Aus für D. Hoeneß?

Rossi

Berliner Nachteule
Moderator
Soweit ich's gelesen habe, gab es ja schon seit längerem Differenzen zwischen

a) D.Hoeneß und Gegenbauer - und
b) D.Hoeneß und Favre

Favre kam sich wohl jüngst wieder mit ihm ins Gehege, weil sie sich über die Transfers zur neuen Saison nicht einigen konnten. Hoeneß wollte ihm z.B. einen Brasilianer ins Team holen, den Favre partout nicht wollte. Hoeneß wollte auch den Pantelic halten, obwohl wohl mehr als klar wurde, dass ihn Favre aber nicht mehr im Team möchte.

Von den sportlichen Erfolgen her war es wohl logisch, dass man sich eher vom Dieter trennen würde (ein popeliges Jahr noch...da gibt es eben eine schicke Abfindung und gut ist) als vom Favre, der den Aufschwung brachte.

Danke Dieter :top: - und das ist ganz ehrlich gemeint. Die Hertha hat ihm viel zu verdanken.

Er hätte dem Trainer mehr Eigenständigkeit geben sollen bei der Kaderwahl - Favre ist kompetent. Manch einer klebt leider ob der vielen Jahre an seinen Gewohnheiten... :weißnich:
 

Itchy

Vertrauter
"Kontinuierlich oben" ist vielleicht Ansichtssache, aber immerhin: seit dem Aufstieg war die Hertha in 8 von 12 Saisons unter den Top 6. Sooo schlecht ist das ja nun auch nicht; ob das angesichts des eingesetzten Geldes allerdings sooo gut ist, weiss ich nicht.

Sagen wir es mal so: Deutschland hat im internationalen Vergleich mit Sicherheit den schlechtesten Hauptstadtclub.

Wenngleich das auch der Geschichte geschuldet ist, ist es trotzdem zu wenig. Nicht nur hinsichtlich sportlicher Erfolge, dem Verein fehlt es auch an Ausstrahlung.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Sagen wir es mal so: Deutschland hat im internationalen Vergleich mit Sicherheit den schlechtesten Hauptstadtclub.
Stimmt, das ist höchstens noch mit PSG in Frakreich vergleichbar, wobei auch in Italien andere Städte als die Hauptstadt vorne liegen. In allen anderen Ländern räumen die Hauptstadtclubs mehr oder weniger regelmäßig die Titel ab - oder zumindest die Clubs aus der größten Stadt, wie in der Türkei oder in Schottland.
 
So ganz verstehe ich nicht, warum Hoeness hier mitunter viel Lob bekommt.
Hätte er die Hertha kontinuierlich oben etabliert, dann ja.

Vergesst doch mal das rein Sportliche - da endet der Hoeneß-Erfolg mit der Etablierung in der Buli auf einem guten, respektablen Niveau. Auch finanziell brauchen wir ihm kein Denkmal bauen, verständlicherweise.

ABER: Die Berliner Morgenpost hat es bereits 1996 zu seinem Dekaden-Jubiläum im Interview herausgekitzelt:

"Wir haben bewusst in die Substanz investiert. Deshalb ist der Wert von Hertha gestiegen. 1996 war der Klub nahezu nichts wert. Heute beläuft sich der Wert, das haben Wirtschaftsexperten berechnet, auf 150 bis 180 Millionen Euro - Tendenz steigend. Das ist der entscheidende Unterschied."

Zustand 1996: "Ich war überrascht, dass sowenig Hoffnung war: in der Stadt, bei den Journalisten - kaum jemand hat Hertha etwas zugetraut. Endgültig ernüchtert war ich nach der ersten Präsidiumssitzung und dem ersten Spiel, das im fast leeren Olympiastadion im Nieselregen gegen Jena 0:1 verloren ging."
Quelle

Am Wert hat sich bis ins Jahr 2009 nichts geändert. Darin begründet sich der Verdienst eines Dieter Hoeneß in Berlin.
 
Zuletzt bearbeitet:

odie

Zeitzeuge
Am Wert hat sich bis ins Jahr 2009 nichts geändert. Darin begründet sich der Verdienst eines Dieter Hoeneß in Berlin.

Aber mal ehrlich: mit dem Geld das Hoeneß in Berlin ausgegeben hat, hätte das doch nahezu jeder Manager, der ein wenig Ahnung vom Fussballgeschäft hat, geschafft.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Aber mal ehrlich: mit dem Geld das Hoeneß in Berlin ausgegeben hat, hätte das doch nahezu jeder Manager, der ein wenig Ahnung vom Fussballgeschäft hat, geschafft.
Das Geld, das du ausgeben kannst, musst du als Manager aber erstmal ranschaffen, wenn es dir nicht von narzistischen Profilneurotikern in den Hintern geblasen wird.

Gibt ja auch den Typ Fußballmanager, der Zeit seines Arbeitslebens jammert "aber wir haben doch kein Geld".
 
Was man so liest hat der Dieter H. zwar viel Geld beschafft, das aber auf Kosten der Zukunft. Signingfee von 20 Mio bei Sponsorenverträgen, Anlagen für lange Zeit vorausvermietet usw.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Tja, nun ist auch offiziell. Wie gesagt, ich sehe DHs wirken bei der Hertha Zwiegespalten. Immerhin: wann ist es das letzte mal einem Aufsteiger gelungen, sich so schnell in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen? Eben.

Ob es die Hoffenheimer schaffen, muss sich erst noch zeigen. Nur die Wölfe waren ähnlich erfolgreich.

Aber wie gesagt: Was DH an Geld verbrannt hat für - ich sage mal - unglückliche Transfers - wer erinnert sich z.B. noch an Alex Alves? - das konnten sich in der Menge auch nur wenige Manager leisten.

Aber insgesamt waren der Dieter und die Hertha schon ein verrücktes Paar! Das passte doch irgendwie, die waren aus dem gleichen Holz geschnitzt. :D

Ein recht langer Karriererückblick, inklusive der als Spieler, findet sich hier: 11 FREUNDE - Bundesligen - Gegen Freund und Feind
 
Alex Alves, Flop? Nee du, auch wenn das ganz Berlin anders sieht, der war eine Klasse für sich. Als Diva hat er Glamour ausgestrahlt und auf dem Platz war er immer für eine verrückte Aktion zu haben. Man denke an sein TORRRR vom Anstoßkreis ... einfach nur genial. :zahnluec:

Tor des Jahres 2000

Ob er letztlich all die Millionen wert war, mehr als die Hälfte alle Mal. Das waren Zeiten damals.

Aber nu wieder zu Hoeneß, jetzt auch ein Fall für "damals". Er hat Geld beschafft, mal mit Cleverness, mal durch Wahnsinn, oder auch mal durch Kapital aus der Zukunft. Es muss auf jeden Fall ein Genuss gewesen sein, erst vor kurzem Stand in der Zeitung das er DB und Sportfive veräppelt hat, indem er weitere, große Interessenten vorschob, die es gar nicht gab. Und somit ein paar Mio. mehr herausholte.
Im Moment werden die Vorgriffe auf die Zukunft negativ bewertet. Warten wir es ab, vielleicht jubelt man 2014 noch darüber, falls bis dahin solche Konditionen nicht mehr zu erzielen wären. Dann nämlich rückt das in ein ganz anderes Licht.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Im Moment werden die Vorgriffe auf die Zukunft negativ bewertet. Warten wir es ab, vielleicht jubelt man 2014 noch darüber, falls bis dahin solche Konditionen nicht mehr zu erzielen wären. Dann nämlich rückt das in ein ganz anderes Licht.
Vor allem kann es DH dann egal sein. Für ihn hat es sich also auf jeden Fall gelohnt. Ob es der Hertha, oder wer dann für die Finanzen verantwortlich sein wird, egal sein wird, bleibt abzwuwarten.
 
Irgendwie erinnert das an Schalke und Assauer. Der Preetz wie damals der Müller haben lange gewartet und sollen jetzt ran. Preetz scheint trotzdem eine halbherzige Lösung, weil seine Kompetenzen nicht an die von Hoeness ranreichen. Die einzige Ausnamhe zu Schalke damals: Hertha hat einen souveränen Trainer.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Nun, genau wegen der Kompetenzen ist ja der Hoeneß weg. Insofern ist die Lösung Preetz nicht wegen der weniger Kompetenzen halbherzig. Denn ein Abspecken der Kompetenzen des Managers ist ja ausdrücklich gewollt.

Die Frage ist viel mehr, ob der Preetz das Standing bekommt, die Strahlkraft, die Hoeneß hatte. Also wie er seine Rolle ausfüllt.
 
Der/die Nachfolger von Hoeneß sollen in der Tat unter keinen Umständen die gleiche Machtfülle erreichen können. Eine Aufteilung der Kompetenzen ist daher folgerichtig. Preetz wurde seit mehreren Jahren aufgebaut um einmal das Erbe anzutreten, allerdings nicht als neuer "Alleinherrscher".

Diesen Titel beansprucht ab sofort der Präsident Werner Gegenbauer. Die Macht kehrt dorthin zurück, wo sie hingehört, nach ganz oben in der Hierarchie. Der Mann hat Geld in den Verein gesteckt, schaltete damals seine Konkurrenz auf den Präsidentensessel mit negativen Medienkampagnen aus und wandelte sich vom Freund Hoeneß zu dessen feindlichen Widersacher. Noch Fragen? Er wird nicht im Vordergrund den Lautsprecher geben, dafür aber aus dem Hintergrund die Strippen ziehen. Wer ihm nicht passt oder im Weg steht, auf Wiedersehen... mit diesen Methoden ist er seit vielen Jahren erfolgreich im Wirtschaftsleben aktiv.
 
Man muss Dieter Hoeness als Herthafan schon dankbar sein. Er hat die Hertha nach fast jahren 20 Abwesenheit aus der 1. Liga dort wieder etabliert. Hertha hatte seit dem Wiederaufstieg einentlich nie ernsthaft was mit dem Abstieg zu tun, sondern konnte meistens nach oben schauen. Das soll erst mal einer nachmachen!

Aber man muss auch mal sehen, ob das nicht auf Kosten von Herthas Zukunft erkauft wurde, und nun bumerangartig zurückschlägt. Wenn ich mir anschaue, dass wir nun 5 Millionen Transferüberschuss erzielen müssen, dann sehe ich mit etwas gemischten Gefühlen in die nächste Saison. Das heißt ja, einen guten abgeben (wahrscheinlich Simunic oder Friedrich) und keinen wirklich guten Ersatz holen zu können.

Das Ende mit dem enttäuschenden Spiel gegen den KSC (hat mir echt das ganze schöne Gefühl, das ich die ganze Zeit hatte, verdorben :() hat da vielleicht schon einen Vorgeschmack gegeben...
 
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Haben wir schon das Spiel bei 1860 mit dem verschossenen Elfer in letzter Minute vergessen? Ich bin seinerseits fast gestorben.

Nee! Ich bin sogar gestorben ;)

Aber so insgesamt gesehen im Vergleich zu eigentlich allen Aufsteigern der letzten 10-15 Jahre, da sind wir doch wirklich gut dabei. Normalerweise spielt man als Aufsteiger doch mindestens 5 Jahre gegen den Abstieg und danach bleibt man ein paar Jahre im Mittelfeld, wenn es gut läuft, aber meistens geht es auch für viele wieder runter in die 2.
 

eckham

Mit Herzblut zurück
*hüstel* Wer ist denn noch mit euch aufgestiegen? Der FCK hat die ersten 5 Jahre nicht gegen den Abstieg gespielt, erst danach :rolleyes:
 
Das meine ich ja. Außer Hertha und Wolfsburg hat sich kein Aufsteiger mehr in den oberen Tabellenrängen etabliert. Alle sind irgendwann mal wieder abgestürzt=abgestiegen. Aber eins ist klar: das geht/ging nur mit einem enormen Aufwand an Geld. Das ging Dieter Hoeness dermaßen in die Vollen, das es der Hertha die Zukunft kosten kann. Warten wir es ab. Kann sein, das ein etwas langsamerer und nachhaltigerer Aufbau das bessere Konzept gewesen wäre. Aber das ist eine rein akademische Diskussion.
 
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