Es lebe der Datenschutz

Rupert

Friends call me Loretta
Seehofer halt: in einer Linie mit fast allen Innen- und "Sicherheits"ministern der Welt: Verschlüsselung ist quasi Ermöglichung von Terror und Verbrechen und damit böse. Das ist mal der Grundtenor und der ist schon schlimm genug.

Wo's dann eben komplett hanebüchen wird, ist die Behauptung: "Naja, Ihr könnt schon verschlüsseln und kein anderer kann's lesen; nur halt der autorisierte Staat." Dass das dann schlicht keine Verschlüsselung mehr ist, kapieren die schon mal gar nicht.
Ein Beipiel wäre: Man kauft sich eine neue Haustür, super neu, mit Super-Duper-Schloss, den Schlüssel kriegt man natürlich auch dazu mit ausgehändigt aber ein zweiter wird bei irgendjemand anderem in irgendeiner Behörde hinterlegt: Aus Sicherheitsgründen :D

Hier verhält es sich, wie nahezu immer, eben so, dass zahlreiche Politiker nullkommagarkeine Ahnung von Basis-Sachverhalten in Technik und Wissenschaft haben. Und dass sie das nicht haben, liegt nicht zuletzt daran, dass so ein Wissen eben, seit mittlerweile Jahrzehnten, gerne mal verächtlich als "Details", "technische Feinheiten", etc. abgetan wird und man sich damit natürlich nicht beschäftigen will. Ist zu nerdy, zu unsexy, zu unwichtig für's "Große und Ganze",... (in Wahrheit, so behaupte ich, liegt der Hase hier im Pfeffer: Das Aneignen eines solchen Wissens bedarf der Arbeit, der Anstrengung, dem Willen sich von anderen auch mal was sagen zu lassen und bedeutet letztendlich auch das Akzeptieren von unumstößlichen Tatsachen)
Und das ganze in einer Welt, die schon immer von Naturgesetzen regiert wird und die über die Jahrhunderte immer weiter und tiefer von Technik ausgestaltet wird.
---> Komplett absurd
 
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Rupert

Friends call me Loretta
Ok, versteh ich das richtig, die wollen Direktzugriff?

Das wissen die doch selbst nicht. Sie wollen eine "Hintertür", sprich sie wollen, dass sie jederzeit dann doch auf die Nachrichten Zugriff haben und das heisst nix anderes als:
Sie brauchen den Schlüssel oder man verschlüsselt nicht end-to-end.
Beides ist dann einfach Quark und keine Verschlüsselung mehr. Bei einer End-to-End Verschlüsselung können halt mal nur Sender und Empfänger die Nachrichten lesen; auch kein Apple, kein Google, kein WhatsApp.

Wahrscheinlich schwebt denen so ein Mist vor, dass der Betreiber den Schlüssel dann irgendwie unverschlüsselt wegspeichert, was auch einfach heisst: Keine Verschlüsselung.
Es sei denn man gehört zu den Leuten, die ihren Haustürschlüssel, nachdem sie die Tür zweimal abgesperrt haben, unter den Fußabtreter davor legen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
... Anders ist es mit den deutschen Nutzerinnen und Nutzern. Sie haften mit, wie das Bundesverwaltungsgericht erst im November im langjährigen Rechtsstreit um Facebook-Fanpages bestätigt hat (BVerwG 6 C 15.18). Man kann ihnen die Nutzung untersagen, wenn eine datenschutzkonforme Situation anders nicht hergestellt werden kann.Behörden sind an Gesetz und Recht gebunden, heißt es im Grundgesetzartikel 20. Ihr Verbleib in den Netzwerken ist damit unvereinbar. Mehr noch: Jeder amtliche Tweet, jeder Facebook-Post ist ein neuer Verstoß. Im Prinzip gilt dasselbe auch für Private. Wer sich beteiligt, ist mitschuldig.

Bürgermeister und Behörden bei Twitter: Abschalten, bis keiner sich mehr schämen muss - Politik - Tagesspiegel

Twitter und Facebook-Nutzer machen sich also mit jedem Beitrag strafbar?
 
"Berghoffs Kollegin Alexandra Stehr probierte es auf gut Glück mit dem Nutzernamen Guest und dem Passwort guest - und bekam prompt Zugriff."

:eek: :eek: :eek:

Unglaublich.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Naja, ob sie da jetzt "guest" verwenden oder oder irgendein vermeintlich etwas sichereres Passwort ist auch schon wurscht, denn das ist auch schnell geknackt und so wie ich den Artikel da lese, war die Festplatte ja eh nicht verschlüsselt.
 

Detti04

The Count
Voellig unverstaendlich, wieso die Dinger mit Festplatte verkauft wurden. Das darf in einem Firmenumfeld ja niemals vorkommen.
 

André

Admin
Auch lustig, die Schule unseres Sohnes hat am letzten Freitag die email Adressen der Eltern de Kinder eigesammelt, auf einem weißen Zettel, ohne Hinwweis der Datenverbarbeitung, ohne Optin etc.

Dann kommen die mails an, und ich sehe 500 email Adresssen die auf cc sind , das sollten wir uns als Firma mal leisten, ich wäre vermutlich längst im Knast.

Der Staat stellt halt Regeln auf, die er selbst nicht befolgt. In der Wirtschaft wird das konsequent bestraft. Sind ja die bösen Firmen, die die armen Kunden emails schicken.

Aber selbst ist man noch viel schlimmer. Zumindest werden da wohl alle Augen im System zugedrückt ....
 

Rupert

Friends call me Loretta
Dass das bei der Schule vorkommen kann, wundert mich jetzt nicht wirklich; das machte dann halt eben ein Lehrer mal "so mit". Passiert.
Was da wichtiger wäre, meiner Meinung nach, ist, dass man die Betreffenden darauf aufmerksam macht und ihnen zeigt wie's richtig geht.
Ergo: It's your turn.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Wie wichtig und noch viel wichtiger die konsequente Einhaltung des Datenschutzes ausschaut, zeigen aktuelle Meldungen aus Afghanistan.


Ist ja nicht so, dass davor stets gewarnt wurde. Bisherige Argumentation der Befürworter war aber eben stets, dass diese Daten nur zweckgebunden genutzt werden. Natürlich :gaehn:. Und das Totschlagargument "wer nichts zu verbergen hat, ... " wird hier nun auch praktisch dargstellt, dass es eben ein unsinniges Argument ist.
 

André

Admin
Klar die Gefahren sind nicht von der Hand zu weisen. Marc Elsberg hat in dem Roman Zero, das auch schön dargestellt, was passieren kann wenn die Daten in falsche Hände geraten. Da geht es um Daten von sozialen Netzwerken und Smartwatches, Puls- und GPS Uhren.

Problem dabei ist aber, da wo der Datenschutz am wichtigsten wäre, wird er am wenigsten eingehalten.

Aber prinzipiell sollte man da schon sensibel sein, sofern man die Möglichkeit dazu hat.
 

KGBRUS

Gucken wat der Ball macht
es hat ja wohl auch keiner Bestritten, das dies passieren kann. bei der Situation in Afghanistan nütz aber auch die beste DSGVO nichts...
 

HoratioTroche

Zuwanderer
bei der Situation in Afghanistan nütz aber auch die beste DSGVO nichts...
Doch. So einen Scanner erbeuten ist ja das Eine. Damit auch sofort Zugriff auf die entsprechenden Daten zu haben, ist etwas ganz anderes. Das muss nicht sein und das lässt sich recht einfach verhindern.
Da braucht es nicht die beste DSGVO, da reicht eine gute.
 

Rupert

Friends call me Loretta
es hat ja wohl auch keiner Bestritten, das dies passieren kann. bei der Situation in Afghanistan nütz aber auch die beste DSGVO nichts...
Selbstverständlich wurde und wird das Risiko, dass genau das passiert, dass solche Daten in komplett verkehrte Hände kommen, bestritten, obwohl es unbestreitbar ist, dass das passieren kann.
Dieses Risiko wird eben nicht gehört und ignoriert; noch schlimmer, es werden nicht mal Maßnahmen getroffen die Folgen zu mindern, wenn das Risiko dann eintritt.
Wie HT auch sagt: Scanner und Datenbanken erbeuten ist das eine; die Daten nützen können das andere und das kann man eben verhindern bzw. sehr erschweren.
Im Falle Afghanistan geht es sogar noch soweit, dass das Militär gar nicht sagen kann wieviel es nun gesammelt hat und es im Falle BRD bzw. EU gar nicht erlaubt ist so eine Datenbank aufzubauen; mitgemacht hat man aber natürlich schon in Afghanistan, weil es den Verantwortlichen eben egal war.
 

KGBRUS

Gucken wat der Ball macht
Nun lasst aber mal die Kirche im Dorf als ob irgendeine Vorschrift die Herausgabe der Daten verhindert wenn man in die Mündung einer AK47 blickt.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Nun lasst aber mal die Kirche im Dorf als ob irgendeine Vorschrift die Herausgabe der Daten verhindert wenn man in die Mündung einer AK47 blickt.
Du willst oder kannst es nicht verstehen, oder?

1. Es ist mehr als fragwürdig, in Europa sogar verboten, Datenbanken anzulegen über die gesamte Bevölkerung hinweg, die biometrische und personalbezogene Daten dazu enthalten.
2. Ich bezweifle mal ganz stark, dass die US-Army in die Mündung eines AK47 blickte und somit ihre Scanner und Rechner abgeben musste.
3. Auch wenn einem eine "Datenbank in die Finger fällt" muss es noch lange nicht so sein, dass derjenige dann was mit den Daten in jener Datenbank anfangen kann; dafür gibt es z.B. Kryptographie und Zugangsberechtigungen.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Nun lasst aber mal die Kirche im Dorf als ob irgendeine Vorschrift die Herausgabe der Daten verhindert wenn man in die Mündung einer AK47 blickt.
Das verhindert die Vorschrift zum Beispiel schon dann, wenn sie verhindert, dass du überhaupt Zugriff auf die Daten hast, die du herausgeben sollst.
Das nützt dann vielleicht dir persönlich nicht viel, aber den anderen dafür.
 

KGBRUS

Gucken wat der Ball macht
Ich rede aber nicht von Datenbanken die in EU gar verboten sind sondern zu jeder Datenbank gibt es irgendwo einen oder mehrere Menschen die in irgendeiner Form Zugriff haben und das kommt dann die AK47 ins Spiel.

Wenn keiner Zugriff auf die Daten hat dann brauche ich die doch auch nicht.
 

Brandenburger

Breisgau-Brasilianer
Ihr könnt hier noch so lange diskutieren, es gibt keine Datenschutz Grundverordnung, geschweige noch Datenschutz und wenn es sie überhaupt jemals gegeben hat, dann nur zum Schein nach außen hin. Mit dieser Verordnung kann man sich den Arsch wischen.

Wenn dann hätte man diese so genannte Verordnung schon viele Jahre früher einführen müssen, selbst dann wäre es schon zu spät gewesen. Unsere Daten sind und werden doch schon lange nicht mehr geschützt, sie schwirren größtenteils in der Weltgeschichte rum und viele haben darauf Zugriff, die keinen Zugriff darauf haben dürften.

Da fällt mir ein Beispiel zum sogenannten Datenschutz ein. Im Mai 2019 wurde darüber sogar in der Tagesschau berichtet.

Datenschutzskandal bei der Online-Jobbörse

Die Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit wird von Datenhändlern missbraucht, um illegal Bewerberdaten zu sammeln, das haben Recherchen des SWR ergeben.

Kunden sind u.a. Zeitarbeitsfirmen, die so an Daten von Bewerbern kommen. Ein Landesdatenschutzbeauftragter sprach von einem gravierenden Verstoß gegen die Datenschutzgesetze.

Die Weitergabe und der Verkauf der Unterlagen seien strengstes verboten.
Hier gehe es nicht mehr nur um Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro, sondern um Straftaten.


Nach der Wende war ich auch mal längere Zeit arbeitslos und beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet. Da haben mich auch einige Zeitarbeitsfirmen angerufen und ausgefragt, einige Sachen haben die schon von mir gewusst, obwohl ich mit Zeitarbeitsfirmen vorher noch nie was zu tun hatte, geschweige, bei denen überhaupt mal beworben hatte.

Da haben die Idioten vom Arbeitsamt auch meine Daten an wildfremde Leute weitergegeben. Andere Behörden z.B. Sparkassen, Finanzämter, Krankenkassen sind da auch nicht viel besser, die gehen erst recht nicht vertrauensvoll mit unseren Daten um, die überprüfen und gleichen untereinander alles ab, damit der kleine ja nicht zu groß wird.

Und dann sind da noch die Hacker, die IT-Systeme von Behörden und öffentlichen Einrichtungen verschlüsseln um die Behörden mit Lösegeld zu erpressen und die können dann auch noch Millionen Daten abgreifen. Das bringen die ja fast jede Woche im TV.

Die Bundesregierung hat über die meisten Fälle gar keinen Überblick. So viel von mir zum Thema Datenschutz.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
es gibt keine Datenschutz Grundverordnung, geschweige noch Datenschutz
Wie jetzt:
Ein Landesdatenschutzbeauftragter sprach von einem gravierenden Verstoß gegen die Datenschutzgesetze.
Ah, gibt's also doch.
Die Weitergabe und der Verkauf der Unterlagen seien strengstes verboten.
Hier gehe es nicht mehr nur um Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro, sondern um Straftaten.
Und wird sogar geahndet.
 

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