Bilder der (Welt)-Geschichte

Rupert

Friends call me Loretta
Immer wenn ich Punk höre und surfe, stolpere ich zwangsläufig über politische Großereignisse und deshalb gibt's jetzt 'nen Thread zu den Bildern jener Geschehen, die vielleicht so manchmal in Vergessenheit geraten.

Angefangen wird mit dem Prager Frühling 1968, als die Liberalisierungsbestreben der Tschechoslowakei von der sowjetischen Führung blutig niedergeschlagen wurden.

Dieses Bild verkörpert, wie kaum ein anderes, Mut und Verzweiflung, die soweit geht, dass sich ein Mensch selbst der aussichtslosesten Situation stellt.

Wäre schön, wenn Ihr andere Bilder nach und nach mit ein paar kommentierenden Zeilen einstellt.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
7.12.1970
Diese Geste der Demut war für alle überraschend: für die Delegation, die Gastgeber und die Öffentlichkeit. International wurde sie als Bitte um Vergebung gewertet und ebnete der Ostpolitik den Weg, für die Willy Brandt 1971 der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde.
Sein Freund Egon Bahr erwähnte mal in einem Interview, dass Brandt diesen

-> Kniefall

keineswegs geplant hatte und bis unmittelbar vor Ausführung nicht gewusst habe, dass er ihn machen würde. Diese Spontaneität des Kniefalls wirkte dadurch authentisch und überzeugte damit die Beobachter dank seiner Ehrlichkeit und eben Demut.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Vietnamkrieg

Am 2.3.1965 begannen die USA das kommunistische Nordvietnam zu bombardieren, und kurz darauf schickten sie auch reguläre Truppen nach Vietnam. Der Krieg, der die Ausbreitung des Kommunismus verhindern sollte, wurde vor allem von der Jugend in den USA und in der westlichen Welt heftig kritisiert. Am 30.4.1975, also gestern vor 35 Jahren, nahmen norvietnamesische Truppen schließlich Saigon ein, und die USA zogen sich - auch durch den wachsenden Druck im eigenen Land - aus Vietnam zurück.

Der vietnamesische Fotograf Nick Ut gewann 1972 den Pulitzer-Preis mit diesem Foto, auf dem Kinder des Dorfes Trang Bang vor einem Napalmangriff flüchten.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Dass der Vietnamkrieg nicht lange auf sich warten lässt, lag auf der Hand.

Hier noch der Mönch Thich Quang Duc, der sich 1963 in Saigon selbst verbrannte um gegen die Unterdrückung und Verfolgung der Buddhisten zu prostestieren.
Auf Wikipedia stehen noch ein paar Zeilen, die ein Augenzeuge der Selbstverbrennung schilderte.

Dieses Foto zierte Jahrzehnte später das Cover eines Albums von Rage against the machine.
 

Rise Against

Pokalfinalist
Heute findet die Gedenkfeier zum 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau statt

320px-Arbeitmachtfrei.JPG


Prisoners_liberation_dachau.jpg

(Häftlinge nach der Befreiung durch US-Truppen)
Survivors_liberation_dachau.jpg


 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Ja, als ehemaliger DDR Bürger ist es zwangsläufig, das ich auf das Thema komme, was mich geprägt hat.

mauerfall.jpg
 

Detti04

The Count
Ein Bild, welches in Deutschland weniger bekannt sein duerfte, aber welches trotzdem einen der wenigen Momente zeigt, in welchem Sport wirklich bedeutend wird und zur Bildung einer Nation beitraegt (so aeehnlich wie unser Wunder von Bern): Nelson Mandela ueberreicht Springboks-Kapitaen Francois Pienaar den Weltmeister-Pokal (und traegt dabei ein Trikot mit Pienaars Nummer).

Um es einzuordnen: das alles geschah bei der WM 1995, welche Suedafrika ausrichtete. Die Apartheid war nur wenige Jahre zuvor abgeschafft worden, und die ersten demokratischen Wahlen hatten sogar erst im Jahr vorher stattgefunden. In diesen wurde Mandela zum neuen Praesidenten gewaehlt; als solcher war klar, dass er dem neuen Weltmeister den Pokal ueberreichen durfte. Suedafrika hatte in einem ueberaus spannenden Finale in der Verlaengerung gegen (ein als nahezu unschlagbar angesehenes) Neuseeland gewonnen; das Interessante an der Sache ist, dass Rugby der Sport der weissen Suedafrikaner war (und ist), waehrend Fussball der Sport der schwarzen Suedafrikaner war (und ist). Dass Mandela fuer das Spiel in Pienaars Trikot erschien, war da schon eine grosse Geste; dass er am Schluss in diesem Trikot "seinem" Kapitaen den Pokal ueberreichen durfte, einfach nur ein magischer Moment.

Kein Wunder, dass das Ganze verfilmt wurde. Hat jemand "Invictus" gesehen?
 

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Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Leider auch traurige Begebenheiten fanden zu Zeiten von WMn statt, jeweils in den Monaten Juni:

-> 17.6.94
Die leblosen Körper von OJ Simpsons 1. Frau und ihres Freundes wurden in L.A. aufgefunden. Simpson wurde ein Ultimatum gestellt, sich zu stellen. Er tat es nicht, wurde abends von einem Polizisten in seinem Auto gefunden. Er hatte ein Gewehr auf sich selbst gerichtet, als er mit seinem Auto losfuhr. Die Fahrt dauerte 45min, wurde im amerikanischen Fernsehen live übertragen. Er führte die Polizei zu seinem Haus und liess sich dort festnehmen.

-> 21.6.98
Trauriger Tag für den deutschen Fußball, am 21. Juni 1998 kam es in Lens im Rahmen des Spiels Deutschland gegen Jugoslawien zu Strassenschlachten zwischen Hooligans und der Polizei. Der Gendarm Daniel Nivel erlitt damals schwerste Kopfverletzungen, fiel sechs Wochen ins Koma und ist seitdem schwerbehindert. Die Bilder der Prügelszene gingen um die Welt.

-> 5.6.02
Israel: Bei einem Selbstmordattentat der Gruppe Islamischer Dschihad auf einen Linienbus sterben 17 Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet:

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Vielleicht noch zur Ergänzung der traurigen Ereignisse während einer WM:

Juni/Juli 2006: Beschluss zur Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19%
Juni/Juli 2010: Beschluss von Sparmaßnahmen für die arbeitende Bevölkerung zur Rettung der von Banken und Spekulanten kaputtgemachten Wirtschaft...

PS: Wen in Europa interessiert bitte dieser OJ Simpson? :floet:
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich habe damals schon in Karlsruhe gewohnt und kann mich noch gut daran erinnern, dass überall, z.B. in Postämtern diese Fahndungsplakate hingen. Heute ist an dieser Stelle ein Gedenkstein. Ich habe später, Mitte 90er, keine 200m weiter im Studentenwohnheim gewohnt, und fand es erschreckend, dass mit diesem Stein und seiner Bedeutung nur die allerwenigsten selbst meiner deutschen Mitbewohner etwas anfangen konnten.
http://www.wdr.de/themen/politik/deutschland/deutscher_herbst/_img/buback_400q.jpg
 

Rupert

Friends call me Loretta

Rupert

Friends call me Loretta
Hol ich den Thread aus historischen Gründen mal nach oben.
Heute vor 75 Jahren war der sog. D-Day, der Tag des Beginns der Landung der westalliierten Streitkräfte in der Normandie und Anfang der Rückeroberung des westlichen Europas aus der Besatzung durch deutsche Wehrmacht und SS.
Robert Capa, ich glaube wir sprachen hier im Forum schon mal über ihn, photographierte die ersten Minuten am Landungsabschnit “Omaha Beach”, glaub ich.
This is the story behind Robert Capa's D-Day photos on Normandy Beach
 

powerhead

Pfälzer
Wie kam es zur Diktatur und zur den katastrophalen Folgen bis zum D-Day und darüber hinaus? Den Weg ebnete das Ermächtigungsgesetz,dass am 24.März 1933 verabschiedet wurde, und ohne die Stimmen der bürgerlichen Parteien nicht möglich gewesen wäre.
Nicht zu vergessen : Nach dem D-Day starben in Europa mehr Menschen als in den Kriegsjahren zuvor.
 

KGBRUS

Mitglied Trainerfindungskommission 2021 psst... RR
Wie kam es zur Diktatur und zur den katastrophalen Folgen bis zum D-Day und darüber hinaus? Den Weg ebnete das Ermächtigungsgesetz,dass am 24.März 1933 verabschiedet wurde, und ohne die Stimmen der bürgerlichen Parteien nicht möglich gewesen wäre.
Nicht zu vergessen : Nach dem D-Day starben in Europa mehr Menschen als in den Kriegsjahren zuvor.

Hier greifst Du etwas kurz. Die NSDAP hatte mit der DNVP die absolute Mehrheit. Durch eine Änderung der Geschäftsordnung im Vorfeld des Ermächtigungsgesetztes, wurden kranke oder verhinderte (im Klartext verhaftete ) Abgeordnete zur Findung der erforderlichen 2/3 Mehrheit nicht berücksichtigt. Somit reichte es auch wenn die SPD komplett dagegen stimmt das Zentrum aber dafür. Im Grunde hast Du recht, aber gerade die Abgeordneten und die Familien der Zentrumspartei wurden im Vorfeld massiv bedroht. Im Angesicht das schon einige Abgeordneten der KPD usw schon verhaftet und oder durch die SA ermordet worden waren und dem massiven bewaffneten Aufmarsch von SA und SS Truppen im Reichstag kann man das Abstimmverhalten durchaus nachvollziehen.

Ein Zitat des SPD Abgeordneten Fritz Baade von 1948:

„Wenn man […] das ganze Zentrum nicht durch physische Bedrohung gezwungen hätte, für dieses Ermächtigungsgesetz zu stimmen, wäre auch in diesem Reichstag keine Mehrheit zustande gekommen. Ich entsinne mich, daß Abgeordnete der Zentrumsfraktion […] nach der Abstimmung weinend zu mir kamen und sagten, sie seien überzeugt gewesen, dass sie ermordet worden wären, wenn sie nicht für das Ermächtigungsgesetz gestimmt hätten.“

Um so höher ist das "Nein" der SPD Abgeordneten zu bewerten! Auch wenn diese wahrscheinlich nicht so stark persönlich bedroht worden sind.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Dazu kam noch, dass alle KPD Abgeordneten entweder schon vorher verhaftet oder bereits zur Flucht aus Deutschland gezwungen worden waren.

Zur NS-Diktatur, zum zweiten Weltkrieg und zum Genozid kam es, weil es die Mehrheit der Deutschen wollte und diejenigen, die es nicht wollten, verfolgte, verhaftete, tötete,... Das ist die bittere Wahrheit.
 
Zuletzt bearbeitet:

KGBRUS

Mitglied Trainerfindungskommission 2021 psst... RR
Zum zweiten Weltkrieg kam es, weil es die Mehrheit der Deutschen wollte und diejenigen, die es nicht wollten, verfolgte, verhaftete, tötete,... Das ist die bittere Wahrheit.

Da widerspreche ich dir, ich denke nicht das die Mehrheit den Krieg wollte, ich glaube, das die schweigende Mehrheit vor 33 gedacht hat, wird schon nicht so schlim sein und nach 33 war es zu spät. Parteien mit solchem Gedankengut müssen von Beginn an lautstark demaskiert werden. Das lehrt uns unsere eigene Geschichte.
 

powerhead

Pfälzer
Hier greifst Du etwas kurz. Die NSDAP hatte mit der DNVP die absolute Mehrheit. Durch eine Änderung der Geschäftsordnung im Vorfeld des Ermächtigungsgesetztes, wurden kranke oder verhinderte (im Klartext verhaftete ) Abgeordnete zur Findung der erforderlichen 2/3 Mehrheit nicht berücksichtigt. Somit reichte es auch wenn die SPD komplett dagegen stimmt das Zentrum aber dafür. Im Grunde hast Du recht, aber gerade die Abgeordneten und die Familien der Zentrumspartei wurden im Vorfeld massiv bedroht. Im Angesicht das schon einige Abgeordneten der KPD usw schon verhaftet und oder durch die SA ermordet worden waren und dem massiven bewaffneten Aufmarsch von SA und SS Truppen im Reichstag kann man das Abstimmverhalten durchaus nachvollziehen.

Ein Zitat des SPD Abgeordneten Fritz Baade von 1948:

„Wenn man […] das ganze Zentrum nicht durch physische Bedrohung gezwungen hätte, für dieses Ermächtigungsgesetz zu stimmen, wäre auch in diesem Reichstag keine Mehrheit zustande gekommen. Ich entsinne mich, daß Abgeordnete der Zentrumsfraktion […] nach der Abstimmung weinend zu mir kamen und sagten, sie seien überzeugt gewesen, dass sie ermordet worden wären, wenn sie nicht für das Ermächtigungsgesetz gestimmt hätten.“

Um so höher ist das "Nein" der SPD Abgeordneten zu bewerten! Auch wenn diese wahrscheinlich nicht so stark persönlich bedroht worden sind.

Grundsätzlich hast du Recht, aber es gibt durchaus einen anderen Aspekt : Hätten die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien gegen das Gesetz gestimmt, hätte wohlmöglich die Geschichte einen anderen Verlauf genommen. Die Kommunisten und Sozialdemokraten haben zu einem großen Teil für ihre Ideale und Überzeugung unter Repressalien und Verfolgung gelitten, die Sozialdemokraten ja bereits im Kaiserreich. Sie haben dem Faschismus Widerstand entgegen gesetzt, etliche starben auch in Konzentrationslagern. Die Bürgerlichen beugten sich dem Terror, und machten den Weg für Hitler und seine Schergen frei. Wo der hin führen würde, war damals schon klar abzusehen.
Natürlich lässt sich heute leicht darüber urteilen, keiner von uns hat eine Vorstellung davon, wie man sich selbst in der gleichen Situation verhalten hätte.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Da widerspreche ich dir, ich denke nicht das die Mehrheit den Krieg wollte, ich glaube, das die schweigende Mehrheit vor 33 gedacht hat, wird schon nicht so schlim sein (...)

Dem Narrativ schließe ich mich nicht an; es war bereits vor 1933 klar zu erkennen wofür die NSDAP und ihre Unterstützer stehen; gerade deswegen leisteten ja auch Teile der Bevölkerung und der Politik erbitterten Widerstand, den sie oft mit ihrem Leben bezahlten.
 

KGBRUS

Mitglied Trainerfindungskommission 2021 psst... RR
Grundsätzlich hast du Recht, aber es gibt durchaus einen anderen Aspekt : Hätten die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien gegen das Gesetz gestimmt, hätte wohlmöglich die Geschichte einen anderen Verlauf genommen. Die Kommunisten und Sozialdemokraten haben zu einem großen Teil für ihre Ideale und Überzeugung unter Repressalien und Verfolgung gelitten, die Sozialdemokraten ja bereits im Kaiserreich. Sie haben dem Faschismus Widerstand entgegen gesetzt, etliche starben auch in Konzentrationslagern. Die Bürgerlichen beugten sich dem Terror, und machten den Weg für Hitler und seine Schergen frei. Wo der hin führen würde, war damals schon klar abzusehen.
Natürlich lässt sich heute leicht darüber urteilen, keiner von uns hat eine Vorstellung davon, wie man sich selbst in der gleichen Situation verhalten hätte.

Trotz alledem muß man immer die Gesamtsituation beurteilen und die ganze Wahrheit umfasst nun mal auch die Bedrohung an Leib und Leben der Abgeordneten und deren Familien sowie die Einschüchterung durch die Anwesenheit von uniformierten und bewaffnete SA und SS Truppen.
und zum abschluß, alle die sich nicht der NSDAP verpflichteten standen unter Verfolgung wurden gefangen gesetzt oder gar ermordet.
 

KGBRUS

Mitglied Trainerfindungskommission 2021 psst... RR
Dem Narrativ schließe ich mich nicht an; es war bereits vor 1933 klar zu erkennen wofür die NSDAP und ihre Unterstützer stehen; gerade deswegen leisteten ja auch Teile der Bevölkerung und der Politik erbitterten Widerstand, den sie oft mit ihrem Leben bezahlten.

meiner Meinung nach vermischt du hier etwas, nämlich die Zustimmung zu Hitler und die Zustimmung zum Krieg.
Und setzte bitte nicht voraus, das alle die pro Hitler waren all seine Pläne kannten, das ist heutzutage mit Internet möglich und selbst heute gibt es nur sehr wenige allumfassend informierte Bürger, aber damals nicht.
Klar man konnte es in seinem Buch lesen. Davon wurden aber bis 1933 knapp 300.000 verkauft. Also kannst du auch dadurch nicht voraussetzten das alle bescheid wussten.
Zu deiner Mehrheit: In der letzten Reichtagswahl hat die NSDAP 43% der Abgegeben Stimmen erreicht. Damit dürfte doch wohl klar sein, das nicht die Mehrheit der Deutschen pro Hitler war.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Einverstanden: Dann halt 7% unter der Mehrheit und ein guter Teil hat sich nicht drum geschert; denen war dann also Krieg, Terror und Genozid eher egal.
Man konnte es nicht nur in seinem Machwerk lesen, schließlich gab's auch damals Zeitungen, Veranstaltungen, Aufmärsche, etc. pp. Hinschauen musste man natürlich schon wollen, das stimmt.
 

KGBRUS

Mitglied Trainerfindungskommission 2021 psst... RR
inverstanden: Dann halt 7% unter der Mehrheit
der zur Reichtagswahl abgegebenen Stimmen.... ;-)

Die Wahlbeteiligung lag bei 88%. Also recht hoch. Werden aus deinen 7% aber auch schon 11% unter der Mehrheit :)


guter Teil hat sich nicht drum geschert; denen war dann also Krieg, Terror und Genozid eher egal.
Sorry das halte ich für eine sehr schlechte und unangemessene Aussage.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ne, sorry, das mache ich nie mit: Wer nicht wählt, der wählt eben nicht und ist damit halt raus aus politischen Entscheidungsfindungen.

Mag sein, dass Du die Aussage für schlecht hältst oder meinetwegen für unangemessen (allerdings frage ich mich da unangemessen gegenüber was oder wem?); sie spiegelt aber die Realität wieder; gerade auch dann nach 1933-1945.
Wobei zumindest der Krieg spätestens ab 1940 dann etlichen Deutschen doch nicht mehr ganz so egal gewesen sein dürfte, als die ersten Bomben auf Deutschland niedergingen; aber noch erträglich genug um ihn auszuhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:

powerhead

Pfälzer
Mein Vater (Jahrgang 21) legte Wert darauf, dass er kein Parteimitglied war. Er redete sehr selten über seine Kindheit und Jugend, noch weniger über seine Zeit bei der Wehrmacht, er wurde 40 eingezogen und diente als Funker. Aber einmal sagte er etwas, was mir ein völlig neues Bild vermittelte :"Wir hätten dem Adolf alles verziehen, wenn er uns nicht die Jugend genommen hätte."
Alles. Nicht mehr und nicht weniger.
Erschreckend.
 
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