Axel Witsel für 9 Spiele gesperrt...

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Schreiben wie es so: Jemand fährt mit 100 durch die Stadt (gestrecktem Bein) und wird erwischt (Foulspiel), ein anderer fährt mit 100 durch die Stadt (gestrecktem Bein) überfährt einen Menschen (doppelter offener Beinbruch) und wird erwischt (Foulspiel).

Anders: 100 durch die Stadt= Tathandlung (gestrecktes Bein), erwischen ist der Schiripfiff. Sprich das Überführen des Täters. Das Foulspiel wäre draussen bestenfalls die Körperverletzung. Aberr auch nur dann, wenn die Tathandlung alleine für sich betrachtet gar nicht sanktionswürdig ist.

Im Beispiel liegt jedoch eine Tateinheit vor. Also zwei Delikte. Nämlich zu schnell fahren und die Körperverletzung.

Die Tathandlungen sind gleich, nur die Folgen halt nicht! Nach der Aussage weiter unten ist der überfahrene Mensch ( d.o.Beinbruch) hier unerheblich und das Strafmass soll gleich ausfallen.

Die Frage ist also, ob im Fußball das gestreckte Bein an sich als "Begehungsdelikt" schon "strafwürdig" ist bzw. sein soll oder erst in Verbindung mit dem Foul.

Letzteres führt dazu, dass Zweikämpfe mit gestrecktem Bein immer nur dann geahndet werden, wenn daraus ein Foulspiel folgt.

Aus ersterem folgt, dass jeder Zweikampf mit einem (der regel entsprechenden) gestrecktem Bein abgepfiffen werden müsste und bei einem gleichzeitigem Foulspiel beide Taten als Tateinheit anzusehen sind, was dann zu einer höheren Strafe führen müsste.

Beides hätte Vor- und Nachteile.
 

U w e

Moderator
Im Beispiel liegt jedoch eine Tateinheit vor. Also zwei Delikte. Nämlich zu schnell fahren und die Körperverletzung.
....

Beides hätte Vor- und Nachteile.


Gestrecktes Bein und Verletzung (Pech), sind für mich höher zu bestrafen als ein gestrecktes Bein ohne Verletzung (Glück).

Meine Meinung.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Hmm....Kann man eben, weil bei einem Zweikampf - dem Wortsinn nach - immer 2 Leute gehören, auch anders sehen. Denn wer regelwidrig reingeht, nimmt ein Foul bzw. eine Verletzung i.d.R. billigend in Kauf. Je nach dem Grad des "Einsteigens" natürlich.

Und draussen, also im echten Leben, ist ja nicht umsonst der Versuch i.d.R. genauso zu bestrafen, wie die Begehung bzw. der Erfolg. Das hat durchaus seine Gründe, warum das so ist.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Gestrecktes Bein und Verletzung (Pech), sind für mich höher zu bestrafen als ein gestrecktes Bein ohne Verletzung (Glück).

Meine Meinung.

Deine Meinung in Ehren, aber das gibt die Regel nicht her. Wohl aber was Fahrlässigkeit und Inkaufnahme der Verletzung angeht, ob sie nun eintritt oder nicht.
Deshalb sind 9 Spiele für ein grobes Foul - was anderes ist es laut Regel nicht, Verletzung hin oder her - schon extrem viel. Sowas kennt man eigentlich nur von ganz üblen Tätlichkeiten oder Tätlichkeiten gegen den Schiedsrichter.

Wobei ich persönlich das Strafmaß in Ordnung finde. Allerdings halte ich es für schwerlich praktikabel, Faktoren wie Glück oder Pech in die Beurteilung einfliessen zu lassen.
 

Gaudloth

Bratze
Der zieht kein Stück zurück, sondern tritt voll durch, das ist schon durchaus brutal und 9 Spiele sind da meines Erachtens vollkommen angemessen.e
Wer ohne Rücksicht auf Verluste mit voller Kraft zutritt hat eine schwere Strafe verdient. Das meiner Meinung aber immer, wenn er den Gegenspieler so trifft.
Wirklich schade, dass Fußballer es nicht lernen möglichst foulfrei zu spielen, macht irgendwie das Spiel kaputt.
 

DeWollä

Real Life Junkie
Für die Länge einer Sperre spielen die Folgen für mich keine Rolle -
wenn der jetzt schon häufiger nagativ aufgefallen wäre - OK...

wenn ich sicher wäre, daß jeder Spieler von jedem Verein eine ordentliche Strafe aufgebrummt bekäme bei dem gleichen Delikt, hätte ich nichts gegen eine lange Sperre, auch nicht in diesem Fall. Ich bin so und so der Meinung ein Spieler, der so reigeht, muß damit rechnen müssen, daß er länger nicht mehr spielen wird, als sein Opfer.
 

DeWollä

Real Life Junkie
Ein Spieler, der ein taktisches foul nicht macht und deswegen die Mannschaft in Rückstand gerät, wird als unprofessionell angesehen.
Die Fairness ist leider abhanden gekommen, mir fehlen zum Beispiel Situationen wo ein Spieler dem Schiedsrichter zugibt, überhaupt nicht berührt worden zu sein und der Elfer keine war....so ein Spieler wäre nicht mehr lange Profi.
Betrug im Sport wie im richtigen Leben sind schon unabdingbar geworden und machen den Unterschied. Man darf sich nicht erwischen lassen oder noch besser, man hat die Justiz im Rücken oder allgemein die Macht.
Deshalb wird es auch immer Vereine geben, die besser rauskommen und weniger bestraft werden oder kann sich jemand von Euch erklären, warum zum Beispiel der Real Spieler Pepe überhaupt so schnell wieder auf dem Platz steht? Hätte ein Bochumer oder Düsseldorfer Spieler sowas abgeliefert, ich glaube, den würden wir im Profigeschäft nicht mehr sehen....meine Meinung.
 

Faulix001

Dschungel-Tasmania
wenn ich sicher wäre, daß jeder Spieler von jedem Verein eine ordentliche Strafe aufgebrummt bekäme bei dem gleichen Delikt, hätte ich nichts gegen eine lange Sperre, auch nicht in diesem Fall. Ich bin so und so der Meinung ein Spieler, der so reigeht, muß damit rechnen müssen, daß er länger nicht mehr spielen wird, als sein Opfer.

Jein...

Ich will das Foul nicht verharmlosen, aber solche Szenen gibt es in wirklich jedem Spiel.
Meiner Meinung nach kommt die Beachtung dieses Falls von den Folgen (der üblen Verletzung) und nicht von der Auswirkung (des Fouls).
Hätte er ihn nicht getroffen bzw. so übel verletzt, wäre die Strafe nie und nimmer so hoch ausgefallen.
 

Faulix001

Dschungel-Tasmania
Was war mit Michel Stich?

Der ist mal übelst umgeknickt, hat sich aber "nur" einen Bänderris zugezogen - das sah auch dermaßen übel aus, dass es in allen Medien war.

Die Fleichwunde vom Lienen fand ich da persönlich ansehnlicher, wenn ich an Stich denke schmerzen mir immer noch die Knochen :schock:
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
:suspekt:Von wem ? Wer ausser Dir sagt so etwas ?

Och komm, Oldschool. Vielleicht ist das mit dem "unprofessionell" übertrieben. Aber dass sog. taktische Fouls quasi trainiert werden, dürfte nun nicht wirklich neu sein.

Ich erinnere mich an einen Sammer, der das mal in einem Fernsehinterviev in einer Halbezeit oder nach dem Spiel so geäußert hat: "Da muss er hier ein taktisches Foul machen, dann wirds hinten nicht gefährlich". Sinngemäß.

Und auch Phillip Lahm hat mal nach einem von ihm verschuldeten Ggegentor sich ähnlich geäußert, meine ich mich zu erinnern: "Den darf ich nicht vorbeilassen. Zur Not muss ich eben Foul spielen." Auch sinngemäß.

Beides Äußerungen, die mir klar zeigen, dass bewusstes Foulspiel (um den Spielfluss des Gegners zu unterbinden) mittlerweile zum taktischen Konzept gehören.

In Ordnung finde ich das auch nicht.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
War ja ein paar Tage unterwegs, aber zu dem Thema muss ich natürlich auch noch meinen Senf dazugeben:

Ich halte die Sperre von 9 Spielen für berechtigt. Dabei ist es für mich unerheblich, wieviel Absicht nun wirklich dahintersteckte, aber wenn ein Profi derart brutal auf das Bein eines Gegenspielers springt, dann muss er mit so einer Verletzung rechnen. Auch wenn nicht eindeutig ist, ob in dem Bruchteil von Sekunden nun wirklich soviel Absicht war.

Andernorts haben wir ja ausführlich das Thema Schwalben besprochen, und ich bin überzeugt, auch eine Schwalbe kann aus einem Reflex (Angst vor einem Tritt) in einem Bruchteil von Sekunden passieren, und genauso wie bei diesem Foul ist es nicht immer klar, wieviel Absicht wirklich dahintersteckte. Die Folgen für die Gesundheit des Gegners sind jedoch bei diesem Foul ungleich schlimmer - und vor allem darauf kommt es für mich an.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Vielleicht ist das mit dem "unprofessionell" übertrieben. Aber dass sog. taktische Fouls quasi trainiert werden, dürfte nun nicht wirklich neu sein.
Eben darauf wollte ich hinaus. Taktische Fouls, die für mich immer leichte Fouls sind, kommen oft durch mangelnde spielerische, also technische Fertigkeiten zustande. Oder durch mangelnde Kondition, wenn man mit der Schnelligkeit oder dem Antritt des Gegners nicht mithalten kann.
Es kann nicht als Profession des Spielers angesehen werden, Wert auf die Qualität eines Foulspiels zu legen und die auch noch zu trainieren. Primär sollte ein Trainer einen Spieler dazu ermutigen, seine technischen Defizite abzustellen, sodass die sog. taktischen Fouls weniger werden. Ganz vermeiden lassen sich die nie und eine Gelbe Karte ziehen sie immer nach sich. Und Gelbe Karten schränken die taktischen Möglichkeiten noch weiter ein.
 

Herthingo

Höha, schnella, Hertha
Was in der Diskussion bisher noch keine Erwähnung fand, ist, daß der gefoulte Spieler als ziemliches Rauhbein bekannt ist. Ich kann und will dem Witsel nicht unterstellen, den Wasylewski derart zu verletzen, aber wenn man sich die Szene unter diesem Gesichtspunkt nochmal anschaut, ist der Verdacht, es dem Rauhbein mal ein bißchen zu zeigen, nicht ganz aus der Luft gegriffen, denke ich. Ob es dann nur Pech ist, wenn das Bein hinterher dann so aussieht, laß' ich mal dahingestellt.
Strafmaß deshalb mMn absolut okay, Morddrohungen gegen Witsel natürlich unter aller Kanone !
 

DeWollä

Real Life Junkie
:suspekt:Von wem ? Wer ausser Dir sagt so etwas ?


was meinst Du was der Trainer von einem Spieler denkt, der ein taktisches foul, das ihm die gelbe Karte eingehandelt hätte, nicht macht und das team deshalb das Endspiel in der CL verliert....natürlich ist es professionell im richtigen Moment das taktische foul zu machen und amateurhaft es eben nicht zu machen....

ich sagte ja nicht, daß ich das für gut heiße. Aber Du kannst einen darauf lassen, daß ein Spieler der sich weigert taktische fouls zu machen kein hohes Ansehen bei Trainern und Mitspielern ernten wird, ein van Bommel allerdings, erhält dieses Ansehen vorallem auch deshalb, weil er ein taktisch ausgebuffter Profi ist.


Beides Äußerungen, die mir klar zeigen, dass bewusstes Foulspiel (um den Spielfluss des Gegners zu unterbinden) mittlerweile zum taktischen Konzept gehören.

In Ordnung finde ich das auch nicht.

da sind wir mal einer Meinung, ich finde das auch nicht in Ordnung und irgendwie sollte man sich bei den Funtionären da mal zusammensetzen und genau wie mit der Blutgrätsche neues Regelwerk erörtern. Allerdings ist es Fußball und so blöd das klingt....fairness gehört dazu aber fouls irgendwie auch....nur wird die fairness leider oft als Schwäche ausgelegt....



Eben darauf wollte ich hinaus. Taktische Fouls, die für mich immer leichte Fouls sind, kommen oft durch mangelnde spielerische, also technische Fertigkeiten zustande. Oder durch mangelnde Kondition, wenn man mit der Schnelligkeit oder dem Antritt des Gegners nicht mithalten kann.
Es kann nicht als Profession des Spielers angesehen werden, Wert auf die Qualität eines Foulspiels zu legen und die auch noch zu trainieren. Primär sollte ein Trainer einen Spieler dazu ermutigen, seine technischen Defizite abzustellen, sodass die sog. taktischen Fouls weniger werden. Ganz vermeiden lassen sich die nie und eine Gelbe Karte ziehen sie immer nach sich. Und Gelbe Karten schränken die taktischen Möglichkeiten noch weiter ein.

mein Trainer ruft, solange der Mann noch vor dem Ball ist, also beherrscht wird immer...

"kein foul machen!"

klar deshalb, weil eine Standardsituation für eine beherrschte Mannschaft meist das einzigste Mittel ist zu einer Torchance zu kommen und deshalb wollen sie fouls provozieren....deshalb

"kein foul deWollä....kein foul!"

sollte der Gegner jedoch egal wie es geschafft haben in wirklich abschlußsicher Position zu kommen und ich die Möglichkeit habe auf Kosten einer wahrscheinlichen gelben Karte ihn zu stoppen....dann wird mein Trainer auf keinen Fall über das foul meckern, sondern eher über die Umstände, wie es dazu kam, daß ich es machen mußte !.....


Wenn die Trainer ihren Spielern anweisen würden, keine taktischen fouls zu machen, würden wir dann jedes Spiel mind. ca. 10 dieser Art sehen ?


Darfst auch nicht vergessen, daß es oftmals um die Ordnung in der Defensive geht und durch ein taktisches foul diese sich wieder ordnen kann....es geschehen oftmals taktische fouls, ohne daß ich jetzt direkt eine Torchance vermutet hätte, aber dennoch werden sie gemacht. Ich glaube es geht darum, eine neue Spielsituation zu eröffnen und die Ordnung zu halten. Vorallem van Bommel ist so einer....
 
Zuletzt bearbeitet:

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Was in der Diskussion bisher noch keine Erwähnung fand, ist, daß der gefoulte Spieler als ziemliches Rauhbein bekannt ist.
In der Tat ist auch das Einsteigen von Wasylewski von der Seite gegen einen Spieler im vollen Lauf hart an der Grenze des Platzverweises. Wobei sich das durch die nachfolgende Aktion seines Gegenspielers natürlich absolut relativiert.
Morddrohungen gegen Witsel natürlich unter aller Kanone !
Das ist klar, da hört der Spaß wirklich auf. Urs Meier lässt grüßen...
 

DeWollä

Real Life Junkie
Belgien: Sperre nach Horror-Foul herabgesetzt - Internationale Ligen - FOCUS Online


Witsel in Champions League spielberechtigt

Anhand der Fernsehaufzeichnungen folgte das Berufungsgericht dem Antrag von Standard Lüttich und verminderte das Strafmaß. Gleichzeitig leitet der KBVB Witsels Akte nicht, wie ursprünglich geplant, an Uefa und Fifa weiter. Damit bleibt Witsel für die Champions-League-Spiele seines Klubs spielberechtigt


Das Berufungsgericht des belgischen Fußballverbandes (KBVB) hat die Sperre gegen Axel Witsel (Standard Lüttich) nach seinem brutalen Foul an Marcin Wasilewski (Anderlecht) von elf auf acht Pflichtspiele reduziert. Auch die Geldstrafe wurde von 2500 auf 250 Euro gesenkt.


okay, damit kann man einverstanden sein denke ich mal.
 
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