Englische Fußballfans pilgern in die deutschen Stadien

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DavidG

Guest
Sehr interessanter Artikel über englische Fußballfans, die der Premier League, wegen des vielen Kommerz den Rücken kehren und "Kurztripps" in die Bundesliga (in diesem Beispiel Pauli) unternehmen. In diesem Beispiel geht es speziell um einen Vater und seinen Sohn, die regelmäßig zu Spielen des FC St. Pauli reisen. Der Vater war sogar früher Scout beim FC Liverpool und hat wegen dem ganzen Kommerz sogar seinen Job aufgegeben (!).
Hier ein paar Ausschnitte eines Interviews mit FAZ.net. Weiter unten ist noch nen Youtube-Link zu einem WDR Beitrag in dem es auch genau um die beiden (Vater und Sohn) geht, wie in dem Interview.

13. April 2009 Melvin Dearlove wohnt bei London, früher war er Scout und Jugendtrainer bei seinem einstigen Lieblingsverein FC Liverpool. Doch die fortschreitende Kommerzialisierung des englischen Premier-League-Fußballs hat ihn zur Abkehr vom englischen Kick bewegt. Seit vier Jahren schaut er sich Fußballspiele lieber in Deutschland an. So oft es geht, fliegt Dearlove zu Heimspielen des FC St. Pauli ein.


Herr Dearlove, Sie wohnen in Benfleet vor den Toren Londons - aber statt sich die Spiele eines der dortigen Premier-League-Klubs anzuschauen, trifft man Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn oft beim deutschen Zweitligaklub FC St. Pauli an. Warum?

Wir kommen nach Hamburg, sooft es geht. St. Pauli ist lebendiger, aufregender, authentischer als englischer Fußball. So eine phantastische Party wie am Millerntor kannst du in England nicht mehr feiern. In Deutschland kann ich sogar Bier auf der Stehtribüne trinken und rauchen - bei uns muss ich sitzen, und jegliches Vergnügen rund um das Spiel ist mir verboten. Die englischen Topklubs haben ihre Seele verkauft. Es geht nur noch ums Geld. Und übrigens: Das Erlebnis St. Pauli ist billiger als ein Heimspiel von Arsenal.

Das müssen Sie uns erklären.

Bei Arsenal zahle ich etwa 60 Euro für die Karte. Nach London reinzufahren kostet mich 15 Euro. Für ein St.-Pauli-Spiel muss ich zehn Euro Eintritt hinlegen, das Flugticket kriege ich manchmal für nur 20 Euro, die Übernachtung kostet 40 Euro. Da habe ich dann zwei Tage Spaß für das gleiche Geld. Das ist der Grund, warum ich oft nicht der einzige Fan mit braunem Shirt im Flieger bin.

[...]

Was lieben Sie an dem Verein besonders?

Du kommst an und bist willkommen. Jedes Spiel fühlt sich nach Freiheit an. Die Fans sind anti-rassistisch, antisexistisch, sie denken links, so wie ich - es gibt nichts Vergleichbares in England. Am Millerntor singen sie sogar noch nach Niederlagen „You'll never walk alone“. So wie früher bei uns, als die Spieler noch nicht 70.000 Pfund in der Woche verdient haben.

Quelle
Youtube Video vom WDR



MMn ein sehr interessanter Artikel.
Wenn man sich das ganze so durchliest bzw. anschaut kann man nur hoffen das wir hier nicht die "kommerziellen englischen Verhältnisse" kriegen. Wenn ich dann lese das z.B. der '96 Boss unbedingt will das die 50+1 Regel gekippt wird, dreht sich mir der Magen um.
 

mugen

Putzt hier nur
Ich glaube aber der Typ kommt nicht nur wegen den St. Pauli spielen nach Deutschland.

wenn ihr wisst was ich meine;)
 
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