Demo zum Erhalt der Fankultur

Keule

Geile Oma aus deiner Nähe
Dachte ja das hätte hier auch schon einen Thread denn immerhin steht's schon auf den Seiten einiger Ultragruppen (Chosen Few HH, Ultras Dynamo, Violet Crew um nur ein paar zu nennen) , aber gut, dann muss ich wohl wieder die Drecksarbeit machen ;)

Am 09. Oktober 2010 versammeln sich auf Aufruf der großen Fanorganisationen (ProFans ( ProFans ); BAFF ( Bündnis aktiver Fußballfans ); Unsere Kurve ( Unsere Kurve - Aktuelles )) zum 3. mal Fans verschiedener Fangruppen für eine Demonstration zum Erhalt der Fankultur. Um 13:00 Uhr ist das treffen an der Weltzeituhr am Alexanderplatz angesetzt, dort beginnt ab 14:00 Uhr die Eröffnungskundgebung.

Den Rest zitiere ich mal gepflegt:
Warum jetzt eine Demo für Fankultur?

Jeder, der sich etwas regelmäßiger mit Fußball in Deutschland auseinandersetzt, wird in der letzten Saison zahlreiche Horrormeldungen aus den Medien vernommen haben, die von einer Eskalation in den Fanszenen berichteten. Zeitweilig schienen sich die Schlagzeilen zu überschlagen. Und während die halbe Nation über die Vorfälle von Bochum (Nürnbergfans durch Pyrotechnik verletzt), Berlin (Platzsturm) oder anderswo debattierte, meldeten viele Fanszenen Stadionverbotswellen: Nürnberg, Hertha, München, Hamburg, Köln, Hannover, Bielefeld und einige mehr. Es gab Strafen, die bislang im deutschen Profifußball ein Novum darstellten: Verbote von Auswärtsfahrten (Nürnberg, Köln, Rostock, Dresden) oder die Schließung einer Heimkurve (Hertha, Bochum). Für das Vergehen einiger weniger wurden ganze Fanszenen bestraft. Vermehrt wurden Einschränkungen für Fans diskutiert und teilweise umgesetzt: personalisierte Tickets, Verbote von Fanutensilien und Choreographien, Verbote eigener Fanzines und so weiter. Dies alles sind Strafen, die kein Konzept der Prävention für künftige Zwischenfälle vorweisen und die in der großen Mehrheit völlig unbeteiligte, friedliche Fußballfans treffen.

Wie sahen die Reaktionen der Fangruppen aus? Wenn überhaupt, dann gab es kleinere Aktionen (z.B. in Form von Spruchbändern) in den einzelnen Kurven selbst. Aber passierte irgendetwas von mehreren Kurven zusammen? Eine tatsächliche Fangruppenübergreifende Aktion, die öffentlich antwortet, Vorwürfe kommentiert und evtl. richtig stellt, die zeigt was Fankultur neben einigen Negativschlagzeilen in der Regel Positives ausmacht, so etwas hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Daher ist nun, nach dem Chaos der letzten Saison und dem abgeklungenen Fußballboom der WM, die Zeit gekommen am Anfang der neuen Saison 2010/2011 auf die Straße zu gehen und zu zeigen, was uns Fankultur bedeutet und wert ist.

Jetzt ist die Zeit, ein Zeichen zu setzen!

Wir wollen uns nicht nur beschweren, einklagen und fordern. Wir wollen für die Fankultur, die wir leben, werben. Wir wollen auf die Straße gehen und kundtun wie bunt, kreativ und vielseitig faszinierend Fankultur ist. Wie viele Fangruppen engagieren sich neben dem Fußball für gesellschaftliche Belange? Wie viele zeichnen sich durch soziales Engagement in ihrer Szene, ihrem Verein oder ihrer Stadt aus? Ist das der Öffentlichkeit überhaupt bekannt?

Die Demo soll ein Zeichen an alle Funktionäre und Fußballbosse sein, das ihnen klar macht, dass der Fußball nur mit uns das ist, was alle fasziniert. Sie sollen merken, was sie riskieren, wenn sie weiter den Kurs der Verdrängung unserer Fankultur fahren. Es soll aber auch ein Zeichen sein an alle Fanszenen. Uns allen muss klar werden, dass wir gemeinsam für unsere Fankultur einstehen müssen, wenn wir sie auch in der Zukunft noch leben wollen. Es soll ein Zeichen für die Fanszenen sein, mehr über ihr Dasein, ihr Tun und ihr Lassen zu reflektieren. So viele Steine legen sich die Fanszenen oftmals selbst in den Weg. Es wird Zeit zu diskutieren, aus Fehlern zu lernen und selbst zu handeln, wenn wir unsere Fankultur erhalten wollen.

Warum eine Demo in Berlin?

Unter dem Motto "Zum Erhalt der Fankultur" fand bereits im Jahr 2002 in Berlin eine gemeinsame Demonstration von Fans verschiedenster Vereine statt und auch 2005 setzten die Fans mit einer farbenfrohen Demonstration in Frankfurt ein ausdrucksstarkes Zeichen für den Erhalt der Fankultur. Auch wenn sich seither viel in den Fankurven verändert hat und sich einige Problemfelder verlagert haben, sind die Themen und grundlegenden Probleme bis heute die gleichen geblieben. In manchen Bereichen konnten kleinere Fortschritte erreicht werden (z.B. teilweise lokale Anhörungsmöglichkeiten bei Stadionverbotsfällen), in anderen hat sich die Lage verschlimmert. Als Beispiel seien die Anstoßzeiten und späte Terminierung genannt. Wir wollen mit dieser Demo den Bogen zur Demo 2002 schlagen und das damals begonnene Engagement endlich zusammen weiterführen.

Was sind heute im Jahre 2010 konkrete Probleme von Fußballfans?
Was sind Gefahren für unsere Fankultur?
Mit der folgenden Auflistung geben wir Euch einen kleinen Überblick:

Einschränkung von Fanutensilien

Fahnen, Trommeln, Megaphone, Choreographien, Banner, unabhängige Fanzines und viele andere Dinge sind Elemente von Fankultur, die ihre Kreativität und Farbe ausmachen. Leider sind viele Fans, vor allem bei Auswärtsspielen, in diesen essentiellen Punkten großen Restriktionen, Einschränkungen und Verboten ausgesetzt. Diese beruhen aber so gut wie nie auf realen Sachzwängen, sondern sind oftmals reine Schikane und Machtdemonstration. Eine unabhängige und zu Eigenverantwortung befähigte Fankultur braucht aber Luft zum Atmen. So gab es in jüngerer Vergangenheit auch schon Geldstrafen für Fans, die innerhalb ihrer eigenen Fankurve Fahnen schwenkten, deren Stocklängen geringfügig größer als die restriktiven Vorgaben der Stadionordnung waren. Oder es wurden im Vorwege schriftlich erlaubte Fanutensilien am Eingang zum Auswärtsblock spontan verboten.

Anstoßzeiten

Die Terminierung der Spieltage ist das beste Beispiel dafür, dass alle anderen Interessen denen der Geldgeber, hier also der TV-Konzerne untergeordnet werden. Für die Fans wird es dadurch immer schwieriger ihrer Mannschaft zu den Spielen zu folgen. Auch die späte Terminierung der Spieltage führt immer wieder zu großen Problemen. Dass es nicht sinnlos ist, für Belange wie Anstoßzeiten zu kämpfen, zeigt ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit: Motiviert durch die internationale Aktion für fangerechte Anstoßzeiten "Our game - our time", verkündete der schwedische Fußballverband eine Änderungsbereitschaft bei den Anstoßzeiten!
Wir haben aktuell eine Vielzahl an unterschiedlichen Anstoßzeiten am Spieltag. An Regelspieltagen beginnen die Spiele allein in den ersten beiden Bundesligen an folgenden Zeiten
- Freitag um 18 Uhr und 20:30 Uhr
- Samstag um 13 Uhr, 15:30 Uhr und 18:30 Uhr
- Sonntag um 13:30 Uhr, 15:30 Uhr und 17:30 Uhr
- Montag um 20:15 Uhr.
An Spieltagen unter der Woche werden die Spiele ebenfalls frühzeitig angepfiffen, sodass selbst den Heimfans aufgrund der Arbeitsverpflichtungen der Stadionbesuch erschwert bis unmöglich gemacht wird. Und dieses setzt sich natürlich bis in die unteren Ligen fort.
Gegen diese Spieltagszerstückelung gab es im Vorfeld natürlich große Proteste. Natürlich wurde auf die Wünsche und Bedenken oder Argumente der Fans seitens der DFL bei der Erstellung des neuen Anstoßzeitenkonzepts keine Rücksicht genommen und stattdessen die Anstoßzeiten so gelegt, dass diese unter dem Motto "Exklusivität steigert den Preis" optimal vermarktet werden konnten.

Kommerzialisierung

Wenn wir uns als Fans gegen die Kommerzialisierung des Fußballs oder "Gegen den modernen Fußball" aussprechen, dann heißt das nicht, dass wir uns vor Notwendigkeiten verschließen oder das Rad der Zeit zurück drehen wollen. Wir wehren uns aber gegen eine maßlose Entwicklung, die alle anderen Interessen der Profitmaximierung unterordnet. Wir Fans sind auch ein wichtiger Teil des Fußballs, nicht mehr und nicht weniger! Und ein Teil, den man nicht in ein paar Jahren durch Geld kompensieren kann.
Es kann nicht sein, dass z. B. traditionsreiche Stadionnamen wie das Westfalenstadion Dortmund oder das Waldstadion in Frankfurt an Unternehmen verkauft werden oder die eigenen Vereinsfarben aufgrund
von Marketingstrategien beliebig variiert werden. Wir, die Fans der Vereine, verlieren dadurch wichtige Identifikationsmerkmale. Aber auch die Vereine selbst und die Liga verlieren Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmale, die den eigenen Wiedererkennungswert mindern. Im Augenblick des Verkaufs mag der Wert scheinbar gesteigert werden. Auf die Dauer werden aus wertvollen, in weiten Teilen der Öffentlichkeit mit dem jeweiligen Verein assoziierten Namen beliebig austauschbare Begriffe, die keinerlei emotionale Bindung zulassen. Es kann nicht sein, dass Vereine und Liga ihre Identitäten für Jahre aufgeben wollen, nur um einen weiteren überteuerten Spieler für zwei Jahre finanzieren zu können. Die finanziellen Löcher werden stetig weiter geschoben, die Fanwarnungen vor den Folgen sollten endlich ernst genommen werden statt stetig neue Vermarktungsoffensiven zu starten und damit den Identitätsverlust auf die Spitze zu treiben.
Weiterhin sprechen wir uns konsequent für die Beibehaltung der "50+1"-Regel aus, welche besagt, dass die Mehrheit der Vereinsanteile beim Verein selbst bleiben müssen und somit keine Investoren oder Unternehmen die komplette Kontrolle über die Fußballvereine übernehmen können.
Negative Beispiele kennen wir bereits aus Österreich, wo das Unternehmen "Red Bull" die kompletten Rechte am Verein Austria Salzburg erworben und anschließend die komplette Identität geändert hat. So wurde der Name in Red Bull Salzburg und die Vereinsfarben von lila-weiß in rot-blau geändert, um einen optimalen Markenauftritt sicherzustellen. Auch in Deutschland ist Red Bull inzwischen tätig geworden. Der Oberligaverein SSV Makranstädt wurde aufgekauft und umbenannt in "RasenBallsport Leipzig". Mithilfe der Millionen des Getränkekonzerns ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die selbsternannten "Roten Bullen" aus der "Red-Bull-Arena" (vormals Zentralstadion) in Leipzig im deutschen Profifußball zu finden sein werden, wodurch dann eine traditionelle Mannschaft samt ihrer Fans von der Bildfläche verschwindet.
In England sind viele Vereine nach der Übernahme durch einen Investor nun hoch verschuldet. Und das ist leider nicht die einzige Folge einer wahnwitzigen Kommerzialisierung, wenn man sich z.B. die Ticketpreise anschaut (billigste Karte bei einigen Partien: 80 Euro).

Stadionverbote

Stadionverbote werden meist schon bei Aufnahme eines Verfahrens, also VOR dem Beweis der Schuld des Betroffenen, vergeben. Offiziell sind sie eine Präventivmaßnahme, die verhindern soll, dass jemand im Stadion gewalttätig wird, de facto stellen sie eine Strafe dar. Auf der einen Seite existieren Betroffene, die beweisen müssen, dass sie unschuldig sind, was während eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei sehr schwer ist. Denn Informationen an Betroffene gibt diese selten und ungern Preis. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freizügigkeit bei der Weitergabe von Halbwahrheiten an die Vereine oder den DFB. Auf der anderen Seite sind vermehrt jugendliche Fans betroffen, die wegen Lappalien aus dem Stadion und von ihren Freunden ausgesperrt werden. Obwohl es theoretisch in den Richtlinien die Möglichkeit zu Bewährungsauflagen gibt, wird leider nur selten davon Gebrauch gemacht. Somit sind diese oftmals mit einer überzogenen und unverhältnismäßigen Strafe konfrontiert. Dadurch wird das Vertrauen in den Rechtsstaat und auch die Gerechtigkeit allgemein erschüttert und die Betroffenen werden in nicht unerheblichen Maß kriminalisiert. Sie finden sich vor den Stadiontoren wieder, wo ein von Fans und Polizei gleichermaßen gepflegter gewalttätiger oder pseudo-gewalttätiger Habitus existent ist und eine Alternative zur grauen Tristesse darstellt. Dass Gewalt schon lange nicht mehr in den übermäßig überwachten Stadien stattfindet, widerspricht ebenfalls der Mär vom präventiven Charakter der Stadionverbote. Stadionverbote vermindern nicht die Gewalt, sie schüren sie. Außerdem widersprechen Stadionverbote rechtsstaatlichen Grundsätzen und sind keine Lösung für die Probleme des Fußballs. Sie sind selbst ein Problem.

Datei Gewalttäter Sport

Die Datei Gewalttäter Sport ist eine riesige Datensammlung von Fans, unabhängig davon, ob sich diese etwas zu Schulden haben kommen lassen oder nicht. So reicht es zum Beispiel eine einfache Personalienfeststellung aus, um in die Datei aufgenommen zu werden. Der eintragende Beamte muss nur annehmen, dass derjenige vielleicht irgendwann auffällig werden könnte. Diese Eintragung hat dann allerdings einen ganzen Rattenschwanz an negativen Auswirkungen. So kann sie im Extremfall Grundlage für Ausreiseverbote, Meldeauflagen, Stadtverbote oder für so genannte Gefährderansprachen sein, bei denen Fans durch Besuche durch Polizeibeamte zu Hause oder bei der Arbeit bewusst in ihrem sozialen Umfeld bloßgestellt werden sollen. Wenn die Bundesrepublik ein Sozialstaat sein will, widerspricht sie sich mit diesem Verhalten. Anstatt die Verantwortung für scheinbare "Problemfälle" zu übernehmen, wird diese weiter geschoben und mehr noch, es wird durch solches Vorgehen dafür gesorgt, dass betroffene Personen nahezu gänzlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Vor allem stellt die Eintragung eine Stigmatisierung bei beispielsweise Grenz- oder gewöhnlichen Verkehrskontrollen dar. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass sie meist auf vagen Verdachtsmomenten und subjektiven Einschätzungen beruht und man selber über eine Eintragung nicht informiert wird. Die Datei wurde auf dem Rechtsweg über mehrere Instanzen als unzulässig eingestuft und erst durch eine nachträgliche Rechtsverordnung des Bundesrates am Tag der Urteilsverkündung vor dem Bundesverwaltungsgericht legitimiert. Dabei spricht es Bände, dass eine Debatte im Bundestag vermieden worden ist, um diese Änderung vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Mittlerweile sind über 11.000 Personen in der Datei gespeichert.

Polizeiliche Einsatztaktik

Die Art und Weise, wie einzelne Beamte sich gegenüber Fans verhalten, führt in der Regel zu Frustration, Aggression und Eskalation auf Seiten der Fans. Diese Eskalation wird teilweise bewusst in Kauf genommen. Auch die Einsatztaktik spiegelt oftmals den „Fußballfan als Feindbild“ wieder. Die Polizei schafft sich ihre Problemfans selber. Der Alltag der Fans besteht besonders auf Auswärtsfahrten aber auch bei Heimspielen aus engen Polizeikesseln, ständigen Kontrollen und Schikanen sowie Aggressionen und Provokationen. Der Corpsgeist der Polizei schützt dabei nicht nur dieses Vorgehen sondern auch Gewalttätigkeiten und Übergriffe gegen Fans. Dass dies nicht nur unbegründete Vorwürfe von Fußballfans selbst sind, kann man z.B. aus Berichten der Menschrechtsorganisation Amnesty International entnehmen, die im Rahmen der Untersuchung von unaufgeklärten Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland, auch Ausführungen über rechtswidrige Gewalt von Polizisten bei Fußballspielen machen.

Wie wurde bislang mit diesen Themen umgegangen?

Es gab Demos, lokale oder bundesweite Aktionen und vieles mehr. Und seit einigen Jahren auch grundsätzlich Gespräche mit dem DFB und der DFL. Viele dieser Probleme wurden auf dem so genannten "Leipziger Fankongress" im Jahr 2007 thematisiert, der vom DFB ausgerichtet wurde. Die Ergebnisse dieses Kongresses, die in den verschiedenen Arbeitsgruppen entstanden sind, sollten in der darauf eingerichteten
so genannten "AG Fandialog" thematisiert werden. In dieser AG Fandialog saßen neben DFB und DFL ebenso Fanvertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve. Der Charakter dieser Veranstaltung spricht Bände über die Art und Weise, wie mit den Faninteressen umgegangen wird. Zwar gab es viele Lippenbekenntnisse, eine wirkliche Verbesserung trat in keinem der genannten Problemfelder auf. Ein wirklicher Dialog zwischen gleichberechtigten Gesprächspartnern fand nicht statt. Vielmehr diente die Veranstaltung anscheinend dazu, dass sich DFB und DFL als gesprächsbereit und fannah hinstellen konnten.

Aber auch wir Fans müssen auf unserer Seite Versäumnisse und Fehler einräumen. Eine jetzt einsetzende selbstkritische Diskussion über die eigenen Handlungsweisen hätte schon viel früher einsetzen müssen. Dies müssen wir ganz klar eingestehen. Parallel zu einer Diskussion über die erwähnten Probleme, denen wir Fans ausgesetzt sind, muss jetzt innerhalb der verschiedenen Fanszenen eine selbstkritische Reflexion der eigenen Handlungsweisen stattfinden und Konsequenzen haben. Wir sind uns bewusst, dass Freiheit auch Verantwortung mit sich bringt. Noch einmal: Diese Demo soll auch ein Zeichen an uns Fanszenen sein!
Wir möchten betonen, dass wir weiter auf Dialog setzen wollen. Wir sind ein Teil des Fußballs und wollen, dass man uns zuhört und uns ernst nimmt.

Die Demo ist erst der Anfang

Unser Vorhaben ist es, den Einsatz "Zum Erhalt der Fankultur" gemeinsam fortzusetzen. Unter diesem Motto soll mit der Demo eine Kampagne ins Leben gerufen werden, bei der jede Fan eingeladen ist mitzuwirken. Es wird eine Internetseite eingerichtet auf der künftig über sämtliche Beiträge und Aktionen für diese Kampagne berichtet wird, auf der ihr Neuigkeiten im Einsatz für Fanrechte erfahren - und Euch als Unterstützter eintragen lassen könnt. Informiert Euch auf: http://www.blogger.com/www.erhalt-der-fankultur.de. Macht mit bei künftigen Aktionen. Beteiligt euch an Diskussionen. Berichtet in euren Fankurven davon. Erzählt davon in euren Familien und bei euren Freunden. Lasst uns gemeinsam die Sache voranbringen.

KEIN KICK OHNE FANS! ZUM ERHALT DER FANKULTUR!

Kommt zur Demo am 09. Oktober 2010 um 13.00 Uhr auf den Alexanderplatz in Berlin!
Die Demonstration wird von Fans für Fans organisiert. Wir bitten Euch um eine friedliche Teilnahme. Es sollte klar sein, dass übertriebene Feierei sowie sinnfreies oder beleidigendes Skandieren bei dieser Veranstaltung fehl am Platz ist und unserem Anliegen schadet! Weiterhin möchten wir auf den antirassistischen Grundkonsens der Fanorganisationen hinweisen, der natürlich auch für die Teilnahme an der Demo gilt.
Wer sich daneben benimmt, wird von der Demo ausgeschlossen.

Fangruppen die sich an der Demo beteiligen möchten, melden sich bitte mit der Anzahl an Teilnehmern bei folgender Adresse: demo@profans.de
Dort kann dann auch alles bzgl. inhaltlicher Ausgestaltung des jeweiligen Blocks bei der Demo abgestimmt werden.
Einzelpersonen die an der Demo teilnehmen wollen, bitten wir die lokalen Fangruppen
anzusprechen. Dort gibt es auch weitere Infos bzgl. Fahrgemeinschaften nach Berlin.

Also ich fahr hin und hoffe mal, dass sich einige von euch mir anschliessen, denn Sachen wie die steigenden Ticketkosten betreffen nicht nur den aktiven Kurvengänger sondern sämtliche Fans.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Einen Tag nach dem EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei haben am Samstag in Berlin etwa 4 000 Anhänger für den "Erhalt der Fankultur" demonstriert. Auf bunten Transparenten und mit lautstarken Sprechchören protestierten die von rund 50 Vereinen aus ganz Deutschland angereisten Anhänger gegen die ihrer Meinung nach zunehmende Beschneidung der Fanrechte seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Polizei.
Fußball DFB: Demonstration für den Erhalt der Fankultur - Magazin - Sport - Fußball - Handelsblatt.com

Waren wirklich nur 4000 Leute da? Bei dem was noremalerweise aus der Richtung der Ultragruppierungen alles angeprangert wird und wenn ich stets lese, wie wichtig sich viele Gruppierungen finden, dann finde ich diese Teilnehmerzahl beschämend, wenn nicht gar lächerlich. Hier hatten gerade die Ultragruppierungen mal die Möglichkeit sich so zu präsntieren, dass sie gehört werden. Nichts von alledem war in Berlin zu spüren. Mit Ausnahme der Teilnehmer und der unmittelbaren Randgäste, dürfte von dieser Demo kaum einer Notiz genommen haben. 4000 Teilnehmer protestierten (da hat die Demo gegen das Chanukka Massaker von Gaza 2009 alleine die doppelte Zahl an Teilnehmern gebracht) und wenn ich sehe, wieviele Zuschauer pro Spieltag in die Stadien rennen, dann ist das locker im einstelligen Prozentbereich, ergo eine klare Minderheit. Was kann man also für ein Resumee ziehen? Mal völlig undiplomatisch ausgedrückt: Natürlich habt ihr hier ein Demonstrationsrecht, wir machen dennoch so weiter. Zumindest interpretiere ich das, was Philipp Markhard von "Pro Fans" als Resume aus der letzten Veranstaltung aus 2005 zieht so auch für diese Demo. klick

Wenn ich mir das Statement von Theo Zwanziger durchlese, dann bekomme ich da gar Gewissheit:
DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte die Aktion nicht überbewerten. "Selbstverständlich gehen die Interessen der Fans und Verbände auch einmal auseinander. Wenn die Fans dann vom Recht zur Demonstration Gebrauch machen, ist das ein völlig normaler Vorgang", sagte der Jurist in der Welt am Sonntag ..."
http://www.zeit.de/sport-newsticker/2010/10/10/258342xml
 
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BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Wie jetzt? 4000? Bloß?

Na da kann man wohl getrost als peinliche Veranstaltung bezeichnen. Zumindest gemessen an dem Stellenwert, den sich die Ultra-Szene im Fussballrummel selber gibt und auch gemessen an der Menge der Zuschauer (nicht zu vergessen die "Interessierten"), die Woche für Woche regelmäßig in die Stadien rennen.

Um eine signifikante Stimme zu haben, die auch gehört und ernst genommen wird, hätten m.E. mindestens 20.000 Leute hingemusst. Das, was dort vor Ort war, kommt dem nichtmal ansatzweise nahe.

So habe die vereinigten Ultra-Szenen m.E. mit dieser Demo genau das Gegenteil erreicht. Statt sich als (ge)wichtiges, stimmgewaltiges Sprachrohr zu präsentieren, haben sie sich als das präsentiert, was sie sind: Eine unbedeutende Gruppierung im Fussballzirkus. Oder wie man auch sagen könnte: Die Wahrheit liegt auf'm Platz.
 
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faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Nun, wenn man noch nichtmal intern an einem Strang zieht ...

Weniger erfreulich hingegen die kurzfristigen Absagen der Fanszenen aus Leverkusen und Mönchengladbach. Aber auch einige andere prominente Szenen wie Schalke, Nürnberg, Frankfurt und Stuttgart traten den Weg in die Bundeshauptstadt nicht an.
zudem ...

Die Organisatoren aus der Pfalz hätten sich eine größere Resonanz gewünscht, wie Limi von „Pro Fans Kaiserslautern“ anmerkte: „Wir hatten gehofft, dass ein weiterer dritter Bus mit 'normalen' Fußballfans - nicht aus dem Lager der Ultras - aufgefüllt werden kann, da diese selbst ja auch mit den Problemfeldern an Spieltagen konfrontiert sind.“
Reportage: Bundesweite Fandemo in Berlin - Der Betze brennt
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Die Polizei verhielt sich während des ganzen Tages im Hintergrund und wurde von Seiten der Veranstalter ausdrücklich gelobt. Bei der gesamten Veranstaltung wurden keine Vorkommnisse gemeldet, wie anschließend auch die Polizei selbst bestätigte.
Selbe Quelle

Keine provozierenden Prügel-Cops vor Ort. Schön zu lesen, dass die auch mal friedlich waren....:D
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Hier eine Stellungnahme der Ultràszene aus Mönchengladbach inklusive einer interessanten Selbstreflexion. Überschrift: Die Doppelmoral der deutschen Ultraszene.
Ich war eigentlich bereits dabei einige Passage daraus zu zitieren, jedoch habe ich festgestellt, dass alles, was dort steht zu zitieren wäre. Eine prima Stellungnahme. :top:

Ultràszene Mönchengladbach bleibt Demonstration fern

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Hier die Stellungnahme der Ultraszene Leverkusen --> Original UL

... und hier auch noch etwas von den JUBOS DORTMUND zur Verantwortung der Ultràszenen--> Groundhopping-Forum :: Fandemo Berlin

Auch hier sind jeweils sehr gute Textpassagen drin, die der Ultraszene durchaus gut tun. Ich empfinde ein solches Auftreten endlich auch mal glaubwürdig und ehrlich sich selbst gegenüber. Klasse. :top:
 
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André

Admin
Ja die Stellungnahme der EX-UMG finde ich auch gut.

Wern man sieht wie auf unterstem Niveau sich in der Bundesliga das Zeug abgeluchst wird, da werden Mitgliedsausweise gefälscht um sich in fremden Stadien unbefugt Zutritt zu verschaffen, da werden 11 jährigen Ihre Schals gezogen um diese später auf dem Zaun präsentieren zu können, etc. ...

Und dann soll man gemeinsam mit solchen Gruppen nach Berlin fahren und "Fussballfans sind keine Verbrecher skandieren"?

Da würde mir auch besseres, in besserer Gesellschaft einfallen. ;)
 

HoratioTroche

Zuwanderer
da werden Mitgliedsausweise gefälscht um sich in fremden Stadien unbefugt Zutritt zu verschaffen
Erklär doch mal bitte wie das geht?

Und was die Schalklauerei angeht, da liegen Anspruch und Wirklichkeit in Mönchengladbach offenbar ein bisschen auseinander...
http://bilder.ultras.ws/bild.php/17434,stph01042NIJ.jpg

"Oder sehen die sich selber als diejenigen, die das hier leben: "Heutzutage werden Kleingruppen angegriffen und Einzelpersonen aus dem Hinterhalt krankenhausreif geschlagen. Das allgemein bekannte Spiel vom "jagen & sammeln" scheint dabei genauso obligatorisch wie das lautstarke Intro zu Spielbeginn und Fahnen werden nicht im Kampf, sondern hinterlistig und feige durch einen Einbruch erbeutet" ?

Dann ist es in der Tat konsequent, nicht teilzunehmen.
 
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faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Ich glaube du verwechselst da was. Das war keine Ultra-Veranstaltung, und deshalb verwundert es auch nicht dass bestimmte Ultra-Gruppen nicht da waren.

Eine "vereinigte Ultra-Szene" gibt es nicht.

Nuja, es war eine Fandemo. Spielt der Charakter oder der Name der Demo da in der Tat eine Rolle? Denn bei den Themen, die ja alle Fans/Zuschauer/Ultras betreffen sollen, kann man durchaus erwarten, dass auch die Ultraszene, dabei ist. Zumal sie bei diesen Themen ja durchaus Wortführer sind. Ich finde es hier viel mehr erstaunlich, dass man sich innerhalb der Szene scheinbar gar nicht einig ist, wie die Fankultur charakterisiert ist und ausgelebt wird.
 

André

Admin
Erklär doch mal bitte wie das geht?
Einmal als die Kölner bei uns die große Fahne geklaut haben. Da hatten 2 Kölner Ultra-Kiddies einen UMG Ausweis gefälscht, sich spät nach den Spiel an einen Ordner gewendet, der Ihnen dann im Stadion nochmal "Ihren" Raum aufschloss. Dann gab es das letztens nochmal irgendwo, weiß aber nicht mehr wo, da hatten sich auch Ultras Ausweise gefälscht um sich irgendwo Zutritt zu verschaffen und was zu entwenden. Glaube beim BVB, war vor paar Wochen mal ein Artikel im Netz.

Und was die Schalklauerei angeht, da liegen Anspruch und Wirklichkeit in Mönchengladbach offenbar ein bisschen auseinander...
http://bilder.ultras.ws/bild.php/17434,stph01042NIJ.jpg

Schals werden bei jeder Ultra-Gruppierung geklaut, oder kennst Du eine die das nicht tut? Das ganze ist aber nach Auffassung der meisten Gruppierungen nicht ehrenhaft wenn man die gewaltsam von einem 11 Jährigen klaut. Für mich als Nicht-Ultra ist sowas unglaublich arm. Wenn die das toll finden sich Schals zu klauen und beide Seiten drauf stehen, können die von mir aus machen, was sie wollen. Es soll auch schon ganz arme Lichter gegeben haben, die für Fanartikel der Gegner im Vorfeld bei Auktionshäusern Geld bezahlt haben, um dann voller Stolz Ihrer Kurve, "das im Kampf Mann gegen Mann erbeutete" präsentieren zu können. Das Feeling auch mal ein Held sein zu dürfen, machts möglich.

Oder sehen die sich selber als diejenigen, die das hier leben: "Heutzutage werden Kleingruppen angegriffen und Einzelpersonen aus dem Hinterhalt krankenhausreif geschlagen. Das allgemein bekannte Spiel vom "jagen & sammeln" scheint dabei genauso obligatorisch wie das lautstarke Intro zu Spielbeginn und Fahnen werden nicht im Kampf, sondern hinterlistig und feige durch einen Einbruch erbeutet" ?

Dann ist es in der Tat konsequent, nicht teilzunehmen.

Auch solche Typen gibt es mit Sicherheit bei den MG Ultras, aber die gibt es auch bei allen anderen Gruppierungen. Sagt ja niemand dass jeder da absolut sauber ist, wer kann auch schon für ne ganze Gruppe die Hand ins Feuer legen?

Aber zu erkennen, dass eine Demo, von diesen Gruppen die sich Tag für Tag das Leben schwer machen, denen jedes Mitel Recht ist irgendwelche Fanartikel des Gegners zu präsentierten, heuchlerisch ist, ist meiner Meinung nach schonmal ein guter Schritt zur Selbsterkenntnis. ;-)
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich finde es hier viel mehr erstaunlich, dass man sich innerhalb der Szene scheinbar gar nicht einig ist, wie die Fankultur charakterisiert ist und ausgelebt wird.

Wenn man sich vor Augen hält, dass es "die Ultra-Szene" gar nicht gibt, sondern jede für sich anders ist und sich auch ständig ändert, wundert einen das eigentlich überhaupt nicht. Im Gegenteil.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ich wundere mich eher, dass da so viele (4000!) waren. Das da viele Ultras nicht hingehen, ist dagegen nicht verwunderlich. Viele "Traditionsfans" halten von den Ultras nämlich gar nichts und umgekehrt. Die stellungnahme der Ultras MG ist ja dagegen richtig reflektiert, da mag ich kaum glauben, dass die wirklich von einer ultragruppe kommt. ;)

ansonsten: nettes anliegen von BAFF&Co, aber die Forderungen zur "Kommerzialisierung" kann ich zum beispiel so nicht unterstüzen. Bei den anderen sachen kann ich dagegen größtenteils mitgehen.

Insgesamt ist es aber wohl eine seltsame Art für einen Erhalt der "Fußballkultur" zu demonstrieren. Was soll das denn sein? Gib höchstens "Kulturen". Daher wäre es wohl tatsächlich klüger ohne diesen begriff zu demonstrieren, sonder sich ganz konkrete ziele auf die fahnen zu schreiben (irgendwas aus dem oben geschriebenen, gibt ja leider genug), da können sich dann auch die unterschiedlichsten gruppen dahinter versammeln. (Falls das überhaupt gewünscht ist...)
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Wenn man sich vor Augen hält, dass es "die Ultra-Szene" gar nicht gibt, sondern jede für sich anders ist und sich auch ständig ändert, wundert einen das eigentlich überhaupt nicht. Im Gegenteil.

Nun das mündet wiederum darin, dass man spätestens dann gegenüber DFB/DFL o.ä. Verantwortlichen kaum gezielt kooperieren oder argumentieren kann. Die Frage, ist das seitens der Ultras, die ich ja durchaus als Fans und damit als Bestandteil der Fanszene sehe, eigentlich gewünscht? Oder will jeder sein Ding machen? Dann wiederum kann ich mir vorstellen, das Gespräche zwischen z.B. BAFF und Verantwortlichen ergebnislos verlaufen. Es existiert ja quasi gar kein gruppenunabhängiger Konsens über Eckpunkte innerhalb der Fanszene.
 
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BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Ich glaube du verwechselst da was. Das war keine Ultra-Veranstaltung, und deshalb verwundert es auch nicht dass bestimmte Ultra-Gruppen nicht da waren.

Eine "vereinigte Ultra-Szene" gibt es nicht.

In Anführungsstrichen hast aber nur du sie geschrieben.

Ungeachtet dessen ist die müde Beteiligung dann umso ärmlicher. Insbesondere wenn man sich vor Augen hält, dass (zumindest in meinem Umfeld) sich die Ultra-Szene genz gerne mal als die einzigen echten Fans ansehen, in Abgrenzung zu den immer wieder gern gebrauchten Begriffen der "Mode-" oder "Erfolgsfans".

Wenn dies also eine Veranstaltung aller Fans war, dann müssten wohl die Organisatoren und Veranstalter der Demo zu dem Schluss kommen können, dass da Probleme gesehen und angesprochen werden, die die weit überwiegende Masse der Zuschauer (und Fans) gar nicht so als vordringlich sehen wie man selbst. Zumindest nicht als soo wichtig, dass es sich dafür lohnt, nach Berlin zu fahren und zu demonstrieren.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Nun das mündet wiederum darin, dass man spätestens dann gegenüber DFB/DFL o.ä. Verantwortlichen kaum gezielt kooperieren oder argumentieren kann. Die Frage, ist das seitens der Ultras, die ich ja durchaus als Fans und damit als Bestandteil der Fanszene sehe, eigentlich gewünscht? Oder will jeder sein Ding machen? Dann wiederum kann ich mir vorstellen, das Gespräche zwischen z.B. BAFF und Verantwortlichen ergebnislos verlaufen. Es existiert ja quasi gar kein gruppenunabhängiger Konsens über Eckpunkte innerhalb der Fanszene.
Kommt drauf an, wie weit du den Begriff "Eckpunkte" definierst. Über gewisse Eckpunkte gibt es durchaus Einigkeit. Siehe die Punkte, die BAFF etc. seit JAHREN versuchen mit DFB und DFL zu besprechen. Dass diese Gespräche regelmäßig scheitern, liegt eher nicht an mangelnder Kooperationsbereitschaft seitens der Fanorganisationen.

Was das Ausleben dessen angeht, was als "Fankultur" verstanden wird, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich denke, darüber herrscht bundesweit doch weitgehend Einigkeit. Allerdings ist es wohl ein Problem, das auch intern immer durchzusetzen. Was bspw. Schalklau, kann es bei aller Einigkeit eben doch immer wieder Aussetzer geben. Da kann man wohl reden wie man will.
Und ob es immer ein organisierter Ultra ist, der da grad Mist baut, ist ja auch immer die Frage. Als hier in KA zuletzt ein Ordner schwer verletzt wurde, war die Schuldfrage auch erst mal klar. Bis herauskam, dass das völlig szenefremde waren. Und auf solche Leute hat man naturgemäß gar keinen Einfluss. Macht die ganze Sache nicht leichter.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Zumindest nicht als soo wichtig, dass es sich dafür lohnt, nach Berlin zu fahren und zu demonstrieren.
Das kann man so sehen. Kommt jetzt drauf an, ob die Zahl als hoch oder niedrig gesehen wird. Und es kommt drauf an, wie diese Demo von Seiten DFB/DFL wahrgenommen wird. Ich glaube ja, dass es denen völlig egal ist, ob da 4000 oder 20000 demonstrieren.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Wenn man sich vor Augen hält, dass es "die Ultra-Szene" gar nicht gibt, sondern jede für sich anders ist und sich auch ständig ändert, wundert einen das eigentlich überhaupt nicht. Im Gegenteil.

Dafür, das es "die Ultra-Szene" gar nicht gibt, schreibt die Ultra-Szene aber sehr viel über die Ultra-Szene. klick (das ist übrigens nur ein Beitrag, es gibt dieser Art zu Hauf)
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Dafür, das es "die Ultra-Szene" gar nicht gibt, schreibt die Ultra-Szene aber sehr viel über die Ultra-Szene. klick (das ist übrigens nur ein Beitrag, es gibt dieser Art zu Hauf)
Schreibt das "die Ultra-Szene"? Oder versucht da jemand, den Begriff "Ultra-Szene" zu erklären? Der Text kommt mir nämlich sehr bekannt vor, der geistert auf den verschiedensten Seiten. Nur weil etwas oft wiederholt wird, wird noch lange nicht viel geschrieben, oder?
Ich habe damit so meine Schwierigkeiten, das allgemein zu formulieren. Sicher gibt es viele grundlegende Gemeinsamkeiten, aber es gibt eben auch Unterschiede. Ich halte es jedenfalls für falsch, überall wo sich jemand Ultra nennt, das gleiche Verhalten zu erwarten und darauf entsprechend immer gleich zu reagieren. Den Fehler macht in meinen Augen auch der Herr Pilz. DFB und DFL sowieso.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Was das Ausleben dessen angeht, was als "Fankultur" verstanden wird, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich denke, darüber herrscht bundesweit doch weitgehend Einigkeit.

Wenn es hier Einigkeit gibt, dann frage ich mal nach den Inhalten dieser Einigkeit. Aus den Stellungnahmen lese ich nämlich eher das Gegenteil (zugegeben es handelt sich hier nur um einzelne Stellungnahmen).

Und ob es immer ein organisierter Ultra ist, der da grad Mist baut, ist ja auch immer die Frage. Als hier in KA zuletzt ein Ordner schwer verletzt wurde, war die Schuldfrage auch erst mal klar. Bis herauskam, dass das völlig szenefremde waren. Und auf solche Leute hat man naturgemäß gar keinen Einfluss. Macht die ganze Sache nicht leichter.

Ich glaube darüber muss man auch gar nicht diskutieren, hier stehen wir auf demselben Standpunkt, zumal es auch sicherlich nie auszuschliessen ist, dass sowas vorkommt. Es geht aber nicht zwingend um organisierte Ultras. Die Demo war ja keine Ultraveranstaltung, wie Du geschrieben hast. Stimmt, sie war eine Fanveranstaltung. Die Ziele/Forderungen (Eckpunkte) hatte Keule im Eingangspost zitiert. Die mögen gut klingen. In der Summe der Teilnehmer schliesse ich aber, dass es sich hier um Forderungen einer absoluten Minderheit handelt, die im Endeffekt entgegengesetzt der überwältigenden Mehrheit der Zuschauer agieren.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Schreibt das "die Ultra-Szene"? Oder versucht da jemand, den Begriff "Ultra-Szene" zu erklären? Der Text kommt mir nämlich sehr bekannt vor, der geistert auf den verschiedensten Seiten. Nur weil etwas oft wiederholt wird, wird noch lange nicht viel geschrieben, oder?
Ich habe damit so meine Schwierigkeiten, das allgemein zu formulieren. Sicher gibt es viele grundlegende Gemeinsamkeiten, aber es gibt eben auch Unterschiede. Ich halte es jedenfalls für falsch, überall wo sich jemand Ultra nennt, das gleiche Verhalten zu erwarten und darauf entsprechend immer gleich zu reagieren. Den Fehler macht in meinen Augen auch der Herr Pilz. DFB und DFL sowieso.

Nun die Begrifflichkeit Ultra-Szene findet in Google ca. 10.000 Einträge. Davon sind eben auch sehr viele Einträge von Ultras unterschiedlichster Vereine, die sich selbst als Ultra-Szene definieren. Ich denke mal hier geht es nur um eine Begrifflichkeit. Im übrigen den zweiten Teil sehe ich das nicht so. Das es in jeder Szene Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt, dürfte ausser Frage stehen. Ein Ultra wird sich an den (Kern-)Inhalten, in denen es ja laut Deiner Aussage bundesweit Einigkeit herrscht, durchaus messen lassen müssen.
 
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faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Dafür, dass die Beteiligung von einigen als ärmlich empfunden wird, ist das mediale Echo dann doch verwunderlich, oder?
http://www.tagesspiegel.de/sport/fans-nehmen-gemeinsam-anstoss-/1953290.html

So unterschiedlich sind Sichtweisen, ich würde es nicht als mediales Echo definieren, sondern eher als Randnotiz, selbst wenn es in dem einen oder anderen Medium stärkeren Anklang findet. Als Masstab dafür nehme ich nunmal all das, wie sich Fans/Ultras etc. präsentieren. Oft genug haben wir hier im Forum Diskussionen zu Verhaltensweisen von Fans und da ist das Echo dann doch eher so, dass es eine Vielzahl von Usern gibt, die mit den obigen Forderungen eher argumentieren, als mit den realen Verhältnissmässigkeiten und den realen Fakten.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Oft genug haben wir hier im Forum Diskussionen zu Verhaltensweisen von Fans und da ist das Echo dann doch eher so, dass es eine Vielzahl von Usern gibt, die mit den obigen Forderungen eher argumentieren, als mit den realen Verhältnissmässigkeiten und den realen Fakten.
Die da wären? Wer sagt denn was real ist? Realität stellt sich jedem anders dar. Wahrnehmung und so.

Und ist die Vielzahl von Usern in diesem Forum
a) repräsentativ und
b) maßgeblich?
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Die da wären? Wer sagt denn was real ist? Realität stellt sich jedem anders dar. Wahrnehmung und so.

Nun, dafür wird dann aber vielfach sehr einfach diskutiert. Das fängt bei "Meinungen" und "Tatsachen" an und hört bei pauschlisierten (Vor-)Verurteilungen auf. Es wird hier nämlich sehr oft von Tatsachen geschrieben, obwohl sie es nicht sind. Zudem ist das nicht nur hier so, sondern allgemein im Medium Internet. Schaut man jedoch mal hinter diese "Tatsachen" und versucht Einzelfälle zu beleuchten, dann muss man sehr schnell lesen, wie pingelig man doch ist.

Und ist die Vielzahl von Usern in diesem Forum
a) repräsentativ und
b) maßgeblich?

zu a) repräsentativ innerhalb eines abgegrenzten Raumes durchaus ja, im Bezug zur Gesamtheit der Fussballfans weiss ich es schlicht nicht
zu b) für mich nicht
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ach, hier stehts ja auch was ich vermutete:
"Nur die Anhänger aus Leverkusen und Gladbach klatschten nicht. Sie sind mit Blick auf die verhasste Kölner Fanszene zu Hause geblieben."
Fu
und da stehts auch so.
"Für Anhänger aus Mönchengladbach und Leverkusen war es allerdings zu viel verlangt, gemeinsam mit Kölnern aufzutreten"
http://www.tagesspiegel.de/sport/fans-nehmen-gemeinsam-anstoss-/1953290.html

Was da auch steht: Die Interessen der verschiedenen Fanlager sind naturgemäß unterschiedlich. Anstoßzeiten sind z.B. (noch) eher ein Zweitligathema.
Ansonsten ein Artikel, der über Berichterstattung hinausgeht. Da hat sich mal einer etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt.
 
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faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Ach, hier stehts ja auch was ich vermutete:
"Nur die Anhänger aus Leverkusen und Gladbach klatschten nicht. Sie sind mit Blick auf die verhasste Kölner Fanszene zu Hause geblieben."
Fu
und da stehts auch so.
"Für Anhänger aus Mönchengladbach und Leverkusen war es allerdings zu viel verlangt, gemeinsam mit Kölnern aufzutreten"
Demo in Berlin: Fans nehmen gemeinsam Anstoß - Sport - Tagesspiegel

Nun aus den Stellungnahmen lese ich genau sowas nun gar nicht raus.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Nun aus den Stellungnahmen lese ich genau sowas nun gar nicht raus.
Natürlich nicht.
Aber: Aus bestimmten Städten war auch bei der letzten Fandemo (2005 in Frankfurt) niemand da. Die gleichen wie jetzt auch nicht. Deswegen denke ich für mich, dass die Gründe damals wie heute ähnlich gelagert sind und die offiziellen möglicherweise vorgeschoben.

Zur Klarstellung: Das ist eine Meinung :D
 
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