tisch gelegt und ab dafür. Den Unterschied sollte man eigentlich erkennen.
Schätzelchen, du musst dich schon entscheiden: Entweder ist es eine anerkennenswerte Leistung, das zur Verfügung stehende Geld klug auszugeben. Als Gegenbeispiel sei hier die Hertha genannt. Oder es ist eben keine, weil man da, wie du es jetzt plötzlich darstellst, „gar nicht soviel falsch machen [kann].“ Ich persönlich bin bei ersterer Version, aber so oder so trifft es auf City und PSG nicht weniger zu als auf deinen FCB.
 
Dass das gereicht hat, habe ich ja nie behauptet. Natürlich hat man da anschließend einiges richtig gemacht, das würde ich ja auch nie in Frage stellen. Aber mit dem Olympiastadion hatte man halt auch einen Start , der das erst möglich gemacht hat, was andere nicht hatten.

Während die Bayern bei ausverkaufter Hütte über 1 Million DM einnahmen, hat zum Beispiel Gladbach mit dem nahezu unüberdachten und fast nur aus Stehplätzen bestehenden Bökelberg vielleicht 250.000 DM pro Spiel einnehmen können. Da es damals weniger TV Geld gab, war zu der Zeit die Ticketverkäufe nun mal die Basis des finanziellen Erfolgs.

Mal ein Vergleich: Ein Bekannter von mir, dessen Vater hat ihm paar Millionen Euro vererbt. Der hat 5 oder 6 Firmen gekauft bzw. gegründet, 4 davon gingen den Bach runter oder liefen normal, eine hat aber den Vogel abgeschossen und er ist jetzt Multimillionär, und die Firma hat ne dreistellige Anzahl an Mitarbeitern.
Klar, hat er sich komplett selbst erarbeitet. Aber wäre er zum Beispiel ich, oder auch die meisten anderen gewesen, wäre es dazu eben nie gekommen, weil er eben nicht die Voraussetzungen dafür gehabt hätte.


Selbst erarbeitet? Zum Beispiel so:

Nach der Zerschlagung der Kirch-Gruppe wurde bekannt, dass sie für Vereinbarungen unter Ausschluss der anderen Vereine geschätzt 40 Millionen Mark an den FC Bayern München überwies, bis sie im Dezember 2002 zahlungsunfähig wurde und ein Aufhebungsvertrag aufgesetzt wurde. Die Vereinbarungen sahen vor, dass der FC Bayern München auf Lobbyarbeit gegen die zentrale Vermarktung der Fernsehrechte der Bundesliga verzichtete, und dafür von der Kirch-Gruppe entschädigt wurde.


Alles moralisch verwerflich sauber, mit ehrlicher Arbeit. :D

Wen man alle anderen hintergeht, da habe ich 0 Respekt vor. Da finde ich Millionen von nem Scheich doch deutlich ehrlicher.
Ihr habt ja selbst auch Millionen von Audi, oder adidas genommen und ihr nehmt auch Kohle aus Katar, was ist jetzt genau der Unterschied?
Das Olympiastadion ist auch bei weitem nicht alles, das dem Südstern in den Schoß gefallen ist. Und selbst davon wurde hier bislang auch nur ein Teil erwähnt. In der Saison 72/73 verzeichnete die Bundesliga einen Zuschauerschnitt von 16.000 Besuchern. Der FCB kam in der selben Saison in den Genuss von durchschnittlich 31.000. Nur um hier mal einen Vergleich für die Größenordnungen zu bringen: Im oben von dir erwähnten Bökelbergstadion war bei 34.500 Schluss. Zu diesem Zeitpunkt war das Münchner Olympiastadion also eine wahre Goldgrube, denn dort erzielte man fast das Doppelte an Einnahmen als der Ligaschnitt. Dieser Zuschauerzuspruch ließ zwar Mitte der 70er im Gleichschritt mit den nachlassenden Leistungen der Bayern nach, das ist schon richtig. Aber das betraf die Liga. Im Europacup waren sie Mitte der 70er noch voll dabei und das schlug sich auch in den Ticketverkäufen nach wie vor nieder. Zwischen 1973 und 1977 hatten sie die Hütte sogar 11x ausverkauft, was pro Abend rund 70.000 verkaufte Tickets bzw. Einnahmen zwischen 1,0 und 1,2 Mio Mark bedeutete. Das ist die Einnahmenseite.
Auf der mit den Ausgaben hat der FCB ebenfalls profitiert, denn durch die extrem guten Verbindungen zur Politik konnten sie ihr Stadion zu ziemlich moderaten Konditionen mieten. Die Stadt München hat das Ding bis in die 90er Jahre hinein jährlich sogar mit Millionenbeträgen subventioniert, weil der Mietvertrag nicht genug abwarf.


Ebenfalls in diesem Zusammenhang erwähnenswert:

- Steuerbegünstigungen: Ende der 60er/Anfang der 70er war die Landesregierung des Freistaats auf der Suche nach Aushängeschildern und setzte dafür u.a. auf den FC Bayern, was diesem und seinen Spielern etliche steuerliche Vorteile bescherte. Bspw. wurden dem Verein wiederholt Steuerschulden erlassen und er exklusiv von der Vergnügungssteuer befreit. Letztere wurde zwar Ende der 70er für alle abgeschafft, aber ein paar Jahre lang profitierte der Südstern tatsächlich exklusiv von dieser Regelung. Überhaupt kann man diese Verbandelung von Südstern und den Christsozialen nicht genug betonen. Da gingen so einige Türen für den Klub auf, die anderen verschlossen blieben.

- Schwarzgeldzahlungen: Um nicht wie andere aufstrebende Teams nach ein paar Erfolgen "zerkauft" zu werden und den Kader möglichst gut zusammenzuhalten, organisierte der Südstern in seinen ersten Erstligajahren viele Freundschaftsspiele um den Spielplan herum, deren Einnahmen er dann zu einem nennenswerten Teil noch während der Heimreise in bar an seine Zugpferde weiterreichte. Natürlich an der Steuer vorbei. Beckenbauer nannte das mal die Schwarzgeldtouren des FC Bayern, glaube ich, und soll in seiner Autobiographie auch recht offen mit dem Thema umgehen. Ich hatte die aber selber noch nicht in der Hand.

- Kirch-Affäre: Wie du schon erwähntest, hat sich der Primus von der Kirch-Gruppe hinter dem Rücken der restlichen Liga mit insgesamt 40 Mio DM entlohnen lassen. Was an sich ja schon eine Riesensauerei war. Aber die Geschichte gipfelte dann noch darin, dass es den Bayern nachdem sie aufgeflogen waren tatsächlich gelang, mittels Boykottdrohungen der Strafe zu entgehen, das Geld behalten zu dürfen, und lediglich eine freiwillige Zahlung in Höhe von lumpigen drei Mio EUR als Kompensation leisteten.

- Vorschüsse aufs Handgeld: Haben die Bayern ein Transferziel auserkoren, sichern sie sich dessen Zusage gerne mal mit einem Vorschuss aufs Handgeld und deuten diesen zum "Darlehen" um, weil Handgeld juristisch und steuerrechtlich nur für angestellte Spieler zulässig ist. Hinterher wird der Betrag dann allerdings sehr wohl mit dem Handgeld verrechnet. Aufgedeckt wurde diese Praxis erstmals bei den Personalien Deisler und Kehl.

- Getürkte ablösefreie Wechsel: Habe ich hier ja schon mal aufgedröselt. Der FCB sichert sich die Zusage eines von ihnen auserkorenen BuLi-Spielers noch bevor ein ablösefreier Wechsel überhaupt erst möglich wird und der Spieler hält seinen Noch-Klub bis just nach Jahreswechsel im letzten Vertragsjahr hin, weil dann der Wechsel regelkonform eingefädelt werden darf. Anschließend teilen sich Südstern und Spieler die gesparte Ablöse und die Zeche bezahlt der abgebende Verein. Beispiele:
Jan Kirchhoff (Offizielle Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB am 04.01.13)
Sebastian Rode (Offizielle Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB am 09.01.14)
Sebastian Rudy (Offizielle Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB am 15.01.17)
Leon Goretzka (Offizielle Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB am 17.01.18)
Alexander Nübel (Offizielle Bekanntgabe seines Wechsels zum FCB 04.01.20)

Also ein fettes JA, da wurde über die Jahre immer wieder richtig gut gearbeitet. Das stellt meines Wissens auch niemand wirklich in Frage. Aber von "alles selbst erarbeitet" sind wir dann doch ein ordentliches Stück weg.
 
Zuletzt bearbeitet:

U w e

Moderator
Wie Hoeness sagte, alles was Geld bringt wird gemacht vollkommen egal woher.
Das sollte man Ihm zugute halten.
Damit tritt er der ganzen Scheinheiligkeit im Fussball entgegen!
 
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